Was Längsschnittstudien über seelische Belastungen, Selbstwert, depressive Symptome und die Wirkungen moderner Dating-Systeme zeigen
Ich habe bereits vielfach über die Strukturen des modernen Online-Datings, einschließlich ihrer Fehlfunktionen, geschrieben. Dies ist wichtig – nicht als ein Bashing der Konkurrenten, sondern weil das moderne Online-Dating in großem Ausmaß die Erwartungen von uns allen, also auch der Mitglieder von Gleichklang, prägt, was Partnersuche ist und wie Partnersuche angegangen werden sollte.
Treffen diese Erwartungen jedoch nicht zu, kann dies zu inkorrekten Bewertungsprozessen führen und unsere Partnersuche beeinträchtigen.
Eine unserer Hauptaufgaben als Partnervermittlerin besteht vor diesem Hintergrund darin, über das moderne Online-Dating aufzuklären, sowie Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie über Online-Dating Beziehungen entstehen können.
Genau dieser Thematik widme ich mich auch in meinem heutigen Artikel, jedoch auf eine etwas andere Art und Weise als zuvor:
- Während die vorherigen Artikel eher theoretische oder grundlegende Forschungen aufgriffen oder allgemeine psychologische Forschung auf die Strukturen von Dating-Systemen anwandten, stelle ich heute drei Studien vor, die konkret und empirisch untersuchen, inwiefern die Nutzung moderner Dating-Systeme zu negativen psychischen Folgewirkungen für die Betroffenen führen kann.
Gibt es also psychische Schäden durch Online-Dating?
Auf der Basis dieser Befunde beantworte ich die Frage und stelle im Anschluss aber wiederum die eigentlich zentrale Frage, was Partnerfindung tatsächlich ist, die eng mit der fundamentalen Grundphilosophie von Gleichklang zusammenhängt:
- Partnerfindung ist ein einzigartiges, singuläres und seltenes Ereignis, das jedoch eines Tages eintreten kann, wenn wir uns in Strukturen bewegen, die uns erlauben, den Moment der Partnerfindung zu erkennen, also wenn ein passender Mensch in unser Blickfeld tritt – und diesen Moment für Kennenlernen und Beziehungsaufbau zu nutzen.
Der folgende Artikel soll daher allen Interessierten und natürlich allen Gleichklang-Mitglieder mehr Wissen vermitteln und Weg klarer benennen, wie wir von der Partnersuche zur Partnerfindung gelangen können.
Was wir über die psychischen Folgen des modernen Online-Datings tatsächlich wissen
Online-Dating hat die Art und Weise entscheidend verändert, wie wir nach Partnerschaften, sexuellen Kontakten, Unterhaltungen, Bekanntschaften, aber auch nach der Befriedigung unserer Bedürfnisse, nach Ablenkung, kurzzeitiger Zuwendung und Stabilisierung unseres Selbstwertes suchen.
- Welche Folgen ergeben sich daraus jedoch für unsere psychische Stabilität und Gesundheit?
Vieles davon ist auch nach mehr als 20 Jahren Online-Dating und dem globalen Durchmarsch von Tinder & Co ab 2012 erstaunlicherweise weiterhin unklar.
Es gibt unzählige Studien zum Online-Dating, die sich anderen Themen widmen. Sehr oft beschäftigen sich Studien sogar rein mit Dating-App-internen Kriterien, wie der Anzahl von Matches oder der Anzahl von Nachrichten.
Eine große Menge an Studien untersucht aber ebenfalls Zusammenhänge zwischen Online-Dating und Depressionen, sozialer Angst oder auch Persönlichkeitsmerkmalen, einschließlich der sogenannten Dark Triade (Narzissmus, Psychopathie, Machiavellismus) beziehungsweise Tetrade (zusätzlich Sadismus).
Allen diesen Studien haftet jedoch derselbe methodische Makel an:
- Sie zeigen im Wesentlichen lediglich, wodurch sich Nutzer:innen von Dating-Apps im Vergleich zu Nichtnutzer:innen unterscheiden. Ein kausaler Schluss auf den tatsächlichen Einfluss von Dating-Apps auf psychische Merkmale oder Wohlbefinden ist daraus jedoch nicht möglich.
- Nutzen Menschen mit bestimmten Eigenschaften häufiger Dating-Apps oder führen Dating-Apps tatsächlich dazu, dass sich psychische Merkmale verändern und möglicherweise sogar Schäden entstehen?
Die überwältigende Mehrheit der veröffentlichten Studien erlaubt hierzu keinen belastbaren Schluss.
Die theoretische Kritik an Dating-Apps ist weit fortgeschrittener als die eigentliche Wirkungsforschung
Gleichzeitig existiert jedoch mittlerweile eine umfangreiche theoretische, hochgradig reflektierende und gesellschaftskritische Literatur, die sich mit den möglichen negativen Auswirkungen moderner Dating-Systeme beschäftigt:
- Zentrale Begriffe sind hierbei die Gamifizierung der Partnersuche, die Verschiebung des eigentlichen Ziels der Partnerfindung hin zu kurzfristigen Belohnungen wie Matches, Chats oder attraktiven Vorschlägen sowie die Unterordnung der Partnersuche unter die ökonomischen Interessen milliardenschwerer Plattformen, deren Geschäftsmodell oftmals gerade darauf beruht, Nutzer:innen möglichst dauerhaft an die Systeme zu binden.
Hinzu kommt, dass zahlreiche Studien zeigen, dass die Motivlagen vieler Nutzer:innen extrem unterschiedlich sind:
- Partnersuche stellt keineswegs das dominierende Motiv dar. Vielmehr nutzen viele Menschen Dating-Apps aus Langeweile, zur Selbstwertstabilisierung, zur Unterhaltung, zur kurzfristigen Bestätigung oder aus Neugier. Nutzer:innen können deshalb oftmals gar nicht einschätzen, mit welchen tatsächlichen Motiven ihnen andere Personen begegnen.
Die Literatur weist zudem darauf hin, dass Dating-Apps Nutzer:innen zunehmend zu austauschbaren Optionen machen. Gleichzeitig entsteht ein außergewöhnlich hohes Maß an Unsicherheit, weil kaum Möglichkeiten durch Profilsichtung bestehen, diese Unsicherheit zuverlässig zu reduzieren.
Qualitative Studien zeigen darüber hinaus, dass viele Nutzer:innen beginnen, eigene implizite Theorien über die Funktionsweise von Dating-Apps zu entwickeln oder sogar versuchen, die Systeme strategisch zu „überlisten“. Diese subjektiven Theorien prägen das Verhalten, unabhängig davon, ob sie tatsächlich zutreffen.
Schließlich weisen verschiedene Arbeiten darauf hin, dass Dating-Apps offenbar besonders stark Attraktivitätsreize als Belohnungsanreize einsetzen:
- Besonders attraktive Profile werden überproportional häufig vorgeschlagen.
Genau dies kann jedoch wiederum die Wahrscheinlichkeit stabiler Beziehungsentstehung reduzieren. Denn was ist ein Vorschlag wert, der Hunderttausenden gemacht wurde?
Diese tiefgreifende theoretische und gesellschaftskritische Literatur steht im heutigen Artikel allerdings nicht im Mittelpunkt. Mit ihren Implikationen habe ich mich bereits in Blogartikeln und Videos ausführlich beschäftigt – hier die Auflistung interessierte Leser:innen oder Zuschauer:innen:
Blog-Artikel
- Die prekäre Welt des Online-Dating
- Wie verschiedene Dating-Systeme uns zeitlich strukturieren
- Liquid Love oder echte Verbindung? Warum Gleichklang den anderen Weg geht
Videos
- Dating-Apps versprechen Liebe – und erzeugen Einsamkeit.
- Die Psychologie der Tinder-Falle: Warum du niemanden findest
Drei Studien zeigen konkrete Hinweise auf psychische Belastungen durch Dating-Apps
Die Studien, die ich nun darstelle, kennzeichnen sich dadurch, dass wir aus ihnen deutlich konkreter entnehmen können, wie Dating-Apps Nutzer:innen möglicherweise tatsächlich beeinflussen.
- Liesel L. Sharabi und Kolleg:innen untersuchten in einer Längsschnittstudie mit 493 aktiven Dating-App-Nutzer:innen über zwölf Wochen hinweg die Entwicklung emotionaler Belastungen durch Dating-Apps. Die Studie erschien im Journal New Media & Society unter dem Titel Burnt out and still single: Susceptibility to dating app burnout over time („Ausgebrannt und weiterhin Single: Anfälligkeit für Dating-App-Burnout im Zeitverlauf“).
Das waren die Ergebnisse:
Die Autor:innen beobachteten zunehmende emotionale Erschöpfung sowie wachsende Gefühle mangelnder Selbstwirksamkeit. Besonders betroffen waren Personen mit bereits zuvor erhöhten Werten für Einsamkeit, Angst und Depressivität. Problematische Nutzungsmuster verstärkten die emotionale Belastung zusätzlich.
- Christopher Bonilla-Zorita und Kolleg:innen analysierten in einer appbasierten Echtzeitstudie kurzfristige Auswirkungen der Dating-App-Nutzung auf Stimmung und Selbstwert. Die Studie erschien im International Journal of Environmental Research and Public Health unter dem Titel Dating App Use and Wellbeing: An Application-Based Pilot Study Employing Ecological Momentary Assessment and Objective Measures of Use („Dating-App-Nutzung und Wohlbefinden: Eine appbasierte Pilotstudie unter Verwendung ökologischer Momentaufnahmen und objektiver Nutzungsmaße“).
Wiederum waren negative Auswirkungen auf die Nutzer:innen erkennbar:
Längere Nutzungszeiten gingen mit zunehmendem Craving, also einem schwer kontrollierbaren inneren Verlangen nach weiterer Nutzung, einher. Das kurzfristige Selbstwertgefühl und die aktuelle Stimmungslage wurden abhängig von Matches und Benachrichtigungen. Sie wirkten also wirklich als kurzfristige Belohnungen. Das ist hochproblematisch, weil genau solche kurzfristigen Belohnungen mit raschem erneutem Abfall der Stimmungslage zu den klassischen Mechanismen von Suchtprozessen gehören.
- McGregor und Kolleg:innen untersuchten in einer weiteren Längsschnittstudie den Zusammenhang zwischen objektiv gemessener Dating-App-Nutzung und psychischer Gesundheit bei Jugendlichen. Die Studie erschien im Journal of Psychopathology and Clinical Science unter dem Titel A Longitudinal Study of Objective Dating App Usage and Its Relation to Mental Health in Adolescents („Eine Längsschnittstudie zur objektiv gemessenen Dating-App-Nutzung und ihrem Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit von Jugendlichen“).
Leider waren auch hier die Beobachtungen negativ:
Intensivere Kommunikationsaktivität innerhalb der Dating-Apps ging mit anhaltenden depressiven Symptomen einher. Besonders Phasen mit verstärktem Nachrichtenverhalten waren mit erhöhter depressiver Belastung assoziiert.
Zusammengenommen zeigen diese Studien relativ konsistent, dass die modernen Dating-Systeme tatsächlich mit emotionaler Erschöpfung, depressiver Belastung, suchtähnlichen Nutzungsprozessen und Selbstwertproblemen verbunden sind.
Die Studien sind zwar auch nicht sicher kausal einzuordnen, ihr längsschnittlicher Charakter stellt aber eine deutlich höhere Evidenz dar als reine Momentaufnahmen.
Es wäre für Dating-Apps ein Leichtes, umfassendere experimentelle Studien mit längsschnittlichem Design zu finanzieren, die uns noch definitivere Antworten darauf geben würden, was eigentlich mit Nutzer:innen von Dating-Apps im Vergleich zu Nichtnutzer:innen geschieht. Sie haben dies jedoch bisher nicht getan und haben vermutlich einen guten Grund dafür.
Die eigentliche Effektivität von Dating-Apps für die Partnerfindung ist unbekannt
Die Befunde deuten darauf hin, dass besonders die intensive Nutzung moderner Dating-Systeme die seelische Gesundheit ihrer Nutzer:innen schädigen kann. Vieles bleibt aber unbekannt, da aussagekräftige Studien fehlen, für deren Durchführung hohe finanzielle Mittel erforderlich wären, die niemand für solche Studien zur Verfügung stellt.
Was bedeuten diese Befunde nun für die eigentliche Partnerfindung?
Erstaunlicherweise wissen wir auch hier bis heute nicht, wie effektiv Dating-Apps tatsächlich für die Entstehung stabiler Beziehungen sind.
Natürlich kennen wir alle Menschen, die über Dating-Apps Beziehungen fanden. Dies allein sagt jedoch wenig aus:
- Würden wir uns ausschließlich im Wald bewegen, würden auch alle Beziehungen im Wald entstehen. Daraus würde jedoch keineswegs folgen, dass der Wald ein besonders effektiver Ort der Partnervermittlung wäre.
Da Dating-Apps jedoch zunehmend zum Standard des Kennenlernens werden und gleichzeitig die Offenheit für spontane Begegnungen außerhalb des Internets sinkt, ähneln Dating-Apps immer stärker genau diesem Bild des Waldes.
Die milliardenschweren Dating-Konzerne haben bis heute keine unabhängigen repräsentativen Langzeitstudien finanziert, die systematisch untersuchen würden, wie häufig aus der Nutzung tatsächlich stabile und glückliche Beziehungen entstehen.
Die tatsächliche Effektivität moderner Dating-Apps bleibt deshalb weitgehend unbekannt.
Eine belgische Studie mit Studierenden zeigte immerhin, dass im Rahmen der bisherigen teils langjährigen Nutzung von Dating-Apps durch diese Stichprobe lediglich in knapp 13 % der Fälle jemals eine Beziehung entstanden war. Ob diese Beziehungen anschließend stabil oder glücklich verliefen, wurde jedoch nicht untersucht.
Berücksichtigen wir hier aber zusätzlich soziologische Daten von Michael Rosenfeld, wonach ungefähr 70 % aller neu entstehenden Beziehungen bereits innerhalb des ersten Jahres scheitern, ließe sich daraus theoretisch eine langfristige Erfolgswahrscheinlichkeit von ungefähr 5 % ableiten. Diese Schätzung bleibt freilich methodisch unsicher.
Auffällig ist aber, dass die Single-Raten in vielen westlichen Ländern genau in jener Zeit deutlich stiegen und weiter steigen, in der die Kontaktmöglichkeiten durch das moderne Online-Dating explodierten:
Wachsende Nutzung von Dating-Apps

Steigende Anzahl von Single-Raten

Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass die Partnersuche selbst aus dem Blick gerät
Damit komme ich abschließend zu der Frage, was wir aus all diesen Befunden folgern können:
- Grundsätzlich hilft es bereits, sich mögliche Risiken bewusst zu machen. Dies gilt für alle Lebensbereiche. Zu verstehen, dass modernes Online-Dating depressive Entwicklungen, emotionale Erschöpfung oder suchtähnliche Prozesse fördern kann, ist bereits ein wichtiger erster Schritt zum Schutz vor möglichen negativen Folgen.
Die Gamifizierung moderner Dating-Systeme funktioniert über kurzfristige Belohnungen wie Matches, neue Vorschläge oder Benachrichtigungen. Diese Mechanismen verlieren jedoch erheblich an Macht, wenn wir sie bewusst reflektieren und uns ihnen nicht vollständig ausliefern.
Entscheidend erscheint deshalb, den Fokus wieder stärker auf die eigentliche Begegnung zu richten:
- Beziehungen entstehen nicht durch möglichst viele Optionen, sondern durch die Begegnung zweier Menschen, die gemeinsam ausloten, ob eine tiefere Resonanz entstehen kann. Mehrgleisigkeit beeinträchtigt die Chancen, weil der eigentliche Fokus auf Begegnung und Resonanz verloren geht.
Ebenso sinnvoll erscheint es, kritisch zu prüfen, ob die Struktur eines Dating-Systems, einschließlich der Monetarisierung, überhaupt zu den eigenen Werten, Bedürfnissen und Grundüberzeugungen passt. Wenn dies nicht der Fall ist, ist es sinnvoll, sich von entsprechenden Plattformen bewusst zu distanzieren.
Wie Gleichklang gegen die typische Dating-Logik arbeitet
Wir haben uns bei Gleichklang in vielerlei Hinsicht bewusst als eine Art Anti-Dating-Dating-Seite positioniert.
Dadurch greifen die beschriebenen Risiken nach unserer Einschätzung zumindest teilweise weniger stark. Gleichzeitig wird dies jedoch erkauft durch längere Wartezeiten, weniger kurzfristige positive Belohnungen sowie gelegentliche Gefühle von Leere oder Frustration, weil die Erwartungen, die unsere Mitglieder durch das moderne Online-Dating internalisiert haben, bei Gleichklang nicht erfüllt werden.
Auch solche Erfahrungen können selbstverständlich wiederum psychisch belastend wirken. Auch für Gleichklang würde ich insofern nicht vollständig „die Hand ins Feuer legen“.
Umso wichtiger erscheint uns eine realistische Erwartungshaltung gegenüber dem, was Partnersuche tatsächlich bedeutet.
Partnerfindung ist kein kumulativer Prozess – sondern ein seltenes singuläres Ereignis
Die Partnerfindung ist ein seltenes und einzigartiges Ereignis. Dies ist die zentrale Philosophie der Vermittlungslogik und des Plattformaufbaus von Gleichklang:
- Die meisten Menschen finden nicht ständig neue Partner:innen, sondern typischerweise nur einige wenige Male im gesamten Leben.
Moderne Dating-Systeme suggerieren uns jedoch, dass wir durch tägliche Aktivitäten, ständige Vorschläge und permanente Mehrgleisigkeit quasi kumulativ unsere Partnerfindung voranbringen. Als ob wir dadurch also eine Basis aufbauen würden, die uns zur Partnerfindung bringt.
Tatsächlich verschiebt sich jedoch häufig lediglich das Ziel. An die Stelle der eigentlichen Partnerfindung treten Matches, Likes, Chats und kurzfristige Belohnungen.
Die entscheidende Frage lautet nämlich in Wirklichkeit nicht, ob viele oder wenige Vorschläge erfolgen, ob Wartezeiten kurz oder lang sind oder ob vergangene Kontakte günstig oder ungünstig verliefen.
Die entscheidende Frage lautet ausschließlich, ob irgendwann und eines Tages eine Person in unser Blickfeld tritt, mit der eine so starke Resonanz entsteht, dass eine partnerschaftliche Beziehung beginnt.
Solche Ereignisse sind nicht planbar. Sie ergeben sich nicht linear aus der Anzahl der Vorschläge oder Nachrichten. Sie hängen auch nicht direkt davon ab, ob wir die Nutzung einer Plattform gerade als interessant oder langweilig erleben.
Indirekt beeinflusst unser Erleben die Wahrscheinlichkeit allerdings doch:
- Denn Menschen, die eine Plattform als sinnlos oder leer erleben, haben die Plattform oft schon verlassen, zu dem Zeitpunkt, zu dem das seltene Ereignis der Partnerfindung eingetreten wäre.
Gerade deshalb ist es für uns bei Gleichklang so entscheidend, zielführende Erwartungen zu vermitteln und nur genau die Menschen anzusprechen, die sich mit den Grundprinzipien unserer Plattform identifizieren können.
Letztlich sind es drei Dinge, die uns trotz aller Defizite des modernen Online-Datings zur Partnerfindung bringen können:
- Kritische Auseinandersetzung mit den Strukturen des modernen Online-Datings und Erwerb eines Grundverständnisses mit den richtigen Erwartungen, was Partnerfindung tatsächlich ermöglicht.
- Sich Strukturen und Monetarisierungsprinzipien von Dating-Seiten anschauen und nur solche nutzen, die den eigenen Wertvorstellungen entsprechen. Ansonsten werden die Monetarisierungsprinzipien nämlich dazu führen, dass Personen angezogen werden und Ergebnisse eintreten, die nicht gewünscht sind.
- Den Fokus auf die Möglichkeit echter Begegnung zu dem Zeitpunkt richten, zu dem ein Mensch ins Blickfeld tritt.
Mit diesem Ansatz haben Sie gute Chancen, negative psychische Auswirkungen des Online-Datings auf Ihre eigene seelische Gesundheit zu verhindern und eine wertvolle Liebesbeziehung zu finden.
In diesem Sinne begleiten wir Sie bei Gleichklang gerne weiterhin bei der Beziehungsfindung:
▶ Zur Beziehungssuche bei Gleichklang
Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Singlesein und seinen Gründen? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!
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2 Kommentare
Ich bin auf dem besten Weg rein in die Verbitterung. Trotz Gleichklang. Ich habe Apps probiert und in keiner fühlte ich mich wohl.
Hier bei GK habe ich zwar schon Kontakte gefunden aber alle sind aus den gleichen Gründen wider verschwunden. Zu hohe Entfernung, zu unterschiedliche Lebensstile, echte Anziehung ist nie wirklich entstanden. Man war sich sympathisch kurzzeitig interessant, aber das legte sich schnell.
Was ich bräuchte wäre jemand in 50km Umkreis. Dazu zählt immerhin auch ganz Hamburg. Es kann doch nicht sein das in ganz Hamburg niemand ist der für mich kompatibel ist! Ich glaube nicht an dieses Märchen das es irgendwo auf der Welt diese eine einzige Person gibt…
Ich kann Dein Argument gut verstehen mit Hamburg, 50 km Radius, aber es ist jedenfalls bei Gleichklang nicht tragfähig, und ich rechne es Dir gerne einmal vor:
Du hast insgesamt über 180 Vorschläge erhalten und einen kleinen Teil auch angeschrieben. Ich hätte empfohlen, deutlich mehr anzuschreiben, da wir oft bei Vorschlägen nicht erkennen können, ob eine Beziehung entstehen könnte oder nicht. Das wissen wir von unseren Paaren, von denen viele sagen: „Der Vorschlag war nicht so toll.“ Heute ist daraus dies geworden, dass doch ein Kontakt zustande kam.
Auch wenn Du nur wenige angeschrieben hast, hast Du intensiv mit einigen kommuniziert. Das ist positiv und zeigt auch, dass es offenbar miteinander etwas zu sagen gab. Wichtig ist, bald zu Telefon/Video und realen Treffen überzugehen. Sonst schlafen viele Kontakte ab, und irgendwann verschwindet vielleicht auch die andere Seite.
Das mit Hamburg hört sich riesig an, ist es aber nicht:
Nehmen wir an, wir haben 1,9 Millionen Menschen. Aber nun dürfen wir nur die Frauen anschauen, die in der Altersklasse sind, die Du eingegeben hast; das sind ca. 148.162. In diesem Alter sind Frauen ganz besonders oft in partnerschaftlichen Beziehungen. Ungefähr 44.500 sind Single, von diesen wollen ca. 50 % aktuell eine neue Beziehung, also 22.250, von denen ungefähr 2/3 über das Internet suchen, also 14.833.
So, jetzt kommt der entscheidende Punkt: Frauen im jungen Alter suchen nach gleichaltrigen Männern; mit wachsendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch ältere Männer gesucht werden. In dem von Dir angegebenen Alterssuchbereich ist es aber insgesamt relativ selten, dass Frauen einen Mann beim Online-Dating suchen, der mehr als 5 Jahre älter ist. Nehmen wir an, es sind 20 %, dann kommen wir auf 2.967.
Ich habe aber nun nur ein einziges Deiner Kriterien abgeglichen, nämlich den Alterssuchbereich. Nun müssen alle anderen Kriterien noch abgeglichen werden, und das ist das Wichtigste. Es genügen nicht Deine Kriterien, dass sie passen, sondern die Kriterien der anderen Personen müssen auch passen. Dadurch reduziert sich dies sicherlich noch einmal um 90 %, sodass 267 Personen theoretisch in Hamburg für Dich infrage kämen, wenn Du einen kriteriengeleiteten Matching-Ansatz zugrunde legst. Von diesen 267 Personen sind vielleicht 10 bei Gleichklang, und von diesen sind 1/3 gerade schon im Kennenlernprozess, weshalb manche auch aussetzen, deaktivieren vorläufig etc. Ich würde also erwarten, dass es am Ende 5–7 Personen sind.
Nun heißt das noch nicht, dass daraus eine Beziehung entsteht. Es gibt nämlich viele andere Dinge im Leben, die wir nicht kontrollieren können. Das sind subjektive Faktoren der Anziehung, es sind aber auch plötzliche Lebensereignisse etc.
Jeden Tag kommen neue Menschen nach Hamburg, und andere verlassen HH, das spiegelt sich auch bei uns wider. Aber es sind keineswegs dramatische Fluktuationen auf diesen spezifischen Fall bezogen: Single, auf Partnersuche, im Internet, in dem passenden Alterssuchbereich wechselseitig, Passung aller anderen Kriterien wechselseitig, bei Gleichklang.
Aus sehr wenigen Vorschlägen können Beziehungen entstehen. Auch wenn Du alles auf 50 km reduzierst, wird alle paar Wochen oder alle 1–2 Monate ein Vorschlag erfolgen. Wir sehen in unseren Daten, dass die Gruppe der Asexuellen, die nur 4–5 Vorschläge pro Jahr erhält, wenn sie ihre Suche ebenfalls auf Asexuelle beschränkt, mit die höchsten Vermittlungsraten bei uns hat. Wir sehen auch, dass die über 80-Jährigen, die nur ganz wenige Vorschläge im Jahr erhalten, gleiche Vermittlungsraten haben wie Jüngere. Hintergrund ist, dass sie aus ganz wenigen Vorschlägen sehr viel machen können. Das gelingt bei jüngeren Menschen nicht so.
Ich würde Dir daher raten, Partnerfindung als das zu sehen, was sie ist: als ein sehr seltenes Ereignis, was aber irgendwann meistens eintritt, wenn wir es zulassen. Ich würde den Suchradius auf ganz Deutschland oder besser den ganzen DACH-Raum einstellen. Sodann jeden Vorschlag anschreiben, bei dem ich nicht ausschließen kann, dass bei einem Kennenlernen eine Resonanz entstehen würde. Aber sofort aufhören, wenn jemand antwortet, und nun in den Auslotungsprozess treten.
Bei den Apps sind ja viel mehr Leute, aber auch dort kommen sehr viele nicht zum Zuge. Eben weil es keine Frage der vielen Leute ist und weil auch die Wohnortnähe den Pool schnell erschöpft etc. Wenn dann noch die entsprechenden Altersunterschiede als Wunsch hinzutreten und andere Faktoren auch eine Rolle spielen, Ablenkung durch andere Profile, starke Orientierung auf Fotos, Unterhaltungscharakter, dann hilft es eben nicht, wenn es scheinbar viele Optionen gibt.
Es ist normal, dass Kontakte auch bei Gleichklang sich nicht zu einer Beziehung entwickeln. Bei manchen ist es auch ein Muster, weil im Hintergrund doch Bindungsvermeidung etc. steht, aber oft ist es auch so, ohne dass wir die Gründe finden können. Wichtig ist dann, nicht aufzugeben, sondern dabei zu bleiben und mit offenen Sinnen und Herzen auf die Menschen zuzugehen, die vorgeschlagen werden.