300 freie Texte von Gleichklang-Mitgliedern zeigen, welche Erfahrungen, Ängste, Lebensbedingungen und Beziehungsmuster aus Sicht der Betroffenen selbst ihr Singlesein prägen – und welche Wege dennoch in eine Beziehung führen können.
Warum sind Menschen Single, warum bleiben manche Single, andere nicht?
- Ein Grund liegt in den modernen Dating-Systemen, was ich in meinem neuen Video in 9 Minuten noch einmal komprimiert und zusammenfassend erläutere.
Aber heute geht es nicht um die Dating-Systeme, sondern um uns selbst – wobei dies natürlich auch nicht ganz voneinander trennbar ist.
Wir haben dazu bereits unseren Text „Warum bin ich Single?“ veröffentlicht, der auf einer reinen statistischen Datenauswertung beruhte, bei der zahlreiche mögliche Ursachen angekreuzt werden konnten.
Im Ergebnis können Sie dort sehen, welches Ursachenkonglomerat aus diesen 11 möglichen Ursachen vorliegt:
- Zufriedenheit mit dem Single-Dasein
- Ungünstige Haltungen zum Online-Dating
- Hohe Ansprüche
- Andere Prioritäten
- Hemmungen und Selbstzweifel
- Negative Erfahrungen/Befürchtungen
- Barrieren und Hindernisse
- Polygame Tendenz
- Zufall
- Sexuelle Schwierigkeiten
- Mangel an romantischen Gefühlen
Ursachen für Partnerlosigkeit sind also vielgestaltig. Neulich haben wir darüber hinaus rund 300 freie Texte von Mitgliedern qualitativ ausgewertet, in denen sie beschrieben, warum sie ihrer eigenen Einschätzung nach Single sind.
In diesen Schilderungen lässt sich das meiste aus dem Test wiederfinden, aber es kommen noch einmal viele spezifischere Erkenntnisse und Einsichten hinzu, die ich gerne mit in diesem Artikel mit allen Leser:innen teilen möchte.
Der Artikel will nicht nur Wissen vermitteln, sondern möchte Anregungen geben, sich selbst besser zu verstehen oder auch etwas zu ändern, sofern dies der eigene Wunsch ist.
Sobald Sie einen oder mehrere Gründe bei sich selbst erkennen, kann dies Anlass sein, darüber nachzudenken, ob Sie diesen Grund außer Kraft setzen wollen und wenn ja, wie. Dazu gebe ich jeweils einige Anregungen dort, und zwar direkt dort, wo die Gründen benannt werden.
Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen? Erkennen Sie sich in dem Artikel wieder? Bitte schreiben Sie dies unten in die Kommentare!
Was sagten also die 300 befragten Mitglieder?
Frühe Belastungen in Kindheit und Herkunftsfamilie
Recht häufig beschrieben die Befragten frühe Belastungen in Kindheit und Herkunftsfamilie:
- Sie schilderten Ablösungsprobleme von den Eltern, Ablehnung durch Eltern, emotionale Distanz der Mutter, fehlende Liebe in der Kindheit, Probleme mit dem Vater, fehlende oder schlechte Elternvorbilder oder die Scheidung der Eltern. Andere berichteten von belastenden Herkunftsfamilien, unsicheren Bindungen zu den Eltern oder Ablehnung in der Schule.
Das, was mir plastisch beim Lesen deutlich wurde, ist, wie stark manche dann, wenn sie über ihr Single-Dasein nachdenken, an ihre Kindheit denken. Das ist bemerkenswert. Und übrigens werde ich demnächst auch Auswertungen aus unserer großen Gleichklang-Umfrage 2026 vorlegen zu der verwandten Frage, wie die Beziehungsstile unserer Eltern womöglich unsere eigenen Beziehungen prägen oder nicht – vermutlich nächste Woche bereits.
Auf jeden Fall zeigte die Analyse der 300 Texte überdeutlich, dass bei einer Reihe von Partnersuchenden der Eindruck besteht, dass ihre frühen Erfahrungen aus der Kindheit mit Eltern und Schule es ihnen heute noch erschweren, eine Partnerschaft zu finden.
Was lässt sich aber tun?
Wir können Erfahrungen aus der Kindheit nicht ungeschehen machen. Wir können auch nicht ändern, dass sie uns weiterhin oft implizit mitprägen und steuern werden.
Wir können aber das Ausmaß der Steuerung durch Muster, die wir vielleicht überwinden wollen, korrigieren.
Wir können uns mit unseren Erfahrungen aus der Kindheit auseinandersetzen, sie verarbeiten, Verständnis für uns selbst als Kind entwickeln und dies sodann zur Ausgangsbasis nehmen, um an einer reifen, selbstfürsorglichen und gleichzeitig sozialverträglichen sowie liebevollen Erwachsenenidentität zu arbeiten.
Die Kindheit lässt uns nie ganz los, aber sie hält uns auch nicht gefangen:
- Egal, wie die Kindheit war, wir können Beziehungen finden. Und stellen wir in unserer eigenen Beziehungsgestaltung ungünstige oder toxische Muster fest, können wir ebenso daran arbeiten, diese zu verändern.
Wichtig ist dabei auch, dass wir nicht in eine Opferhaltung gehen, in der uns alles schicksalhaft durch Kindheit oder andere Ereignisse vorbestimmt erscheint. Noch weniger hilfreich ist Verbitterung.
Vielmehr sagt uns eine schwere Kindheit, dass es nun an der Zeit ist, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen.
Es gibt dabei aber etwas, was uns oft schwerfällt:
Zu unterscheiden zwischen der Bedeutung früherer Ereignisse damals und scheinbar ähnlicher Ereignisse heute.
- Reaktionen anderer Personen aus der Vergangenheit, z. B. der Eltern, mögen eine bestimmte Bedeutung oder Konsequenz gehabt haben. Ähnliche oder äußerlich ähnlich scheinende Reaktionsweisen komplett unbeteiligter Personen viele Jahre später müssen jedoch gar nicht dieselbe Bedeutung haben.
Sagte mir also beispielsweise mein Vater etwas vor 40 Jahren und sagt dies nun ein Partner oder eine Partnerin, bedeutet dies nicht, dass es sich um einen ähnlichen Prozess handelt. Motive, Bedeutung und Schlussfolgerungen können komplett anders sein.
Entscheidend ist also, zu lernen, zwischen den belastenden oder gar traumatischen Ereignissen der Vergangenheit und den aktuellen Ereignissen zu unterscheiden, damit wir nicht womöglich Selbstschutz- oder Überlebensregeln anwenden, obwohl diese auf die aktuelle Situation gar nicht passen.
Bindungsmuster
Oft aus den Erfahrungen der Kindheit, aber auch aus späteren Erfahrungen entwickeln sich nach den Darstellungen in den freien Texten bestimmte Bindungsmuster, die uns eine Partnerfindung erschweren können:
- So benannten zahlreiche Befragte ausdrücklich ein ängstliches Bindungsmuster. Sie schilderten allgemeine Angst, Angst vor Scheitern, Angst vor Fehlern oder vor der falschen Wahl, Verlassenheits- und Verlustängste, starke Anerkennungssuche, Klammern, emotionale Abhängigkeit, Bedürftigkeits-Scham, Eifersucht oder ein starkes Nähebedürfnis.
- Andere beschrieben dagegen Beziehungsvermeidung. Diese Mitglieder berichteten über Bindungsangst, Nähevermeidung, Rückzug bei entstehender Bindung, Angst vor Abhängigkeit, Angst vor Gefühlen oder starken Gefühlen, Einlassungs- und Öffnungsprobleme, Distanziertheit, Rückzugstendenzen, Vermeidungsverhalten oder das Gefühl von Einengung in Beziehungen.
Wieder andere schilderten spezifische Bindungsaufbauprobleme, also Bindungsprobleme, die gerade im Kennenlernprozess sich zeigen.:
- Die Betreffenden gaben z. B. an, im Kennenlernprozess schnell ungeduldig zu werden, bei ersten Turbulenzen aufzugeben oder auch zu schnell involviert zu werden, sich sofort zu verlieben, Verlustängste und Eifersucht zu entwickeln. Im Ergebnis sei es ihr Hauptproblem, dass Beziehungen gar nicht erst entstünden, weil sie aufgrund ihrer Muster den Beziehungsprozess abbrechen oder weil andere, z. B. aufgrund von Klammern und Eifersucht, den Kontakt beenden.
In meinem vorherigen Blog-Artikel „Sichere Bindung, vermeidende Bindung, ängstliche Bindung und Partnersuche“ bin ich bereits auf ängstliche und vermeidende Bindungsmuster eingegangen und habe aus der Literatur Hinweise gesammelt, wie wir diese Bindungsmuster hin zu einer sicheren Bindung ändern können.
Damit Sie nicht zum älteren Artikel wechseln müssen, hier eine kurz komprimierte Zusammenfassung der wichtigsten Möglichkeiten:
- Eigene Bindungsmuster erkennen und ehrlich reflektieren, statt sie einfach als unveränderlich hinzunehmen. Wer Verlustangst, Rückzug, Vermeidungsverhalten oder starke Unsicherheit bemerkt, kann beginnen, diese Muster bewusster wahrzunehmen.
- Sich trotz Angst auf reale Begegnungen und Beziehungen einlassen. Bindungssicherheit entsteht nicht durch Rückzug, sondern durch Erfahrungen mit Beziehungen, Kommunikation, Nähe und Verlässlichkeit.
- Bedürfnisse offen kommunizieren. Ängstlich gebundene Personen profitieren davon, Wünsche nach Rückversicherung auszusprechen. Vermeidend gebundene Personen profitieren davon, Bedürfnisse nach Freiraum und Distanz verständlich mitzuteilen, statt sich einfach zurückzuziehen.
- Nicht nur Sicherheit suchen, sondern auch persönliche Entwicklung zulassen. Langfristige Veränderung entsteht nicht allein durch Beruhigung, sondern auch dadurch, dass Menschen sich Herausforderungen stellen, Selbstständigkeit entwickeln und neue Erfahrungen zulassen.
- Aktiv Beziehungen gestalten, statt passiv zu bleiben. Gerade bei vermeidender Bindung nimmt Unsicherheit ab, wenn Menschen selbst Verbindlichkeit eingehen, andere anschreiben, Treffen zulassen und sich aktiv einbringen.
- Erneut: Lernen, Reaktionen aktueller Partner:innen nicht automatisch mit Erfahrungen aus der Vergangenheit gleichzusetzen. Alte Schutz- und Überlebensmuster passen oft nicht mehr auf neue Situationen und können heutige Beziehungen unnötig belasten.
- Wechselseitiges Verstehen, Akzeptanz und achtsame Kommunikation fördern. Bindungssicherheit wächst besonders dann, wenn Menschen sich verstanden fühlen, gleichzeitig Nähe und Eigenständigkeit zulassen und gemeinsam an der Beziehung arbeiten.
Selbstwert, Identität und (innere) Unsicherheit
Auf der aktuellen Erlebensebene – ganz egal, wie sie entstand – schilderten viele Befragte einen geringen Selbstwert oder allgemeinere Selbstwertprobleme:
- Sie berichteten beispielsweise Körperunzufriedenheit, Körperscham, das Gefühl, unattraktiv oder nicht liebenswert zu sein, oder davon, sich grundsätzlich andersartig zu erleben.
- Einige berichteten über Neigung zur Selbstaufgabe oder das Gefühl des Andersseins.
- Daneben nannten die Betreffenden auch explizit verschiedene psychische und emotionale Probleme. Sie berichteten über Depressionen, soziale Phobie, Angst, sexuelle Probleme, das Gefühl, das eigene Leben nicht im Griff zu haben.
- Andere benannten ausdrücklich Misstrauen beziehungsweise Vertrauensprobleme und beschrieben Schwierigkeiten, anderen Menschen ehrliche Absichten zuzutrauen.
- Wieder andere schilderten Grenzsetzungsprobleme oder Orientierungslosigkeit und das Gefühl, keinen klaren Lebensentwurf zu besitzen.
- Im Bereich der Neurodiversität wurden benannt: Asperger- oder Autismusmerkmale, ADHS oder auch Hochsensibilität.
- Auch aus körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen resultierende Verunsicherungen und Erschwernisse wurden zum Ausdruck gebracht.
Es handelt sich hier um einen sehr breiten Bereich. Zwar ist das Erleben von Selbstwertdefiziten oder Verunsicherung die geteilte Folge, aber die Ursachen hierfür oder auch die konkreten Ausdrucksweisen unterscheiden sich erheblich.
Wir müssen hier für eine Verbesserung unterscheiden zwischen der Arbeit an uns selbst und dem, was wir konkret für die Partnerfindung tun können.
- Arbeit an uns selbst: Probleme lösen sich nicht auf, weil wir Beziehungen finden. Es kann sein, bei vielen ist es aber nicht der Fall. Und auch eine vorherige erste Auswertung unserer großen Gleichklang-Umfrage zeigte, dass Beziehungsmuster, die auf Errettung setzen, meistens wenig funktional sind. Zudem gibt es in der Regel ein Muster – was aber kein Automatismus ist –, schmerzvolle Beziehungserfahrungen zu wiederholen. Das eine ist also erneut die Arbeit an uns selbst, wofür bereits bei den Bindungsstilen viele Hinweise gegeben wurden. Dabei geht es aber nicht nur um Veränderung, sondern auch um Akzeptanz. Denn viele der Probleme, die die Betreffenden konkret nennen, müssen nicht zwangsläufig die Partnersuche erschweren, auch wenn sie ihr Singlesein darauf zurückführen. Was wir ändern können und wollen, sollten wir ändern. Vieles andere können wir aber nicht ändern (z. B. eine körperliche Erkrankung), aber wir möchten es nicht ändern, was ebenso legitim ist. Typischerweise ist es natürlich immer ein überlappender Bereich von Veränderung und Akzeptanz, wo wir manches akzeptieren, anderes aber ändern oder kompensieren.
- Förderung der Partnerfindung: Bei Gleichklang haben wir dies zu unserem Schwerpunkt gemacht, bei all diesen Schwierigkeiten im Rahmen des Matchings Lösungen zu finden. Mithilfe unseres Akzeptanz-Matchings schlagen wir etwa Menschen mit körperlichen oder seelischen Erkrankungen oder Behinderungen oder Neurodiversität solche anderen Menschen vor, die hierfür Akzeptanz haben.
Positiv können wir feststellen, dass jedenfalls in unseren Auswertungen etwa Mitglieder mit und ohne körperliche Erkrankung, Behinderungen oder seelische Erkrankungen gute Chancen für eine Partnerfindung haben.
Die korrekte Einstellung der Schwierigkeiten ist dabei auch ein wichtiger Aspekt. Die beste Grundregel lautet:
- Bei allem großzügig sein, was nicht wirklich im Zentrum der inneren Begegnung zwischen Menschen steht, aber bei dem konsequent eine Einstellung eingegeben wird, wo etwas berührt wird, was für Sie zentral ist.
Schließlich ist es ebenso entscheidend, bei der Partnerfindung offen und authentisch zu sein, sich nicht zu verbergen und zu verzerren, sondern die eigene Person so in die Waagschale zu werfen, wie sie ist.
Übrigens kann auch die folgende stimmige Einstellung zur Partnerfindung manche Selbstwertprobleme, Hemmungen und Ängste reduzieren:
- Beim Kennenlernen ist jedes Ereignis ein gutes Ereignis. Wir wollen einfach nur ergebnisoffen feststellen, ob wir gemeinsam durchs Leben gehen können. Ist das so, wunderbar, ist es nicht so, auch eine gute Information. Wir wollen uns nichts vormachen, uns nicht erobern, bestechen, täuschen, sondern begegnen.
Ansprüche und Persönlichkeitsmuster
Häufig benannten die Befragten Aspekte, die aus ihrem eigenen Denken, ihren Anforderungen an die Partnersuche und manchmal auch ihren Persönlichkeitsmustern in Bezug auf Themen der Partnerfindung stammten:
- Nicht wenige beschrieben starre Ansprüche und eine geringe eigene Toleranz. Sie berichteten von Perfektionismus, sehr hohen Ansprüchen an Alter, Aussehen, Schlankheit, Status, Intellekt oder Fotos potenzieller Partner.
- Andere beschrieben sich als wählerisch oder erklärten, niemand passe. Manche schilderten, es seien ihnen keine Kompromisse möglich. Sie beschrieben eine Verweigerung, sich in einem gewissen Sinne aufeinander einzustellen, oder berichteten, Menschen bereits wegen kleinster Irritationen im Sinne des Herausfallens aus ihrem Schema abzuweisen.
Handelt es sich hier einfach nur um sinnvolle Erwartungen, die nicht erfüllt werden, sodass notwendigerweise Partnerlosigkeit folgt?
Oder sind die Erwartungen dysfunktional, weil sie mögliche und auch mögliche glückliche Beziehungen verhindern?
Dies ist der entscheidende Aspekt, der zu prüfen ist, wobei in ihren Texten die Betreffenden oftmals ihre Ansprüche bereits selbst als deutlich dysfunktional, und schädigend, sie letztlich auf dem Weg zur Partnerfindung blockierend, beschrieben.
In der Welt erschien einmal ein Artikel über ein Gleichklang-Paar mit der Überschrift „Liebe ohne Kompromisse“. Aber als ich den Artikel las, war die eigentliche Bedeutung eine andere:
- Beide suchten bei Gleichklang einen Menschen, mit dem sie ihre Lebensphilosophie und ihre Grundüberzeugungen teilen und leben konnten. All die vielen anderen kleineren Dinge spielten keine Rolle und waren daher auch nicht blockierend. So wohnten sie nicht am gleichen Ort, und holten sich jeweils ab Bahnhof ab.
Für diejenigen, die stark auf selektive Merkmale fixiert sind, deren Kombination dann womöglich zu einem Nullsummenspiel wird, ist es ratsam, sich den klaren Forschungsstand vor Augen zu führen:
- Die Zufriedenheit in Beziehungen entwickelt sich vorrangig danach, wie wir gemeinsam im Beziehungsmiteinander umgehen. So erreichen selbst arrangierte Ehen (hiermit sind keine gewalttätigen Zwangsehen gemeint) nach Studien letztlich die gleiche Zufriedenheit wie selbst gesuchte Partnerschaften.
Das gilt selbst für die körperliche Anziehung:
- Wir mögen nicht nur die, die wir attraktiv finden, wir beginnen auch, die attraktiv zu finden, die wir mögen. Unser Attraktivitätsschema verändert sich fortwährend und hängt von den Erfahrungen ab, die wir machen.
Oder sind unsere Ansprüche nur ein Panzer, hinter dem wir unsere eigentlichen Gründe, z. B. Bindungsangst, verstecken?
Auch dies kann der Fall sein.
Für die Beziehungsfindung hilft uns diese Daumenregel:
- Öffnen wir uns für das Kennenlernen und den Prozess des gemeinsamen Auslotens und nehmen wir von all den Vorerwartungen Abstand, die im Grunde eher oberflächlich sind und eben nicht zum Kern unseres Wesens und unserer Beziehungsvorstellungen gehören.
Soziale Schwierigkeiten und Kontaktprobleme
Dieser Bereich überlappt mit den Selbstwertproblemen und Verunsicherungen, aber er ist nicht identisch.
- Hier schilderten die Betreffenden insbesondere soziale Isolation, Einsamkeit, wenige soziale Kontakte und Ausgrenzung, die es ihnen erschwere, einen anderen Menschen für eine Beziehung kennenzulernen.
- Damit einher gingen oft auch geschilderte Defizite in der sozialen Kommunikation, die ihrerseits dann Unsicherheit, Schüchternheit etc. verstärken.
- Einige beschrieben hier auch ausdrücklich Unerfahrenheit und mangelnde Beziehungserfahrung.
- Andere berichteten über schlechte Datingerfahrungen, die ihnen den Eindruck gäben, nicht in der Lage zu sein, die richtigen Schritte für eine Partnerfindung zu unternehmen.
- Im Ergebnis resultieren bei manchen eine passive Haltung und geringe Bemühungen für die Partnerfindung bis zum Verzicht auf Partnersuche, obgleich eigentlich eine Beziehung gewollt war oder Selbstzurücknahme.
Tatsächlich bietet das Online-Dating – das ist einer seiner Vorteile – einen Weg heraus aus sozialer Isolation und Einsamkeit im direkten Umfeld. Der Kennenlernraum erweitert sich und die Blockade, die im direkten Umfeld besteht, braucht sich nicht auch online zu zeigen.
Allerdings entwickeln wir manchmal negative selbsterfüllende Prophezeiungen, die sich von dem einen Bereich – durch unser Verhalten – auf den anderen Bereich übertragen.
Soziale Fertigkeiten verbessern sich nicht dadurch, dass wir uns zurückhalten. Sie nehmen durch Übung zu. Das Online-Dating bietet insofern einen für den Einstieg niedrigschwelligeren Übungsraum als das Kennenlernen im Café, in dem wir unsere sozialen Fertigkeiten verbessern, unsere Ängste überwinden und von der Passivität in die aktive Handlungsorientierung wechseln können.
So verständlich Passivität und Rückzug auch sind, so sind es gerade die Faktoren, die die Erfolglosigkeit verfestigen.
Das sehen wir auch in den Auswertungen bei Gleichklang:
- Die eigenen Erstnachrichtenraten gehören zu den stärksten Vorhersagefaktoren der Partnerfindung überhaupt.
Partnerwahl und Beziehungsdynamiken
Recht viele Mitglieder beschrieben falsche oder ungünstige Partnerwahlmuster als Grund dafür, dass sie nun Single seien:
- Sie liebten die, die sie nicht zurückliebten, erlebten Anziehungen zu unerreichbaren Personen, beispielsweise zu Bindungsunwilligen.
- Manche gaben an, ein Helfersyndrom zu haben und nach Menschen zu suchen, um die sie sich kümmern könnten, dabei aber nicht auf eigene Bedürfnisse zu achten.
- Im Hintergrund standen meistens enttäuschende Beziehungserfahrungen aus der Vergangenheit, ohne dass aber die ungünstigen Muster der eigenen Suche bereits korrigiert wurden.
Für die Partnerwahl ist der entscheidende Aspekt, zwischen roten Flaggen und Turbulenzen zu unterscheiden.
- Eine rote Flagge liegt vor, wenn sich ein Muster beim Kennenlernen zeigt, das auch nicht korrigiert und aufgeklärt werden kann und welches fundamental einer wechselseitigen Umsetzung von Bedürfnissen entgegensteht.
- Eine Turbulenz sind Irritationen, die sehr oft bei der Beziehungsfindung auftreten, die aber miteinander erklärbar sind und woraus sogar eine wachsende Verbundenheit entstehen kann.
Zwei fundamentale Fehler können unsere Partnersuche erschweren:
- Manche fürchten sich wegen negativer Vorerfahrungen nun so sehr, dass sie aus jeder Turbulenz eine rote Flagge machen. So bleiben sie Single. Für sie ist es wichtig, innezuhalten, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und zudem der Beziehungsentstehung die Chance einer resonanten Klärung zu geben.
- Andere blenden die roten Flaggen aus und lassen sich rein illusionär leiten, aber die entsprechenden Kontakte zerbrechen meistens bald und Enttäuschung bleibt übrig. Reflektieren wir unsere eigenen Muster in Beziehungen, kann es uns gelingen, die echten roten Flaggen zu erkennen und uns an ihnen zu orientieren.
Eigene Elternschaft und Kinder/Kinderwünsche
Befragte mit minderjährigen Kindern schilderten, dass die Situation als Alleinerziehende ihnen die Partnersuche erschwere:
- Dabei berichteten sie auch über Angst um das Kind, Angst, dass Kinder einen Partner oder eine Partnerin nicht akzeptieren würden, Angst vor Missbrauch des Kindes.
- Aber auch zeitliche Ressourcen für die Partnersuche wurden benannt.
- Ebenso spielten erwachsene Kinder eine Rolle: Wenn ein enger Kontakt zur Kernfamilie mit Kindern und Enkelkindern besteht und nun befürchtet wird, eine Partnerschaft passe dort nicht hinein.
- Wieder andere schilderten den fehlenden Kinderwunsch ihrerseits, der für potenzielle Partner:innen abschreckend sei.
Vieles hiervon sind Matching-Probleme, denen wir bei Gleichklang gerecht werden:
- Wir machen die Akzeptanz für einen Alleinerziehendenstatus, erlauben aber nicht die gezielte Suche nach alleinerziehenden Eltern, um Missbrauchsprobleme zu minimieren.
- Wir erfassen die Akzeptanz für erwachsene Kinder.
- Der Kinderwunsch wird ebenso erfasst und gematcht.
- Auch erheben wir, wie viel Zeit die Betreffenden mit Partner:innen verbringen möchten, ob sie gemeinsam oder getrennt leben wollen etc.
All diese Faktoren können viel der hier geäußerten Befürchtungen abmildern. Die Befürchtungen sind oft eher subjektiv als objektiv, beruhen mehr auf Befürchtungen als auf echten Hindernissen.
- Aber natürlich geht es auch darum, die eigenen Beziehungsbedürfnisse zu ergründen und sich klar darüber zu sein, wie wichtig eine Beziehung ist:
- Ist sie nicht wichtig, ergibt es wenig Sinn, an zeitlichen Umschichtungen und Lösungen zu arbeiten, wenn ich minderjährige Kinder habe.
- Ist die Sehnsucht jedoch deutlich, finden wir Wege.
Wir sehen übrigens in unseren Daten entsprechend auch keine geringeren Vermittlungsraten für Alleinerziehende.
Lebensbedingungen, Lebensstile und diverse strukturelle Faktoren
Dies ist ein breites und heterogenes Feld:
- Die Befragten berichteten über Schichtarbeit, Erwerbslosigkeit, hohe Arbeitsbelastung, finanzielle Sorgen, instabile Lebensumstände, ländliche Wohnorte, Ortsgebundenheit, weite Entfernungen.
- Manche beschrieben einen eingefahrenen Alltag mit festen Routinen und Lebensstrukturen, aus denen sie kaum noch herausfänden.
- Andere nannten ausdrücklich besondere Lebensentwürfe. Hierzu gehörten Veganismus oder andere starke Werteorientierungen und weltanschauliche Besonderheiten.
- Manche beschrieben ihr Alter als strukturelles Hindernis, einige Frauen ihre hohe Bildung.
Bezüglich derjenigen Aspekte, die wir unter der Überschrift „prekär“ führen können, also von den Betreffenden als belastend erlebt (z. B. Arbeitslosigkeit), ist vielleicht das beste Argument für Hoffnung, dass letztlich auch Menschen in prekären Lebenslagen sehr oft Beziehungen finden.
Auf Wunsch insbesondere von Männern in schwierigen finanziellen Situationen haben wir für diesen spezifischen Bereich bei Gleichklang daher auch für längere Zeit eine Akzeptanzabfrage eingeführt, die wir im Matching zugrunde legen.
Weite Entfernungen sind natürlich mit Anstrengungen verbunden. Trotzdem wiederhole ich noch einmal – was ich so oft schreibe –, dass die vorliegende wissenschaftliche Studienlage wie auch unsere eigenen Daten bei Gleichklang eindeutig belegen, dass das Beziehungsglück nicht von der initialen Entfernung abhängt.
Liebe kann auch aus der Entfernung entstehen und wenn sie wächst, finden die Betreffenden Wege, die ein Liebesglück ermöglichen. Manche denken, es sei quasi ein Naturgesetz, dass Partner:innen nicht weiter als XY Kilometer entfernt leben dürften.
Tatsächlich ist dies kein Naturgesetz, sondern eine kulturelle Gepflogenheit:
- Durch das Online-Dating wird diese einerseits bei manchen verstärkt (durch die praktische Geodaten-Vermittlung bei den Dating-Apps), andererseits aber auch aufgeweicht durch internationale Kontaktmöglichkeiten hinweg über alle Nationen, Sprachen, Kontinente und Kulturen.
Ich selbst bin bezüglich der Thematik in der Situation, dass ich kulturelle Einflüsse quasi geradezu direkt sehen kann:
- Bei nicht wenigen unserer Mitglieder aus Deutschland wäre eine Beziehungsentstehung zu jemandem kaum denkbar, wenn ein paar hundert Kilometer zwischen ihnen liegen. In Kambodscha, wo ich seit 2015 lebe, habe ich demgegenüber noch nicht eine einzige Person getroffen, die solche Distanzen jemals als ein Problem erleben würde, und dies, obgleich die Reisezeiten für gleiche Distanzen hier typischerweise bei weitem höher und beschwerlicher sind als in Deutschland.
Dass besondere Lebensprinzipien und Überzeugungssysteme wie vegane Lebensweise oder auch religiöse Überzeugungen etc. ein Hindernis sein können, ist dann der Fall, wenn sie selten sind.:
- Als vegan lebende Person habe ich es also schon erheblich schwerer, wenn es mir wichtig ist, mit Partner:innen vegan zu leben und mich womöglich gemeinsam für die vegane Lebensweise einzusetzen.
- Auch als Bahai wird mir eine Partnerfindung z. B. in Deutschland nicht unbedingt einfach fallen.
Aber auch seltene Merkmale stehen der Partnerfindung glücklicherweise nicht entgegen, wenn wir verstehen, dass Partnerfindung keine Auswahl aus vielen Optionen ist, sondern die Bereitschaft und das Vermögen, sich auf einen Menschen einzulassen, den Moment zu erkennen, in dem die passende Person in mein Blickfeld tritt, und ihn zu nutzen.
Durch unser Matching schaffen wir diese Möglichkeit bei Gleichklang in besonders hohem Maße, und Veganer:innen, aber auch Bahais (um nur zwei Beispiele zu nennen), haben hier ebenso gute Chancen für Partnerfindung wie jede andere Person auch.
Und so stieß ich auf einen Artikel im Spiegel mit dem Titel „Glück in der Nische“, aus dem wir erfuhren, wie die Suche nach „Bahai“ (eines unserer Suchkriterien) zwei Gleichklang-Mitgliedern zu einer Liebesbeziehung verhalf. Wirkt wie ein Sechser im Lotto, aber es hat System:
- Wenn wir bereit sind, unser Augenmerk auf dieses singuläre Ereignis zu richten, tritt es irgendwann vermutlich auch ein. Glauben wir aber, Partnerfindung entstehe aus Massenvergleichen, werden wir vermutlich längst abgezogen sein, wenn das Ereignis eingetreten wäre.
Bewusst Single und geringes Beziehungsinteresse
Schließlich gab es ebenfalls Befragte, die ihr Singlesein ausdrücklich als bewusste Entscheidung beschrieben:
- Sie berichteten über eine hohe Freiheitsorientierung oder fehlendes Interesse an Beziehung. Sie benannten einen hohen Wert für Eigenständigkeit.
- Manche beschrieben, dass sie das Singlesein genießen oder derzeit keine Beziehung möchten. Andere berichteten über aktuelle Lebensstiländerungen oder persönliche Weiterentwicklungen, die für das Singleleben sprächen.
- Oder sie gaben das Bedürfnis an, allein zu sein.
- Auch das Fehlen romantischer Gefühle wurde von wenigen geschildert.
- Deutlich häufiger wurden andere Prioritäten benannt. Irgendwie wollen sie nicht so ganz Single sein, aber vieles andere ist ihnen dann doch wichtiger.
Ich glaube, dass es in dieser Kategorie eigentlich kein Problem gibt. Wir können als Singles glücklich leben. Singles sind im Durchschnitt glücklicher als Personen in unglücklichen Beziehungen.
Es gibt keinen Zwang für Beziehungen und wir können auch vieles tun, um im Alter nicht einsam zu sein, auch als Singles.
Ich hatte eine Coaching-Klientin aus einer Gemeinschaft, die schilderte, dass durch die Verfügbarkeit der Gemeinschaft, dadurch, dass jederzeit jemand zum Sprechen da sei, wenn sie wolle, die Dringlichkeit einer Partnerschaft nachgelassen habe.
Das wird nicht selten von Mitgliedern von Gemeinschaften beschrieben und macht noch einmal plastisch deutlich, dass wir soziale Bedürfnisse nicht nur auf einem Weg erfüllen können und Partnerschaften nicht zwingend sind.
Übrigens können Gleichklang-Mitglieder über die Kontaktliste „Gemeinschaften und Projekte“ auch nach solchen Gemeinschaften suchen.
Allerdings sollten wir auch, wenn wir Single sein wollen oder unser Beziehungsinteresse gering ist, uns die Chance geben, noch einmal in uns zu gehen und unsere Wahrnehmung zu überprüfen, damit wir keine Sehnsüchte verdecken, von denen es besser wäre, wenn sie zum Vorschein kommen.
Pech und Zufall
Schließlich nannten einige Mitglieder schlicht Pech oder Zufall. Es sei ihnen nicht die richtige Person begegnet, andere hätten sie abgelehnt oder sie seien nun mal zur falschen Zeit den falschen Menschen begegnet.
Im Grunde ist dies eine gute Erklärung für unser Singlesein, da wir so nicht in Selbstzweifel verfallen. Andererseits hilft uns diese Erklärung aber nicht, etwas gegen unser Single-Dasein zu tun.
Der Ratschlag ist daher, eine gelassene Grundhaltung, wie sie aus dieser Erklärung stammt, zu kombinieren mit einer aktiven Suchhaltung, sodass wir früher oder später nicht mehr von Pech, sondern von Glück sprechen können.
Resümee: Was schließen wir nun aus alledem?
Wir lernen aus den 300 Texten, dass insbesondere frühe Belastungen in Kindheit und Herkunftsfamilie, ängstliche oder vermeidende Bindungsmuster, Selbstwertprobleme und innere Unsicherheit, starre Ansprüche und dysfunktionale Persönlichkeitsmuster, soziale Isolation und Kommunikationsprobleme, ungünstige Partnerwahlmuster, belastende Erfahrungen aus früheren Beziehungen, die Thematik eigene Elternschaft und Kinder, belastende Lebensbedingungen, aber auch besondere Überzeugungen und Lebensstile sowie auch bewusste Freiheitsorientierung oder geringes Beziehungsinteresse aus Sichtweise der Befragten selbst dazu beitragen können, ihr Single-Dasein zu verursachen oder zu konservieren.
Natürlich können all diese Gründe sich mehr oder weniger kombinieren und tun es auch oft.
Der erste Schritt ist, zu verstehen, der zweite ist, sich Ziele für Veränderung zu setzen, und der dritte, diese umzusetzen:
- Wer frühe Belastungen aus Kindheit oder Herkunftsfamilie erlebt hat, kann lernen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, alte Selbstschutz- und Überlebensmuster bewusster wahrzunehmen und sie nicht automatisch auf neue Beziehungen zu übertragen. Ebenso bleibt entscheidend, nicht in Opferhaltung, Verbitterung oder Rückzug zu verharren, sondern trotz schwieriger Erfahrungen wieder offen für neue Begegnungen zu werden.
- Bei ängstlichen oder vermeidenden Bindungsmustern lohnt es sich, eigene Muster bewusster wahrzunehmen, sich trotz Ängsten auf reale Begegnungen einzulassen, Bedürfnisse offener zu kommunizieren und Beziehungen nicht vorschnell aus Verlustangst, Rückzug oder Bindungsangst abzubrechen. Ebenso kann mehr Geduld im Kennenlernprozess verhindern, dass erste Turbulenzen sofort zum Kontaktabbruch führen.
- Selbstwertprobleme, psychische Belastungen, körperliche Erkrankungen, Neurodiversität oder Behinderungen müssen Partnerfindung nicht verhindern. Entscheidend ist oft weniger das Vorliegen solcher Schwierigkeiten als die Frage, wie offen und authentisch Menschen damit umgehen und ob sie anderen begegnen, die hierfür Akzeptanz besitzen. Ebenso entlastend kann die Unterscheidung sein zwischen dem, was verändert werden kann, und dem, was eher Akzeptanz benötigt.
- Bei sehr hohen oder rigiden Ansprüchen bleibt zentral, zwischen wirklich bedeutsamen und eher oberflächlichen Merkmalen zu unterscheiden. Grundlegende Werte, Lebensprinzipien oder Lebensziele dürfen ernst genommen werden. Gleichzeitig ist es sinnvoll, starre Festlegungen bei äußerlichen oder weniger bedeutsamen Merkmalen zu hinterfragen und Begegnungen stärker eine reale Entwicklungsmöglichkeit zu geben.
- Soziale Isolation, Einsamkeit, Kommunikationsprobleme oder schlechte Dating-Erfahrungen verstärken häufig Rückzug und Passivität. Gerade hier entstehen Veränderungen meist nicht durch weiteren Rückzug, sondern durch Kontakt, Übung, aktive Begegnung und die Bereitschaft, weiterhin soziale Erfahrungen zuzulassen. Soziale Sicherheit entwickelt sich meistens durch Erfahrung.
- Bei ungünstigen Partnerwahlmustern oder belastenden Beziehungserfahrungen bleibt wesentlich, zwischen roten Flaggen und normalen Turbulenzen des Kennenlernens zu unterscheiden. Nicht jede Irritation bedeutet Unvereinbarkeit. Ebenso wichtig ist es, die eigenen Muster bewusster wahrzunehmen, damit nicht immer wieder dieselben belastenden Dynamiken entstehen.
- Auch Schwierigkeiten rund um Elternschaft und Kinder schließen Beziehungen nicht aus. Befürchtungen bezüglich Alleinerziehendenstatus, Zeitmangel oder möglicher Ablehnung durch Kinder werden subjektiv oft stärker erlebt, als sie objektiv tatsächlich sind. Gleichzeitig kann eine passgenaue Vermittlung, bei der Kinderwunsch, Akzeptanz für Kinder oder gewünschte Lebensmodelle berücksichtigt werden, vieles erleichtern.
- Belastende Lebensbedingungen, weite Entfernungen, besondere Lebensstile oder seltene weltanschauliche Überzeugungen erschweren Partnerfindung zwar oft, machen sie aber keineswegs unmöglich. Gerade bei besonderen Lebensprinzipien oder Lebensstilen ist weniger entscheidend, möglichst viele Optionen zu haben, sondern vielmehr, Menschen zu begegnen, die diese Lebensweise teilen oder mittragen können. Auch weite Entfernungen erweisen sich oft als deutlich weniger problematisch, als zunächst angenommen wird.
- Wer bewusst Single lebt oder nur ein geringes Beziehungsinteresse verspürt, muss dies nicht zwangsläufig als Problem betrachten. Gleichzeitig kann es sinnvoll bleiben, die eigenen Bedürfnisse ehrlich zu reflektieren und zu prüfen, ob vielleicht doch verdeckte Sehnsüchte bestehen. Ebenso können Freundschaften, Gemeinschaften oder andere soziale Bindungen eine tragende Rolle übernehmen.
- Und selbst dort schließlich, wo Menschen ihr Singlesein vor allem als Pech oder Zufall erleben, bleibt meist die sinnvollste Haltung, Gelassenheit mit Offenheit für neue Begegnungen zu verbinden, statt sich vollständig aus der Partnersuche zurückzuziehen.
Wir sind also nicht in den Gründen gefangen, die uns womöglich heute Single sein lassen. Wir können aus ihnen ausbrechen in unser morgiges Beziehungsglück.
Als Kennenlernplattform leisten wir hierfür Hilfestellung und freuen uns, wenn wir auch Sie weiterhin auf diesem Weg begleiten dürfen:
▶ Zur Beziehungssuche bei Gleichklang
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6 Kommentare
hallo – da haben sie aber genau den punkt getroffen – mit der aussage
„Wir mögen nicht nur die, die wir attraktiv finden, wir beginnen auch, die attraktiv zu finden, die wir mögen. Unser Attraktivitätsschema verändert sich fortwährend und hängt von den Erfahrungen ab, die wir machen.“
une genau da liegt bei mir das problem. ich habe sehr oft schon versucht einer möglichen partnerin eine chance zu geben, trotz offensichtlicher nichtpassung zu meinen optischen vorstellungen. es ist jedes mal missglückt und ich begann mich zu fragen, woran das liegt. ich kam zu dem schluss, dass es eine vertrauensebene ist, die mich scheitern lässt. so abwegig es auch klingt, für mich steht fest, dass ich einer partnerin erst völlig vertrauen kann, wenn sie mir vertrauen kann. dies äussert sich aber nunmal in der völligen hingabe. wenn sich also eine frau auf mich einlassen kann und dies auch mit voller inbrunst und ganzem herzen tut, dann erst kann ich meine vertrauensproblematik sein lassen und mich auf sie einstellen. natürlich spüre ich, wenn das ganze nur gespielt ist, denn da gibt es grenzen die bewirken, dass ich sehber keine erregung empfinden kann. somit ist es nicht möglich zu harmonieren. genau diese tatsache brachte mich dazu bei jeder frau darauf zu achten, ob mein körper positiv im sexuellen sinn reagiert. ist es nicht der fall, dann kann ich auch nicht mehr weitergehen. dies führte dazu, dass ich schon aus einigen fotos, spätestens aus den ersten sätzen eines chats erkennen kann, ob die verbindung eine zukunft haben kann. mir ist bewusst, dass diese art nach aussen wirkt, als ob ich nur nach der optik entscheide. dem ist nicht so. dahinter stecken erfahrungswerte mit sehr vielen partnerinen, wie schon oben erwähnt. es ist nahezu unmöglich diese erfahrungen zu leugnen und dies führte mich zu gleichklang. in der hoffnung hier wenigstens gehör zu finden. eine chance, jemanden kennen zu lernen, die diesem anspruch gerecht wird. leider scheinen auch hier die möglichkeiten sehr gering zu sein, denn ich habe nur wenige vorschläge erhalten. von denen natürlich noch viel weniger passten. letzten endes kommt es zu nicht mehr als maximal einem kurzen gespräch. meistens werden anschreiben gar nicht beantwortet , oder es kommt sofort eine absage. der algorithmus scheint meistens nach kriterien vorzugehen, die auf beiden seiten nicht passen.
Leider befindest Du Dich in einem Teufelskreis. Vertrauen ist für Dich an diese körperliche Anziehung gebunden. Ohne Vertrauen ändert sich Deine erlebte Anziehung nicht. Damit wählst Du letztlich nach äußeren Merkmalen aus, aber das passt oftmals nicht, und es ist nur selten, dass wir uns von der Person, die auch mit uns zusammen sein will, so magisch angezogen fühlen.
Die Lösung kann also nur sein, entweder daran zu arbeiten, dass Du Vertrauen innerlich nicht mehr von körperlichen Merkmalen abhängig machst, oder aber tatsächlich einfach zu hoffen, dass eines Tages doch alles passt. Momentan sehe ich keine andere Möglichkeit.
es geht mir ja nicht um äusserliche merkmale wie „blonde haare“ oder „braune augen“ oä. es bedarf einer inneren einstellung zur körperlichkeit. diese ist – so meine erfahrungswerte – *auch* an äusseren merkmalen zu erkennen.
Ich meine, dass das Äußere allgemein für die allermeisten eine Rolle spielt, ist wiederum völlig normal. Es geht darum, wie selektiv es ist (wer alles wegfällt) und ob weiterhin der Prozess des secondary appraisals, also der zweiten Bewertung, zur Verfügung steht, aufgrund dessen viele Beziehungen entstehen.
Hallo!
Vermutlich war hier das Gegenteil gemeint: „dass Beziehungsmuster, die auf Errettung setzen, meistens wenig dysfunktional sind.“
Viele Grüße
Oh ja, danke. Ich habe es geändert!