Alles zu Erstnachrichten, Mehrgleisigkeit und Partnerfindung

Bild von zwei Händen beim Schreiben

Die entscheidenden Prinzipien für erfolgreiches Online-Dating

Die heutigen Hinweise in diesem Blog-Artikel werden Sie womöglich bereits kennen. Dennoch sehen wir bei Gleichklang immer wieder, dass diese Grundprinzipien vielen anderen weiterhin unbekannt sind.

Und ich selbst habe auch gerade wieder bei einem Coaching-Klienten feststellen können, wie bitter und schmerzhaft es ist, wenn uns bei der Partnerfindung der Kompass fehlt.

Da dies den Kern der Beziehungsfindung berührt, habe ich mich entschlossen, noch einmal die wesentlichen Prinzipien – aber in einer neuen Kombination – deutlich zu machen.

Der große Irrtum: „Nicht angeschrieben werden.“

Machen wir es gleich zu Beginn klar:

  • Die Sorge, nicht angeschrieben zu werden, ist nachvollziehbar – aber komplett falsch. Wir sollten uns nicht darum kümmern, ob wir angeschrieben werden, sondern alles daransetzen, unsere Partnerfindung zum Erfolg zu bringen.

Bei Gleichklang haben wir über viele Jahre hinweg gesehen, dass Erstnachrichten zu den stärksten Prädiktoren für den Beziehungserfolg gehören.

Hören Sie daher bitte auf, sich darüber zu grämen, dass Sie niemand anschreibt, sondern gehen Sie selbst den ersten Schritt!

Übrigens erfahren Sie in diesem vorherigen Blog-Artikel noch mehr über Ernachrichten erhalten beim Gleichklang-Dating

Ein weiterer verbreiteter Irrglaube

Nach wie vor ist ein zweiter Irrglaube weitverbreitet, dass ein Profil einen ganz besonderen Reiz haben müsse, damit es sich lohne, in Kontakt zu treten.

All unsere Auswertungen aus 20 Jahren zeigen jedoch das Gegenteil:

  • Viele, die heute in einer glücklichen Beziehung sind, fanden damals das Profil ihres Partners oder ihrer Partnerin nicht unbedingt besonders ansprechend. Erst beim weiteren Kennenlernen können wir erfahren, ob eine glückliche Beziehung möglich ist oder nicht.

Die Gefahr der vorschnellen Sortierung

Wenn wir hierzu nicht bereit sind, weil wir sofort aussortieren, lassen wir uns diese Möglichkeit entgehen.

Schon oft habe ich es geschrieben, und ich wiederhole es erneut:

  • Schauen Sie sich ein Profil nicht an, denkt die andere Person, Sie seien eine Karteileiche. Schauen Sie sich ein Profil an, aber schreiben nicht, denkt die andere Person, sie seien nicht interessiert. So senden sie ständig Absagen, ohne es zu wissen. Hierzu habe ich auch ein 4-Minuten Video gemacht, wo diese Sachverhalte erläutert werden.

Der einzige Ausweg aus dem Teufelskreis:

  • Selbst schreiben!

→  Das sind die vier größten Fehler beim Online-Dating

Die Erstnachricht: So einfach kann sie sein

Manche haben große Probleme damit, die erste Nachricht zu formulieren. Machen Sie es sich bitte nicht zu schwer. Die Erstnachricht muss kein Roman sein, wobei längere Nachrichten ebenfalls nicht unbeliebt sind.

Es genügt, wenn Sie darauf hinweisen, dass Sie sich vorgeschlagen wurden und so womöglich etwas da ist, was sie verbindet. Wollen wir es gemeinsam herausfinden? Es würde mich sehr freuen.

Schreiben Sie gerne kurz etwas zu dem einen oder anderen Aspekt, der Sie besonders am Profil interessiert oder der zu Fragen führt. Schließen Sie die Nachricht, indem Sie vorschlagen, einander kennenzulernen. Das genügt.

→ Video: Die ideale Erstnachricht beim Online-Dating

Der Mythos „Viel hilft viel.“

Es ist einer der weiteren größten Mythen im Online-Dating, dass viel auch viel helfe. Das stimmt zwar zu einem kleinen Teil in Bezug auf Erstnachrichten, aber in allen anderen Bereichen ist es komplett falsch.

Wer Erstnachrichten schreibt, trägt zum Erfolg und auch zu einem schnelleren Erfolg bei. Wer mehr Erstnachrichten schreibt, erhöht die Erfolgsaussichten weiter.

Das ist ein klarer statistischer Befund.

Aber wir müssen es differenziert betrachten:

  • Die Statistik gilt nur im Durchschnitt. Selbst Erstnachrichten können uns ab dem Moment schaden, in dem wir durch sie Mehrgleisigkeit erzeugen.
  • Erstnachrichten helfen, solange kein Kontakt vorhanden ist, der sich vertiefen kann. Sie schaden, wenn ein solcher Kontakt bereits besteht.
  • Denn bereits die Aussicht auf einen anderen Kontakt reduziert unsere Bereitschaft, ein Kennenlernen wirklich auszuloten. Unsere Bindungsbereitschaft sinkt mit der Zahl der Alternativen.

Online-Dating: Warum viele Vorschläge weniger bringen

Weniger ist mehr Sinn

Die richtige Balance finden

Damit ergibt sich eine klare Empfehlung:

  • Schreiben Sie Erstnachrichten, aber nicht viele auf einmal. Verteilen Sie sie und hören Sie sofort auf, weitere Erstnachrichten zu schreiben, sobald eine Antwort eintrifft, an die Sie anknüpfen können.

Sobald eine Antwort eintrifft, die einen Anknüpfungspunkt beinhaltet, sollten Sie im Übrigen auch komplett damit aufhören, sich weitere Dating-Profile anzuschauen:

  • Jetzt gilt es, den Fokus wirklich auf diese Person zu richten, sodass Sie durch weiteren Austausch, Telefonate, Videogespräche und reale Begegnungen gemeinsam herausfinden können, ob Sie eine Beziehung miteinander aufbauen können. Während all dieser Zeit, auch wenn es Wochen sind, ruht das andere Online-Dating.

→ Video „Dating reicht nicht: Wie aus Partnersuche Partnerfindung wird.

Ein Fallbeispiel aus der Coaching-Praxis

Ich spreche momentan mit einem Coaching-Klienten, der ein sogenannter Absolute Beginner ist. Auf geradezu tragische Art und Weise wurde mir durch ihn wieder deutlich, wohin Mehrgleisigkeit wirklich führt – nämlich ins Single-Dasein und zum Abbruch beginnender Beziehungen:

Tatsächlich hatte er bereits über die Zeit verteilt zwei Dating-Kontakte, die sich vertieft hatten, aber letztlich nicht zu einer romantischen Partnerschaft führten. Bei beiden gab es kleinere Turbulenzen oder Unklarheiten, aber nichts, was nicht lösbar gewesen wäre.

Für ihn waren jedoch bereits diese kleinen Turbulenzen oder Unklarheiten Anlass, sich zur Mehrgleisigkeit verleiten zu lassen:

  • Sobald aber ein neuer Online-Austausch entstand, sank seine Motivation, sich für die Beziehung zu engagieren. So endeten beide und keine neue entstand.

Weitere Fallbeispiele: Wenn Dating die Partnersuche ersetzt

Ich könnte viele weitere Beispiele aus meinen Gesprächen mit Klient:innen nennen, die deutlich machen, wie unverzichtbar die Botschaft ist, Mehrgleisigkeit zu vermeiden:

  • Die hochaktive Klientin: Sie datete bereits seit sieben Jahren und schaute jeden Abend nach ihren neuen Kontakten und Matches. All die Jahre wechselte sie von einem Kontakt zum nächsten. Meistens beendete sie einen bestehenden Kontakt, sobald gerade ein neuer entstand. Vor lauter Bäumen sah sie den Wald nicht mehr und vergaß gänzlich, dass Partnerschaft für sie (monogam orientiert) eine Beziehung mit nur einer Person bedeutete.
  • Die selbstbewusste Viel-Daterin: Sie besuchte ein Gleichklang-Seminar in Berlin und berichtete dort selbstbewusst von ihrem erfolgreichen Dating. Nicht bei Gleichklang, aber auf anderen Plattformen lernte sie so viele Menschen kennen, dass sie ständig verabredet war. Sie übersah, dass sie damit ihre psychischen Ressourcen für eine Beziehung längst ausgeschöpft hatte.
  • Der Psychotherapeuten-Kollege: Er hatte keinerlei Probleme damit, Kontakte zu knüpfen und diese so weit zu vertiefen, dass Beziehungen begannen. Sie alle endeten jedoch wieder, weil er das Dating nicht beendete.
  • Die unzufriedene asexuelle Klientin: Sie erhielt bei Gleichklang nur alle paar Wochen oder sogar Monate einen Vorschlag, was ihre Motivation senkte, überhaupt Kontakt aufzunehmen. Sie flüchtete sich deshalb auf andere Plattformen. Dort hatte sie nun gut zu tun, verlor aber vollständig den Überblick. Womöglich gab es unter den vielen Kontakten nicht einmal eine einzige Person, die zu ihrer Asexualität gepasst hätte. Sie blieb jedenfalls Single.

All diesen Klient:innen und vielen weiteren ist gemeinsam, dass sie nicht zwischen Dating und Partnersuche unterscheiden konnten:

  • Das Ziel der Partnerfindung wurde bei ihnen unmerklich durch ein Dating-Ziel ersetzt.

Genau dies ist der Mechanismus moderner Dating-Systeme, der uns zum ewigen Dating und weg von der Beziehungsfindung führt.

Falls Sie es noch nicht getan haben, schauen Sie sich dazu eines – oder gerne auch alle drei – der folgenden Videos an:

Wenn Illusion zum Wahn wird

Die Vorstellung, Dating bedeute vor allem, möglichst viel zu daten, kann geradezu verrückte Züge annehmen:

  • So meldete mir eine Teilnehmerin zurück, dass sie über Gleichklang ihren Lebenspartner gefunden habe und mit der Beziehung zufrieden sei. Mit Gleichklang selbst sei sie aber komplett unzufrieden und könne nur allen abraten. Es sei ihr nichts geboten worden, es sei die reinste Langeweile gewesen, und sie habe gar nicht auswählen können!

Die Nachricht liegt einige Jahre zurück. Ich habe sie noch in Erinnerung, weil sie so eindrucksvoll war für mich.

Wir sehen hier deutlich, wie moderne Dating-Systeme unseren Blick vom eigentlichen Ziel ablenken und auf andere Ziele richten:

  • Obwohl Gleichklang bei ihr zu genau dem Ergebnis geführt hatte, das sie sich wünschte, war das konsumorientierte Verlangen nach Abwechslung, Unterhaltung und Auswahl so groß, dass selbst der Erfolg bei Gleichklang ihre Unzufriedenheit mit uns nicht mindern konnte.

Die Kernbotschaft: Partnerfindung als Prozess

Ich bleibe heute kurz, weil ich glaube, dass der Punkt klar ist – und am klarsten bleibt, wenn ich nicht mehr viel sage. Partnerfindung ist ein Prozess, bei dem wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir eines Tages eine Person kennenlernen, mit der eine Beziehung beginnt:

  • Diese Voraussetzungen verbessern wir, wenn wir die entsprechenden Personen unsererseits schlichtweg anschreiben.
  • Warten wir ab, können wir oft sehr lange warten – möglicherweise so lange, bis uns die Geduld ausgeht und wir entweder verbittert werden oder das Handtuch werfen.
  • Sobald eine Person in unser Blickfeld tritt, halten wir aber inne und engagieren uns für ein Kennenlernen, sodass möglicherweise für uns damit auch bereits das Online-Dating beendet ist.

Die praktische Umsetzung im Alltag

Wir schreiben Menschen an, aber nicht am Fließband:

  • Selbst wenn wir viele Vorschläge erhalten haben, schauen wir uns höchstens zwei bis drei Profile pro Tag an und schreiben diejenigen Personen an, bei denen wir eine Resonanz nicht ausschließen können.
  • Bei Gleichklang werden die meisten keine zwei bis drei Vorschläge pro Tag erhalten, sondern teilweise deutlich länger auf einen neuen Vorschlag warten müssen. Dadurch verteilt sich die Zahl der Vorschläge natürlich bereits von selbst.
  • Am Anfang der Suche und auch bei Personen, die sehr großzügig suchen oder keine seltenen Suchmerkmale haben, können jedoch auch bei Gleichklang schnell zu viele Vorschläge zusammenkommen. In diesem Fall setzen wir neue Vorschläge zunächst aus.
  • Von den bereits erhaltenen Vorschlägen schauen wir an einem Tag maximal zwei bis drei Profile an und schreiben diejenigen Personen an, bei denen wir eine Resonanz nicht ausschließen können.
  • Sobald eine Person so antwortet, dass sich daraus ein weiterführender Kontakt entwickeln kann, stoppen wir alle weiteren Dating-Aktivitäten und konzentrieren uns auf diesen Kontakt.
  • Erst wenn daraus keine Beziehung entstanden ist, aktivieren wir die Vorschläge wieder.
  • Trifft anschließend ein neuer Vorschlag ein, schauen wir uns das Profil an und schreiben die Person gegebenenfalls direkt an. So beginnt der nächste Zyklus.

Initiative hilft – aber viel hilft nicht viel

Ganz im Gegenteil:

  • Zu viel führt nach psychologischen Studien zu einer unbewussten Ablehnungshaltung, sinkender Bindungsbereitschaft und dauerhaftem Single-Dasein.
  • Also stoppen wir jede andere Dating-Aktivität, sobald uns eine Person antwortet, sodass sich ein Kennenlernen entwickeln kann.
  • Nun interessiert uns kein neues Profil mehr. Wir schreiben keine weiteren Erstnachrichten und verabreden uns auf keinen Fall parallel mit mehreren Personen.
  • Der Fokus liegt vielmehr ausschließlich auf dieser einen Person, und wir geben dem Kennenlernen über mehrere Begegnungen hinweg eine echte Chance.

Die notwendige Disziplin

Wir müssen lernen, uns nicht immer neue Profile anschauen zu wollen. Dieser Sog kann groß sein. Erkennen wir ihn als ein Indikator für ein Suchtverhalten, was unserer Partnerfindung nicht hilft, sondern schadet.

Zur Disziplin gehört aber auch, dass wir nicht aufgrund lauter anderer Prioritäten meinen, für ein Kennenlernen keine Zeit zu haben:

  • Haben wir wirklich eine Zeit (was natürlich an uns liegt), ist es besser, die Partnersuche auszusetzen. Denn wer mit einer so geringen Priorität an die Suche herangeht, wird selten fündig und frustriert am Ende nur sich selbst und andere .

Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, dass dies eine positive Botschaft ist:

  • Wir sehen in unseren Auswertungen, dass die Suche sehr oft zum Erfolg führt, und täglich schreiben uns Mitglieder darüber.

Möglich wird dies vorwiegend dann, wenn wir die richtige Balance zwischen schrittweisem Anschreiben und dem Fokus auf eine Person sicherstellen:

  • Sie schreiben schrittweise mehrere Personen an, aber nicht alle auf einmal.
  • Sie stoppen sofort, sobald eine weitergehende Kommunikation entsteht.
  • Dies setzen Sie so lange fort, bis die erhoffte Liebesbeziehung Wirklichkeit geworden ist.

Der Weg aus dem Single-Leben

Wir machen bei Gleichklang alles anders, als es bei Dating-Plattformen eigentlich üblich ist. Ich glaube aber nicht, dass wir verrückt sind, sondern dass es an der Zeit ist, die Partnersuche wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Ich weiß, dass es manchen schwerfällt, sich auf diese Weise zu disziplinieren. Aber genau diese Form der Disziplin ist der beste Weg, um Ihr Single-Leben zu beenden und ein neues Beziehungsleben zu beginnen.

Auf diesem Weg unterstützen wir Sie gerne und laden Sie herzlich ein, bei uns Ihre Partnersuche in eine Partnerfindung zu verwandeln:

Zur Beziehungsfindung bei Gleichklang

Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!

Weitere Links:

Bild zeigt ein schwules Liebespaar beim Spazierengehen.

21 Kommentare

  • Aurelin sagt:

    ich schätze Ihre Perspektive, Ihre Ausführungen und den Ansatz von Gleichklang wirklich sehr.
    insbesondere dem Gedanken, Partnersuche und Dating nicht nur als technischen Auswahlprozess, sondern auch als Selbstfindungs- und Selbstentwicklungsprozess zu verstehen, stimme ich aus eigenem Erfahren und Betrachten zu.
    Vielleicht lege ich Ihnen da etwas in den Mund, dass Sie so nie gesagt haben, aber ich denke Sie verstehen worauf ich hinaus will.
    zu vielen der Argumente, die Sie schlüssig darlegen, bin ich in inhaltlich auf meinem Weg auch gekommen, zB sich Grenzen zu setzen beim Anschauen von Profilen.
    es kostet auch Kraft, Energie und Zeit hinein zu fühlen in die Worte und Bilder eines anderen Menschen, und ich hab andernorts für mich die Entscheidung getroffen, keine Profile mehr konsumieren zu wollen. Das bin nicht ich, das ist nicht die Welt in der ich leben möchte, und ich empfinde es letzten Endes als Entwürdigung des profilerstellenden Menschen und meiner selbst, sich so zu verhalten. Tinder ist meines Erachtens genau das. Swipen ist in letzter Konsequenz Entwürdigung.

    mir ist aber auch deutlich geworden, dass eben nicht alle Menschen mit ähnlichen oder vergleichbaren Motivationen und Vorstellungen von Beziehung ins Online-Dating gehen.
    gar nicht so wenige suchen nicht nach Beziehung, sondern nach Bestätigung. manche erwarten auch schlicht den Traumpartner auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, und bringen eine Tendenz zum Ausdruck, dass sie alle anderen Menschen eigentlich gering schätzen, und dann noch tatsächliche Karteileichen, Profile die irgendwann einmal erstellt wurden, und eine Kontaktierbarkeit signalisieren, die überhaupt gar nicht mehr besteht.
    Der Umgang auf Gleichklang gestaltet sich wirklich achtsamer, die Tendenzen aber sind quer über alle Plattformen dieselben, wenn auch hier nicht ansatzweise in der Ausprägung die andernorts den Standard darstellt.

    mir ist aber auch immer deutlicher geworden, dass nicht alle Menschen gleichermaßen gut mit Sprache umgehen können, sei es im Selbstausdruck oder Verständnis, und bei mir ist es beispielsweise so, dass ich niemanden anschreiben kann, wenn in mir nichts in Resonanz geht. empfinde ich Resonanz kann ich wirklich direkt in Kontakt gehen, auch im tatsächlichen Leben, aber ohne Resonanz finde ich keinen Anknüpfungspunkt, und ich kann Ihre empfohlene Vorgehensweise prinzipiell schon nachvollziehen, verspüre in mir aber auch große Widerstände mich an Erstnachrichten ‚abzuarbeiten‘. Dass Dating und Beziehung auch ‚Arbeit‘ bedeuten ist mir bewusst, aber ich hab das auch von Anfang an als Arbeit an mir selbst und nicht am Gegenüber verstanden. nicht zuletzt widerstrebt es mir auch zunehmend mich für Liebesbeziehung zu ‚bewerben‘.
    was ich mir gewünscht hätte, wäre eine liebevolle und stabile Partnerschaft gewesen, die tatsächlich gemeinsam und auf Augenhöhe geführt wird, mit ‚gesunden‘ Dynamiken. Wenn man sich mit John Gottmans, David Schnarchs, Ken Wilbers und Veit Lindaus Arbeit mal etwas eingehender befasst hat, dann entwickelt sich ja schon eine Vorstellung davon wie gesunde Dynamik aussehen kann, was es für gelingende Liebesbeziehung braucht, und wie beide Partner in einer monogamen Beziehung das wirklich hinbekommen können.

    zuletzt aber war‘s ein Kontakt, der über Gleichklang entstand, und in dem ich eine Zurückweisung nach einem RL-Date in einer Art und Weise erfahren habe, die mir völlig inkonsistent erschien, angesichts der gesamten vorherigen Kommunikation.
    ich kann inzwischen schon seit längerem ganz gut mit Zurückweisung umgehen, und als singuläres Erlebnis fände ich auch dieses nicht dramatisch. Da hab ich schon sehr viel krasseres erlebt.
    Ich betrachte dieses Erlebnis aber auch in einer jahrelangen Kette von Zurückweisung im Dating und Beziehung(sversuchen), die aus Dating entstanden sind. und so sehr ich denke, dass Wege des Wachstums auch mal steinig sein müssen, empfinde ich Steinigkeit als Selbstzweck als Lebens- und Liebes-verneinend. ich fühle mich da inzwischen auch wirklich als so erschöpft, dass ich meiner Sehnsucht keine Hoffnung mehr machen will, sondern nach Wegen und Möglichkeiten suche, sie ohne Erwartung von Erfüllung positiv in mein Leben und Sein zu integrieren. ich überlege auch meine bereits gekündigte Mitgliedschaft bei Gleichklang doch noch zu verlängern, und noch mal ein neues und kontaktierbares Profil zu erstellen, aber nicht in Erwartung von Kontakt oder Partnerfindung. Vielleicht benötigt mein eigener Lebensweg noch Arten von Zurückweisung, die ich noch nicht erfahren habe, und die es bräuchte um noch ein stärkeres, umfassenderes Ja für mich selbst, die Liebe an sich und meine Mitmenschen entwickeln zu können?
    oder um eine Ermutigung für andere zu sein? allen belastenden Erfahrungen zum Trotz muss ich auch sagen, dass Dating mein Herz und mein Verständnis für jeden einzelnen Menschen enorm erweitert hat, und dass mir in Profilen und Kontakten auch deutlich wurde, dass ich kein Alien bin, oder eine Abnormität darstelle, und das hat mir wirklich Mut gemacht.
    Vielleicht kann ich anderen Menschen noch Mut machen, jenseits von Hoffnung?
    Das wär’s mir wirklich wert!

    ein letztes noch, dann halte ich wirklich die Klappe:
    mir fällt auf, in Ihren Schilderungen aber auch in der anekdotischen Evidenz von Erfolgsgeschichten im Dating, dass gelingende Partnerfindung und stabile Beziehung immer recht schnell im Datingprozess zu passieren scheinen. nicht als Ergebnis jahrelangen Datings, sondern eher in den ersten Wochen oder Monaten.
    Sie schreiben, dass manche Gleichklang-Paare sich auch erst nach Jahren gefunden haben.
    Vielleicht gelingt es Ihnen ja ein solches Paar für eine Art Interview zu gewinnen, in denen beide diesen Prozess schildern können. ich könnte mir vorstellen, dass das all denjenigen Mut macht, bei denen es nicht auf Anhieb gelingt und die an Dating-Fatigue leiden.

    Liebe Grüße an Alle

    Aurelin

    • Rita sagt:

      Liebe Aurelin, ich möchte an dieser Stelle meine neun Monate bei Gleichklang erwähnen, um vielleicht mal Hoffnung zu geben. Es haben sich bei mir im Laufe dieser Zeit zwei Kontakte ergeben, die ich wirklich ernst nahm. Der erste wohnte im Umkreis von 50 km, nahm sich immer Zeit für die (drei) Begegnungen, war pünktlich da und jedes Mal völlig dabei. Dennoch musste ich es auf Eis legen, weil mir meine Intuition sagte, dass dies ein narzisstischer Mensch sein könnte. Dann kehrte ich zu einem eingeschlafenen Kontakt zurück, wir haben uns gut verstanden und sogar ein paar Mal gesehen (Umkreis von 500 km), die Kommunikation war nett, aber es war nicht mehr als nur freundschaftliches Interesse von seiner Seite. So habe ich das nach einem halben Jahr ebenfalls stilllegen müssen. Bin ich jetzt verzweifelt? Irgendwo habe ich tatsächlich gedacht, wozu denn jetzt weiter suchen. Andererseits aber: Wie soll es sonst vorankommen? Nun hat mich jemand angeschrieben, den ich gerne weiter kennenlernen möchte, und es beginnt zwar von vorne, aber schon mit einem kleinen Zugewinn an Wissen und Lebenserfahrung. Zum Glück steht das Leben nicht still, während die Partnersuche läuft, sondern wir können diese Zeit nutzen, um für uns selbst besser zu werden. Schnelle Erfolge, die auf Dauer bestehen bleiben, sind auch bei Gleichklang nicht typisch, da kann mich Herr Gebauer aber berichtigen, wenn es nicht so ist.

    • Michael sagt:

      „Sie schreiben, dass manche Gleichklang-Paare sich auch erst nach Jahren gefunden haben.“

      Davon sind vorrangig demisexuelle Menschen betroffen. Bei normalen Menschen geht es entweder schnell sowie du es beschrieben hast oder es kommt nie zu einer Beziehung.

    • Daggy sagt:

      Sehr gut geschrieben und v. a. beschrieben Aurelin…

  • BS sagt:

    Ihr schreibt in der Mail: „ Bitte berücksichtigen Sie unsere Empfehlungen, wenn Sie bisher nicht vorankommen. Denn unsere Auswertungen zeigen, dass genau diese Empfehlungen viele Mitglieder bei ihrer Beziehungssuche zum Erfolg führen.“ Wie hoch ist denn der Anteil der Erfolgreichen?

  • Undine sagt:

    Moin,
    Ich habe mich von Anfang an schwer getan mit dieser Art von ‚Partnersuche‘. Mir fehlt der Geruch, die Gesten, die Mimik, all die Mikroinformationen. Dann habe ich gemerkt, ich reagiere immer auf Bekanntes, also ist beim Online Kennenlernen eine neue Perspektive möglich. Ich habe so auch die Chance völlig anderen Menschen zu begegnen. Ich finde hier wirklich schön, dass es nicht am laufenden Band neue ‚Angebote‘ gibt, sondern die so langsam reintropfen. Mich hat in den 4 Monaten noch niemand angeschrieben oder mich interessant gefunden. Ich habe häufig angeschrieben, 2x sind Treffen dabei heraus gekommen. Sehr schöne Treffen. Beim ersten war klar, wir sind zwar aneinander interessiert, aber ich habe für ihn die „falsche“ Figur und er war sich nicht sicher, ob er lieber mehrgleisig lieben möchte. Damit konnten wir freundschaftlich auseinander gehen. Denn zweiten fand ich sehr in Frage kommend, aber er wollte eigentlich gar keine Beziehung mehr mit irgendwem. Naja…
    Alle anderen habe nie reagiert, mich dann wortlos gelöscht, oder gesagt, sie hätten sich längst abgemeldet und seien verwundert, dass jemand sie anschreiben.
    Diese Wortlosigkeit, die finde ich zutiefst verstörend. Und ich merke, das macht was mit mir. Denn ich gebe mir Mühe einen Erstkontakt herzustellen. Es kostet mich auch immer Mut.
    Oder die anderen lesen ganz oft überhaupt nicht mal das Profil. Manchmal denke ich noch einen Moment über das Gelesene und Wahrgenommene nach, lasse meine Intuition arbeiten und überlege, was und ob ich schreibe. Habe schon Interesse bekundet. Und ich sehe, das Gegenüber liest 3-5 Tage nicht das Profil von mir. Ach, irgendwie verliere ich dann irgendwann auch die Lust mir Gedanken zu machen.
    Es frustriert mich sehr. Ich entscheide mich gerade bewusst nur auf Menschen zu reagieren, die ich wirklich ansprechend finde um mir nicht noch mehr Frust abzuholen. Mein Leben ist auch alleine schön. Und es gibt Menschen dort draußen auf den Straßen!!!

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Danke für die Angabe der Email, sodas sich mir die Statiken anschauen konnte:

      Du hast tatsächlich viele von deinen Vorschlägen angeschrieben. Du hast von fast der Hälfte eine Antwort erhalten, was bei Gleichklang eine weitgehend normale Rate ist, etwa niedriger als der Durchschnitt. Allerdings haben dich nicht alle dann gelöscht, sondern du hast alle gelöscht. Vielleicht hat dich auch einmal die eine oder andere Person gelöscht. Nun aber sind alle gelöscht, und es gibt keine Kontaktmöglichkeit mehr.

      Dass jemand dein Profil in drei bis fünf Tagen nicht anschaut, ist übrigens auch kein Kriterium dafür, ob ihr miteinander eine Beziehung aufbauen könnt. Gleichklang ist keine Plattform, auf der die meisten jeden Tag hineinkommen. Wenn jemand nach einer Woche nicht antwortet, würde ich nachfragen.

      Du hast also mit dem Anschreiben vieles gut gemacht, aber dann leider in einer Art Overkill alle entfernt. Ich verstehe das auch, es ist aus Frustration, aber leider für die Partnerfindung nicht zielführend. Ich bin sicher, es wird sich auch noch einmal ein weiteres Treffen ergeben, was vielleicht positiv ausgeht. Nur dafür solltest du künftig bitte unbedingt nicht erneut alle Vorschläge löschen. Schade ist nämlich, dass viele Beziehungen, die entstehen, nicht aus neuen, sondern aus alten Vorschlägen entstehen, was jetzt nicht mehr möglich ist.

    • Aurelin sagt:

      ich kann Dich verstehen, in jeder Hinsicht, mit allem was Du sagst und empfindest, auch mit dem Löschen. in einem überwältigen Gefühl von Frustration habe ich das auch mal gemacht. und bereue es, weil das auf sehr sehr subtile Weise Menschen ablehnt, und deren Enttäuschung letztlich verstärkt. ich mag auch keine Bewertung vornehmen oder Fußstapfen setzen. beides fühlt sich für mich nicht wirklich richtig an. ich seh aber auch nicht nach, wer mein Profil besucht hat. es ist knifflig, und ich hab keine Lösung.
      ich find‘s aber auch unverschämt und abwertend, jemanden wegen seiner Figur abzulehnen. ich kann‘s noch hinnehmen, wenn jemand so empfindet, aber das jemandem zu sagen ist wie ein Schlag ins Gesicht. Du bist mehr wert als das!

  • jakob anders sagt:

    Danke für den Artickel,

    Er beinhaltet in der Tat viel bekanntes. Beim lesen empfand ich steigernd Wut, weil in meinem Fall die Antwortrate unterirdisch gering ist.
    Die wehnigen optimierungsempfehlungen von anderen Nutzern setzte ich meistens schnell um, z.B, in dem ich unschöne Fotos entnahm und mittlerweile kein akteulles Porträt zeige bis ein besseres (spontanes, entspannntes) entsteht, weil dadurch eine Ablehnung kam, die ich als vielversprechend empfand.

    Ich Wünsche mir von den angeschriebenen wehnigstens eine Antwort, die mir zeigt ob ich diesem Pfad weiter volgen sollte oder was der ablehnende Grund ist. Zwischenzeitlich frustrirten mich die Erfolgsgeschichten extrem weil ich mich abstrampelte mit Erstnachrichten und garkeine Rückmeldungen bekam. Durch die Neuordnung der Seite sehe ich mitlerweile ob meine 1. Nachricht erfasst wurde. Das finde ich hilfreich.

    Zwischenzeitlich war ich auch in einer Beziehung, wusste aber nicht dass und wie ich Vorschläge aussetzen konnte außer eine kündigung der Mitgliedschaft. Dadurch lief viel auf, was noch durchsortiert werden könnte. Ich war auch hin & hergerissen innerlich. Lange Zeit wahr rückblickend mein Suchbild bei Gleichklang ungenau weil ich meine Bedürfnisse in einer Paartnerschaft erst erkunden musste.

    Meine Erkenntnise:
    a)Damit Paartnerschaft entsteht und nicht Mutter-Sohn-Beziehung ist ein geringer Altersunterschied nötig.
    b)Ich muss wissen was ich im Leben will. Andernfalls verliere ich mich selbst und verbog mich für eine interessante Erkundungs-Reise…bis ich die Beziehung nicht mehr halten konnte.

    Gilt die beschriebene Vorgehensweise auch für das finden einer Kommune/Lebensgemeinschaft?

    all good medicine-jakob

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Du hast tatsächlich mit 20 % eine geringe Antwortrate auf deine Erstnachrichten. Ein Grund könnte sein, dass du kein Profilbild eingestellt hast. Da ist leider so – ich bedauere das auch –, dass viele auf Profile ohne Bild nicht reagieren. Es könnte aber auch weitere Punkte in deinen Erstnachrichten etc. geben. Wenn du mir erlaubst, sie zu lesen, kann ich vielleicht mehr sagen. Bis dahin ist es wichtig, dass du nicht den Mut verlierst, vielleicht doch noch ein Profilbild einstellst, und so letztlich doch einen Kontakt aufbaust. Ich würde sagen, bei einer Kommune gilt das Vorgehen nicht. In diesem Fall würde ich eher raten, alle infrage kommenden anzuschreiben und sodann zu schauen, ob eine passende dabei ist. Dabei darf es ruhig Mehrgleisigkeit geben.

  • MöveJo sagt:

    Ein Tipp für alle: Vor Absendung eines selbst verfassten Textes empfiehlt sich der Einsatz eines Programms zur Überprüfung auf Flüchtigkeits-, Schreib- und sonstige Fehler — auch der Duden Online (www.duden.de) ist hilfreich —, um es den Lesern nicht unnötig schwer zu machen.

  • Erfahrung sagt:

    Hallo Aurelin,

    ich möchte gern auf den Aspekt der kurzen vs langen Partnerfindung auf Gleichklang eingehen.

    Ich war – mit Pausen – insgesamt etwa 6 Jahre auf Gleichklang. Ich hatte sowohl durch Gleichklang als auch außerhalb (keine! Datingplattformen/Apps) Beziehungsoptionen.

    Ich bezeichne es als Option, da ich diese Menschen bewusst nicht offline getroffen habe und Datinganfragen abgelehnt habe, da ich wusste, dass es nicht zu der Beziehung führen würde, die ich mir wünsche. Oft hat das Gegenüber versucht, mich dazu zu überreden, es trotzdem „einfach“ zu versuchen…und behauptet, ich könne das vorher nicht wissen.

    Obwohl ich Phasen und Momente starker Einsamkeit empfand, habe ich mich trotzdem jedesmal erneut für mich selbst und meine Intution entschieden.

    Auf Gleichklang habe ich zusätzlich sehr negative Erfahrungen in der Kommunikation gemacht, auch im Hinblick auf fehlende Selbstreflexion des Gegenübers (zB dass jemand mich anschrieb und noch nicht geschieden war, aber schon einen Ersatz haben wollte, um nicht allein zu sein, gleichzeitig jedoch überhaupt keine Zeit für einen Beziehungspartner zu haben aufgrund von Noch-Ehepartner und minderjährigen Kindern).

    Als ich mich letztendlich noch einmal bei Gleichklang angemeldet habe, habe ich ein komplett neues Profil erstellt und auch in den Fragebögen des Matchings sämtliche für mich essentielle Punkte auf maximal eingestellt (entgegen des Rats des Gleichklangteams).

    Erweitert habe ich die „Standortsuche“, die ich zuvor auf einen Umkreis begrenzt hatte, da ich mich ursprünglich extra auf Gleichklang angemeldet hatte, um jemanden „in der Nähe“ kennenzulernen.

    Nur durch den erweiterten Radius des Wohnorts konnte ich den Menschen kennenlernen, wo eine echte Übereinstimmung besteht.

    Rückblickend zeigt das, dass 1-2 Anpassungen in den Suchkriterien ein Kennenlernen erst ermöglichen und dass manchmal ein Out-of-the-Box-Schritt nötig ist.

    Die Ironie ist, dass die Person beruflich regelmäßig in meiner Stadt war, jedoch woanders wohnte. In meinen Überlegungen diese Möglichkeit jedoch nie aufgetaucht ist und ich dadurch eine ausschließende Vorauswahl durch die Umkreissuche getroffen hatte.

    Insofern würde ich jedem empfehlen, bei Kriterien wie dem Standort wenig bis keine Einschränkungen zu wählen und dafür bei den essentiellen Aspekten der Lebens- und Partnerschaftsgestaltung das auszuwählen (und auch als hoch +2 einzustufen), das für einen wirklich relevant ist.

    Hilfreich finde ich zudem Selbstreflexion zu Themen wie Bindungsmuster, Kindheitsprägungen etc. Vorträge, Workshops, Bücher von zB Emanuel Erk, Pierre Frankh/Happiness House usw

    Und die innere Akzeptanz der eigenen Wunschbeziehung bei gleichzeitiger Akzeptanz, sich selbst genug zu sein und keine „beliebige“ Beziehung einzugehen, nur um sich kurzfristig der Illusion hinzugeben, nicht „allein“ zu sein.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Oh, das tut mir leid, dass unser Team dich offenbar nicht korrekt beraten hat. Unsere Empfehlung ist tatsächlich, bei wichtigen, inhaltlichen Merkmalen konsequent einzustellen, dafür aber bei allen anderen, eher oberflächlichen Merkmalen maximale Großzügigkeit walten zu lassen. Es kann offenbar trotz unserer Fortbildungen etc. passieren, dass im Einzelfall jemand hier einen falschen Rat gegeben hat. Insgesamt fasst du das wirksame Vorgehen genau richtig zusammen und es freut mich sehr, dass es geklappt hat.

  • Iris sagt:

    Etwas verspätet wollte ich auch meine Erfahrungen zum Thema Erstnachrichten beitragen.
    Ich bin seit fast zwei Jahren bei Gleichklang und habe genau eine Erstnachricht bekommen. Diese war aber sehr spezifisch und vermutlich schreibt derjenige einfach alle an, um vielleicht jemand zu finden, für den die speziellen Umstände passen. Vorschläge bekomme ich nicht allzu viele, wobei ich manche Kriterien inzwischen schon erweitert habe. Ich selbst schreibe immer wieder jemanden an und habe bisher auch IMMER eine Antwort bekommen, was mich natürlich sehr freut. Manche schreiben dann, dass sie gerade schon mit einer anderen Frau in Kontakt sind und deshalb kein Interesse haben. Das ist natürlich sehr okay. Es legt aber auch nahe, ich sollte sehr schnell antworten, wenn ich einen neuen Vorschlag bekomme, sonst könnte es „zu spät“ sein. Wenn ich ansonsten eine „Abfuhr“ bekomme, was auch einige wenige Male vorkam, versuche ich einzuschätzen, was etwas mit vielleicht tatsächlicher mangelnder Passung, was mit Anteilen des anderen oder „Projektionen“ und was vielleicht mit mir, mit meiner Wirkung oder ähnlichem zu tun hat. Viermal kam es bisher zu einem Treffen, aus allen vier Kontakten wurde „in gegenseitigem Einverständnis“ keine Beziehung.
    Für mich ein wesentlicher Punkt bei der Suche nach einer heterosexuellen Beziehung ist, dass es nach meinen (auf Einzelaussagen beruhenden) Informationen bei Gleichklang wesentlich mehr Frauen als Männer gibt. Ein Mann berichtete mir, er habe gleich etwa 60 Vorschläge bekommen. Somit haben Männer nach meiner Vermutung viel mehr „Auswahl“ und werden per se viel mehr angeschrieben. Mir würde es in meiner Beziehungssuche auch guttun, mal eine nette Erstnachricht zu bekommen. So bin ich, wenn ich weiter kommen will, gezwungen, gleich den aktiven Part einzunehmen. Das ist okay, mir aber zu einseitig. Ich bin mir auch nicht sicher, ob alle die Empfehlung beherzigen, sich jeweils nur auf einen Kontakt zu konzentrieren. Für mich ist das sowieso kein Problem, weil ja erst mal länger wieder keine neuen Vorschläge kommen, für Männer stellt sich die Situation aber vielleicht anders dar.
    Jedenfalls braucht es einen langen Atem…
    Iris

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Bei Gleichklang gibt es tagesaktuell 54 % Frauen, 44 % Männer und 2 % nicht-binäre Personen. Der Unterschied ist sehr moderat. Es gibt viele Männer, Frauen und nicht-binäre Personen, die sehr wenige, wenige, eine mittlere Anzahl, viele und manche auch sehr viele Vorschläge erhalten. Männer suchen im Durchschnitt häufiger ohne jede regionale Begrenzung, aber auch dieser Unterschied ist moderat.

      Du hast insgesamt 5 % Erstnachrichten geschrieben.

      Grundsätzlich gilt für alle Geschlechter, dass erhaltene Erstnachrichten selten sind. Das haben wir in einem vorherigen Artikel auch umfassend ausgewertet:

      Frauen haben von 3,81 % der ihnen nach Beginn ihrer Teilnahme vom 1.1.2021 bis zum 15.01.2021 zugestellten Partnervorschläge mittlerweile (bis zum 13.03.2021) eine Erstnachricht erhalten.
      Männer haben von 2,54 % der ihnen vom 1.1.2021 bis zum 15.01.2021 zugestellten Partnervorschläge mittlerweile (bis zum 13.03.2021) eine Erstnachricht erhalten.

      Du liegst also ein wenig unter dem Schnitt, es fehlen Dir 3 Erstnachrichten, um im Schnitt zu liegen. Aber statistisch ist das noch nicht signifikant. Es kann reiner Zufall sein.

      Insgesamt werden sehr wenige Erstnachrichten erhalten. Wobei das aber nicht das entscheidende Kriterium ist, weil es am Ende nur darum geht, ob irgendwann eine Beziehung entsteht. Dieser Fall tritt nach unseren Auswertungen bei denen, die regelmäßig Erstnachrichten schreiben, früher ein.

      Ziel ist nicht, Erstnachrichten zu erhalten, sondern eine Beziehung zu finden.

      Insgesamt befinden sich aktuell nach unseren Umfragen ca. 1/3 unserer Mitglieder in einem aktiven Kennenlernprozess. Diese Kennenlernprozesse sind zeitversetzt und aus einem Kennenlernprozess entsteht auch nicht immer eine Beziehung.

      Der Rat ist tatsächlich, möglichst bald jemanden anzuschreiben, außer es besteht aktuell ein anderer Kontakt. Dieser Rat gilt für alle Geschlechter, wobei Männer ihn ein wenig mehr beherzigen als Frauen, aber auch hier (siehe die Daten im Artikel) sind die Unterschiede bei Gleichklang nur sehr moderat.

  • Langfristigkeit sagt:

    Ich fände einen Artikel interessant, wie beständig die durch Gleichklang entstanden Beziehungen sind.

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