Gleichklang – Warum echte Beziehungen ein anderes Dating brauchen

Wie Psychologie, Werte, Inklusion und Solidarität eine tragfähige Beziehungsfindung ermöglichen

Mit dem heutigen Artikel betrachte ich noch einmal zum Anlass unserer Neuaufsetzung, was Gleichklang ausmacht, auf welchen Überlegungen und Grundprinzipien wir unsere Tätigkeit aufbauen und wie Mitglieder bei uns Beziehungen finden können.

Ich glaube, dass Leser:innen, die sich die Mühe machen, dies durchzuarbeiten, auch direkt für ihr eigenes Dating-Verhalten und den Erfolg ihrer Beziehungssuche profitieren können. Aber für diejenigen, die einfach nicht so viel und lange lesen können oder wollen, sind die Grundprinzipien im allerletzten Abschnitt auch noch einmal sehr komprimiert dargestellt.

Im Folgenden geht es um Gleichklang als Dating-Community, die zugrunde liegende Psychologie, die Werte der Community, die Prinzipien von Diversität und Inklusivität, die Rolle menschlicher Begleitung und Unterstützung, die Darstellung der strukturellen Unterschiede zwischen Dating-Apps und Gleichklang sowie unser solidarisches Gebührensystem, bei dem wir nicht individuelle Leistungen, sondern kollektive Leistungen abrechnen, die allen offenstehen und die wir auf die gesamte Community umlegen.

Natürlich interessieren uns auch die Gedanken unserer Mitglieder hierzu, und ich freue mich, wenn Sie sie uns unten in die Kommentare schreiben.

Beziehungen, Freundschaften, Projekte und Gemeinschaften

Gleichklang ist eine Mitglieder-Community, Kennenlern-Gemeinschaft und Dating-Plattform für Menschen, für Partnerschaften, Freundschaften, Reisepartner:innen, Projekte, Gemeinschaften, berufliche Kooperationen oder gemeinsame Aktivitäten. Die Vermittlung erfolgt auf psychologischer Grundlage und richtet sich an Menschen mit allen sexuellen und romantischen Orientierungen sowie allen Geschlechtern und Gendern.

Die Partnersuche dient dem Aufbau tragfähiger Liebesbeziehungen und wird durch eine psychologisch fundierte Partnervermittlung unterstützt, die im zeitlichen Verlauf passende Kontakte vorschlägt.

Parallel dazu hat die Freundschaftssuche ein eigenständiges Gewicht, da stabile Freundschaften wesentlich zur sozialen Einbindung und Lebenszufriedenheit beitragen.

Als drittes Element haben wir die Community-Kontaktlisten, die wir nunmehr noch einmal deutlich ausgedehnt haben. Zentral ist hier der Community-Gedanke: Beziehungen können nicht nur als Selbstzweck zwischen zwei Personen entstehen, sondern auch aus gemeinsamen Themen und konkreten Projektbezügen. Solche Kontexte ermöglichen Zugehörigkeit, gegenseitige Unterstützung und sinnstiftende Beziehungen, die einerseits über Zweierbeziehungen hinausgehen, aus denen aber gleichzeitig auch wiederum Zweierbeziehungen entstehen können und dies auch tun.

Schließlich gibt es auch ein viertes Element von Gleichlang, nämlich Gleichklang als Raum für sexuelle und erotische Begegnungen und Erlebensweisen, die durch Achtsamkeit und Passung getragen werden. Sexualität wird dabei nicht als rein egozentrisches Konsumangebot verstanden, sondern als mögliche Form menschlicher Verbundenheit.

Typischerweise ist dieses Element bei Gleichklang in Freundschaften (Freundschaft+) oder Partnerschaften eingebettet. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die Suche vorwiegend oder sogar nur auf erotische Begegnungen einzugrenzen.

Dies wiederum hilft allen Mitgliedern der Community:

  • Niemand sieht sich motiviert, etwas Falsches vorzugeben. Wer „nur“ nach erotischen Begegnungen sucht auf einer achtsam-ganzheitlichen Basis, wird niemanden vorgeschlagen, der „nur“ nach Partnerschaft, aber nicht nach erotischen Begegnungen sucht. Vielmehr werden in allen Bereichen bezüglich der Bedürfnisstruktur und der Beziehungsplanung kompatible Personen vorgeschlagen.
  • Indem viele Möglichkeiten eingeschlossen werden, auch solche, die nur für wenige gelten, wird tatsächlich immer die gesamte Community dabei unterstützt, authentische, kompatible Beziehungen miteinander finden und aufbauen zu können.

Wir haben uns bei Gleichklang von Anfang an dazu entschlossen, maximale Ehrlichkeit und Authentizität zwischen unseren Mitgliedern zu fördern. Deshalb sehen wir auch im Unterschied zu Dating-Apps und anderen Partnervermittlungen komplett davon ab, kurzfristige Belohnungsmechanismen, künstliche Useraktivität (Anreize für Antworten), beziehungsschädliche Kontroll- und Eifersuchtsmechanismen (Anzeige des Online-Status), oder permanente Vergleichsdynamiken (Passungsprozente etc.) einzubauen.

Dating mit Psychologie

Kern und Basis von Gleichklang ist die Psychologie, aber nicht eine Psychologie, die sich fragt, wie kann der Spaß bei der Nutzung maximiert werden, sondern eine Psychologie, die eine Frage beantworten möchte:

  • Wie können werthaltige und zu wechselseitigem Glück führende Beziehungen entstehen?

Wir nutzen also bei Gleichklang psychologische Erkenntnisse und Methoden, um die Partnersuche und Freundschaftssuche unserer Mitglieder strukturiert und nachhaltig zu unterstützen. Ziel ist, dass sich Menschen begegnen und Beziehungen aufbauen, die miteinander Kompatibilität erleben. Der Abgleich, der durch unseren Matching-Algorithmus erfolgt, ist daher ein Abgleich der individuellen Lebensphilosophien, ethisch-moralischen Grundhaltungen, sexueller Erlebenswünsche und grundlegender Modelle dahingehend, wie wir Beziehung gestalten möchten und können.

Die Vermittlungsprinzipien beruhen auf dem kontinuierlichen Abgleich des psychologischen Forschungsstandes sowie auf eigenen langjährigen Erhebungen und Umfragen. Zentrale theoretische Grundlagen habe ich in dem Buch A Perfect Match? Psychologische Analyse der Online-Partnersuche ausgearbeitet.

Der Matching-Algorithmus unterscheidet sich bewusst von gängigen Verfahren anderer Plattformen. Statt allgemeiner Persönlichkeitstests oder rein äußerlicher Merkmale werden jene individuellen Lebensmerkmale berücksichtigt, die für die jeweilige Person tatsächlich zentral sind. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei das Akzeptanz-Prinzip, bei dem die Bereitschaft zur Beziehung mit Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen ausdrücklich einbezogen wird, um Zurückweisungen zu reduzieren und Inklusivität zu ermöglichen.

Dabei geht es bei Gleichklang aber eben nicht nur um Matching, sondern um den gesamten Prozess der Partnerfindung wie auch der Freundschaftsfindung, der auch ein Prozess der Selbstreflexion und der Persönlichkeitsentwicklung sein kann und sollte.

Genau hierfür stellen wir auch psychologische Artikel und Tests zur Selbsteinordnung zur Verfügung, die der Klärung eigener Bedürfnisse und Suchkriterien dienen. Wir verstehen Beziehungssuche, Beziehungsaufbau, Beziehungsgestaltung als Prozesse der Selbstklärung. Durch Reflexion eigener Werte, Muster und Erfahrungen wird es möglich, stabilere Entscheidungen zu treffen, wertkonsistenter zu handeln und sich bewusster auf Beziehungen einzulassen. Dieser Prozess wird bei Gleichklang aktiv begleitet und als integraler Bestandteil der Partnersuche verstanden.

Wertebasierte Ausrichtung von Gleichklang

Gleichklang ist Teil der Green-Dating-Bewegung, die als eine umfassende ethisch-gesellschaftliche Grundorientierung zu betrachten ist. Die Community vereint Menschen, für die ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit, Inklusion und Mitgefühl handlungsleitende Maßstäbe ihres Lebens sind.

Empirische Erhebungen innerhalb der Mitgliedschaft zeigen eine außergewöhnlich hohe Übereinstimmung in zentralen emanzipatorischen Haltungen, darunter der Einsatz für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, die Überwindung von Tierausbeutung, die Ablehnung von Rassismus und Antisemitismus, die Unterstützung von Geschlechtergerechtigkeit sowie die Solidarität mit gesellschaftlich oftmals marginalisierten Gruppen.

Erneut ist dies gleichzeitig eine Ausrichtung, die die Tiefe und Tragfähigkeit von Beziehungen fördert:

  • Denn es sind auch unsere gesellschaftlichen Werte, die die Art prägen, wie Beziehungen gesucht, gelebt und gestaltet werden.

Viele Mitglieder erleben, dass ökologische und ethische Lebensprinzipien oft von einer Mehrheit in der Gesellschaft nicht geteilt oder als irrelevant erachtet werden. Studien zeigen, dass die mehrheitlich vertretenen materialistisch und konsumorientierten Lebensweisen jedoch unsere Beziehungszufriedenheit und unsere erhaltene und gegebene Fürsorgen beeinträchtigen.

Ein zentraler Bereich innerhalb der Green-Dating-Bewegung ist die pflanzenbasierte und vegane Lebensweise. Die Community vereint Menschen, die bereits vegan oder vegetarisch leben, ebenso wie jene, die hierfür aufgeschlossen sind und sich auf dem Weg befinden. Dabei zeigen unsere Umfragen mit verpartnerten Mitgliedern, dass dieser Ansatz geeignet ist, die eigene Weiterentwicklung zu fördern, und sich gleichzeitig positiv gesellschaftlich auswirkt:

  • In diesem Kontext geschlossene Beziehungen werden nämlich häufig zum motivierenden und stabilisierenden Rahmen, in dem eine Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährung tatsächlich angegangen wird und gelingt.

Damit verdeutlicht die ethische und werteorientierte Art unserer Dating-Community zugleich ein zentrales psychologisches Grundmotiv, das uns eine ebenso gesellschaftlich eingebettete soziale wie individuelle positive Weiterentwicklung ermöglicht:

  • Solidarische Selbstoptimierung bezieht sich nicht auf eine neoliberale Selbstoptimierung, bei der jeder Einzelne von der Gesellschaft ausschließlich für sein Dasein verantwortlich gemacht wird und wir uns in einem permanenten Wettbewerb untereinander befinden, um uns zu profilieren.
  • Solidarische Selbstoptimierung bedeutet vielmehr, dass wir uns mit uns selbst, unserer Vergangenheit, Gegenwart und unseren Wünschen für die Zukunft auseinandersetzen, für uns wichtige Themen herausarbeiten, in denen wir uns gerne verändern würden, und diese Veränderungen dann tatsächlich in die Tat umsetzen.
  • Echte Beziehungsfindung ist in diesem Sinne immer auch eine solidarische Selbstoptimierung, zumal wir in dem Moment, in dem wir miteinander in Beziehungen treten, uns in vielfältiger Weise aufeinander zubewegen müssen. Dabei geht es sowohl um das Erkennen und Annehmen dessen, was uns unterscheidet, als auch darum, durch wechselseitige Eigenveränderungen neue Verbindungen zu ermöglichen.

Natürlich gibt es dabei auch noch weitere Auswirkungen einer Kompatibilität von Werten und Grundeinstellungen:

  • Gemeinsam geteilte Werte erleichtern den Alltag, reduzieren grundlegende Konflikte und schaffen emotionale Sicherheit. Dies gilt nicht nur für Partnerschaften, sondern ebenso für Freundschaften, Gemeinschaften und Projekte. Beziehungen, die auf übereinstimmenden ethischen Grundhaltungen beruhen, fördern Nähe, Vertrauen und langfristige Stabilität. Fehlt diese Übereinstimmung, berichten Menschen häufig von inneren Spannungen, moralischer Dissonanz und dem Verlust eines emotionalen Schutzraums.

Gleichklang versteht Green Dating damit als eine simultane Antwort auf Umweltkrise, Konsumdruck und soziale Vereinzelung. Indem Menschen zusammenfinden, die Verantwortung nicht als individuelle Last, sondern als gemeinsame Aufgabe begreifen, entstehen Beziehungen, die persönliche Sinnerfüllung und Fürsorge mit gesellschaftlicher Wirksamkeit verbinden.

Näheres hierzu habe auch ich in meinem Video Die Verhaltenskrise, die unsere Umwelt und unsere Beziehungen zerstört“. Der Titel klingt negativ, aber die Lösung steht mit im Zentrum des Videos.

Inklusive Partnersuche und Freundschaftssuche

Diversität und Inklusion als Herz unserer Dating-Community

Diversität und Inklusion sind grundlegende Prinzipien der gesamten Community. In einer Zeit, in der Diversität und Inklusivität gesamtgesellschaftlich immer mehr zurücktreten, möchte ich eines als Erstes sagen:

  • Diversität und Inklusivität dienen allen von uns, jedem einzelnen Menschen auf dieser Erde. Denn wenn wir es genau und fundiert betrachten, sind wir immer in einem Merkmal – sei es ein Gedanke, eine sexuelle Orientierung oder sexuelle Präferenzen, eine körperliche oder seelische Bedingung, eine besondere Lebenssituation etc. – in der Minderheit. Oder wir sind es nicht jetzt, werden es aber eines Tages sein.

Studien zeigen, dass sämtliche Formen von gruppenspezifischer Ausgrenzung und Diskriminierung, egal ob sie Frauen, Transgender, Homosexuelle oder allgemeiner die queere LGBTQ+-Bewegung, Absolute Beginner, Menschen mit Behinderungen, Erkrankungen oder Neurodiversität, Geflüchtete, Veganer:innen oder andere betreffen, hoch miteinander korreliert sind. Die Idee der Ausgrenzung generalisiert sich gewissermaßen auf alle Bereiche, sobald wir ihr stattgeben. Leiden zunächst scheinbar nur die einen, leiden wir später selbst.

  • Eine Gesellschaft, die auf den Fundamenten der Diversität und Inklusivität beruht, maximiert die Möglichkeiten für Lebensglück und Sinnentfaltung all ihrer Mitglieder.
  • Eine Dating-Community, die Diversität und Inklusivität in den Vordergrund ihrer Tätigkeit stellt, erhöht die Chancen aller auf tragfähige und ihr Lebensglück erweiternde Beziehungen.

Indem wir auch in Zeiten, in denen dies nicht opportun ist, ohne Einschränkung auch in unserer Außendarstellung an den Prinzipien von Diversität und Inklusivität festhalten, sichern wir so gleichzeitig die Beziehungsmöglichkeiten all derjenigen, die bei uns nach Partnerschaft, Freundschaft oder Projekten suchen.

Authentizität wird maximiert – Beziehungschancen steigen

In einer Umgebung, in der Unterschiedlichkeit normalisiert ist, müssen Menschen sich weniger schützen oder rechtfertigen. Sie werden authentischer oder vertrauter. Wie stelle ich mich am besten dar, damit andere mich attraktiv finden? Genau diese Frage beantworten wir bei Gleichklang nicht, sondern wir möchten, dass sie unsere Mitglieder nicht mehr stellen.

Wir verstehen Vielfalt umfassend. Sie umfasst sexuelle Orientierungen, Asexualität, geschlechtliche Identitäten und Gender, monogame und nicht-monogame Beziehungsmodelle ebenso wie Behinderungen, körperliche oder seelische Erkrankungen, Neurodiversität, Hochsensibilität, unterschiedliche familiäre Lebenslagen, fehlende Beziehungserfahrungen, besondere körperliche Merkmale und auch prekäre finanzielle Situationen. Ebenso gehören hierzu Einstellungen zu Spiritualität und Religion, genauso wie Sehnsucht nach Auswanderung und Aussteigen.

Die Vermittlungsstruktur ist darauf ausgerichtet, Unterschiedlichkeit sichtbar zu machen und sodann diese mit Akzeptanz und Passung dort, wo Passung unverzichtbar ist, zu verbinden. Auf diese Weise strukturieren wir bei Gleichklang einen Raum, in dem Begegnungen auf gegenseitiger Offenheit beruhen.

Eine kurze Aufzählung

Gleichklang integriert unterschiedliche sexuelle Orientierungen – von heterosexuell, homosexuell und bisexuell über pansexuell, asexuell, demisexuell oder skoliosexuell bis zu queeren Selbstbeschreibungen – ohne Hierarchisierung.

Ebenso selbstverständlich ist die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt:

  • Frauen, Männer, transgeschlechtliche, nicht-binäre, intergeschlechtliche und genderfluide Menschen gehören gleichermaßen zur Mitte der Community. Dasselbe gilt für unterschiedliche Beziehungsmodelle, von monogamen Partnerschaften über offene Beziehungen und Polyamorie bis zu platonischen Lebensgemeinschaften.

Mithilfe des Akzeptanz-Prinzips können wir für unsere Mitglieder mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, psychischen Belastungen, Neurodiversität wie Autismus oder ADHS sowie Personen mit HIV oder sexuellen Funktionsstörungen oder chronischen Erkrankungen die gleichen Vermittlungschancen erreichen wie für alle anderen auch.

Ebenso wichtig ist die Einbeziehung unterschiedlicher Lebensrealitäten:

  • Alleinerziehende, hochsensible Menschen, Absolute Beginner ohne Beziehungserfahrungen, Menschen mit besonderen körperlichen Merkmalen oder mit finanziellen Einschränkungen.

Wir motivieren zu Akzeptanz und einer ganzheitlichen Beziehungsbetrachtung und matchen sodann die durch unsere Mitglieder benannte reflektierte Akzeptanz mit den jeweiligen Lebensbedingungen.

Dating, Spiritualität und Religion

Gleichklang verbindet Menschen, die sich zu einer solidarischen, mitmenschlichen und ökologischen Grundhaltung bekennen, unabhängig davon, ob sie religiös, spirituell, atheistisch oder agnostisch orientiert sind.

Diese gemeinsame ethische Basis bildet den verbindenden Kern der Community. Für manche Mitglieder sind Religion oder Spiritualität prägend für Sinnfragen, Alltagsgestaltung und Beziehungsgestaltung, was bis hin zur Kindererziehung gehen kann.

In der Community finden sich Menschen mit sehr unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Bezügen. Repräsentiert sind Atheismus und Agnostizismus ebenso wie Bahai, Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum, Schintoismus sowie freie, westliche, östliche oder integrative Spiritualität. Viele Mitglieder fühlen sich mehreren Traditionen verbunden, andere stehen Religion insgesamt kritisch gegenüber.

Für viele ist ein Matching von Religion und Spiritualität nicht wichtig, für andere aber schon, wenn sie eine erfüllende Beziehung aufbauen möchten. Wir erkennen diese Unterschiede und bauen unsere Vermittlung genau hierauf auf.

Praktiken der Kontemplation

Sehr verbreitet sind bei Gleichklang übrigens Meditation, Kontemplation und Yoga. Diese Praktiken werden stärker von spirituellen, aber auch von atheistischen oder agnostischen Mitgliedern genutzt. Sie können Nähe, Selbstregulation und Verbundenheit in Beziehungen fördern, und dies gilt insbesondere dann, wenn beiderseits der Wunsch da ist, sie gemeinsam zu erleben. Genau diesen Wunsch und seine Zentralität erheben wir wiederum in unserer Vermittlung und können so Menschen einander vorstellen, die gute Ausgangsvoraussetzungen für eine kompatible Beziehung haben.

Unser konkretes Vorgehen

Gleichklang erfasst religiöse, spirituelle, atheistische und agnostische Orientierungen und überlässt den Mitgliedern selbst die Entscheidung, ob diese bei der Partner- oder Freundschaftsvermittlung berücksichtigt werden sollen. Nicht willkommen sind allerdings fundamentalistische, homophobe, frauenfeindliche oder hasserfüllte Positionen, gleich welcher religiösen oder nicht-religiösen Herkunft. Unterschiedlichkeit ist legitim, Abwertung nicht.

Menschliche Begleitung, Transparenz und Abgrenzung von Dating-Apps

Gleichklang hat seine Vermittlung nie und wird sie niemals vollständig automatisierten Systemen überlassen, deren Entscheidungen für die Betroffenen nicht nachvollziehbar sind. Support, Beratung und Hilfestellung erfolgen von uns durch Menschen und spielen eine zentrale Rolle für die Partnersuche und Freundschaftssuche bei Gleichklang. Unsere Mitglieder wissen, dass sie jederzeit zum Telefon greifen und uns erreichen können. Das vermittelt ein gänzlich anderes Gefühl, Mitglied von Gleichklang zu sein, als beispielsweise Tinder zu nutzen.

Der Matching-Algorithmus ist bewusst transparent beschrieben und dient als Unterstützung, nicht als Ersatz für menschliche Hilfestellung und Verantwortung. Ein wesentlicher Teil der Beziehungssuche bleibt bei den Mitgliedern selbst, deren Reflexion und aktive Auseinandersetzung wir ausdrücklich fördern.

Rein automatische Systeme stoßen häufig an Grenzen, weil Beziehungssuche von psychologischen Prozessen geprägt ist:

  • Hoffnung, Abwehr, Angst vor Verletzung, Enttäuschung oder Rückzug sowie der Einfluss des eigenen Dating-Verhaltens auf entstehende oder ausbleibende Beziehungen.

Ferner sind uns viele unserer eigenen tatsächlichen Motive oder Handlungsursachen nicht einmal vollauf bewusst. Gerade im Bereich des Datings bestehen vielfältige Missverständnisse und schädliche Erwartungen, die den Erfolg unserer Beziehungsfindung erschweren können. Wir leisten Unterstützung, Erwartungen zu erkennen, zu korrigieren, Einstellungen zu reflektieren und eine wirksame Beziehungsfindung zu ermöglichen.

Während viele Plattformen ihren Support und sogar grundlegende Datingprozesse an KI-Systeme auslagern, bleiben wir bei der menschlichen Begleitung.

Dating-Apps, Liquid Love und der Gegenentwurf von Gleichklang

Dating-Apps sind auf kurze Chats, schnelle Reize und permanente Neuansätze ausgerichtet. Sie erzeugen fortlaufend Hoffnung und ersetzen durch Prozesse der Konditionierung das Ziel einer Beziehung zunehmend durch das Ziel, neue Matches zu erhalten.

Nutzer:innen werden damit zu Spieler:innen in einem System kurzfristiger Belohnungen, das Aufmerksamkeit bindet, aber Bindung obstruiert. Diese Belohnungen wirken suchterzeugend, führen jedoch selten zum eigentlichen Beziehungsziel. Bleibt der Erfolg aus, entsteht Leere, die durch weiteres Swipen und neue Kontakte kompensiert wird.

So steigen seit Jahren gleichzeitig die Zahl der Kontaktoptionen und die der Singles. Dating-Apps versprechen Nähe, erzeugen aber häufig genau das Gegenteil. Dieses Prinzip entspricht dem von Zygmunt Bauman beschriebenen Konzept der Liquid Love, in dem Beziehungen austauschbar, vorläufig und jederzeit ersetzbar bleiben.

Wir setzen hier bei Gleichklang einen klaren Gegenakzent:

  • Es gibt keine Spielelemente, keine schnellen Belohnungen und keinen Druck zur ständigen Aktivität. Im Mittelpunkt steht ein langfristiges Beziehungsinteresse und die Perspektive, zu gegebener Zeit einer Person zu begegnen, mit der tatsächlich eine Beziehung entstehen kann. Vermittelt wird nicht über sekundenbasierte Bildvergleiche, sondern über die Übereinstimmung von Lebensphilosophien, Werten und Beziehungsmodellen.

Solidarische Finanzierung als Grundlage unserer Community

Das Gebührensystem von Gleichklang ist Teil desselben solidarischen Grundansatzes, auf dem die gesamte Community beruht. Ziel ist es, Gleichklang unabhängig von externen Investoren, Datenverwertung oder Werbung zu betreiben und ausschließlich an den Werten und Bedürfnissen der Mitglieder auszurichten.

Die Finanzierung dient nicht der Abrechnung einzelner Nutzungen, sondern der gemeinsamen Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung einer werteorientierten, psychologisch fundierten Vermittlungs-Community.

Alle Leistungen bei Gleichklang sind daher kollektive Leistungen. Programmierung, Weiterentwicklung der Plattform, Bekanntmachung, psychologische Artikel, Videos, Support durch Menschen, Sicherheit, Profilprüfung und Vermittlung entfalten ihre Wirkung nicht punktuell, sondern über längere Zeiträume hinweg.

Oft werden Ergebnisse erst kumulativ sichtbar, manchmal erst nach Monaten oder Jahren. Deshalb ist es weder sinnvoll noch möglich, einzelne Leistungen individuell zu bepreisen oder zuzuordnen. Auch ein einzelner Vermittlungsvorschlag ist keine isolierte Leistung, sondern Ergebnis jahrelanger Entwicklungs-, Analyse- und Bekanntmachungsarbeit, von der alle Mitglieder gleichermaßen profitieren.

Aus diesem Grund erhebt Gleichklang einen festen jährlichen Beteiligungsbeitrag, mit dem alle Mitglieder gemeinsam die Plattform tragen. Dieser Beitrag ist kein Preis für persönliche Nutzung, sondern ein solidarischer Beitrag zur Aufrechterhaltung der gesamten Community-Struktur. Alle Mitglieder erhalten denselben Zugang zu allen Angeboten, unabhängig davon, wie intensiv sie einzelne Funktionen nutzen oder wie schnell sich Erfolge einstellen. Gerade dies schafft Fairness, weil niemand benachteiligt wird, der mehr Unterstützung benötigt oder dessen Suche mehr Zeit braucht.

Zugleich ist dieses System Voraussetzung dafür, dass Gleichklang sozial inklusiv bleiben kann:

  • Bei finanzieller Not kann der Beitrag auf einfache Anfrage bis auf 6 EUR pro Jahr reduziert werden. Diese Möglichkeit besteht nur, weil andere Mitglieder den regulären Beitrag tragen können und damit bewusst einen solidarischen Ausgleich ermöglichen.

Umgekehrt entsteht für zahlungsfähige Mitglieder die begründete Gewissheit, Teil einer Community zu sein, die ihre Werte nicht nur formuliert, sondern praktisch lebt.

Das Gebührensystem schafft damit die Grundlage für das, was Gleichklang ausmacht:

  • eine stabile, transparente, psychologisch begleitete und werteorientierte Vermittlungsplattform, auf der Partnerschaften, Freundschaften, Projekte und Gemeinschaften entstehen können.

Schlussabschnitt: Worum es bei Gleichklang im Kern geht

Online-Dating ist nicht einfach nur „Online-Dating“. In unseren Haltungen zu Beziehung und in unserem Beziehungsverhalten spiegeln sich gesellschaftliche Orientierungen und Werte wider, oft ohne dass es uns vollständig bewusst ist:

  • Erwartungen zu Themen wie Monogamie, Polyamorie, offene Beziehungen, Werteübereinstimmung, Heirat oder Familiengründung werden in uns angelegt und stabilisieren sich häufig über Jahre, außer wenn wir in Krisen geraten. Krisen können uns übrigens wiederum niederwerfen oder wir wachsen an ihnen.

Partnersuche ist nicht selten selbst eine solche Krise:

  • weil eine Trennung vorausging, weil wir lange Single bleiben oder weil wir uns in einer Gesellschaft, die Beziehung als Normativitätserwartung setzt, plötzlich entfremdet, isoliert, panisch, resigniert oder verzweifelt erleben.

Beim Online-Dating setzen große Konzerne zunehmend die Maßstäbe. Es handelt sich um weltweit ausgerollte Dating-Systeme, die sich nach Namen und Design unterscheiden, im Kern aber aus derselben Logik kommen und von wenigen Konzernen geprägt werden.

Auch wer glaubt, „nicht betroffen“ zu sein, trägt häufig Erwartungen in sich, die aus der Dating-App-Logik stammen:

  • Beziehung müsse schnell gehen, ständig müssten neue Kontakte da sein, Scrollen, Auswahl, kurze Chats, Flirt, Spielelemente, Anzeige des Online-Status.

Wenn dann Wartezeiten entstehen, wochenlang oder monatelang, wird dies als Beleg genommen, das System tauge nichts, und der Reflex lautet, zurückzugehen zu den Apps, wo täglich „irgendetwas“ passiert.

Psychologisch ist das nachvollziehbar – aber genau diese Ideen optimierten nicht die Partnerfindung und schon gar nicht Beziehungserhaltung, sondern das ewige Dating.

Es gibt zugleich eine andere Strömung, die durch echte psychologische Forschung gestützt wird:

  • Viele Kontakte, das Gefühl ständiger Alternativen, Dating als Auswahl, täglich noch einmal die Kontakte prüfen, all dies und weiteres führen zu Ablehnungshaltung und der ständigen Hoffnung auf noch bessere Vorschläge. Bindungsbereitschaft wird so untergraben.

Genau diese Mechanismen bedienen Dating-Apps, und genau darin liegt ihr „Erfolg“ – nicht in wachsenden Beziehungen.

Romantische Beziehungsfindung ist ein seltenes Ereignis, das nur gelegentlich im Leben geschieht. Sie wird nicht durch permanente Kontakte gefördert, sondern eher unbemerkbar gemacht, sodass wir sie übersehen, wenn die Möglichkeit eintritt.

Bei Gleichklang haben wir deshalb die gesamte Plattform – einschließlich der neuen Plattform – am Ziel der Beziehungsfindung und Beziehungserhaltung ausgerichtet. Das bedeutet aber auch, dass wir viel Kritik aushalten müssen, weil Erwartungen aus den konditionierten Mustern der Dating-Apps stammen.

Mein Beispiel ist immer dasselbe, weil es so stichhaltig ist:

  • Asexuelle, die nur asexuell suchen, erhalten pro Jahr vielleicht 4 – 5 Vorschläge und haben dennoch eine hohe Vermittlungschance; wer die Plattform an „Vorschlagsanzahl“ misst, hält das für zu wenig, obwohl genau darin die Passung liegt. Auch wir könnten locker tägliche Vorschläge machen, wenn wir einfach jeden kostenlos aufnehmen und unsere mehr als 100 Vermittlungskriterien streichen würden. Wir wären dann eine Dating-App wie Tinder, womöglich wohlhabender, aber sicher mit weitaus geringeren Vermittlungserfolgen als jetzt.

Das Problem ist:

  • Wer noch nicht gefunden hat, ist wegen weniger Vorschläge unzufrieden, während diejenigen, die finden, begeistert sind – und mit diesen Schwankungen müssen wir seit vielen Jahren leben.

Die Grundessenz von Gleichklang ist daher in sechs Kernaussagen benennbar:

  • Gleichklang ist eine Community, die Beziehungen in ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge einbettet, die sich tatsächlich auf unsere individuellen Beziehungen auswirken.
  • Wir sind werteorientiert und als Teil der Green-Dating-Bewegung und sind von daher nicht nur Struktur für die Beziehungsfindung, sondern auch Teil einer Antwort auf Umweltkrise, Konsumdruck und soziale Vereinzelung.
  • Dabei stellen wir Psychologie ins Zentrum der Vermittlung und fördern die Reflexion der Mitglieder, statt Entscheidungen allein an intransparente Automatisierung abzugeben.
  • Diversität und Inklusivität sind unser Kern und das Herz von Gleichklang, was allen zugutekommt, quer durch sexuelle Orientierungen, geschlechtliche Identitäten, Beziehungsmodelle, gesundheitliche Aspekte oder Lebenslagen.
  • Neben unserem Algorithmus, der auch durch Menschen entwickelt wird, begleiten wir die Partnersuche unserer Mitglieder ebenfalls durch Menschen – mit Support, Inhalten, Orientierung und auf Wunsch Coaching. Wir sind dabei ausdrücklich nicht einfach nur eine Plattform, die die Mitglieder alleinlässt oder ihnen ausschließlich KI-Assistenzen an die Seite stellt.
  • Wir finanzieren uns solidarisch als kollektive Leistung, transparent und ohne Ausschluss; wir bitten alle, die regulären Beiträge zu begleichen, außer wenn dies aufgrund einer finanziellen Notlage nicht möglich ist.

Wir sind eine alternative Kennenlernplattform und Partnervermittlung, weil sich unser System des Online-Datings einer gesellschaftlichen Struktur entgegenstellt, die schnelle Markterfolge, Oberflächlichkeit, Indifferenz und teils Brutalität fördert und die uns selbst in unseren privatesten Dating- und Beziehungsprozessen mittlerweile stärker prägt, als wir oftmals glauben.

Wir sind kein Mehrheitsmodell. Aber glücklicherweise gibt es doch sehr viele Menschen, die unseren Ansatz bejahen und unsere Wahrnehmung teilen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ohne diese Mitglieder würde es Gleichklang längst nicht mehr geben. Sie halten uns am Leben, und mit ihnen möchten und werden wir weitermachen, um die Beziehungssuche unserer Mitglieder mit unserem besten Wissen und Vermögen zu fördern.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Weg gemeinsam mit uns gehen:

▶ Zur Beziehungssuche bei Gleichklang

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2 Kommentare

  • Michael sagt:

    Wie kommt es deiner Meinung nach, dass sich zum Jahreswechsel so viele neue Mitglieder bei Gleichklang anmelden?

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Aktuell sind wir ja in der ersten Phase der Neuaufsetzung und waren und sind noch mit vielen Problemen konfrontiert, die wir dabei sind zu lösen. So habe ich ehrlich gesagt bisher noch diesen Aufschwung, den Du schilderst, nicht bemerkt 🙂

      Allerdings hast Du mit dem Jahreswechsel (aber nicht Weihnachten) typischerweise recht, und nun, wo wir soweit aufgestellt sind, hoffen wir erneut auf einen merkbaren Aufschwung zu Neujahr.

      Zu Weihnachten wird vielen durchaus Einsamkeit bewusst, weil sich andere in ihre Familien zurückziehen. Je mehr wir dann auch noch auf solche Tage ausgerichtet sind, desto mehr merken wir, dass wir jedenfalls keine Partnershcaft haben. Zu Weihnachten führt das aber noch zu einem nur moderaten Motivationseffekt, zum Teil eher zu einem depressiven Rückzugseffekt.

      Anders ist das mit dem neuen Jahr:

      Wir erachten auch komplett willkürliche Punkte als Ausgangspunkt für unsere Motivation. Das ist in vielen Bereichen gut erforscht. So scheint es vielen, als ob das neue Jahr echt etwas Neues ist, und das motiviert, nun die zu Weihnachten erlebte Einsamkeit in Handlungen zur Beseitigung dieser Einsamkeit umzusetzen, zumal Neujahr auch mit Aktivität, Hoffnung, Erwartung etc. assoziiert ist, allein schon sprachlich.

      Ich denke, das erklärt den Effekt, den wir bei Gleichklang in diesen Tagen noch nicht spüren, aber aller Wahrscheinlichkeit auch dieses neue Jahr wieder spüren werden.

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