Künstliche Intelligenz im Online-Dating

Beobachtungen, Entwicklungen und Folgen für die Partnersuche

Erste KI-Elemente in Datingplattformen

Datingplattformen haben bereits mit dem Einbau von KI-Funktionen in ihre Systeme begonnen. Ziel ist es, das Nutzererlebnis einfacher und interessanter zu gestalten, Barrieren und Hürden beim Verfassen freier Texte, aber auch bei Antwortnachrichten zu senken und Vorschläge ansprechender zu machen.

Doch wie wird sich all dies auf die Partnerfindung auswirken? Genau dieser Frage gehe ich in meinem Artikel nach.

Beobachtungen des Betreuungsteams

Eine merkwürdige Beobachtung unserer Betreuungsteams:

  • Immer häufiger gelingt es uns nicht mehr, die freien Texte echter Mitglieder von den Texten sogenannter Love-Scammer zu unterscheiden. Love-Scammer sind Personen, die sich in Plattformen einschleusen, Vertrauen erschleichen und am Ende finanzielle Vorteile ziehen.

Warum aber nähern sich plötzlich die Texte einiger echter Mitglieder den Texten der Love-Scammer an?

Die Antwort lautet KI:

  • Die Texte von Love-Scammern haben einen hohen Allgemeinheitsgrad, wirken unauthentisch und arbeiten mit durchschaubaren Floskeln. Es sind Profile ohne Kanten, mit einer seltsam oberflächlichen, allgemeinen Sprache. Genau dieses Muster fällt nun auch bei einigen Mitgliedern auf, was wir so zuvor nicht kannten.

Aber auch die Texte der Love-Scammer haben sich verändert:

  • Sie sind länger geworden. Sie bestehen nicht mehr vorwiegend aus Aufzählungen von Adjektiven und angeblichen Qualitäten, sondern verwenden nun eine komplexere Struktur. Sprachfehler gibt es praktisch nicht mehr.

Mitglieder und Love-Scammer nähern sich an, weil sie dieselben Module zur Sprachgenerierung verwenden. Diese beruhen jedoch auf Durchschnittsmodellen. So bringen sie in hohem Ausmaß durchschnittliche Texte hervor, sodass die scheinbare Individualität, die die Texte ausstrahlen, im Floskelhaften untergeht.

Künstliche Intelligenz bei Datingplattformen

Es nutzen nicht nur einzelne Partnersuchende ChatGPT, DeepSeek oder andere KI-Systeme zur Textgenerierung. Die Datingplattformen selbst bauen immer mehr künstliche Intelligenz in ihre Systeme ein.

Die Dating-App Hinge von der Match-Gruppe verspricht den Nutzer:innen eines KI-gestützten Online-Dating ein personalisiertes Matching in ganz neuer Dimension:

  • KI werde genutzt, um vorherzusagen, wer besonders gut zusammenpasse. Vorschläge sollen unterbreitet werden, die die Wahrscheinlichkeit eines wechselseitigen Likes maximieren. Die Systeme würden dabei ihre Vorhersagen kontinuierlich anpassen.

Simulationsdaten zeigen, dass KI-Systeme beim Online-Dating tatsächlich in der Lage sind, die Anzahl wechselseitiger Likes (Matches) mehr als zu verdoppeln. Sie unterbreiten also eher Vorschläge, die von beiden Seiten angenommen werden.

Hinge steht mit seiner intensiveren Einführung von KI-Systemen nicht allein, was schon deshalb nicht wundert, weil alle großen Apps der gleichen Firma gehören. Match-Group-CEO Bernard Kim erklärt zu Tinder:

  • Manchmal sind Menschen begeistert, Tinder zu nutzen… dann sollen sie fünf Fotos hochladen und werden nervös: Welches Bild aus dem letzten Jahr zeigt mich am besten?

Die KI soll diese Hürde abbauen und authentischere Profile schaffen:

  • KI kann unseren Nutzern helfen, bessere Profile effizienter zu erstellen, die ihre Persönlichkeit wirklich zeigen.

Tinder wolle die richtigen Inhalte den richtigen Menschen präsentieren.

Bei Bumble steht eine KI-assistierte Fotoauswahl sogar bereits unmittelbar vor der Markteinführung.

Auch beim Schreiben von Profiltexten soll KI künftig unterstützen:

  • Manche können gut schreiben, viele aber nicht. KI kann helfen, Wichtiges herauszustellen, Persönliches zu teilen oder die eigenen Absichten klarzumachen.

Ein ansprechendes Profil zu erstellen, bereitet vielen Nutzern Kopfzerbrechen. Dieses Kopfzerbrechen soll es künftig nicht mehr geben. Online-Dating wird durch KI einfacher.

Folgen von artifizieller Intelligenz für die Partnerfindung

Was bedeutet das für die Partnerfindung?

In den Überlegungen der Plattformen habe ich dazu nichts gefunden, aber das, was angekündigt wird, lässt vermuten, wohin die Reise führt.

Ich schreibe oft über das Dating-Paradox:

  • Wir haben durch die Dating-Apps so viele Kontaktmöglichkeiten wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Gleichzeitig haben wir steigende Zahlen unfreiwilliger Singles. Partnersuche ist nicht leichter, sondern schwerer geworden.

Die neuen Dating-Systeme können den Verlust, der durch den Wegfall anderer Strukturen der Partnerfindung (Familie, Freunde, Bekannte, Vereine, Nachbarschaft, dritte Orte) entstanden ist, nicht kompensieren.

Warum Dating-Apps bei der Partnerfindung scheitern

In aller Kürze zusammengefasst liegt das Scheitern der Dating-Apps bei der Partnerfindung daran, dass das strategische Hauptziel der Partnervermittlung durch ein kurzfristiges Unterhaltungs- und Ablenkungsziel ersetzt wird.

Die Plattformen streuen Belohnungen ein, die die Nutzer:innen zwar auf Kurs halten, aber nicht auf Kurs zur Partnerfindung, sondern auf Kurs zur weiteren Nutzung der Plattform:

  • Matches treten an die Stelle von Beziehungen. Fotoattraktivität ist das entscheidende Auswahlkriterium. Deshalb werden attraktive Personen besonders oft vorgeschlagen. Den Durchschnittsnormen der Attraktivität entsprechende Personen erhalten mehr Likes.

Wie sieht also das Ergebnis einer Match-Optimierung aus?

Insbesondere solche attraktiven Personen werden besonders oft allen anderen vorgeschlagen, die selbst eine hohe Bereitschaft haben, viele Likes zu vergeben.

Diese attraktiven Personen werden nämlich wegen ihrer Attraktivität gelikt, und gleichzeitig entstehen Matches, wenn diese attraktiven Personen selbst Likes liberal vergeben.

Ein liberales Vergeben von Likes bedeutet aber keineswegs, dass die betreffenden Personen auch nur eine Beziehung mit all den Personen, denen sie Likes geben, erwägen würden.

Das Like wird so bedeutungslos – oder besser gesagt, es erhält eine neue Bedeutung als Belohnung innerhalb eines gamifizierten Dating-Systems.

Das Problem?

Likes und Matches bedeuten nicht Beziehung – ganz im Gegenteil:

Meistens schreiben sich Matches nicht einmal an. Schreibt jemand, ist die Antwortrate bei Dating-Apps gering. Kommt es zum Austausch, bleibt dies zumeist auf einer Hallo-Ebene.

Wieso?

Weil das nächste Match bereits da ist.

Bei der Partnerfindung verzetteln wir uns schnell.:

  • Zu viele Likes und Matches führen schnell zu null Beziehungen. Alle werden kritisch betrachtet, und die Erwartung eines besseren Matches ersetzt die Bindungsbereitschaft.
  • Die Verdoppelung der Matches, die uns Simulationsstudien mit KI versprechen, ist also nichts Gutes.

Das geht auf der Offline-Ebene weiter:

  • Steht schon das nächste Treffen bevor, entsteht aus diesem Treffen vermutlich keine Beziehung.

Der Grundfehler der KI-Funktionen beim Online-Dating

Ich denke, der Grundfehler der KI-Funktionen beim Online-Dating ist deutlich geworden.

Die KI wird genutzt – so sagen es die CEOs selbst, wenn wir ihre Aussagen richtig entschlüsseln –, um das weiter zu verstärken, was bereits jetzt das Problem des Online-Dating darstellt. Die KI wird nicht in den Dienst der Partnerfindung gestellt, sondern in den Dienst der ökonomischen Interessen der Plattformen. Diese werden durch Unterhaltung und Bindungslosigkeit besser erfüllt als durch eine echte Beziehungsfindung.

Schon heute ist durch die Dating-Apps die tatsächliche Beziehungsfindung erschwert. Die neuen KI-Funktionen sind geeignet, eine bereits erschwerte Partnerfindung weiter zu erschweren – im Gewand der Leichtigkeit!

Leichtigkeit als Erschwernis

Leichtigkeit und Benutzerfreundlichkeit werden für die Partnerfindung immer wieder eingefordert. Aber anders als viele denken, sind es genau diese Leichtigkeit und Benutzerfreundlichkeit, die Unverbindlichkeit schaffen.

In 1–2 Minuten ein Profil erstellt und los geht es:

  • Bei solch einer niedrigen Schwelle ist die Verlockung groß, der Aufwand gering. Das passt zu Spielen, nicht aber zu einer so ernsten Angelegenheit wie der Bindungsentstehung.

Hier greifen die neuen Funktionen zur Erleichterung der Fotoauswahl und Textgenerierung ein:

  • Die Erstellung des eigenen Profils und das Antworten auf Nachrichten ist sicherlich für manche anstrengend und sogar blockierend.

Aber auch wenn es anstrengend sein kann und wir manchmal kämpfen müssen, um unsere Blockaden zu überwinden – ist genau dies die Essenz der Partnerfindung.

Mit den KI-Systemen werden künftig bei der Online-Partnersuche noch mehr Spieler:innen angelockt, als dies bereits jetzt der Fall ist.

Bei Tinder sind nach wissenschaftlichen Befunden mehr als 60 % der Nutzer:innen bereits in einer festen Beziehung. Das hindert sie nicht, weiter zu daten. Mit den neuen KI-Funktionen wird das Problem nicht gelöst, sondern verschärft:

  • Je unterhaltsamer es wird, desto stärker wird der Anteil der Verpartnerten beim Online-Dating steigen – und das gilt umso mehr, wenn künftig durch die neue KI-Fotoauswahl die Attraktivität der Bilder ebenfalls steigen wird. Denn so wird der Anreiz erhöht, auch dabei zu sein, gerne auch mit falschen Angaben beim Beziehungsstatus.

Über die Authentizität beim Online-Dating

Nach Studien sinkt das Interesse an einem Kennenlernen und einem Beziehungseinstieg gravierend bereits bei geringen Verzerrungen in einem Dating-Profil:

  • Je mehr wir nur unsere guten Seiten zeigen, desto mehr wir unsere tatsächlichen oder vermeintlichen Schwächen verschweigen, desto weniger wir zu uns selbst stehen, desto schneller verliert die andere Person das Interesse, wenn sie uns wirklich kennenlernt.

Sicherlich, die CEOs versprechen die Quadratur des Kreises:

  • Alles wird einfacher, wir zeigen uns von unseren besten Seiten, erhalten mehr Likes und Matches und werden gleichzeitig authentischer.

Das ist aber nur ein Werbespruch. Alles zusammen geht nicht:

  • In Wirklichkeit liegt die KI-Profiloptimierung auf der Steigerung der Profilattraktivität und nicht auf der Authentizität.

Genau dies ist das Interesse der Dating-Systeme. Schließlich leben die großen Dating-Systeme davon, dass die Nutzer:innen bleiben – und sollten sie gehen, dass sie schnellstmöglich wiederkommen.

KI und Emotionen

Bereits jetzt erleben Menschen im Umgang mit den KI-Systemen am Markt emotionale Bindung. Je mehr KI-Systeme emotional reagieren und die Menschen dort abholen, wo sie sind, desto stärker wird die emotionale Bindung an die KI-Systeme werden.

  • Spätestens in dem Moment, in dem KI aus der Körperlosigkeit aussteigt und materielle Gestalt annimmt, werden Menschen sich mehr in KI-Roboter und immer weniger in Menschen verlieben.

Aber auch bevor die KI uns als materielle Gestalt gegenübertritt, können rein verbale Systeme der Zuwendung und Verstärkung uns fesseln. Manche sind mehr, manche sind weniger anfällig.

Binden wir uns aber emotional an KI-Systeme, sinken automatisch als Nebenfolge Bereitschaft, Wunsch und Fähigkeit, uns zwischenmenschlich zu verbinden.

Keineswegs bei allen, aber bei nicht wenigen wird ihre Beziehungsfähigkeit mit der Fortentwicklung der KI-Systeme abnehmen.

Künstliche Intelligenz geht in die falsche Richtung

Die künstliche Intelligenz geht aktuell in vielerlei Art und Weise in eine falsche Richtung:

  • Technologien, die der ganzen Menschheit und unserer Erde nutzen könnten, bleiben in Privathand und dienen den Interessen einzelner Konzerne.

So werden sie bei weitem mehr für fossile Energien und das Morden im Krieg eingesetzt – Gaza ist ein erschütterndes Beispiel – als für Umweltschutz und Mitmenschlichkeit. Ihre Funktionen stehen nur käuflich zur Verfügung und werden so der Gesellschaft als Ganzes entzogen. Eine bessere Welt werden wir so wohl kaum bauen können.

So wie allgemein, so auch beim Online-Dating:

  • Die großen Dating-Systeme sind aktuell dabei, durch den Einsatz von KI Bindungsbereitschaft und Beziehungsfindung weiter zu untergraben. Sie sind funktional darauf ausgerichtet, Beziehungen durch Belohnungsreize zu ersetzen und psychologische Mechanismen zu optimieren, die Menschen glauben machen, es sei gut für ihre Beziehungssuche – während sie in Wirklichkeit ihre Zeit verschwenden und ihre Beziehungschancen verspielen.

Künstliche Intelligenz bei Gleichklang

Ich denke, in nicht ferner Zukunft wird ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Gleichklang im Bereich des Online-Dating sein, dass wir keine KI-Systeme in unsere Vermittlung eingebunden haben.

Es wäre Unsinn zu meinen, alle neuen Technologien seien per se schlecht und wir sollten nur am Alten festhalten. Es geht uns aber nicht um Konservatismus, sondern um die Realität:

  • Die KI-Systeme sind tiefgreifend eingebunden in intransparente und menschenverachtende Konzernstrukturen, deren Interessen sie dienen. Nehmen wir sie in das Herz der Online-Partnersuche auf, fördern wir nicht Beziehungsentstehung, sondern Bindungslosigkeit oder die Bindung an KI, die an die Stelle der Bindung zwischen Menschen tritt.

KI wird bei Gleichklang eine Rolle bei der Programmierung spielen, sie spielt bereits jetzt individuell bei der Rechtschreibkorrektur eine Rolle. Keine Rolle spielt sie aber – über die individuelle Nutzung durch Mitglieder hinausgehend, die wir nicht kontrollieren können – im Zentrum unseres Service; also bei Vermittlung, Profilerstellung (Text und Fotos) und Kommunikation.

Sollte es eines Tages eine KI geben, die allen zur Verfügung steht und die wirklich in der Lage wäre festzustellen, dass zwei Menschen so gut zueinanderpassen, dass sie glücklich miteinander werden, kann sich dies ändern. Aktuell ist das aber nicht der Fall.

Indem wir Gleichklang in allen seinen Kernfunktionen von KI fernhalten, halten wir nicht am Alten fest, sondern bewahren das Ziel der Beziehungsfindung als Existenzmotiv und Essenz unserer Plattform.

Wenn Sie hier mitgehen können, freuen wir uns, wenn Sie zu uns kommen:

▶ Zur Beziehungssuche bei Gleichklang

Weitere Links:

Informationen zum Coaching:

Einzeltermine für ein Coaching können Sie jederzeit über meine Website vereinbaren. Wie überall gilt auch für das Coaching unser Grundsatz, dass bei Gleichklang niemand an finanziellen Engpässen scheitern soll. Das Coaching-Honorar kann daher ohne Probleme auch in niedrigen Monatsraten beglichen werden.

18 Kommentare

  • Andreas Weck sagt:

    Ein Profil sollte persönlich sein. Ich tue mich damit schwer. Aber ist das schlimm. Es zeigt doch nur eine Schwäche die ein Teil von mir ist. Je mehr nicht mehr von mir selbst kommt sondern einer KI die eben auch nicht perfekt ist umso mehr wird das wahre ich verschleiert. Wir sind Menschen und mit Menschen in Beziehungen (jeder Art). Leider etwas was immer mehr verloren geht

    • Mitglied sagt:

      Von KIs erstellte Profile verhindern den so wichtigen persönlichen Ausdruck.

      Das Zitat im Artikel, dass viele Menschen nicht gut schreiben können, verzerrt dann die Präferenzen, denn so könnte ein anderer, dem viel an Sprache liegt, auf eine Person treffen, bei der dies nicht der Fall ist.

      Die logische Konsequenz ist tatsächlich eine Roboter-Mensch-Beziehung, sofern keine Begegnungsstätte ohne KI übrig bleiben.

      Aus Experimenten mit KI kann ich sagen, dass die Mehrheit der Menschen nicht auf dem Niveau der KI kommunizieren kann, weder inhaltlich noch sprachlich bzw in der Komplexität verschiedener Aspekte. Was im Umkehrschluss eigentlich bedeutet, dass für die Mehrheit der Menschen weiterhin Mensch-Mensch-Beziehungen passend sind (IQ etc) außer die KIs würden verdummt bzw vorgeben, dumm zu sein.

      Der Durchschnittsmensch kommt schon jetzt nicht mit hochbegabten Menschen aus, wie will er da eine KI im Roboterkörper ertragen?

      • Ich finde auch, dass der Einsatz von AI bei der Generierung von Texten letztlich für den Dating-Bereich nicht hilfreich ist. Das sehen wir derzeit konkret. Die KI wird sich so optimieren, dass sie die Bedürfnisse der Menschen erfüllt, wo sie stehen. Das wird viele anziehen, schon jetzt entwickeln Menschen intensive Gefühle gegenüber der KI. Gut finde ich es nicht, aber wir werden beobachten müssen, wie die Entwicklung ist. Ich glaube, dass es immer Platz für eine Nische wie Gleichklang geben wird, wo echte Menschen mit in großen Teilen authentischen Profilen einander für echte Beziehungen begegnen.

  • Buddha-lacht sagt:

    Danke für diese tiefgreifende Information.
    Dass sich Menschen emotional stärker an eine KI binden können, als an andere Menschen ist eine schrecklich Visiion.
    Verbundenheit ist eine zutiefst menschliche Qualität. Und ihre höchste Verwirklichung ist die Liebe.
    Echte Authentizität ist immer noch und wieder, was ich in der Partnersuche bei Gleichklang suche.
    Ein echter Gewinn, dass es euch gibt.
    Peter

    • Herzlichen Dank für Deine Ermutigung. Wir werden uns bemühen, als Nische im Dating-Bereich bestehen zu bleiben – mit echten Menschen, authentischen Profilen, echten Beziehungen und einem mitmenschlichen Umgang miteinander. Ich bin optimistisch, dass uns dies gelingen wird.

  • Adarion sagt:

    Ein bißchen höhnisch ist es jedoch, wenn man dann zuhauf AI-generierte Bilder hier sieht. Über die AI meckern (korrekt), aber selber hier nutzen…

    Überdies sind nicht allzuviele Profile (oder besser: für mich sichtbare Vorschläge aus dem „prematching“) bei GK sinnvoll mit Freitext befüllt – bei vielen vermisse ich da etwas Selbstreflektion und Tiefe. Oder einfach Offenheit. Ich soll mit der Person lange zusammenleben – da möchte ich gern vorab sondieren, was mich da erwartet.
    Ich bin introvertiert und Wunder-was, „zwinge“ mich jedoch, einen Text zu verfassen, der einigermaßen beschreibt, wie ich mich (natürlich subjektiv) einschätze, ggf. habe ich Zeugnis Dritter über mich, wie ich mir die Gegenseite (in groben Zügen vorstelle) und wie ich mir schematisch eine Beziehung vorstelle.
    Doch scheinen viele das nicht auf die Kette zu kriegen.
    Schade.
    Und wer sein Denken so weit an eine AI auslagert… wäre wohl nichts für mich.

    (Wobei ich rational langsam nachvollziehen kann, daß viele so verschüchtert sind bzw. vom leider ab und an beobachtbaren Verhalten der Menschen angewidert sind, daß sie eines Tages ihr Heil bei irgendwelchen Beziehungsrobotern suchen könnten.)

    • Der Artikel motzt nicht über AI herum, sondern zeigt auf, wo AI (nämlich in den Kernbereichen des Dating) jedenfalls aktuell nicht hilfreich ist und warum wir sie nicht verwenden. Die Bilder im Blog stammen übrigens alle von Adobe und werden gekauft, dort sind mittlerweile Fotos selten geworden. Fotos zur Verdeutlichung in Artikeln, Grafiken, Rechtschreibkorrektur etc. sind fraglos Dinge, wofür AI genutzt werden kann.

  • Mitglied sagt:

    Ich habe in der Vergangenheit erlebt, dass ich im Online-Dating Freitexte über mich verfasst habe, die Aspekte von mir beschrieben haben, aber nur ein Ausschnitt von mir waren und somit das wenige Beschriebene zu gewichtet war, Vieles nicht vorkam. Das wiederum hatte auf mich zurückgewirkt: Ich „ging“ mit meinem Text und war dann eine Zeitlang derjenige des Textes, obwohl ich der so gar nicht war 😉

    Kann man sich für andere so beschreiben, dass man für einen längeren Zeitraum das beschriebene Unbehagen nicht hat, hat man etwas geleistet. Ich wüsste nicht, wie KI das für mich leisten könnte. Kann sie nicht.

    Was wohl gehen könnte, ist, über KI z. B. Psychologisches zu lernen (KI zur Wiedergabe besten psychologischen Wissens). Dieser Weg wiederum ist kein Weg der schnellen guten Outputs – und setzt außerdem voraus, dass man in der Lage ist, gutes Wissen von weniger gutem zu unterscheiden. Am besten kann dies (im Beispiel der Psychologie), wer ordentliche systematische Kenntnisse erlangt hat (Studium), würde ich sagen.

    • KI ermöglicht uns sicherlich zu lernen, wobei wir bei den gegenwärtig am Markt erhältlichen Modellen sehr vorsichtig sein müssen. Sie enthalten viele Fehler, vereinfachen vieles, schildern gerade psychologische Themen oft recht undifferenziert oder pauschal und drehen teilweise sogar Ergebnisse um. Es ist also enorm wichtig, alles zu prüfen, was auch viel Zeit in Anspruch nimmt. Andernfalls können wir bei Fehlannahmen enden. In der Zukunft werden die Fehler aber sicherlich stark sinken, und Lernen wird künftig sicher stark KI-gesteuert sein. Verlassen wir uns jedoch allein auf die KI, werden wir hilflos und abhängig. Deshalb bleibt es wichtig, Wissensstrukturen aufzubauen, auf die wir dann mit und ohne KI zurückgreifen können.

  • Mitglied sagt:

    Ein wichtiges Thema.
    Nachdem, was ich verstanden habe, kann die KI nicht wirklich die Gefühle und Emotionen des Einzelnen wirklich erfassen und bleibt bei dem Versuch mehr oder weniger schematisch.

    Die KI kann wohl emotionale Texte verfassen. Stelle ich mir jetzt vor, dass in der Partnersuche Profil-Freitexte der KI verwendet werden und auch das anschließende sich Schreiben aus KI-Texten besteht, dann ist wohl klar, dass mangels echter Gefühlsfähigkeit und Emotionalität der KI der Austausch bis dahin ohne echte Gefühle und Emotionalität stattfindet.

    Macht man so, kann man im nächsten Schritt die Zwangsheirat o. ä. einführen. Das wäre sogar gut, da wir es nicht hinbekommen, das Singlesein zu beenden und uns zu verbinden. (Achtung: Humor.)

    • Es können trotzdem Gefühle entstehen, aber sie können auch in falsche Richtungen gehen. Übrigens werden Menschen wohl auch beginnen, sich so zu erleben und einzuschätzen, wie die KI es vorgibt oder vorschlägt. Derzeit sieht es so aus, dass dadurch Pauschalisierungen, Nivellierungen und Anpassungen an Durchschnittsmaße gefördert werden. Schließlich mag die Ernüchterung kommen, wenn die Menschen sich wirklich begegnen. Wie die KI künftig solche Texte verfassen wird, ist allerdings nicht sicher vorhersehbar.

      • mailant sagt:

        Auch wenn ich mich nicht mit KI für die Partnersuche beschäftigt habe, aber KI für andere Themen erlebe und vom Arbeitgeber dazu lerne, stelle ich mir das ähnlich vor und stelle mir vor, dass es gut sein kann, dass auch Moden, Wellen in den durch KI beeinflussten Emotionen entstehen. Die aber nicht jeder mitmacht.

  • Andreas sagt:

    Lieber Guido, ich bin seit vielen Jahren Gleichklang-Mitglied und hatte hier sehr wenige „beziehungskonstruktive“ und sehr viele negative, oberflächliche oder a-priori ablehnende Kontakte, bzw. werde als Mann auch oft genug ignoriert. Das ist wohl normal in unserer Gesellschaft (und bei Gleichklang immer noch 10..100 mal besser als bei anderen Plattformen). Mit 45 bin ich mittlerweile zudem wohl auch in einem Alter, in dem auch Frauen vorwiegend jüngere Männer suchen, was sich an der Anzahl der Vorschläge bemerkbar macht (in erinnere mich, dass du darüber auch einmal geschrieben hattest).

    Kurzum, statistisch gesehen waren meine Chancen als sexuell nicht sonderlich attraktiver Mann in einer von oberflächlichem Konsumverhalten geprägten Gesellschaft schon immer gering, und schwinden Jahr für Jahr weiter.

    Ich finde daher deine Kritik an AI zu kurz gegriffen. Klar wünsche ich mir lieber einen echten Menschen und eine echte Beziehung, aber wenn dies nicht möglich ist, bietet AI zumindest (hoffentlich bald) einen intelligenten Gesprächspartner, der mich respektiert und mir (pseudo-)emotional zugewandt ist, anstatt mich permanent mit emotionalen Kränkungen verschiedenster Art zu überladen.

    Ich würde eine AI-Partnerin jedenfalls nicht per se ablehnen. Mir ist bewusst, wie krass dieser Satz in den Ohren vieler Menschen klingen muss – ich selbst hätte vor 10..20 Jahren niemals für möglich gehalten, so zu denken. Aber wenn „echte“ Menschen niemals eine echte Alternative bieten können oder wollen, egal, wie sehr man selbst bereit ist, „sich selbst zu geben“, dann ändert sich das mit der Zeit.

    Ich war immer Optimist. Aber ich kann auch die Empirie meines Lebens nicht ignorieren. AI heilt nicht die Krankheit unserer Gesellschaft – aber lindert vielleicht wenigtens die Symptome ein wenig.

    • ich verstehe absolut, was du schreibst – und es ist ja auch total nachvollziehbar: Wenn Symptome sich wenigstens ein Stück weit lindern lassen, dann ist das schon greifbar und sinnvoll. Klar, seelische Schmerzen zu verringern, auch wenn wir sie nicht komplett loswerden, macht absolut Sinn.

      Trotzdem hab ich den Eindruck, dass du in deiner Argumentation ein bisschen zu weit gehst. Du setzt Beziehung ziemlich stark mit Lebenszufriedenheit gleich. Aber die Forschung zeigt eindeutig: Das muss nicht so sein. Auch als Single können wir glücklich werden. Ich würde Beziehungen eher als zusätzliches Plus für unser Leben sehen – nicht als zwingende Voraussetzung fürs Glücklichsein. Da würde ich dir raten, mal dein Denken ein Stück zu lockern.

      Auch deine Einschätzung, dass deine Chancen immer mehr sinken, teile ich so nicht. Unsere Auswertungen zeigen keine gravierenden Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Die Vermittlungschancen bleiben bis ins hohe Alter ziemlich konstant. Du hattest ja schon konstruktive Erlebnisse – die Erwartung ist daher realistisch, dass sich das wiederholt und daraus auch mal eine feste Beziehung entsteht. Natürlich kann es sein, dass du selbst unbewusst Verhaltensmuster zeigst, die Begegnungen blockieren. Aber deine Chancen gehen auf keinen Fall gegen null. Wünsche, Präferenzen und individuelle Merkmale sind vielfältig – und am Ende hat wirklich jede und jeder Aussicht, eine passende Person zu finden.

      Zum Thema KI: Der Artikel war zunächst allgemein gesellschaftlich gedacht. Klar, es könnte sein, dass einzelne profitieren, weil KI sofort Hilfen anbietet. Gleichzeitig besteht aber auch die Gefahr, dass dadurch der Weg zu echten zwischenmenschlichen Beziehungen eher verbaut wird. Ich denke, wir werden abwarten müssen, wie sich das entwickelt. Aber ich glaube fest daran, dass zwischenmenschliche Beziehungen mindestens als Nische auch in einem voll entwickelten KI-Zeitalter bestehen bleiben werden.

      • Andreas sagt:

        Danke für die ausführliche Antwort. Deine positive Perspektive weiß ich immer zu schätzen.

        Gesundheit/Lebenszufriedenheit/-erwartung und Beziehung(szufriedenheit) korrelieren m.W. statistisch aber doch – und wenn biographisch noch eine idealistische, romantische Prägung aus der Jugend dazu kommt, die ich als Teil einer hier kaum lebbaren Identität wahrnehme, sehe ich wenige Chancen, da als ganzer Mensch heil raus zu kommen.

        Ich versuche es trotzdem, und als Anfang kehre Deutschland bald den Rücken 😉 Wenn es mich auf meinen Reisen mal Richtung Kambodscha verschlagen sollte, schaue ich gerne vorbei 🙂

        • Sie korrelieren moderat bis stark, was bedeutet, dass Personen in einer Beziehung, die nicht glücklich ist, unzufriedener sind als Singles. Das Maximum erreichen im Durchschnitt selbstverständlich Menschen in glücklichen Beziehungen – was alles andere als selbstverständlich ist.

          Die Korrelationen lassen ebenfalls Raum für Menschen, bei denen sich die betreffenden Aspekte auseinanderentwickeln. Es gibt also auch Personen mit geringer Beziehungszufriedenheit und dennoch hoher Lebenszufriedenheit, nämlich dann, wenn die Beziehung nicht als zentral für die Lebenszufriedenheit wahrgenommen wird.

          Diese Korrelationen binden Sie also nicht. Auch ohne eine glückliche Beziehung können Sie eine hohe Lebenszufriedenheit aufbauen.

    • Mitglied sagt:

      https://m.youtube.com/watch?v=bcX6L2rozVE

      Am Ende geht’s auch um Onlinedating

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