Wenn Online-Kontakte abbbrechen und Beziehungsmöglichkeiten versanden

Frau im Bett mit Griff auf Handy auf dem Nachttisch.

Warum Online-Kontakte abbrechen – und weshalb eingeschlafene Kommunikationen oft der Schlüssel zu einer Partnerschaft sein können

Mein heutiger Blogartikel ist vorwiegend praktischer Art, ohne viele theoretische Bezüge und Studienreferenzen. Gerade auf diesen Artikel setze ich jedoch eine besonders große Hoffnung, dass er womöglich für manche Lesende zu einem Wendepunkt bei ihrer Beziehungsfindung werden kann.

Denn wenn Online-Kontakte abbrechen, verbirgt sich dahinter oft ein Phänomen, das ich seit Jahren beobachte und das auch viele eigentlich aussichtsreiche Kontakte zum Ende bringen kann:

  • Die Online-Kommunikation versinkt im Alltag, wird dadurch oberflächlich, schleppend, gezwungener Small Talk. Interessen oder Tagesaktivitäten stehen im Vordergrund. Die eigentliche Frage „Können wir uns lieben?“ findet keine Antwort.

Irgendwann wird solch eine Kommunikation meistens abgebrochen:

  • Manchmal sind beide erleichtert, haben jedenfalls kein Interesse, so weiterzumachen. Oder eine Seite ist enttäuscht, irritiert und ratlos. In diesem Fall sprechen wir von Ghosting. Schauen Sie hierzu gerne auch mein Video über Ghosting.

Wenn Online-Kontakte abbrechen, gibt es dafür natürlich viele Gründe. Heute gehe ich jedoch auf den einen entscheidenden Hauptgrund ein, den Sie selbst in der Hand haben.

Wenn die Kommunikation zur reinen Alltagsabfrage wird

Eine erstaunlich große Anzahl an Menschen beim Online-Dating spricht in ihren Nachrichten miteinander über vieles, nicht aber über die Möglichkeit, dass zwischen ihnen eine Partnerschaft entstehen könnte:

• Beide kennen die Antwort noch nicht. Aber der ganze Zweck der Online-Kommunikation ist im Grunde folgender: herauszufinden, ob beide einen Schritt weitergehen möchten.

Es interessiert nicht wirklich, ob die eine Person am Sonntag Rad gefahren ist und die andere im Garten werkelt.

Nebenbei können wir uns dies selbstverständlich auch berichten. Aber niemals sollte dadurch in den Hintergrund treten, dass wir vorwiegend gemeinsam die Beziehungsfrage beantworten möchten.

Geht aber dieses eigentliche Thema verloren, sind wir bereits auf dem besten Weg, demnächst keine Antwort mehr zu erhalten oder selbst im Grunde nicht mehr schreiben zu wollen.

Schüchternheit, Hemmungen, Vorsicht, Angst vor Belästigung, Angst, zu bedrängen – all dies bildet einen Teil der Antwort darauf, warum Menschen bei der Partnersuche das eigentliche Thema verfehlen. Aber wenn wir es uns zur Gewohnheit machen, uns am Thema zu orientieren, beginnen sich gleichzeitig solche Hemmungen aufzulösen, und wir bewegen uns in Richtung der Partnerfindung.

Beziehung von Anfang an thematisieren

Schon in der ersten Nachricht, die Sie schreiben, sollte deutlich werden, dass Sie herausfinden möchten, ob eine Partnerschaft zwischen Ihnen entstehen kann. So können Sie etwa bei der Erstnachricht darlegen, dass die Sichtung des Profils Sie neugierig, hoffnungsvoll und motiviert gemacht hat, in Kontakt zu treten, um gemeinsam herauszufinden, ob mehr möglich ist.

Gerne können Sie dabei auch ein wenig über Ihre eigenen Gedanken zu Partnerschaft und Beziehung schreiben. Ebenso wichtig ist es, deutlich zu machen, dass Sie neugierig sind, von der anderen Person mehr über ihre Gedanken hierzu zu erfahren.

Die Nachricht braucht nicht lang zu sein, aber der Ausdruck des Beziehungsinteresses ist essenziell.

  • Interessanterweise ergab sich in einer Studie, dass auch eine textbasierte Kommunikation zu einem stärkeren Erleben sozialer Verbundenheit führt, wenn über tiefergehende und die beteiligten Personen tatsächlich betreffende Themen gesprochen wird. Die Studie passt zu meiner Beobachtung, dass oftmals gerade diejenigen Kontakte abbrechen, die sich auf Small Talk und Alltagsgespräche beschränken.

Der nächste Schritt: Vom Schreiben ins echte Kennenlernen

Wir raten, nach einem ersten und bisweilen werthaltigen Online-Kontakt möglichst zu weiteren Ebenen überzugehen:

  • Werden Sie selbst aktiv, schlagen Sie ein gemeinsames Telefonat, ein Videogespräch oder ein direktes Treffen vor.

Sollte die andere Person deutlich machen, dass sie erst einmal auf der Online-Ebene bleiben wollen, bleiben Sie dabei, aber kommen Sie eines Tages erneut auf die weitere Ebene zurück.

Beziehung ist für diejenigen, die online suchen, ein wichtiges Thema, oft ein großer Wunsch und eine Sehnsucht:

  • Machen Sie sich die Priorität von Beziehung bewusst und schaufeln Sie sich auch Zeiten frei. Dadurch erzeugen wir gleichzeitig Vertrauen bei der anderen Person, dass wir es ernst meinen.

Gerade wenn Sie womöglich selbst merken, dass Sie gar nicht mehr wissen, was Sie schreiben sollen, oder gar das Interesse verlieren, ist es höchste Zeit, sich auf einer anderen Ebene kennenzulernen.

Die oben zitierte Studie unterstützt ebenso den Ansatz, möglichst bald in die reale Begegnung überzugehen:

  • Insgesamt erreichten direkte Begegnungen ein höheres Maß erlebter sozialer Resonanz und Verbundenheit als der textbasierte Austausch.

Indem wir in unserer Kommunikation keinen Zweifel daran lassen, dass unser Ziel in der Beziehungsfindung liegt, und indem wir uns bald auf anderen Ebenen (Telefon, Videogespräch oder Offline-Treffen) begegnen, verhindern wir das schleichende Ende und geben uns die Chance, mit einem Menschen Resonanz zu erleben und den Beziehungsbeginn zu starten.

Lassen Sie es daher nicht zu, dass sich Ihr Online-Austausch auf reine Alltagsangelegenheiten verlagert.

Die Tinder-Falle: Warum Mehrgleisigkeit Beziehungen verhindert

Der Begriff Tinder-Falle ist kein Bashing der Konkurrenz, wie manche meinen:

  • Tinder ist ein Synonym für eine Form des Online-Dating, die weltweit einen Siegeszug angetreten hat. Der Siegeszug ist so global, dass er unsere Erwartungen und Haltungen zur Partnersuche viel mehr prägt, als wir wissen. Auch wenn wir noch nie bei Tinder waren!

Das Prinzip, um das es geht, ist das permanente Vergleichen, die Mehrgleisigkeit, die ständig neuen Profile:

  • Menschen lieben es, eine Auswahl zu haben. Aber in der Realität werden so unsere Entscheidungen oberflächlicher, unsere Bindungsbereitschaft sinkt und eine Ablehnungshaltung entsteht, aufgrund derer wir ständig Möglichkeiten ablehnen oder anderweitig sabotieren, ohne dies wirklich zu merken.

Mehrgleisigkeit ist dabei also einer der weiteren Gründe, warum Kontakte einschlafen:

  • Allein dadurch, dass ich jetzt mehrere Kontakte habe, lasse ich manche oder sogar alle schleifen. Weil die andere Person mehrere Kontakte hat, antwortet sie nicht mehr.

Wir können nicht kontrollieren, was die anderen tun, aber über uns selbst haben wir Kontrolle oder können sie erlangen:

  • Sobald es einen Austausch gibt, gilt daher, sich keine neuen Vorschläge anzuschauen und niemanden mehr anzuschreiben. Im besten Fall entsteht so bereits eine Beziehung ohne jedes weitere Dating. Wenn nicht, können wir erneut unser Augenmerk auf jemanden anderen richten.

Die „Tinder-Falle“ ist die Falle in uns selbst, die durch Tinder und Co. nur noch weiter verbreitet wird. In meinem neuesten Video „Die Tinder-Falle – wissenschaftlich erklärt“ werden diese Zusammenhänge in aller Kürze dargelegt.

In meinem deutlich längeren Video über die drei Monate der Partnerfindung stelle ich ein Schema vor, mit dessen Hilfe viele ihre Partnerfindung zum Erfolg bringen werden. Wenn Sie das Video noch nicht gesehen haben und Schwierigkeiten bei der Partnerfindung erleben, sollten Sie sich die Zeit dafür nehmen – auch wenn die Tonqualität in diesem Video leider nicht optimal geraten ist.

Es gibt kein Alt und Neu beim Online-Dating

Beim Online-Dating gibt es weder alte Vorschläge noch alte Nachrichten:

  • Immer dann, wenn ein Kontakt nicht aufgrund eines klaren, dauerhaften und nicht veränderbaren Ausschlussgrundes beendet wurde, macht es Sinn, noch einmal einen zweiten Versuch zu unternehmen. Unklarheit gibt Anlass zu einem Klärungsversuch.

Besteht also derzeit kein anderer Kontakt, ergibt es Sinn, sich noch einmal in den Gleichklang-Bereich einzuloggen – oder auch bei einer anderen Plattform, wenn Sie dort sind – und zu den Kommunikationen zurückzugehen, die abgebrochen wurden.

Schreiben Sie eine kurze, freundlich zugewandte Nachricht, in der Sie die Wiederaufnahme des Kontaktes vorschlagen, etwa nach dem Motto:

  • „Gerade dachte ich an dich. Wollen wir vielleicht einmal miteinander telefonieren, ein Videogespräch führen oder uns auch direkt treffen? Womöglich stellen wir fest, dass es mit einer Beziehung zwischen uns doch etwas werden kann. Was denkst du?“

Über die Jahre habe ich immer wieder, manchmal verblüfft, festgestellt, wie solche kurzen Nachrichten manchmal bei bereits beendeten Kontakten Wunder bewirken können.

Nicht wenige Beziehungen bei Gleichklang entstehen aus genau solchen Reaktivierungsprozessen:

• Alte Vorschläge werden noch einmal angeschaut. Eingeschlafene Kommunikationen werden wiederbelebt und Verabredungen finden statt.

Das gilt übrigens auch für Erstnachrichten, auf die die andere Person nicht antwortete:

  • „Noch habe ich von dir nichts gehört, aber vielleicht ändert sich dies noch. Es würde mich freuen. Herzliche Grüße.“

Nutzen Sie den heutigen Tag

Sind auch bei Ihnen Kontakte eingeschlafen? Oder gibt es ältere Vorschläge, die Sie liegen gelassen haben? Gab es Erstnachrichten, die nicht beantwortet wurden, oder waren Sie es selbst, die keine Antwort schrieben?

Womöglich steht Ihr Beziehungsglück vor der Tür, weil Sie diesen Artikel zum Anlass nehmen, jetzt noch einmal einen Schritt zurückzugehen, um voranzukommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei der Partnersuche alles Gute und viel Erfolg. Bei Gleichklang begleiten wir Sie gerne auf diesem Weg:

Zur Beziehungssuche bei Gleichklang

Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Singlesein und seinen Gründen? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!

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Liebespaar

20 Kommentare

  • Tanja sagt:

    Der Text ist zu lang, wiederholt sich an vielen Stellen. Er hätte praktischer sein können. Und er bietet keine Lösung.

    Sie raten hier dazu, dass man sich auf das Entstehen einer Beziehung in Online-Kontakten fokussieren soll. Und gleichzeitig raten Sie dazu, sich darauf einzulassen, dass der andere sich auf einen Onlinekontakt zurückzieht.

    Das ist ein klassischer Double Bind und kein Ratschlag.

    Und eine Beziehungsanbahnung ist kein Geschäft. Auch wenn sie es als solches verkaufen.

    Letztlich lässt man sich online viele Sachen erzählen und erzeugt einen Film im Kopf, der dann im wahren Leben das Erleben des Miteinanders einfärbt.

    Man erklärt zur Ausnahme, was dann wirklich passiert, oder zur Regel, das beim Onlinedating nie eintrifft, was man erwartet.

    Das Naheliegendste ist jedoch die Täuschung. Wer keine Lust hat Menschen kennenzulernen, der macht das auch nicht. Im Grunde sollte jeder Interessierte mindestens zu einem Videocall bereit sein.

    Es kann doch gar nichts dagegen stehen, einfach Menschen kennenzulernen.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Offenbar habe ich mich nicht so ausgedrückt, dass die Ratschläge ausreichend verständlich sind. Deshalb noch einmal die Hauptpunkte:

      – Der Rat ist, sich nicht im Alltagstalk zu verlieren, sondern mit in den Vordergrund zu rücken, dass gemeinsam ausgelotet werden soll, ob eine Beziehung entstehen soll. Reiner Alltagstalk kommt recht oft vor und führt oft dazu, dass Kontakte irgendwann enden.

      – Ja, es gibt individuelle Menschen, die ernsthaft beziehungsinteressiert sind, aber längere Zeit auf der Online-Ebene brauchen. In der Tat ist der Rat, zwar das Offline-Treffen voranzutreiben, aber dennoch in solchen individuellen Fällen nicht aufzugeben, sondern den Menschen Zeit zu geben, jedoch auch einen Übergang zu anderen Medien nicht komplett aus den Augen zu verlieren. Dieser Rat kommt daher, dass menschliches Verhalten eben komplex ist. Und manchmal gilt es, das eine zu tun und das andere nicht zuzulassen. Also aktiv die Ausweitung vorschlagen, wenn die andere Person aber wirklich noch nicht so weit ist, nicht sofort aufgeben.

      – Ambivalenz und Widersprüchlichkeit prägen unseren Alltag und unsere innere Verarbeitung. Diese anzunehmen und mit ihnen umgehen zu können, ist ein wichtiger Faktor.

      – Wir sehen in unseren Umfragen und Auswertungsdaten, dass der typische Fall dafür, dass Menschen sich noch nicht treffen wollen, keinen Videocall wollen etc., nicht der der Täuschung ist, jedenfalls nicht bei uns. Ich verstehe, dass die Einsortierung „Täuschung“ uns entlastet, denn so haben wir die Schuld klar erkannt und können sofort eine Entscheidung treffen (Abbruch), sodass wir Ambivalenz nicht mehr aushalten müssen. Wenn wir aber die Beziehungsfindung in den Vordergrund stellen, ist es effektiver, wenn wir in der Tat alles tun, was wir tun können, damit bald zu anderen Kommunikationsmedien und Realbegegnungen übergegangen wird, wir aber dennoch im Einzelfall die Geduld und das Verständnis zeigen, wenn jemand es noch nicht kann.

    • Pe sagt:

      Hallo Tanja,

      ja, dass sehe ich auch so. „Einen Menschen kennenlernen“. Ich mag auch kein Telefon oder einen Videochat, sondern möchte einen ganzheitlichen, kleinen, ersten Eindruck, z.B. bei einem Spaziergang, von dem Menschen erhalten.

  • Marie sagt:

    Ich war vor Jahren auf anderen Plattformen. Wenn ich den Kontakt beendete o. gar nicht mehr schrieb, hatte das immer triftige Gründe.
    Bei plumper Anmache reagierte ich gar nicht oder antwortete entsprechend, bat darum, mich nicht zu belästigen. Bei Männern, die auf unmögliche Art & vWeise mit Hund o. auf dem Motorrad ein dunkles grinsendes Selfie machten u. das 2.o. 3. Profil Bild sie halbnackt zeigte o. in zweideutigen Posen, da antwortete ich gar nicht, blockierte sie.
    Wenn es zum schriftl. Kontakt kam, tauschten wir uns meistens über Interessen aus u. darüber, wie wir eine Beziehung gestalten würden. Zum Abbruch kam es meist deshalb, weil die Bedürfnisse & Interessen zu weit auseinander lagen & Kompromisse unmöglich. Da ich, hochsensibel, chron. krank u. ADHS, andere essenzielle Bedürfnisse habe als neurotypische & gesunde Menschen, der Mann aber nicht Rücksicht nehmen konnte, scheiterte es oft. Ich brauche z.B.stets eine Wohntemperatur von mindestens 24 Grad, der Mann schläft bei offenem Fenster, auch im Winter, in der Wohnung braucht er 18 Grad, dann passt es halt nicht.
    Oder der Mann schrieb stets von seinen Kindern, seiner Ex, seinen Kumpels, Kneipen. Dann schrieb ich ehrlich, wir passen nicht zusammen. Manchmal kam es zu Telefonaten, wo wir über Hobbies, Beruf u.Alltägliches redeten. Sobald ich merkte, dass der Mann Bürgergeldempfänger abwertet, sie pauschal als faul hinstellt, da klappten sich bei mir die Zehnägel hoch. Natürlich beendete ich das Gespräch, bat das Gegenüber seine festgefahrene Meinung zu überdenken. Sehr unsensiblen Männern u. solchen mit radikaler Gesinnung sagte ich ehrlich, dass wir nicht zusammen passen.
    Es gab zahlreiche Kontakte, die ich abbrechen musste, meist wg. verbaler Ubergriffigkeit, direkter o. indirekter Beleidigung, Verhöhnung, Sexismus, Unverständnis, Ausfragen über Beruf, Leistungsfähigkeit, Finanzen.
    Es gab auch Männer, die mich aussortieren, da ich nicht passe, da sie mich nicht sofort zu Hause besuchen & bei mir übernachten durften, ich nicht sofort zu ihnen fuhr, zu philos.-spirituell & feinfühlig war, ablehnte tägl. zu telefonieren, ablehnte ihr Kind zu erziehen/ihre Mutter zu pflegen o. ich nicht wohlhabend genug für sie war. Es gab nie Kontakte, die ich ein 2.Mal angeschrieben hätte.Die Nichtpassung war stets sehr eindeutig. Das ist meine persönliche Erfahrung.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Danke, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst, die natürlich emotional nicht besonders angenehm gewesen sind. Nun weiß ich nicht sicher, wie stark Du Dich neben den anderen Plattformen, auf denen Du warst, auch auf Gleichklang beziehst? Die von Dir geschilderten krasseren Aspekte kommen bei uns selten oder fast gar nicht vor.

      Zu Deinen anderen Gründen für die Kontaktbeendigung würde ich Dir das Folgende raten:

      Wenn eine dezidiert unsubstituierbare, komplett inkompatible und nicht tragbare Eigenschaft/Handlungsweise zum Ausdruck kommt, ist es sicherlich richtig, einen Kontakt nicht weiter zu verfolgen.

      Andererseits haben viele Menschen Muster, beim Online-Dating über alles Mögliche zu schreiben, was aber nicht bedeutet, dass sie wirklich die Essenz ihrer Person und ihres Beziehungswunsches zum Ausdruck bringen. Das kann Nachrichten betreffen, in denen über eigene Kinder, Freunde etc. geschrieben wird.

      Grundsätzlich ist es schon so, dass bei Gleichklang die Vorschläge von der Grundausrichtung passen. Wenn Du z. B. eingibst, dass Du niemanden kennenlernen möchtest, der eine negative Haltung gegenüber Menschen mit wenig Geld hat, dann bekommst Du auch nur Vorschläge, wo eine Akzeptanz zum Ausdruck gebracht wurde. Das Gleiche gilt für Akzeptanz für Hochsensibilität, ADHS.

      Aufgrund der sehr starken Filterung bei uns werden es aber vermutlich dann auch nur gelegentliche Vorschläge sein. Und um so eine Beziehung zu finden, ist es essenziell, dass Du zu diesen von Dir aus den Kontakt aufnimmst. Weil außerdem die Grundparameter passen, würde ich auch raten, mögliche Irritationen zu versuchen zu klären. Manchmal lassen sich solche Irritationen wirklich resonant auflösen und können dann sogar eine Beziehung vertiefen.

      Wichtig ist auch, dass Du Deine belastenden Erfahrungen möglichst nicht zum Anlass nimmst, um ganz auf die Suche zu verzichten oder von jedem bereits eine ähnliche negative Erfahrung zu erwarten. Dies führt nämlich im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung oft zur Bestätigung der Erwartung. Trotz allem mit einer positiv-realistischen Erwartung, einer Offenheit für eine Beziehung und Deiner Bereitschaft, sich echt kennenzulernen, bei der Partnersuche dabeizubleiben, ist der richtige Weg für die Beziehungsfindung.

    • Chris sagt:

      Hallo Marie,
      mir gefällt, was Du und wie Du schreibst. Ich mag feinfühlige Menschen. Sieh‘ Dir doch bitte mal mein Profil (WetLove) an – wenn’s für Dich vom Alter her passt, würd‘ ich mich über Nachricht von Dir sehr freuen.
      LG Chris

      • Guido F. Gebauer sagt:

        Ich würde Dir raten, ihr unbedingt selbst auch noch einmal zu schreiben. Denn vielleicht liest sie die hier jetzt nicht mehr.

  • Christine Mühlthaler sagt:

    Danke für die hilfreichen sonntäglichen Artikel!

  • Monika Schmidt sagt:

    Das sind wirklich gute Ratschläge, die weiterhelfen.

    Besten Dank

  • Stefan sagt:

    Ja, das stimmt: Nicht entmutigen lassen! Ich schätze sehr Ihr aufrichtiges und sehr beharrliches Eintreten für eine menschliche Beziehungsfindung. Ich finde alle Infos – von Studienbesprechungen, über eigene Datenauswertungen bis zu Praxis-Tipps – sehr ermutigend und hilfreich! Danke!

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Danke für Deine Rückmeldung, die mich auch motiviert, weiter an Blog-Artikeln und Videos zu arbeiten. Meine eigene Sichtweise nach 20 Jahren Gleichklang und Austausch mit einer sehr großen Anzahl an Partnersuchenden ist, dass für die Partnerfindung neben der Bereitstellung einer Plattform auch die Begleitung der Mitglieder mit Informationen notwendig ist. Das Ganze ist dabei bei so einem Blog wie auch bei den Videos eine gewisse Balance:

      Es ist durchaus erstaunlich (aber auch aussagekräftig über unsere gesellschaftlichen Gepflogenheiten), dass ältere Artikel, auch wenn sie Evergreens sind, deutlich seltener gelesen werden als neuere. Das Gleiche gilt für die Videos. Im Ergebnis (da wir täglich neue Mitglieder haben) ist es leider notwendig, dass ich die essenziellen Aspekte, die möglichst jeder wissen sollte, oft wiederhole. Ich fürchte, für wiederkehrende Leser:innen ist das manchmal ärgerlich. Aber um die Community als Ganzes zu erreichen, sehe ich wenig andere Lösungen.

      Ich bemühe mich insofern, bei den vielen Wiederholungen bei jedem Artikel manchmal das Gleiche unter einer anderen Perspektive zu betrachten und außerdem immer auch Einzelaspekte hineinzubringen, die tatsächlich neu sind, also noch nicht besprochen wurden. Ich stelle aber auch fest, dass das manchmal gar nicht so leicht ist.

      Vor dem Hintergrund bin ich durchaus erleichtert über Rückmeldungen wie die von Dir, wo Du diese durchaus auch wiederholenden Aspekte unter dem Begriff des beharrlichen Eintretens zusammenfasst!

  • Willi Peter sagt:

    Da habe ich ja alles richtig gemacht: Letzte Woche habe ich ein altes Profil wieder angesehen. Ich habe darauf geantwortet. Heute war der erste Telefonkontakt und wir haben verbindlich abgesprochen, dass ich mich nach Pfingsten wieder melde für ein erstes Treffen.
    Meine Erfahrung ist, dass Unverbindlichkeit zum häufig zum Abbruch führt, wie z.B. „Wir hören voneinander“ oder „Wir sehen uns“. Da wartet der oder die eine darauf, dass der/die andere sich meldet. Wenn das nicht geschieht wird Desinteresse vermutet.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Sehr schön, ich freue mich für Euch, dass ein Kontakt dabei ist, zu entstehen. Natürlich drücke ich Euch beiden die Daumen, dass er in einer glücklichen Beziehung münden wird. Und Du hast tatsächlich alles richtig gemacht und der Ansatz ist ebenfalls sehr gut. Wenn wir selbst die Sache in die Hand nehmen, dann entfällt die Zeit des manchmal bedrückenden Wartens und der Unsicherheit. So steigen die Chancen, dass letztlich eine bestehende Beziehungschance sich auch umsetzt.

      Wir haben diese drei Momente, die für die Partnerfindung so zentral sind:

      Eine Person tritt in unser Blickfeld.

      Wir erkennen, dass sie die Richtige sein könnte.

      Wir ergreifen die Chance und unternehmen alle Schritte, die die Möglichkeit herbeiführen können, dass eine Beziehung entsteht (Erstnachricht, Antworten, zu anderen Medien übergehen, verabreden, erneut verabreden, Beziehungsmodelle klären, bei Resonanz Ja zur Beziehung sagen).

  • Michael sagt:

    „Nicht wenige Beziehungen bei Gleichklang entstehen aus genau solchen Reaktivierungsprozessen.“

    Meine persönliche Erfahrungen bei Reaktivierungsversuchen sind durchweg negativ.
    Ich kann mir schwer vorstellen, dass es hier eine signifikante Erfolgsrate gibt.
    es würde mich wirklich interessieren wie hoch die Erfolgsraten ist.

    Bei mir kann ich sagen, dass 80 % meiner Zweitnachrichten nicht beantwortet wurden,
    wenn schon die Erstnachricht nicht beantwortet wurde.
    Bei den restlichen 20 % kam dann direkt eine Absage.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      20 % Antwortrate ist „sehr gut“ für eine erneute Zuschrift, weil die Betreffenden ja schon einmal nicht geantwortet hatten. Aber letztlich geht es nicht um die Rate, sondern darum, dass nur eine einzige Person da erscheint, mit der eine Beziehung entsteht. Leider wird bei der Partnersuche immer wieder eine Rate von Antworten etc. mit den Erfolgsaussichten verwechselt. Wir sehen wiederum objektiv, dass die Reaktivierung funktioniert, weil die Paare das bei der Befragung ankreuzen. Du selbst kannst es natürlich nicht sehen, sondern hast leider keine andere Möglichkeit, als möglichst weiter dranzubleiben und auf das Erscheinen der einen Person zu setzen. Ich weiß, dass das bitter ist, es gibt aber nach meiner Einschätzung keine andere Lösung. Partnerfindung ergibt sich nicht kumulativ aus den Aktivitäten, sondern ist ein singuläres und einzigartiges Ereignis, was nicht im kumulativen Sinne durch die vorherigen Aktivitäten und Erfahrungen mit anderen Personen beeinflusst wird. Mit all den Aktivitäten schaffst Du in Wirklichkeit nur die Möglichkeit, dass das Ereignis überhaupt eintreten kann.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Ah, eine Statistik habe ich noch aus einem vorherigen Artikel:

      Bei vier von 10 Paaren war es zu Kommunikations-Komplikationen gekommen, wie „antwortete nicht“, „selber nicht geantwortet“ oder „Treffen mehrfach abgesagt oder verschoben“. Hätte eine Seite nicht nachgefragt, wären vier von 10 Beziehungen nicht entstanden.

      Diese Erfolgsrate von 40 % bei Paaren bedeutet aber nicht, dass die Erfolgsrate insgesamt 40 % beträgt, weil in dieser Erfolgsrate nur die Paare enthalten sind und nicht diejenigen, die bisher niemanden gefunden haben. Außerdem bedeutet das nicht, dass eine einmalige Reaktivierung bei Paaren zu 40 % Erfolg geführt hat, weil eine Reihe der Betreffenden vermutlich auch häufiger Reaktivierungen durchgeführt haben.

      In der Essenz heißt das:

      4 von 10 Paare bei Gleichklang wären nicht ohne Reaktivierungen entstanden. Wie hoch die Erfolgsrate einer einzelnen Reaktivierung ist, wissen wir aber nicht. Daraus folgt für mich noch einmal, dass wir die Möglichkeit und den Sinn der Reaktivierung unbedingt noch bekannter machen sollten. Denn ohne diese Reaktivierungen wären unsere Gesamtstatistiken viel schlechter und zahlreiche Einzelfälle von Beziehungen wären nicht Wirklichkeit geworden.

  • Anna sagt:

    Hallo Herr Gebauer,
    eine allgemeine Frage: könnten Sie nicht vielleicht Ihre Videos auch als lesbares Transkript veröffentlichen? Es ist für mich (und eventuell auch für manche Andere) effizienter und praktikabler, etwas selbst zu lesen, als nur einem Video zuzuschauen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Anna

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Bei YouTube ist es möglich, sie als ein Transkript anzeigen zu lassen. Aber ich werde künftig auch im Blog die Artikel als reinen Text einstellen, wahrscheinlich aber ohne die ganzen Links, Grafiken und Belege, weil das wiederum einfach sehr aufwendig wäre. Also nur zum Nachlesen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr über Ihr Interesse!

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