Wer nutzt KI beim Online-Dating?

Bild zeigt einen Computer, eine tippende Hand und einen artifiziellen Kopf, der für KI beim Online-Dating steht.

Was wir über KI beim Online-Dating wissen

In unserer großen Gleichklang-Umfrage, die weiterhin läuft (Teilnehmende nach wie vor gesucht: ▶ Hier zur Umfrage), haben wir auch Fragen zur Nutzung von KI beim Online-Dating einbezogen.

Allerdings nur für eine Teilstichprobe von aktuell 408 Personen, weil wir diese Fragen später ergänzten.

Für die Teilstichprobe möchte ich nun die interessanten Ergebnisse berichten und diese Fragen beantworten:

  • Wer nutzt also KI beim Online-Dating und was sagt dies aus über Persönlichkeit, Einstellungen zu Dating und Beziehungen, Bindungsstile, politische Grundeinstellungen, religionsbezogene Einstellungen oder auch die Bedeutsamkeit der Ökologie für die Partnersuche, was ja bei Gleichklang eine wichtige Rolle spielt?

So haben wir KI-Nutzung erfasst

Die Befragten konnten auf einer fünfstufigen Skala (nie, selten, manchmal, oft, immer) angeben, ob sie KI beim Online-Dating nutzen für:

  • die Erstellung der Selbstbeschreibung,
  • die Erstellung oder Bearbeitung von Fotos,
  • das Schreiben von Erstnachrichten,
  • das Schreiben anderer Antworten oder
  • Beratung über Dating und Beziehungssuche durch AI

Was erfragten wir zusätzlich?

  • Einstellungen zu Online-Dating und Beziehungen: Dating-Thrill und Kompensation, Bindungsangst, problematisch-suchthaftes Dating und Bindungsvermeidung.
  • Persönlichkeit: Neurotizismus, Verträglichkeit, Offenheit für Erfahrung, Extraversion und Gewissenhaftigkeit. Zusätzlich erfassten wir Hochsensibilität durch den HSP-Test von Gleichklang.
  • Einstellungen zu Religion und Spiritualität: Esoterisch-spirituellem Glauben, Säkularität versus Religiosität und Affinität zu klassischen Religionen.
  • Politische Einstellungen: Linksgerichtete Umverteilungsorientierung, Libertäre versus traditionalistische Orientierung, Soziale Dominanz versus Egalitarismus
  • Bedeutsamkeit des Green Dating: Dazu konnten die Befragten die Aussage „Green-Dating bedeutet eine Form der Partnersuche, bei der die ökologische Ausrichtung von Partner:innen von zentraler Bedeutung ist. Ist dies bei Ihnen auch der Fall?“ für sich selbst einschätzen auf einer fünfstufigen Skala von starker Ablehnung bis starker Zustimmung.

Außerdem wurden u. a. Geschlecht (Mann, Frau, nicht-binär), Bildungsstand und viele weitere Variablen erhoben, auf die aktuell nicht eingegangen wird.

Wie nutzen Gleichklang-Teilnehmende Künstliche Intelligenz bei ihrem Online-Dating?

Zunächst ist auffällig, dass jeweils eine große Mehrheit KI niemals verwendet, nämlich 85,3 % niemals für Fotos, 80,9 % niemals für Erstnachrichten, 80,9 % niemals für andere Antworten, 80,4 % niemals für Dating-Beratung und 73,0 % niemals für die Selbstbeschreibung.

Umgekehrt bedeutet dies freilich, dass 27,0 % KI mindestens selten für die Selbstbeschreibung, 19,6 % für Dating-Beratung, 19,1 % für Erstnachrichten, 19,1 % für Antworten und 14,7 % für Fotos verwenden.

Bei den Nutzenden schwankte die Intensität der Nutzung dabei zwischen selten bis oft, wobei meistens nur eine gelegentliche Nutzung zu verzeichnen ist.

Wir haben nun auch geschaut, wie oft in mindestens einem der fünf Bereiche KI überhaupt genutzt wird:

  • Dabei zeigte sich, dass 59,6 % niemals in irgendeinem Bereich KI nutzen, 12,5 % genau in einem, 8,1 % genau in zwei, 11,3 % in genau drei, 5,9 % in genau vier und 2,7 % in allen fünf erfragten Bereichen.

Damit haben wir nun eine gute Basis, zu schauen, was eigentlich Nutzer:innen von Nicht-Nutzer:innen unterscheidet.

Cluster der KI-Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen

Als Erstes zeigte sich mithilfe einer sogenannten Two-Step-Clusteranalyse, dass anhand der Verteilungsmuster sich tatsächlich sehr präzise zwei Cluster unterscheiden lassen:

  • Im größeren Cluster von 269 Personen (65,9 % der Stichprobe) wurde KI jeweils zu 0 % genutzt für die Bereiche Selbstbeschreibung, Fotos, Erstnachrichten und andere Antworten. Lediglich eine kleine Minderheit innerhalb dieser Gruppe von 9,7 % nutzte KI mindestens selten zu einer Beratung über Dating und Beziehungen.

Ganz anders sah es im Cluster der Nutzer:innen aus mit 139 Fällen (34,1 % der Stichprobe):

  • Hier gab es niemanden, der KI nicht mindestens in einem Bereich nutzte. 18,0 % nutzten in nur einem Bereich, 23,7 % in zwei, 33,1 % in drei, 17,3 % in vier und 7,9 % in fünf.
  • Am häufigsten wurde in diesem Cluster KI genutzt für die Selbstbeschreibung mit 79,1 %, gefolgt von Erstnachrichten mit 56,1 %, Antworten mit 56,1 %, Fotos mit 43,2 % und am seltensten bei Dating-Beratung mit 38,8 %.

Was unterschied die beiden Cluster?

  • Zunächst einmal zeigten sich keinerlei Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder Gendern, ob Frau, Mann oder nicht-binär die KI-Nutzung findet gleichhäufig statt.
  • Eine sehr geringe Korrelation (r = ,12) zeigte sich zum Bildungsstand, sodass in einem wirklich geringen Ausmaß Nicht-Nutzer:innen einen höheren Bildungsstand aufwiesen als Nutzer:innen.

Aber was sagt die Nutzung von KI beim Dating über unsere Bindungsstile und Dating-Tendenzen?

  • Hier ist der bedeutende Befund, dass es gar nichts sagt. Zwischen den Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen gab es keinerlei Unterschied in Dating-Erleben und Kompensation, Bindungsangst, problematisch-kompulsiver Dating-Nutzung und Bindungsvermeidung.

Dies bedeutet, dass aktuell KI-Nutzung beim Online-Dating offenbar nicht überinterpretiert werden sollte:

  • KI-Nutzung beim Online-Dating scheint nahezu nichts darüber zu sagen, wie Menschen zu Dating oder Beziehungen stehen – die Eindeutigkeit dieses Befundes überrascht mich selbst.

Und gibt es Zusammenhänge zur Persönlichkeit?

Auch hier zeigt sich ein Nulleffekt:

  • KI-Nutzung beim Online-Dating zeigt keinen Zusammenhang zu Neurotizismus, Verträglichkeit, Offenheit für Erfahrung, Extraversion und Gewissenhaftigkeit.

  • Ebenso wenig zeigt sich ein Zusammenhang zu Hochsensibilität.

Könnten religiös-spirituelle Muster einen Unterschied machen?

Auch diese Frage ist zu verneinen:

  • Weder esoterisch-spiritueller Glaube, Säkularität versus Religiosität noch Affinität zu klassischen Religionen erlaubte irgendeine statistische Differenzierung zwischen der Gruppe der Nutzer:innen und der Nicht-Nutzer:innen.

So verbleiben die politischen Einstellungen

Auch hier zeigte sich zunächst vor allem kein Unterschied:

Aktive politisch linksgerichtete Umverteilung und auch soziale Dominanzhaltung waren nahezu gleich ausgeprägt bei Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen von KI beim Online-Dating. Damit ist es also auch nicht möglich, KI-Nutzung beim Online-Dating typisch links oder typisch rechts zu lokalisieren.

Aber in einer einzigen grundlegenden politischen Dimension zeigte sich nun doch ein Unterschied:

  • Nutzer:innen zeigten eine statistisch signifikante, wenn auch nur moderat erhöhte Ausprägung in libertären politischen Grundeinstellungen im Sinne von Ablehnung von Tradition und Gehorsam, Ablehnung repressiver Kriminalpolitik und stärkerer Betonung individueller Rechte zum Bruch gesellschaftlicher Normen.

Wieso wiesen Nutzer:innen von KI hier eine höhere Ausprägung auf?

Im Grunde ist dies gut verständlich, es ist eine Offenheit gegenüber neuen technischen Systemen, die aktuell durchaus von lange verankerten Normen abweichen:

  • Denn grundsätzlich ist es sicherlich ebenfalls noch nicht die Norm, dass wir für einen intimen Prozess wie dem Kennenlernen und der Beziehungssuche auf KI zurückgreifen.

Wer dies tut, ist offener für solche Normabweichungen und dies passt zum erhöhten Libertarismus.

Und noch einen weiteren Unterschied gibt es

  • Nutzer:innen von KI bei der Online-Partnersuche gaben mit 34,4 % seltener an, Wert auf ein Green Dating im Sinne einer zentralen Bedeutung der ökologischen Ausrichtung von Partner:innen zu legen. 32,0 % der Nutzer:innen lehnten diese Haltung sogar dezidiert ab.
  • Anders war es bei den Nicht-Nutzer:innen, wo 45,8 % Wert auf Green Dating legten und nur 20,1 % dieses ablehnten.

Die eigentlichen Effekte im Dickicht der vielen Vergleiche

Es wurden explorativ so viele verschiedene Maße untersucht, dass letztlich per Zufall signifikante Effekte hätten entstehen können.

Deshalb wurde auf ein Verfahren der Kontrolle für diesen Effekt der Zufallsfehlerkumulation zurückgegriffen, und zwar auf die Korrektur nach Benjamini-Hochberg:

  • Bei Zugrundelegung von diesem Verfahren und einer Fehlerwahrscheinlichkeit von maximal 5 % verbleibt alleine die libertäre Orientierung als differenzierendes Merkmal zwischen Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating.
  • Wird jedoch auf die für explorative Analysen oftmals für geeigneter gehaltene 10-%-Regel zurückgegriffen, bleibt auch der Unterschied der Wichtigkeit von Green Dating statistisch signifikant. Vermutlich ist er also real, aber weitere Replikationen sind erforderlich.

Gleichklang versus andere Dating-Plattformen

Wir haben keine aussagekräftigen Daten zum Vergleich von Gleichklang-Nutzer:innen mit Nutzer:innen anderer Dating-Plattformen bezüglich KI.

Sicher können wir sagen, dass wir selbst keine KI in unsere Systeme eingebaut haben, anders als andere Dating-Plattformen.

Anhand des Befundes einer kritischeren mindestens tendenziell Haltung von Anhänger:innen des Green Dating zur KI ist aber zu vermuten, dass bei anderen Dating-Plattformen KI öfter benutzt wird als bei Gleichklang, wo der Anteil der Green-Dater:innen sehr hoch ist.

Was uns dies nun alles sagt

Künstliche Intelligenz beim Online-Dating hat auch bereits bei Gleichklang Eingang gehalten. Zwar enthält sich bei Gleichklang nach wie vor die deutliche Mehrheit jedem Einsatz von KI bei ihrer Online-Partnersuche, aber andere nutzen KI für Selbstbeschreibungen, Erstnachrichten, andere Antworten, Fotos und auch für Dating-Beratung.

Anders als es womöglich zunächst geglaubt oder vermutet wird, unterscheiden sich die Nutzer:innen von KI beim Online-Dating ansonsten von den Nicht-Nutzer:innen nicht in ihren fundamentalen Einstellungen zu Beziehung und Dating, ihren persönlichen religionsbezogenen Einstellungen, ihrer Persönlicht, in Geschlecht und Gender oder auch bei den meisten politischen Einstellungen.

Es sind also keine quasi verschiedenen Menschentypen, die auf KI beim Online-Dating zurückgreifen oder eben nicht. Im Grunde kann dies Ängste mindern.

Aber eine höhere libertäre Einstellung, auch im Sinne einer höheren Toleranz gegenüber Normbrüchen, ist bei den Nutzer:innen erkennbar, was gut erklären kann, warum sie zu einem so frühen Zeitpunkt auf eine neue und potenziell deutlich interferierende Technologie zurückgreifen.

Vermutlich sind die aktuellen Nutzer:innen von KI beim Online-Dating auch etwas weniger ausgerichtet auf den Wunsch, ökologisch verbundene Menschen für die Partnerfindung kennenzulernen.

Auch dieser wahrscheinliche Unterschied ist gut zu interpretieren:

  • KI und die mit ihr verbundenen Datenzentren verbrauchen viel Strom und Energie, und viele davon kommen aus fossilen oder nuklearen Quellen. Je stärker ökologisch wir denken und auch in Beziehungen ökologisch leben wollen, desto kritischer sind wir vermutlich bezüglich der Anwendung von KI-Technologien im Dating-Bereich.

Ausblick auf die Zukunft des Datings

Wie sich der Einsatz von KI beim Online-Dating entwickeln wird und welche Folgen er für Liebe und Beziehungen haben wird, ist gegenwärtig noch unbekannt. Sicher werden in Zukunft dazu aussagekräftige Studien erscheinen.

Aktuell ist es jedenfalls bei Gleichklang nach wie vor so, dass die Mehrheit sich jeder Nutzung von KI enthält. Diejenigen, die KI verwenden, erscheinen aber nicht weniger beziehungsfähig und nicht häufiger anfällig gegenüber schädlichen Dating-Tendenzen als alle anderen. Sie zeigen vorwiegend eine etwas höhere Bereitschaft zum Tabubruch und womöglich eine leicht geringere ökologische Ausrichtung bei der Beziehungsfindung, wobei letzterer Befund aber unsicher ist.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wissen wir noch viel zu wenig. Unser Rat lautet umso mehr, unbedingt auf Authentizität zu achten und gerade jetzt, wo KI immer mehr zunehmen wird, möglichst bald zu realen Treffen in der Welt überzugehen, um die tatsächliche Resonanz miteinander erleben und tragfähige Beziehungen aufbauen zu können.

Wir werden weiter darüber informieren, was KI beim Online-Dating bewirkt.

Bis dahin und auch danach begleiten wir Sie gerne bei Ihrer Beziehungssuche:

Zur Beziehungsfindung bei Gleichklang

Wie ist Ihr eigenes Bindungserleben und welche Erfahrungen machen Sie mit Bindung bei Gleichklang und anderswo? Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Gedanken mit uns in den in den Kommentaren teilen – herzlichen Dank!

Weitere Links:

Bild zeigt ein junges Paar beim Bergwandern.

8 Kommentare

  • Hans Falter sagt:

    Hallo,
    sehr interessante Ergebnisse, die ich teilweise so nicht erwartet hätte.
    Was steht aber dahinter, wenn KI genutzt wird, insbesondere für die „Selbstbeschreibung“?Kann ich eine Selbstbeschreibung von einem anderen Menschen oder von KI machen lassen? Haben die nicht eine andere Sicht auf mich? Betrüge ich nicht mein Gegenüber, indem ich Texte vorgaukle, die tatsächlich nicht von mir stammen? Wecke ich nicht falsche Erwartungen beim anderen? Entsteht nicht ein „Cyrano-Effekt“?
    Ist es nicht auch rücksichtslos, dem Gegenüber etwas vorzugaukeln, abgesehen von dem extremen Energieverbrauch?
    Viele Fragen, auf die ich für mich die Antwort geben würde: Ich möchte lieber einen stelzigen, ehrlichen text lesen, als einen KI geglätteten unechten.
    Aber darüber brauche mir eigentlich keine großen Gedanken mehr zu machen, habe ich doch über Gleichklang meine Partnerin gefunden habe, mit der ich sehr glücklich bin.

    Viele Grüße

    Hans

  • Erwin sagt:

    Ich bekomme immer mehr Zweifel an Herrn Gebauer und frage mich worum es ihm wirklich geht?

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Um die Vorstellung der Ergebnisse.

      • Heidrun kugler sagt:

        Guten Morgen,
        Danke dafür Herr Gebauer,
        Aktuell, präzise, leicht nachvollziehbar, umfassend verständlich und ich möchte ihnen für den Hinweis und die Auswertung um Green dating ganz besonders danken.
        Ich freue ich mich sonntags schon vorab auf ihr Mail.

  • Aurelin sagt:

    ich wäre zu stolz um eine KI für mich sprechen zu lassen und täte mir ein wenig schwer damit Leute ernst zu nehmen die das tun, aber fängt das nicht schon bei der Rechtschreibkontrolle an?
    Nun… wir werden diesen Geist nicht mehr in die Flasche zurück bekommen. ich finde als 9,7 %er zwar außerordentlich erstaunlich was KI zustande bringt und bin mir nicht durchweg sicher, dass KI kein eigenes Bewusstsein hat, aber die Anwendung für die ich KI gern hätte scheint nicht möglich und nicht angedacht zu sein, und das lässt mich nicht glauben, dass KI wirklich was kann, außer so zu tun als ob. Schlau oder hilfreich – das sind eben zwei völlig unterschiedliche Qualitäten. es ist so ein bißchen wie Recht haben oder glücklich sein.

  • SchneebartDerPirat sagt:

    Die Nutzung von KI kann für einige Menschen auch Teilhabe fördern. Ein Text der in Zusammenwirken mit einer KI entstanden ist muss nicht zwangsläufig ein falsches Bild der Person zeichnen, sondern kann auch Erwartungen präzisieren, der Darstellung des eigenen Charakter mehr Ausdruck und Texten mehr Tiefe verleihen. Nicht jeder kann sich schriftlich so ausdrücken, wie man die Person im persönlichen Kontakt erfahren würde. Sowohl kognitive, als auch motorische oder sensorische Einschränkungen können es für viele Menschen erschweren komplett eigenständig eine authentische und gleichzeitig inhaltlich umfangreiche Selbstbeschreibung zu verfassen.
    Manche Einschränkungen können bei bestimmten Aufgaben, wie in diesem Fall dem Schreiben eines Textes, unverhältnismäßig stark ins Gewicht fallen und dadurch im Alltag in die genau andere Richtung ein verzerrtes Bild einer Person und ihrer Fähigkeiten zeichnen.

    Etwas anderes ist es natürlich, einer KI die Aufgabe zu geben anhand von 2-3 Informationen einen vollständigen Text schreiben zu lassen, der nur dazu dient künstlich die eigene Attraktivität zu optimieren.

    Ich glaube dass gerade auf Gleichklang viele der KI-Nutzenden eher aus einer Bedachtheit und Sorgfalt heraus als aus Zeitersparnis KI zur Hilfe nehmen, und sich damit bei ihren Texten auf andere Art und Weise viel Mühe geben. So entstehen dann auch mit KI Unterstützung durchaus inhaltlich reiche und informative Beschreibungen.
    Die Intention hinter der Nutzung und daraus folgende Vorgehensweise wiegt für mich mehr als die Nutzung oder auch Nichtnutzung an sich. Daher gönne ich gerne jeder Person der es hilft sich einfacher auszudrücken, dass sie diese Möglichkeiten inzwischen für sich nutzen kann.

    Bei der Gelegenheit wollte ich mich als langjähriger Leser auch mal bedanken für die regelmäßigen, zeitgemäßen Beiträge und vor allem über das jeweilige Fazit hinaus für die Einblicke in die statistischen Details und Vorgehensweise!

  • Präferenz sagt:

    Ich denke, das Entscheidende ist der Bildungsstand und die Sprachkompetenz. Wer darauf Wert legt und wegen eines KI-Textes irrtümlich jemanden datet, der selbst in diesem Bereich keine Kompetenz hat, wird enttäuscht sein. Selbst bei einem Treffen fiele das auf, denn jemand, der sich schriftlich nicht entsprechend artikulieren kann, kann das mündlich auch nicht. Das würde dann zu vielen unpassenden Kontakten führen.

    PS: Menschen mit entsprechender Sprachkompetenz können ohne KI auf dem hohen Level von KI schreiben, da würde der Mensch oft sogar die KI übertreffen aufgrund der Individualität.

  • Dominik sagt:

    Ich finde es absolut unangemessen, eine KI im Rahmen der Kommunikation zur Partnersuche zu verwenden. Die Inhalte müssen ja auch bei KI-Verwendung maßgeblich vom promptenden Menschen kommen, denn man wird die KI wohl kaum damit beauftragen sich auszudenken, wer man (nicht) ist.

    Bleibt also noch die Rolle der Strukturierung und Formulierung z.B. des Selbstbeschreibungstextes. Genau hier überdeckt eine KI jedoch die Persönlichkeit des Menschen massiv. Auf dieser Metaebene erfährt man nur ohne KI einiges vom anderen Menschen, das mit KI nicht mehr erkennbar ist. WIE und wieviel jemand schreibt, ist doch ein maßgeblicher Bestandteil der Persönlichkeit. Ich möchte genau so, wie ich schreibe, vom Gegenüber wahrgenommen und geschätzt werden.

    Wie sollte es denn sonst beim ersten Date weitergehen? Flüstern wir dann in unsere Smartphones, die daraus geschliffene Worte für den anderen machen – vielleicht noch mit einer aufgepeppten Stimme?

    Ich finde, es ist ein Naturgesetz, wenn zwei natürliche Wesen sich aus sich selbst heraus kennenlernen sollten und nicht über eine „gemachte“ Kommunikation. Wenn es nicht anders geht, also über die anfängliche mediale Distanz, helfen selbstverständlich Fotos, die auch nicht frei von selektiver Darstellung sind. Bekannterweise gibt es bereits damit manchmal eine Diskrepanz zwischen dem schönen Bildnis vorab und der Realität, die beim Treffen vor einem steht. Eine bildgenerative KO* würde es noch viel schlimmer machen. Doch in den Texten sollten wir pur uns selbst einander offenbaren und erkennen.

    Wer nun ganz und gar ungelenkig im Texten ist, würde im Real Life vielleicht einen Freund um Beratung und Begleitung bitten. Beim Online-Dating kann man doch ganz offen kurz schreiben, dass man sich mit dem Text hier gar nicht so ausdrücken kann, wie man möchte und sich umso mehr aufs erste Treffen freut. Dort kann das Gegenüber dann ja über Mimik, Gestik und sonstige Körpersprache viel mehr und besser erkennen, was mitgeteilt und gefühlt wird …

    *) Das war eigentlich ein Schreibfehler, doch der passt so gut, dass er bleiben durfte 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert