Plötzlich polyamor mit drei Lieben: Wenn Partnersuche zum emotionalen Dilemma wird

Symbole für polyamore Liebesbeziehungen.

Wie eine jahrzehntelang monogam lebende Frau unerwartet polyamore Bedürfnisse entdeckte und in einen kaum auflösbaren Appetenz-Aversions-Konflikt geriet

Eine Coaching-Klientin von mir hatte nach jahrzehntelanger Ehe den Tod ihres Partners zu beklagen. Einige Jahre später begab sie sich erneut auf Partnersuche.

Sie war bei mehreren Plattformen angemeldet, und völlig unerwartet entwickelten sich noch im Dating-Prozess drei tiefe Kontakte, die so schnell und gleichzeitig entstanden, dass sich meine Klientin nun mit dem Problem konfrontiert sieht, mit allen drei Männern eine Verbundenheit zu erleben.

Sie konnte neue sexuelle und erotische Erfahrungen erleben, die sie aufgrund ihrer jahrzehntelangen monogamen Beziehung so niemals gemacht hatte. Und sie entdeckte nun bei sich – völlig überraschend – neue Erlebnisbedürfnisse, die sie vorher nicht kannte.

Erstmals kann sie sich vorstellen, in einer polyamor-offenen Beziehungskonstellation glücklich zu werden.

Drei Beziehungen entstanden schneller als erwartet

Das Problem:

  • Auch wenn meine Klientin in ihrem Profil ihre aktuellen Beziehungsvorstellungen als eine Beziehung ohne sofortiges Zusammenziehen, in getrennten Wohnungen und womöglich auch im Sinne gemeinsamer Reisen schilderte, war sie auf den polyamor-offenen Charakter eines möglichen Beziehungsmodells nicht eingegangen.

Das konnte sie auch nicht, weil ihr dies gar nicht bewusst war.

Im Dating-Prozess setzte sie nun nicht sofort Stoppsignale, als sie den ersten Mann kennenlernte, weil die Idee von Dating darin bestand, erst einmal passende Menschen kennenzulernen, um danach auswählen und entscheiden zu können.

Das Dating zeigte sich bei ihr aber eben nicht als solch ein technischer Auswahlprozess:

  • Die emotionale Vertiefung entstand nahezu simultan mit mehreren Männern, sodass sie nun in einem Dilemma ist. Die betreffenden Männer wissen nichts voneinander und sie ahnen nichts von der längst polyamoren Situation. Sie sind aber für die Klientin auch keine Auswahlkontakte mehr, sondern drei Beziehungen. Jede hat in sich einen Wert.

Eine weitere Komplikation kommt hinzu:

  • Würde sie es aber jetzt den Betreffenden mitteilen, wären diese – das kann sie mindestens bezüglich zweier der drei Männer wohl sicher sagen – irritiert und entsetzt. Die Beziehungen, die sich eigentlich gerade schön entwickeln, wären verloren.

Vom Dating-Prozess zum Doppelleben

Die Situation ist nicht einfach auflösbar, weil längst Gefühle beteiligt sind. Aber es geht noch weiter. Es hat sich längst ein Doppelleben entwickelt. Das geht bis hin zu Notlügen, um temporäre Abwesenheiten zu erklären.

Die erhoffte Wahl stellt sich nun als Qual heraus. Der Auswahl- und Vergleichsprozess ist eben weder rational noch optimal. Stattdessen ist meine Klientin in eine hochgradig komplexe Situation hineingeschlittert, die sich nun als ein Appetenz-Aversions-Konflikt beschreiben lässt:

Appetenz und Aversion halten sich die Waage

Die Appetenz besteht in der Anziehung aller drei Männer:

  • So unterschiedlich die Männer und auch die Gefühle sind, einschließlich der erlebten Intensität, sind es dennoch positive Signale, die mit allen drei Männern verbunden sind.

Die Aversion ergibt sich nicht aus der Konstellation an sich, sondern aus quälenden Schuldgefühlen und dem Nachdenken darüber, wie es weitergehen kann:

  • Meine Klientin hat den Grundsatz verinnerlicht: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“ Da die betreffenden Männer nichts voneinander ahnen und Gespräche mit ihnen teilweise bereits bis hin zu Zukunftsplanungen gehen, hat sie bereits aufgehört, in diesem Kontext ihren eigenen Werten zu folgen. Daraus entsteht innere Dissonanz.

Meine Klientin leidet nun also unter Schuldgefühlen, fürchtet die weiteren Komplikationen in der Zukunft und erlebt doch gleichzeitig seelische, romantische und erotische Hochs, die sie in der Situation halten:

  • Es zieht sie hin und es stößt sie ab.

Im Ergebnis ist sie in ihren Handlungen blockiert. Eine Auflösung erfolgt nicht. Die Konstellation setzt sich fort. Die Entscheidung wird aufgeschoben, aber die Belastung bleibt hoch.

Es war nicht von Anfang an geplant und nicht explizit intentional. Die Ursache ist recht einfach zu benennen: Meine Klientin wusste nicht, dass bei ihr eine polyamore Lebensweise jemals möglich sein würde. Sie ahnte daher auch nicht, dass sie in eine solche Konstellation hineingeraten könnte.

Indem sie sich auf den typischen Weg der Mehrgleisigkeit beim Dating einließ, war die Situation schneller entstanden, als ihr alle Konsequenzen bewusst wurden.

Nun leidet sie unter Schuldgefühlen, fürchtet die weiteren Komplikationen und erlebt doch gleichzeitig seelische, romantische und erotische Hochs, die mit der eingetretenen Konstellation verbunden sind.

Eine neue Seite der eigenen Persönlichkeit

„Nach dem Coaching ging mir noch durch den Kopf, dass bei mir auch „Neugier“ auf das Gefühlsleben sowie Sexualverhalten anderer Männer eine große Rolle spielt,
da ich … bis zum Tod meines Mannes …. absolut monogam gelebt habe. Die bisher gemachten Erfahrungen sind daher trotz der Gewissenskonflikte eine absolute Bereicherung für mich.“

Es war nicht von Anfang an geplant und entstand nicht intentional. Allein das Verstehen von Partnersuche als mehrgleisigem Auswahlprozess und die Anmeldung bei mehreren Plattformen genügten, um die Situation entstehen zu lassen.

Mängel an Moral und Ethik sind nicht die Ursache des Problems, und ein Appell an Moral und Ethik wird daher auch zu keiner Lösung führen. Überhaupt ist der moralische Zeigefinger meistens schädlicher, als er helfen würde.

Monogamie als gesellschaftliches Normalitätsmodell

Das gesellschaftliche normative Modell der Monogamie prägt uns. Selbst diejenigen, die längst und mehrfach die Erfahrung machten, dass sie selbst oder Partner:innen in Beziehungen fremdgingen oder sich etwas anderes wünschten, halten meistens an dem Modell fest.

Dabei zeigen Studien das Folgende:

  • Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung – und in diesen Studien ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen nur sehr geringfügig – gehört zum polypartnersexuellen Pool, hat also Wünsche, Bedürfnisse, Begierden und Sehnsüchte, die Sexualität von einer monogamen Zweierbeziehung entkoppeln.

Mehr zur Psychologie von Monogamie und Nichtmonogamie können Sie in meinem sehr ausführlichen ↠ Video Was ist Deine sexuelle Konfiguration: Psychologie der Monogamie und Polygamie“ erfahren.

Das Video lohnt sich aber nur für diejenigen, die Zeit, Ruhe, Muße und die Motivation haben, sich mit einer solch ausführlichen Darstellung beschäftigen zu wollen.

Wie Situationen unsere Gewohnheiten prägen

Situationen und Kontexte, in denen wir leben, üben einen stark strukturierenden Einfluss nicht nur auf unser Verhalten, sondern auch auf unser Erleben aus.

Das hat Vorteile, weil es der Stabilität dient:

  • Meine Klientin erlebte dies in einer jahrzehntelangen glücklichen Ehe.

Es hat auch Nachteile, weil wir durch den stabilisierenden und strukturierenden Charakter manchmal unsere eigentlichen Bedürfnisse, die verdeckten Sehnsüchte und das, was unser Glück komplettieren würde, nicht erkennen. Wobei wir aber auch meistens das nicht vermissen, was uns unbekannt ist.

Übrigens, diese Nebenbemerkung sei mir erlaubt, können wir genau aus diesem Grund nur froh sein, wenn lautstarke Minderheiten uns auf die Diversität und Vielgestaltigkeit des menschlichen Lebens aufmerksam machen.

Anders als konservative Stimmen meinen, unterdrücken diese Minderheiten genau nicht, sondern ermöglichen uns allen, uns zu erweitern.

Bei meiner Klientin änderte sich die jahrzehntelang stabilisierende Situation mit dem Tod ihres Ehemannes. Sodann kam es zu einer komplett neuen Situation, nämlich dem Online-Dating, auf das meine Klientin nicht vorbereitet war.

Da sie nun aber nicht mit einer klaren Struktur an das Online-Dating heranging, begann das Online-Dating selbst, die Kontrolle zu übernehmen.

Partnersuche als Persönlichkeitsentwicklung

Bei meiner Klientin zeigte sich nun, dass Partnersuche eben kein technischer Prozess ist, wie sie dachte, in dem sie verschiedene Optionen kennenlernt, testet und sodann entscheidet.

Vielmehr ist ↠ Partnersuche ein Prozess der Persönlichkeitsentwicklung.

So wurde es für meine Klientin möglich, eine neue Lebenswelt für sich zu entdecken, die ihr zuvor verborgen geblieben war:

  • „Die bisher gemachten Erfahrungen sind daher trotz der Gewissenskonflikte eine absolute Bereicherung für mich.“

Im Folgenden möchte ich drei Anmerkungen geben, von denen ich hoffe, dass sie manchen Leser:innen, die in einer ähnlichen Situation sind – egal, auf welcher Seite – oder in diese geraten könnten, helfen werden.

Lässt sich die Situation noch auflösen?

Meine Klientin genießt die emotionalen, intellektuellen und auch körperlichen Begegnungen. Sie erlebt aber eine starke innere Dissonanz, Schuldgefühle und Anspannung.

Sie sieht sich gezwungen, sich Notlügen auszudenken, und beginnt nun übrigens auch gleichzeitig, tatsächlich noch einmal kritisch vergleichend auf die Beteiligten zu schauen. Sicherlich auch aus dem innerpsychischen Bestreben heraus, durch Auswahl dem Problem ein Ende zu setzen.

Nur kam sie damit bisher nicht richtig weiter, weil Appetenz und Aversion ungefähr gleich stark sind. Sie genießt die Konstellation also ungefähr im gleichen Ausmaß, wie sie unter ihr leidet. Wenn dies der Fall ist, bleiben wir meistens stehen.

Gemeinsam konnten wir herausarbeiten, was ihr im Grunde auch bereits klar war:

  • Da die betreffenden Männer nichts von der Situation ahnen, das Ganze bereits emotional sehr weit gegangen ist und die Wahrscheinlichkeit mindestens bei zweien sehr gering ist, dass sie sich jemals auf eine polyamore Konstellation einlassen würden, ist eine einfache Auflösung nicht möglich.

Wir können in solche Situationen geraten, für die keine einfache Lösung besteht:

  • Die Fortsetzung der Situation wird aber auch zu keiner Lösung führen. Der Konflikt wird fortbestehen – im Gegenteil, die Probleme werden vermutlich zunehmen. Je mehr sich die Bindungen gleichzeitig verfestigen und je stärker auch die Männer Schritte in Richtung fester Beziehungen unternehmen, denen sie sich nicht widersetzt, desto mehr werden innere Dissonanz und Komplikationen wachsen.

Auch die Schuldgefühle können wir nicht abstellen:

  • Sie entstammen der ethischen Grundausrichtung meiner Klientin und weisen sie in diesem Fall auf die Sachlage hin, dass sie aktuell nicht in Übereinstimmung mit ihren Werten handelt.

Es kann der Punkt kommen, an dem jede Entscheidung besser ist als keine Entscheidung. Genau an diesem Punkt ist meine Klientin angekommen.

Eine besondere Verbundenheit zeichnet sich ab

Tatsächlich hatte meine Klientin auch bereits vorgehabt, den Kontakt zu einem der Männer offiziell zu beenden. Im Gespräch schilderte sie außerdem eine besonders starke emotionale Anziehung zu einem der drei Männer.

Das ist übrigens bei polyamoren Beziehungen oftmals der Fall:

  • Deshalb sprechen wir von primären, sekundären und tertiären Partner:innen. Studien zeigen, dass sich, anders als bei einer monogamen Beziehung, bei einer polyamoren Beziehung die verschiedenen Erlebnisbedürfnisse tatsächlich auch auf verschiedene Personen verteilen können. Durch die Verschiedenartigkeit der Partner und Beziehungen kann so sogar eine Maximierung der Beziehungszufriedenheit erfolgen.

Vermutlich könnten also alle drei Beziehungen fortbestehen, wenn der Weg zu einer polyamoren Beziehung nicht blockiert wäre.

Ist der Weg aber blockiert, ergibt eine Beziehungskonstellation auf der Basis von Verdeckung keinen Sinn. Sie wird zu dauerhafter innerer Dissonanz führen. Je länger dies dauert, desto unschöner wird alles enden, wenn es eines Tages allen Beteiligten deutlich wird.

Der aktuelle Weg meiner Klientin ist kein Weg in ein dauerhaftes Glück, sondern endet oftmals im Unglück, wenn keine Korrektur erfolgt.

Nur zwei Alternativen bleiben

So gibt es also nur zwei Alternativen:

  • Die Offenlegung der polyamoren Konstellation, die Auseinandersetzung darüber mit den Beteiligten und sodann die Akzeptanz der sich daraus ergebenden Konsequenzen. Dies könnte das Ende der Beziehungen zu allen drei Männern sein. Es könnte auch bedeuten, Vorwürfe und Enttäuschung der Männer annehmen zu müssen und sich sodann neu zu orientieren.
  • Die zweite Möglichkeit ist eine Entscheidung für einen Mann, wie es ursprünglich auch geplant war. Entscheidung bedeutet eben auch immer Verzicht. Meine Klientin kann sich übrigens weiterhin eine monogame Beziehung sehr gut vorstellen. Sie erlebt keinen Drang zur Polyamorie und wäre insofern auch aller Wahrscheinlichkeit nach – wie sich bereits an der langen Ehe zeigte – erneut in der Lage, in einer monogamen Zweierbeziehung glücklich zu werden.

Wenn mehr Auswahl zur Belastung wird

Was hieraus wieder deutlich wird, ist, wie belastend das von vielen so unbedingt gewollte Mehr an Auswahl und die Mehrgleisigkeit beim Online-Dating wirklich sein können.

Selbst wenn es schön wird, kann es gleichzeitig furchtbar werden. Solche Appetenz-Aversions-Konflikte gehören zu den größten Belastungen, die wir im Beziehungsbereich erleben können.

Es gibt nicht immer den goldenen Weg und keineswegs immer eine beste Entscheidung. Jetzt ist aber für meine Klientin jede Entscheidung besser als keine. Da sie zu einem der drei Männer eine besonders starke Verbundenheit erlebt, liegt es nahe, den Fokus auf ihn zu legen.

Aber auch die Alternative besteht, gar keine Auswahlentscheidung zu treffen, sondern die Wirklichkeit gegenüber allen drei Männern offenzulegen und nun zu schauen, wie diese entscheiden werden.

Nur ein „Weiter so“ ist kein gangbarer Weg:

  • Mit jedem Tag wird im Durchschnitt die Belastung steigen und eine automatische Auflösung ist unwahrscheinlich.

Was wir daraus für die Partnersuche lernen können

Sollte keine der drei Beziehungen dem Lauf der Zeit standhalten, gäbe es für meine Klientin einen einfachen Weg, um eine solche Kollision künftig zu vermeiden und gleichzeitig den Weg zu ihrem persönlichen Beziehungsglück zu gehen:

  • „Ich bin polyamor bewegt und bin offen für eine erweiterte Liebe, die über eine strikt monogame Zweierbeziehung hinausgehen kann.“

So ähnlich könnte ihr Satz in ihrem Profil lauten. Allein dies würde wohl genügen, um Probleme dieser Art zu vermeiden.

Wir sollten bei der Partnersuche unsere Bedürfnisse, Vorstellungen und Sehnsüchte nicht unter dem Deckel halten, sondern sie sofort sichtbar machen. Denn dies ist eine Win-win-Situation:

  • Wir maximieren die Chance, Menschen kennenzulernen, mit denen wir glücklich werden, und minimieren die Wahrscheinlichkeit, andere zu enttäuschen oder unglücklich zu machen.

Wie gesagt, meiner Klientin war dieser initiale Start leider verwehrt, da sie all dies nicht ahnte, als sie sich auf Partnersuche begab.

Vielleicht gelangt meine Klientin nach einem möglichen Scheitern aller drei Beziehungen, nach gründlicher Reflexion und Selbstbefragung, aber auch zu dem Schluss, dass sie doch lieber eine monogame Beziehung suchen möchte. In diesem Fall hoffe ich, dass ihr die Internalisierung des folgenden Rates gelingen wird:

  • Vermeide jede Mehrgleisigkeit beim Online-Dating. Sobald ein erster Kontakt entsteht, ist es Zeit, das weitere Online-Dating ruhen zu lassen. Schaue dir keine weiteren Profile an und schreibe niemanden mehr an. Meldet sich jemand, bitte diese Person zu warten. Vergiss, dass es womöglich noch bessere Vorschläge geben könnte. Lote allein mit der Person und ohne jeden Vergleich aus, ob zwischen euch Resonanz entsteht. So gibst du der Entstehung einer tragfähigen Beziehung die maximale Chance.

Wie das moderne Dating die Mehrgleisigkeit monetarisiert

In meinem neuen ↠ Video „Was Dating-Apps mit uns machen: Warum wir zahlen, um Single zu bleiben“ zeige ich auf, mit welchen Mechanismen der Verhaltenssteuerung und Konditionierung neuer Bedürfnisse das moderne Online-Dating weltweit darauf setzt, bei der Online-Partnersuche maximale Mehrgleisigkeit zu erzeugen.

Im Video lernen Sie, wie sogar die Monetarisierung an sich, also das, wofür Sie bezahlen, Sie in Wirklichkeit von Beziehungen wegbringt:

  • Ohne es überhaupt zu bemerken, finden wir uns dadurch in Lebenssituationen wieder, aus denen wir sicherlich auch lernen können, die aber für unsere Bindungsfähigkeit nicht förderlich sind.

Ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Partnerfindung ist daher nicht nur Reflexion und komplette Offenheit im Profil, sondern ebenso das konsequente Stoppsignal für jede Form von Mehrgleisigkeit:

  • Außer wenn ich polyamor suche und die Mehrgleisigkeit damit zum transparenten Beziehungskonzept gehört.

Das Beispiel meiner Klientin macht deutlich, dass wir in solche Situationen geraten können. Auch die drei Männer befinden sich nun, ohne es zu wissen, in dieser Konstellation.

Dies kann Angst vor der Partnersuche machen, aber auch hierfür gibt es eine Lösung, die nicht immer, aber oft unangenehme Überraschungen vermeiden kann:

  • Sprich, wenn du jemanden kennenlernst und ihr beide die Möglichkeit einer Beziehung weiter ausloten wollt, offen über dein aktuelles Online-Dating. Frage auch nach und vereinbart am besten beide, das Dating nun erst einmal auszusetzen. Hätte einer der drei Männer dies explizit und zu einem frühen Zeitpunkt getan, hätte meine Klientin dies sicherlich genauso gehandhabt.

Wir haben unsere Sprache, um uns nicht nur auf Gesten, Mimik und implizite Erwartungen verlassen zu müssen. Viel zu oft verzichten wir aber ausgerechnet dann auf Worte, wenn sie am wichtigsten sind.

Eine offenere Gesellschaft könnte vieles erleichtern

Wäre unsere Gesellschaft offener für Polyamorie und offene Beziehungen, würden wir womöglich selbst in unseren Ehen darüber gemeinsam reflektieren. Bei einer Partnersuche wären sich die Betreffenden ihrer selbst bereits sehr viel bewusster.

Es würde uns allen vieles erleichtern und diese Welt übrigens nicht bindungsloser, sondern im Gegenteil mitmenschlicher und authentischer machen.

Unseren Beitrag bei Gleichklang leisten wir auf zwei Wegen:

  • Wir informieren über verschiedene Beziehungsmodelle und stellen allen Mitgliedern Fragen zu diesen Themen. Die meisten Dating-Plattformen verzichten darauf, weil sie Angst haben, zu viele Angehörige der Mehrheit zu verlieren, die solche Fragen irritierend finden. Durch die Fragen eröffnen wir jedoch auch Raum zur Reflexion.
  • Durch das Matching stellen wir sicher, dass diejenigen, die eine klare Bejahung oder eine klare Verneinung geäußert haben, einander nicht vorgeschlagen werden. Bei uns begegnen sich also Menschen, die jedenfalls nach den Ergebnissen der Fragebögen ähnliche Erlebenshorizonte im Spektrum von Monogamie bis zu offenen oder polyamoren Beziehungen haben.

Warum die Konstellation nicht bei Gleichklang entstand

Die Anmerkung sei mir erlaubt, dass die Konstellation, die ich in meinem heutigen Artikel schildere, nicht mit Gleichklang-Mitgliedern entstand, sondern durch Kontakte bei anderen Dating-Plattformen.

Auch Gleichklang hätte eine solche Konstellation nicht mit Sicherheit verhindern können, aber vermutlich hätte sie sich niemals ergeben:

  • Da sich die Klientin ihrer Offenheit für polyamore Beziehungsweisen tatsächlich komplett unbewusst war, hätte der Fragebogen bei Gleichklang allein zu keiner Lösung geführt.
  • Nicht entstanden wäre die Konstellation aller Wahrscheinlichkeit nach bei Gleichklang einfach deshalb, weil Gleichklang viel weniger für eine Mehrgleisigkeit geeignet ist.

Weniger Kontakte, aber häufiger tragfähige Bindungen

Mitglieder erhalten Vorschläge. Sie können einander Nachrichten schreiben, miteinander kommunizieren, sich kennenlernen und eine Beziehung beginnen. So weit ist es wie bei allen Plattformen.

Aber diese sofortige Mehrgleisigkeit bei meiner Klientin entstand auch daraus, dass über mehrere und unter ihnen sehr große Plattformen einfach diese drei Menschen nahezu gleichzeitig in das Blickfeld meiner Klientin geraten konnten.

Bei Gleichklang hätte sie womöglich noch länger warten müssen und vor allem wären Kontakte aller Wahrscheinlichkeit verteilt entstanden. Oder eben gar nicht, weil sie bereits eine Beziehung begonnen und die Partnersuche beendet hätte.

Vermutlich hätte meine Klientin also nach dem Kennenlernen eines Menschen bereits eine Bindungsentscheidung getroffen, bevor Mehrgleisigkeit überhaupt erst entstanden wäre.

Sicherlich gibt es auch bei Gleichklang Mehrgleisigkeit, aber das Ausmaß ist geringer. Das ist nicht nur eine Behauptung oder eine Vermutung, sondern wir wissen dies aus unseren Datenanalysen:

  • Die meisten Mitglieder von Gleichklang finden eines Tages eine Beziehung. Diejenigen, die eine Beziehung finden, sind im Durchschnitt zwei Jahre auf der Suche. Manche suchen kürzer, andere länger, manchmal sogar viel länger.
  • Innerhalb der Suchzeit bis zum Kennenlernen der Partner:innen haben diese Mitglieder nach unseren Umfragen aber meistens nur ganz wenige andere Personen getroffen. Ungefähr 20 Prozent haben sogar ausschließlich die eine Person getroffen, mit der sie zusammenkamen. Mehr als fünf Personen zu treffen, ist bei Gleichklang bereits selten.
  • Da sich diese Treffen jedoch meistens über eine erhebliche Suchzeit verteilen, ist das spontane Entstehen einer Konstellation wie bei meiner Klientin unwahrscheinlich.
  • Dadurch wirkt Gleichklang von Anfang an langweiliger, bietet weniger Thrill und Abwechslung, fördert aber tatsächlich das Entstehen tragfähiger Bindungen.

Sollte meine Klientin ihre Erfahrungen bedauern?

Sollte meine Klientin unglücklich darüber sein, wie es gekommen ist?

Ich glaube, es macht wenig Sinn, das zu bedauern, was geschehen ist. Es ist hilfreich, aus dem, was geschehen ist, zu lernen:

  • Für meine Klientin waren ihre Dating-Erfahrungen die Chance, bei sich neue Erlebnisbedürfnisse zu entdecken. Das ist ein Gewinn, aber eben in diesem Fall auch ein Verlust, weil der Konflikt belastend ist und eine einfache Auflösung nicht möglich ist.

Jede Entscheidung wird voraussichtlich Trennungsschmerz bedeuten.

Vielleicht oder sogar wahrscheinlich hätte sie bei Gleichklang diese Erlebnisbedürfnisse nicht entdeckt und hätte sich vielmehr eines Tages schlichtweg in einer monogamen Beziehung wiedergefunden.

Ob die Entdeckung der polyamoren Möglichkeit für meine Klientin eines Tages ein Gewinn sein wird, wird sich erst in der Zukunft zeigen.

Meine Klientin hat nun die Chance, den Konflikt aufzulösen:

  • Sie kann ihre polyamore Erlebensweise offenlegen und sodann riskieren, dass alle drei Beziehungen enden. Womöglich wird sie aber auch überrascht sein, dass mindestens eine bestehen bleibt.
  • Sie kann ebenso zwei Beziehungen beenden und sodann gemeinsam daran arbeiten, die dritte Beziehung zur Erfüllung zu bringen.

Und wenn nun alle drei Beziehungen scheitern, kann sie auf der Grundlage ihrer neuen Erfahrungen überlegen, ob sie nunmehr eine neue Partnersuche mit polyamor-offener Option beginnen möchte oder künftig ohne jede Mehrgleisigkeit sucht.

Partnersuche ist kein technischer Prozess

Ich glaube, dieser Coaching-Fall macht noch einmal deutlich, dass Partnersuche in Wirklichkeit kein einfacher technischer Prozess ist. Es ist ein Prozess, in den wir uns als Person einbringen, in dem wir uns reflektieren, verändern und entwickeln.

Es ist aber auch ein Prozess, in dem wir in den Zeiten des modernen Online-Datings die Struktur des Online-Datings erkennen sollten, um den Verlockungen zur Mehrgleisigkeit zu widerstehen, die immer dann schädlich ist, wenn wir monogam suchen. Tun wir dies nicht, sollten wir sie erkennen und sodann von Anfang an offen machen.

Je besser es uns gelingt, uns den Verlockungen zur Mehrgleisigkeit zu entziehen oder aber explizit polyamor zu suchen, desto eher wird es ebenfalls gelingen, mit einem Menschen zusammenzukommen, mit dem wir echte Resonanz erleben und mit dem wir gegebenenfalls auch gemeinsam zu neuen Ufern aufbrechen.

Auf diesem Weg begleiten wir Sie bei Gleichklang gerne:

Zur Beziehungssuche bei Gleichklang

Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!

Weitere Links:

Foto von vier polyamor lebenden Menschen.

19 Kommentare

  • A. sagt:

    Könnte die Situation der Ratsuchenden auch ein Bestandteil ihres Trauerprozesses gewesen sein? Das war meine erste Assoziation.

  • Mir wird in dem Artikel „Polyamorie“ zu sehr als beliebiger Kuchen dargestellt, an dem man mal heimlich knabbert, den man vielleicht anschneiden könnte… – oder auch nicht.
    Ernsthaft betrieben ist Polyamorie eine verbindlicher, aufrichtige und transparente Beziehungsform, mit Augenhöhe für alle daran Beteiligten.
    Und egal ob ich poly- oder monoamor veranlagt bin, wäre für mich das Verhalten der Klientin im beschriebenen Szenario als einer ihrer fakultativen Partner dann letzten Endes in jedem Fall ein Dealbreaker gewesen, da es schlicht von Anfang an – und dann zu lange – unethisch aufrecht erhalten wurde.
    Am Ende wäre ich weder gerne einer von zwei „übrigen“, noch „der Auserwählte“, nachdem ich zuvor über solch einen Zeitraum von meiner vermeintlichen romantischen Partnerin hinter der Fichte gehalten wurde.
    Das alles war aus meiner Sicht nicht wirklich selbstvergessen oder verschämt, sonder vor allem selbstbezogen und in gar keiner Weise irgendwie „-amor“, weder mono noch poly.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Dieser Artikel geht nicht um das Thema Polyamorie an sich. Dazu gibt es einen vorherigen Artikel sowie mein langes Video, das sich damit auseinandersetzt. In diesem Artikel geht es um das Erleben einer Frau beim Online-Dating, die völlig unverhofft in diese Konstellation hineingeraten ist. Ich stimme deinen starken moralischen Bewertungen in diesem Fall nicht zu. Natürlich liegen moralische Urteile sofort nahe, und die Klientin selbst sieht dies ja genauso. Aber bei Menschen kommt es hochfrequent zu Handlungsweisen, die unseren moralischen Werten nicht entsprechen. Denken wir an die aktuelle Hitze in Europa und daran, welche Handlungsweisen diese verursacht haben und weiterhin verursachen. In diesem Fall wird für mich besonders erkennbar, wie die Dating-Strukturen durchaus auch Automatismen entfalten und wie sich schnell solche Komplikationen entwickeln können, wenn wir mit der Vorstellung des Vergleichens und Auswählens dort hineingehen. Gleichzeitig hat dies der Klientin natürlich auch etwas offengelegt. Wie sie nun die Konstellation auflösen wird, wird sich zeigen.

    • Aurelin sagt:

      ich sehe das sehr ähnlich, aber ich verweigere mich hier einem moralischen Urteil gegenüber dieser Frau. Auch sie hat ein Herz und eine per se unantastbare Würde, und aus dem OT geht für mich vor allem hervor, wie sehr sie ihr schlechtes Gewissen schmerzt und belastet. So etwas wünsche ich wirklich keinem Menschen, und ich finde sie verdient Beistand in dieser wirklich schwierigen Situation.
      nicht zuletzt: auch und gerade Polys hadern und kämpfen mit Poly-Ethik. was mir da zu Ohren gekommen ist, ist noch schlimmer als das Zeug von Monos.
      das in meinen Augen wertvollste was die polyamore Kultur hervor gebracht hat sind eine ganze Reihe von Beziehungs-Tools, die eine Partnerschaft wirklich liebevoll und lebendig erhalten können. ich denke da vor allem an Beziehungs-Check-ins und die Frage:
      was brauchst Du, um Dich wirklich geliebt und gesehen zu fühlen?

      und diese Frage wirklich ehrlich beantworten zu können, das ist schon hohe Beziehungskunst.

  • Aurelin sagt:

    Bindungssicherheit in einer Polybeziehung?
    ich bin via Gleichklang mit einer Frau in Kontakt und schließlich in eine Beziehung gekommen, die ganz offen polyamor lebte, und der Transparenz darin auch elementar wichtig war. ich hab mich darauf eingelassen, weil ich kein eifersüchtiger Mensch bin. ich will aus freiem Herzen geliebt werden, aus einer freien Entscheidung (m)einer Partnerin heraus, und nicht weil ich das so will, und in diesem Empfinden ist Platz für sehr viele Menschen in meinem Leben und Herzen. Gleichzeitig war einer meiner ersten leisen Gedanken dazu, dass ich in so einer Konstellation austauschbar bin, gerade weil ich der Neue im Polykül bin, und immer am wenigsten gemeinsame Beziehungserfahrung haben werde.
    Aber ich hatte auch echte Gefühle für diese Frau. Ich fand und finde sie toll, ich hab mich wirklich wohl gefühlt mit ihr, und ihr auch recht schnell meine Gefühle gestanden (was sie übrigens unter Druck gesetzt hatte; ich hab das gemerkt, aber trotzdem nicht ernst genug genommen um die Sache sofort zu beenden, eben weil ich ja mit ihr zusammen sein wollte).
    nach anfänglich sehr starken Eifersuchtsgefühlen meines polyerfahrenen Metamours hab ich mich auch mit ihm sehr gut verstanden.
    mir schien das aber auch sehr schlüssig. wie könnte ein Partner einer Frau, die ich liebe auch kein toller Mensch sein?

    wir waren kein halbes Jahr zusammen. in den letzten Wochen unserer Beziehung musste ich mich dann auch mal auf die Examensphase meiner Ausbildung vorbereiten. … und ich merkte, wie sie sich mehr und mehr innerlich zurückzog. Als ich dann zwei Wochen vor dem letzten Examen auf die Gleichklang-Seite bin, um in den Einstellungen mein Profil zu löschen, entdeckte ich, dass sie schon wieder auf der Suche nach einem neuen war.
    es überraschte mich nicht, dass sie am Tag nach meinem letzten Examen mit mir Schluss gemacht hat, und trotzdem hat‘s mich mit Wucht überfahren, weil ich bis zuletzt glaubte, dass wir das schaffen. aber ich hatte ihr das auch geglaubt, als sie sagte, dass wir unsere Beziehung gemeinsam führen und gemeinsam entscheiden.

    mein persönliches Fazit aus all meinen Berührungen und Erfahrungen mit Polyamorie:
    es könnte funktionieren, aber Poly bedeutet vor allem Beziehungsverantwortung zugunsten unklarer Gefühle und Entscheidungen gar nicht erst zu übernehmen. Poly ist perfekt für Leute, die, gleich aus welchen Gründen, kein Commitment entwickeln können oder wollen, und das ist auch meine finale Antwort auf jedes noch so elegante Pro-Poly-Argument.
    Das macht polyamore Menschen nicht zu unmoralischen oder schlechten Menschen, oder weniger liebenswürdig.
    An entscheidender Stelle ist Liebe keine Frage vergänglicher Gefühle, sondern eine (Selbst)Entscheidung, und moralische Codizes helfen keinem, sondern richten echten Schaden in Menschen an, die versuchen moralisch korrekt zu fühlen und handeln.
    Aber es braucht eine Ethik der Liebe, einen offenen inneren und äußeren Diskurs über die Verantwortung, die wir füreinander in Beziehungen fähig und bereit sind zu übernehmen. Es ist zwar jeder selbst für sich verantwortlich, aber es macht sich auch keiner alleine.

    Und nach meinem letzten ‚Gleichklang-Date‘ habe ich auch entschieden, dass es das für mich war mit Dating, online wie offline.
    ich unterschreib das was Du zum Thema Partnersuche geschrieben hast, Guido, dass es ein persönlicher Entwicklungsprozess ist, und kein technischer Prozess.
    mich selbst aber hat dieser Prozess an einen Punkt gebracht, an dem ich mich gezwungen fühle zwischen einem offenen und vorurteilsfreien Herzen und der Möglichkeit einer eventuellen Beziehungsfindung, die irgendwann einmal möglicherweise vielleicht stattfinden könnte zu entscheiden. Vor diese furchtbare Wahl gestellt, entscheide ich mich für die Liebe an sich, und gegen die Erfüllung meiner tiefsten Sehnsucht.
    Denn selbst wenn in Deinem Beispiel mein Mitgefühl eher den drei Männern gilt, so will und werde ich keinen Stein in die Hand nehmen, wenn es um die Frau geht.
    echte Liebe umarmt auch die größte Verzweiflung und die vermeidbarsten Fehler, gerade weil kein Mensch perfekt ist. wahre Liebe geht immer auf Augenhöhe, und sie verurteilt nie.

    ohne diese Partnersuche als persönlichen Entwicklungsprozess wäre ich übrigens nie an den Punkt gekommen, die Liebe an sich zu meiner Selbstentscheidung zu machen. ich hätte auch nie gedacht, dass mein Weg dahin führt, und leicht fühlt sich das auch noch nicht an. es tut immer noch weh, und ich krieg‘s auch einfach nicht raus, was falsch ist an mir, bzw. grundlegend dysfunktional.
    aber diese Entscheidung fühlt sich sehr viel mehr nach mir und meiner persönlichen Wahrheit an, als jede Beziehungs- oder Dating-Erfahrung, die ich je machen durfte. und sie ersetzt auch Stück für Stück alles andere durch Dankbarkeit.
    Der Prozess der persönlichen Entwicklung hört nicht auf. er hätte auch nicht in der Erfüllung meiner Sehnsucht aufgehört, aber was bedeutet meine Sehnsucht schon, gemessen am Lebensglück aller anderen Menschen, die mir begegnen?
    ganz realistisch: doch eher wenig, und irgendwelche Reibungsverluste (Transformation) gibt es sowieso immer. Thermodynamik und so 😉

    Alles Liebe

    Aurelin

    • Anna sagt:

      „Poly ist perfekt für Leute, die, gleich aus welchen Gründen, kein Commitment entwickeln können oder wollen, und das ist auch meine finale Antwort auf jedes noch so elegante Pro-Poly-Argument.“

      Aurelin, es tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Zu deiner Aussage möchte ich gern sagen: so stimmt das nicht. Polies sind sehr wohl willens und in der Lage, sich fest zu binden. Es geht ja um Liebe, nicht um flüchtige Affären. Häufig sind diese Beziehungen sogar besonders dauerhaft und stabil – weil es ja die eine Beziehung nicht infrage stellt, weil man andere datet. Und weil man sich so stark mit sich selbst und dem anderen auseinandersetzen muss, gibt es weniger „böse Überraschungen“, vereinfacht ausgedrückt.

      Natürlich gibt es Leute – „Monos“ oder Polies – die sich nicht fest binden wollen, nicht einlassen. Mich persönlich (und andere Polies auch) nervt es total, wenn jemand rumschläft oder fremdgeht und das dann mit „bin halt poly“ entschuldigt. Das wirft ein schräges Licht auf die ganze Community.

      Und natürlich gibt es jede Menge Leute, die einfach nur feige sind und jemanden lieber austauschen, anstatt sich mit unangenehmen Themen zu konfrontieren (so klingt das, was deine Freundin gemacht hat, ein wenig für mich).

      Aber so ein Verhalten ist nicht fest an das Lebensmodell Poly geknüpft, wirklich nicht. Es ist einfach nur respektlos und verletzend. Ich hoffe sehr, du kannst das gut überwinden.

      • Guido F. Gebauer sagt:

        Polyamore Beziehungen zeigen nach psychologischen Studien die gleiche Tragfähigkeit wie monogame Beziehungen. Wir alle neigen dazu, aus vergangenen Erfahrungen auf alle oder die meisten zu generalisieren.

      • Aurelin sagt:

        Liebe Anna,

        mir geht‘s nicht um Polyamorie oder Monogamie. Mir ging‘s um echte und ehrliche Liebesbeziehung. Ich denke, das ist in beiden Modellen möglich und dass gerade die polyamore Kultur uns allen das wirklich wesentliche dafür an die Hand gibt.

        vor dem Hintergrund noch ganz anderer Erfahrungen bin ich einfach an einem paradoxen Punkt angekommen: ich glaube ungebrochen an die Liebe an sich ❤️ empfinde mich selbst aber auf eine Art und Weise so zerbrochen, dass ich an Beziehung nicht mehr glauben kann und mag.
        aber umarmen kann ich das.
        bevor ich jetzt aber aushole um das das alles zu erklären.
        ich freue mich wirklich von Herzen für alle, für die Beziehung klappt und funktioniert, ganz gleich in welcher Form.
        ich denke aber auch, dass wir alle in unseren Beziehungen lieben erst erlernen, und das schließt auch ein, verletzend zu sein, weil wir eigenen Themen lieber ausweichen, und die Menschen, die wir zu lieben meinen und vorgeben einfach fallen lassen, statt uns für aktives Lieben zu entscheiden, und unsere innerste Wahrheit konfrontieren.
        und so weit ich mich in dieser Fähigkeit wähnte, so sehr muss ich auch sagen, dass ich da immer noch viel Luft nach oben hätte, auch und gerade jetzt noch, wo ich mit Warten, Suchen und va Dating ‚Schluss mache‘, online und offline.

  • Stephan sagt:

    Man stelle sich den geschilderten Sachverhalt einmal mit umgekehrten Vorzeichen vor.
    Wäre das Verständnis für die Probleme des Mannes mit den 3 Frauen ebenso groß?

    Es gibt eben leider nicht wenige Frauen, die aus Angst vor der eigenen inneren Leere stets Plan B und C haben. Und es bleibt, was es schon immer war: Zu viel von etwas ist immer ein Zeichen von Verzweiflung.

  • Frauke sagt:

    Puh.
    Aurelin, darf ich fragen, wie alt du bist?

    Auch wenn du deinen Weg gefunden hast, beim Lesen wurde ich fast ein wenig traurig und dachte „wie schade“.

    Gruß,
    Frauke

    • Aurelin sagt:

      Hallo Frauke,

      ich bin 49. und dieses Gefühl von ’schade‘ empfinde ich schon auch, aber ich habe eine sehr starke Ahnung, dass ‚Brahmacharya‘ in meinem Fall die liebevollste Entscheidung ist 🙂

  • Anna sagt:

    Die geschilderte Situation hat NICHTS mit Polyamorie zu tun.

    Das erklärt sich schon allein aus der Definition. Polyamorie bedeutet, (potenziell) mehrere Liebesbeziehungen zu haben – mit dem WISSEN UND EINVERSTÄNDNIS ALLER BETEILIGTEN! ALLE Beteiligten müssen davon wissen und aus voller Überzeugung zustimmen. Wenn nur eine Seite davon weiß, ist es nicht Poly, sondern Betrug. Da gibt es auch keinerlei Deutungsspielraum. (Was übrigens auch gar nicht geht: wenn ein Partner dem anderen eröffnet, „plötzlich poly“ zu sein und verlangt, dass der andere das mitmacht. Und der das dann z.B. aus Verlustangst toleriert. Geht in der Regel nach hinten los, und ist außerdem zutiefst unethisch. Nur so am Rande.)

    Mehrere zu daten ist ja weitverbreitet, gerade in einer frühen Phase, wo man sich noch nicht als Paar gefestigt hat. Solange man das nicht besprochen und für sich so definiert hat, hat man meiner Meinung nach auch keinen Anspruch auf Exklusivität.
    ABER: wenn man weitere Kontakte dauerhaft und bewusst verheimlicht, ist es schlicht und einfach Unehrlichkeit und Betrug. Kann man machen, ist halt kacke.

    Was in dem Artikel auch völlig falsch beschrieben wird: Primär- und Sekundärbeziehungen. Ja, solche Konstrukte gibt es häufig. Nein, das hat nichts mit „mehr Gefühle als“ zu tun, sondern häufig mit praktischen Gründen. Jede Beziehung ist einzigartig und ein lebendiges Ding, das sich dynamisch verändert. Wenn ich einen Lebenspartner habe, mit dem ich Finanzen und einen Alltag teile, ist das eine praktische Hierarchie. Das heißt aber überhaupt nicht, dass mein Freund, mit dem ich mich ab und zu treffe, weniger wichtig ist. Oder dass ich meinen Lebenspartner mehr oder weniger liebe. Und es kann genauso gut sein, dass ich einen Primärpartner zu Beginn habe, sich das aber verschiebt und ich dann zwei Primärpartner habe. Oder es gibt gar keine Hierarchie – viele Polies lehnen Hierarchien sogar als unethisch ab.

    Ganz ehrlich – bevor man verletzliche, Rat suchende Leute zu diesem Thema coacht (!) oder irgendwelche Artikel schreibt, sollte man dann doch ein bisschen darüber verstanden haben. Es ist außerdem etwas völlig anderes, Poly in der Theorie zu verstehen und den Weg zu gehen. Poly ist super herausfordernd und verlangt von einem, sich absolut ehrlich mit sich selbst und anderen auseinanderzusetzen. Glaubenssätze infrage zu stellen die wir in unserer mononormativen Gesellschaft als selbstverständlich kennengelernt haben. Neue Muster und Strategien für sich zu finden.

    Ich lebe 16 Jahre poly und nehme immer noch ab und zu Coaching zum Thema in Anspruch. Würde ich mich von jemandem coachen lassen, der keine Ahnung vom Thema hat, weil er es nie selbst so gelebt hat? Der nur darüber gelesen hat und ein paar Begriffe reproduzieren kann? Um Gottes Willen.

    Polyamorie ist ein komplexes Thema. Und gerade aus diesem Grund gibt es so viele gute Ressourcen. „Einfach mal machen“ und munter alles an Begrifflichkeiten und Konzepten in einen Topf schmeißen, funktioniert nicht.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Wenn Du meinen Artikel noch einmal liest, wirst Du feststellen, dass Du auf etwas reagierst, was gar nicht der Inhalt des Artikels ist. Das Thema des Artikels ist, dass die Konstellation eben keine Polyamorie ist in dem Sinne, wie sie als eine mögliche Lebensmöglichkeit besteht, sondern dass die Klientin in etwas hineinschlittert ist (durch die Struktur des Datings), wobei sie nun sehr wohl Liebesgefühle für mehrere Menschen erlebt (es sind Liebesgefühle!), aber diese nicht in einem übereinstimmenden Sinne gelebt werden können.

      Dieses Dilemma wird dargestellt, und es geht darum, wie es entstanden ist, was die Klientin nun tun kann und was wir alle daraus lernen können.

      Du schreibst in Deinem Beitrag im Grunde zu einem anderen Thema, und Du kritisierst etwas, was der Artikel nicht sagt. Mein Eindruck ist, dass Du Dich in Deiner Kritik an den falschen Adressaten wendest.

      Psychologische Studien belegen übrigens, dass in der großen Mehrheit der polyamoren Beziehungen tatsächlich nach psychologischen Kriterien zwischen Primär- und Sekundärpartner:innen unterschieden werden kann. Selbstverständlich kann es wie überall im Leben Verschiebungen geben, wir sind nicht statisch. Die Sachlage, dass sich mehrheitlich klare Differenzierungen psychologisch zeigen, sollten wir annehmen können. Ebenso ist es eine Tatsache, dass es manchmal auch Beziehungen gibt, wo diese Hierarchisierung nicht existiert. Wobei der Wunsch, die Hierarchisierung zu überwinden („viele lehnen Hierarchie ab“) freilich nicht bedeutet, dass sie überwunden ist.

  • Rosalie Baumann sagt:

    Wenn frau doch so einiges geniesst an ihrer Situation, dann kann das schlechte Gewissen nicht ganz so arg sein.

    Das hier ist übrigens keine Polyamorie, sondern dreifaches Fremdgehen. Ohne Ehrlichkeit und Transparenz kann kein informierter Konsens stattfinden. Und Polyamorie braucht informierten Konsens.

    Ausserdem zeigt eine Aufteilung in Primärbeziehung, Sekundärbeziehung etc. für mich persönlich ein Denken und Fühlen, dass noch stark von der mono-amoren Norm beeinflusst ist und den Grundgedanken der Polyamorie nicht verinnerlicht hat. Nämlich dass es möglich ist, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben.

    Ich finde gleichwertige Beziehungen besser. (Nicht zu verwechseln mit gleichArtig, das ist nicht dasselbe.) Je nach Umständen ist das nicht einfach umzusetzen, aber als Leitlinie und Ziel finde ich es wertvoll.

    In meinen Augen ist eine Rangfolge auch eine potentiell gefährliche Basis in der Polyamorie. Sie hat schon vielen Sekundär- und Tertiärpartnern grosses Leid verursacht, das sie nicht kommen sahen.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Ich kann zwar deinen Gedanken nachvollziehen, teile ihn aber dennoch nicht. Von Fremdgehen sprechen wir in harter Weise typischerweise, wenn wir eine Beziehung offiziell für gestartet bezeichnet haben, nicht zu einem Zeitpunkt, zu dem dieser offizielle Beziehungsstart – wohl aber Gedanken und Gespräche – noch nicht stattgefunden hat. Wir reden hier von der Dating-Phase.

      Aber der Artikel führt ja auch gerade aus, dass diese Konstellation problematisch ist und dass sie eben keine Polyamorie im eigentlichen Sinne ist. Das ist die Aussage des Artikels. Eine Empfehlung war allerdings, vielleicht zu versuchen, es in eine Polyamorie zu verwandeln, also mit den Betreffenden zu sprechen oder eben, eine Entscheidung zu treffen.

      Das mit dem Genießen versus Schuldgefühlen hört sich plausibel an, entspricht aber nicht der menschlichen Realität:

      Wir wissen, dass wir als Menschen zahlreiche Dinge einerseits genießen und gleichzeitig unter ihnen ungemein leiden können. Deshalb nennen wir dies Appetenz-Aversions-Konflikt. Den gibt es nur dann, wenn beides da ist.

      Nehmen wir einmal Menschen, die sich durch Drogen geradezu zu Tode bringen. Auch sie berichten immer wieder über den erlebten Genuss, zum Beispiel beim Kokainkonsum. Der Genuss heißt nicht, dass wir nicht leiden. Tatsächlich haben viele Menschen sogar deshalb Schuldgefühle, weil sie Dinge genießen, die sie nach ihren Werten nicht genießen sollten.

      Ich denke, wir müssen daher mit moralischen Urteilen und dem Zeigefinger vorsichtig sein. Sie sind normativ und gesellschaftlich praktisch, aber inhaltlich falsch.

      Zu Primär-, Sekundär- und Tertiärkonstellationen bei Polyamorie, die der Artikel nur am Rande behandelt:

      Psychologische Studien zeigen, dass bei der großen Mehrheit aller polyamoren Beziehungen zu einem Partner:in eine ganz besondere Nähe im Sinne von Vertrautheit und Fürsorglichkeit besteht und zu einem anderen Partner oft eher in Form von Leidenschaft. Das gilt für die Mehrheit der tatsächlich bestehenden polyamoren Beziehungen und die Terminologie wird auch in der internationalen Forschungsliteratur so verwendet.

      Dann gibt es sogenannte Tertiärbeziehungen, die teilweise im Grunde vorwiegend sexuell sind, aber auch leichte Liebesaspekte beinhalten. Auch dies ist eine empirische Beschreibung, keine normative moralische Bewertung.

      Ebenfalls gibt es eine kleinere Anzahl polyamorer Beziehungen, bei denen keine Hierarchisierung feststellbar ist, wobei wir hier wirklich unterscheiden müssen zwischen der Aussage „Ich will keine Hierarchie“ und der tatsächlichen Wirklichkeit, die gegebenenfalls durch die Beziehungsmuster sehr wohl psychologisch aufzeigbar ist. Schließlich gibt es eine noch kleinere Anzahl polyamorer Gruppenbeziehungen, bei denen alle miteinander in Beziehung sind.

      Das große Leid bei Sekundär- und Tertiärpartner:innen ist deine Vermutung, aber keine empirische Realität. Polyamorie bedeutet ja, dass alle dies konsensuell mittragen, und jemand, der Sekundärpartner:in ist, kann auch selbst Primärpartner:innen haben.

      Wie gesagt, es geht um menschliche Lebensrealitäten und das, was Forscher:innen in polyamoren Beziehungen tatsächlich beobachten. Eine wichtige Erkenntnis ist dabei auch, dass die Zufriedenheit in polyamoren Beziehungen hoch sein kann.

  • Friedl sagt:

    Hier wird um Deutungshoheit gestritten. Der Artikel ist überschrieben mit „plötzlich polyamor“, was eine griffige Schlagzeile ist, aber eben auch ein semantischer und damit inhaltlicher Missgriff. Der Autor wird daraufhin von verschiedenen Seiten beharkt und ist wortreich bemüht, sich aus der Falle herauszuwinden, wobei er eine ganze Menge kluge Sachen sagt. Aber der Fehler ist da. In der Überschrift.

    Polyamorie ist nur ein Teilbereich von Nicht-Monogamie. Egal wie manfrau beides definiert. Man mag versuchen, die hier geschilderte Situation in Franklin Veaux‘ „Map of Non-Monogamy“ (die neueste Version ist äußerst detailliert) zu verorten. Wird man im Bereich Polyamory fündig – oder doch außerhalb?

    Aus Sicht der Frau ist ihr aktuelles Beziehungsgeflecht (es ist eigentlich nur ein Stern) polyamor – im Wortsinn. Aus Sicht der drei Männer nicht. Ist damit die gesamte Situation als polyamor zu bezeichnen oder nicht? Wäre es anders, wenn zumindest zwei von den dreien wüssten, worin sie stecken und nicht flüchten würden?

    Es gibt abscheulich engstirnige und dogmatische Definitionen von Polyamorie. Man kann sie nicht ignorieren, sie sind wirkmächtig. Ihnen anzuhängen rate ich keineswegs, das würde den klaren Blick auf die gelebte Vielfalt nicht-monogamer Beziehungen verstellen. Sie sind Intelligenz- und/oder Emotionssparmaßnahmen, gut für Leute, die ihre Beziehungen nach dem Muster „Käfig sucht Vogel“ angehen.

    Ich empfehle, die Begriffe mit sinnvoller Trennschärfe zu verwenden. Zu eng oder zu weit gefasste Definitionen verringern den Gebrauchswert der Begriffe. Wenn ein Beziehungsnetz nicht eindeutig polyamor ist, dann nenne ich es nichtmonogam. Über die Feinheiten lässt sich dann reden. Sehr ausführlich, wenn gewünscht.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Ich halte es kurz, damit es nicht zu wortreich ist. Ich denke, der Artikel macht explizit, dass es keine Polyamorie ist, dass es aber hätte eine werden können – und vielleicht auch noch werden könnte, was aber unwahrscheinlich ist –, wenn der Beginn ein anderer gewesen wäre. Gleichzeitig entwickelt die Betreffende aber tatsächlich polyamore Liebesgefühle und nimmt dadurch auch erstmals wahr, dass Polyamorie – aber nicht der aktuelle Zustand – für sie möglich gewesen wäre. Wichtig ist, dass wir allgemein im Leben und auch bei einem solchen Artikel nicht auf einzelne Signalworte anspringen, anstatt uns vertieft mit der Thematik auseinanderzusetzen.

  • Begrifflichkeiten sagt:

    „Psychologische Studien zeigen, dass bei der großen Mehrheit aller polyamoren Beziehungen zu einem Partner:in eine ganz besondere Nähe im Sinne von Vertrautheit und Fürsorglichkeit besteht und zu einem anderen Partner oft eher in Form von Leidenschaft. Das gilt für die Mehrheit der tatsächlich bestehenden polyamoren Beziehungen und die Terminologie wird auch in der internationalen Forschungsliteratur so verwendet. “

    Letztlich beweist das die Triebhaftigkeit solcher Beziehungen, in denen es um Sex geht und nicht um echte Verbundenheit und Liebe.

    Im Grunde ist so ein Konstrukt eine andere Form derjenigen, die regelmäßig neue Beziehungen suchen, wenn der Sexdrive nachlässt.

    Sex ist mit beliebig vielen Personen möglich, echte Verbundenheit nicht.

    Insofern wäre der Begriff polysexuell treffender als polyamor.

    • Guido F. Gebauer sagt:

      Nein, das bedeutet es nach meiner Ansicht nicht. Denn Sexualität ist nicht nur Triebhaftigkeit. Eine innige körperlich-sexuelle Verbundenheit lässt sich statistisch differenzieren von einer vorwiegend fürsorglich (Agape) ausgerichteten Verbundenheit. Bitte sind wichtig und beide sind auch emotional. In vielen monogamen Beziehungen liegt übrigens in einem der Bereiche ein Defizit vor und in polyamoren Beziehungen kann das manchmal ausgeglichen werden. Eben weil Menschen verschieden sind und nicht immer ein Mensch alle Bedürfnisse erfüllen kann. Aber natürlich gelingt es auch in vielen monogamen Beziehungen und umgekehrt gibt es auch polyamore Beziehungen, die toxisch sind.

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