Was die Gleichklang-Umfrage über körperliche Anziehung, Beziehungszufriedenheit und sexuelle Zufriedenheit zeigt
In meinem heutigen Artikel geht es darum, wie sich anfängliche körperliche Anziehung oder späte körperliche Anziehung oder gänzlich ausbleibende körperliche Anziehung auf die Beziehungszufriedenheit und die sexuelle Zufriedenheit auswirken. Dazu berichte ich bereits auf einige Daten aus der noch laufenden großen Gleichklang-2026-Umfrage, wobei wir unsere Leser:innen herzlich bitten, sich an der Umfrage zu beteiligen oder sie zu vervollständigen, falls sie sie noch nicht abgeschlossen haben.
Bevor ich zu den Umfragedaten komme, möchte ich auf meine früheren Artikel zu diesem Thema hinweisen, denn ich habe mich dem Bereich Äußeres und Partnersuche bereits aus verschiedenen Perspektiven genähert.
- In „Zählt nur das Aussehen bei der Partnersuche?“ wird gezeigt, dass geschlechtstypische Präferenzen wie die Körpergröße oft auf internalisierten Rollenklischees beruhen und dass Attraktivitätseindrücke viel veränderbarer sind, als gemeinhin angenommen. Dieser Artikel liegt auch als Video vor.
- Der Artikel „Aussehen, Attraktivität und Partnersuche“ räumt mit der Angst auf, „zu unattraktiv“ zu sein – Menschen aller Typen finden Partner, doch genau diese Angst blockiert häufig die aktive Kontaktaufnahme.
- „Wenn Popularität bei der Partnersuche nichts hilft“ macht am Beispiel einer extrem beliebten, aber erfolglosen Tinder-Nutzerin deutlich, dass hohe Popularität nicht zu erfüllenden Beziehungen führt; entscheidend sind Fokus, Geduld und der Verzicht auf ständige Alternativensuche.
- In „Passung zwischen äußerlicher Anziehung und übereinstimmenden Lebenskonzepten“ wird dargelegt, dass der erste, stark vom Foto beeinflusste Eindruck fast nichts über spätere Beziehungsstabilität aussagt – maßgeblich ist die Übereinstimmung in Werten und Lebenskonzepten, die sich erst im echten Austausch zeigt.
- Und „Körpergröße: Für die Partnersuche weit überschätzt“ belegt mit Umfragedaten, dass die Mehrheit der Menschen von starren Größenwünschen absehen kann, wenn sonst alles passt – die Körpergröße hat keinerlei Bedeutung für Beziehungsglück.
Es geht mir dabei aber nicht nur um die Frage der körperlichen Anziehung, es geht mir nachfolgend noch um ein allgemeineres Thema, nämlich die Frage, was wir aus Begegnungen machen können.
Matching ist das eine und wir bemühen uns um eine gute, kompatible Ausgangsbasis, aber tatsächlich ist letztlich eher entscheidend, wie Partner:innen miteinander umgehen. Der Bezug zum aktuellen Thema wird im Verlauf noch deutlich werden. Kommen wir nun zu den ersten (vorläufigen) Daten aus unserer laufenden Umfrage:
Ein einzigartiger Einblick in reale Beziehungen
Im Rahmen unserer laufenden Umfrage unter Gleichklang-Mitgliedern hatten wir die Möglichkeit, uns anzuschauen, wie sich die Entwicklung von erlebter körperlicher Attraktivität am Anfang einer Beziehung auf die Beziehungszufriedenheit und auch die sexuelle Zufriedenheit auswirkt. Dabei haben sich hochinteressante Befunde ergeben, die ich im Folgenden schildere.
Unter den aktuellen Gleichklang-Mitgliedern sind natürlich die allermeisten Singles, weil die meisten uns in dem Moment verlassen, in dem sie eine partnerschaftliche Beziehung gefunden haben.
Manche jedoch bleiben bei uns, zum Beispiel weil sie sich weiterhin für die Freundschaftssuche, die Suche nach Reisepartner:innen, Projekte, Naturaktivitäten oder Gemeinschaften interessieren.
Jedenfalls befinden sich unter den bisher teilgenommenen Gleichklang-Mitgliedern 108 Personen derzeit in einer Partnerschaft, die sie bei Gleichklang gefunden haben.
Drei Wege der Anziehung – und ihre Folgen
- 66 dieser 66 Personen gaben an, dass sie sofort am Beginn ihrer Beziehung eine körperliche Anziehung erlebt hätten.
- 39 Personen schildern demgegenüber, dass sie ihre Partner:innen anfangs nicht als körperlich anziehend erlebten, was sich aber im Verlauf geändert habe.
- Und schließlich gibt es noch insgesamt drei Personen, die angaben, niemals körperliche Anziehung zu ihren Partner:innen verspürt zu haben.
Die entscheidende Frage ist nun:
- Wie wirken sich diese verschiedenen Erfahrungen bezüglich körperlicher Anziehung zu Partner:innen auf die Beziehungszufriedenheit und die sexuelle Zufriedenheit aus?
Auswirkungen auf Beziehungszufriedenheit
Beziehungszufriedenheit und sexuelle Zufriedenheit werden in der aktuellen Gleichklang-Umfrage auf einer Skala von jeweils 1 (extrem unzufrieden) bis 11 (extrem zufrieden) gemessen.
Grafik 1 zeigt die Höhe der durchschnittlichen Beziehungszufriedenheit in den drei Gruppen, also unabhängig von der erlebten oder nicht erlebten körperlichen Anziehung:

Die Ergebnisse in Grafik 1 zeigen – vielleicht für manche überraschend –, dass sich die Beziehungszufriedenheit bei sofortiger körperlicher Anziehung und bei erst später entstehender körperlicher Anziehung nicht statistisch signifikant voneinander unterscheidet:
- Die minimale Mittelwertedifferenz ist trivial. Insgesamt ist die durchschnittliche Beziehungszufriedenheit bei einer Skala von 1 bis 11 mit über 8 als hoch einzuschätzen.
Ganz anders ist allerdings die Situation in der Gruppe, die niemals körperliche Anziehung erlebte:
- Hier zeigt sich im Durchschnitt eine stark verringerte Beziehungszufriedenheit von nur 4,33.
Und obwohl in dieser Gruppe lediglich drei Personen enthalten sind – was zeigt, wie selten dies jedenfalls bei einer Partnerfindung bei Gleichklang ist – weicht dieser Mittelwert bereits statistisch signifikant sowohl von der Gruppe mit sofortiger körperlicher Anziehung als auch von der Gruppe mit anfangs nicht vorhandener, aber später eintretender körperlicher Anziehung ab.
Auswirkungen auf sexuelle Zufriedenheit
Ganz ähnlich zeigen sich die Befunde bei der sexuellen Zufriedenheit, die in Grafik 2 dargestellt werden:

- Zunächst scheint es hier so, als ob die sexuelle Zufriedenheit bei erst spät eintretender körperlicher Anziehung geringer ist als bei sofort vorhandener körperlicher Anziehung. Tatsächlich wäre ein solcher Befund auch keineswegs unplausibel, da Körperlichkeit und Sexualität enger miteinander assoziiert sind als Körperlichkeit und Beziehungszufriedenheit – für die Beziehungszufriedenheit sind einfach noch viel mehr Faktoren relevant, die weit über körperliche und sexuelle Aspekte hinausgehen.
- Allerdings verfehlt der Unterschied die statistische Signifikanz, könnte also auch durch Zufall erklärt werden. Die Befunde zeigen insofern nicht, dass zwischen sofortiger und später körperlicher Anziehung bei Gleichklang-Beziehungen ein signifikanter Unterschied in der sexuellen Zufriedenheit auftritt.
Dem gegenüber ist der Vergleich zur Gruppe derjenigen, bei denen niemals körperliche Anziehung aufgetreten ist, wiederum völlig eindeutig – sogar noch stärker ausgeprägt als bei der Beziehungszufriedenheit:
- Hier liegt die durchschnittliche sexuelle Zufriedenheit nur bei 3,33, was wiederum – trotz der geringen Fallanzahl von drei – statistisch signifikant von den beiden anderen Gruppen abweicht.
Replikation in der Gruppe der Partnerlosen mit vergangenen Beziehungen
Die große Mehrheit der Gleichklang-Mitglieder, die an der Umfrage teilnehmen, ist – wie bereits erläutert – natürlich partnerlos, was für die meisten der Grund ist, warum sie Gleichklang-Mitglieder sind.
Wir fragten aber ebenfalls nach der durchschnittlichen Beziehungszufriedenheit und auch sexuellen Zufriedenheit in der letzten partnerschaftlichen Beziehung. Hierfür liegt nunmehr eine wesentlich größere Stichprobe vor, und zwar von insgesamt 635 Personen. (Nicht enthalten sind die absoluten Beginner, also diejenigen, die noch keine Beziehungserfahrungen haben.)
Grafik 3 zeigt für die Beziehungszufriedenheit ein nahezu identisches Befundmuster wie das bei den Gleichklang-Mitgliedern mit aktueller Beziehung:

- Es besteht erneut kein signifikanter Unterschied in der Beziehungszufriedenheit zwischen Personen mit sofort erlebter und erst später erlebter körperlicher Anziehung im Hinblick auf ihre Beziehungszufriedenheit.
- Dem gegenüber ist erneut die Beziehungszufriedenheit in der Gruppe derjenigen, die niemals körperliche Anziehung für ihre Partner:innen erlebten, signifikant geringer ausgeprägt als in den beiden anderen Gruppen.
Genau das Gleiche findet sich nun auch bei der sexuellen Zufriedenheit:
- Wie aus Grafik 4 deutlich wird, ist zwischen sofortiger und erst später erlebter körperlicher Anziehung kein signifikanter Unterschied in der sexuellen Zufriedenheit erkennbar, während die Gruppe, die niemals körperliche Anziehung zu ihren Partner:innen erlebte, auch mit ihrer letzten Beziehung deutlich sexuell unzufriedener war, als dies für die beiden anderen Gruppen der Fall war:

Übrigens ist aus der Darstellung ebenfalls erkennbar, dass für die nicht mehr fortbestehenden Beziehungen eine insgesamt deutlich geringere Beziehungszufriedenheit geschildert wird als für die aktuellen Gleichklang-Beziehungen.
Dies ist natürlich nicht erstaunlich, da typischerweise Beziehungen unter anderem auch deshalb enden, weil die Zufriedenheit nicht optimal ist. Genau das Gleiche findet sich nun auch bei der sexuellen Zufriedenheit.
Auch ohne Anziehung ist Zufriedenheit möglich – aber selten
Abgesehen von diesen Mittelwertunterschieden zwischen den Gruppen – oder auch den Ähnlichkeiten zwischen den Gruppen – möchte ich aber auch noch einmal in aller Kürze auf die individuelle Variabilität eingehen.:
Selbst in der Gruppe derjenigen, die niemals körperliche Anziehung zu ihren Partner:innen erlebten, sind sowohl bei sexueller Zufriedenheit als auch bei Beziehungszufriedenheit alle Einzelwerte von extremer Unzufriedenheit bis hin zu extremer Zufriedenheit repräsentiert. Manche können also sehr glücklich mit ihren Beziehungen werden, auch wenn die körperliche Anziehung fehlt:
- Tatsächlich berichteten in der Gruppe derjenigen, die niemals körperliche Anziehung zu ihren Partner:innen erlebten, immerhin 23,9 % von einer Beziehungszufriedenheit und 17,9 % von einer sexuellen Zufriedenheit von mindestens 8.
Diese Befunde machen deutlich:
- Im Bereich menschlichen Verhaltens und Erlebens lässt sich nicht alles auf pauschale Durchschnittswerte reduzieren. Die individuellen Unterschiede, die individuelle Vielfalt ist enorm.
Ein Faktor, der die Beziehungszufriedenheit fördert, muss sich nicht bei jedem als förderlich erweisen. Und umgekehrt können auch Menschen mit ihrer Beziehung und ihrer Sexualität sehr zufrieden werden, wenn ein Faktor vorliegt, der meistens zu einer Reduktion der Zufriedenheit beiträgt.
Was bedeutet das für den eigenen Umgang mit Beziehungen?
Mit diesem Befund leite ich bereits zu meinem weiteren Thema über – nämlich dazu, was wir mit unseren Beziehungen machen.
Was bedeuten diese Befunde für den eigenen Umgang mit Beziehungen?
Wenn wir davon ausgehen, dass körperliche Anziehung von entscheidender Bedeutsamkeit für Beziehungsglück und sexuelle Zufriedenheit ist, und an dieser Haltung auch uneingeschränkt festhalten, werden wir wahrscheinlich tatsächlich eher nicht zufrieden mit einem Partner oder einer Partnerin sein, zu der wir keine körperliche Anziehung verspüren.
Die Daten machen auch deutlich, dass in aller Regel Beziehungen mit körperlicher Anziehung assoziiert sind – wobei diese Anziehung entweder sofort da sein kann (wie bei den meisten) oder auch später entstehen kann bei einer großen Minderheit. Dass gar keine körperliche Anziehung erlebt wird, tritt selten auf.
Tritt dieser seltene Fall dennoch ein, ergibt sich im Durchschnitt eine geringe Beziehungszufriedenheit und sexuelle Zufriedenheit. Die bestehenden Ausnahmen zeigen uns jedoch, dass es sich manchmal lohnen kann, aus einer scheinbar ungünstigen Startvoraussetzung heraus etwas Positives aufzubauen.
Eine andere Perspektive zulassen
Keineswegs geht es mir darum, dafür zu werben, dass wir uns künftig von Aspekten der körperlichen Anziehung nicht mehr beeinflussen lassen sollten.
Würde ich dies fordern, würden vermutlich viele nicht mehr zuhören, da sich tatsächlich eine Mehrheit eine Beziehung ohne erlebte körperliche Anziehung schwer vorstellen kann.
Aber auch das Ausmaß der erlebten körperlichen Anziehung ist variierend. Anziehung kann gar nicht, schwach, mittelgradig, stark, sehr stark etc. vorhanden sein. Wo wollen wir die Schwelle setzen?
Meine Empfehlung ist letztlich, einen zweiten Blick oder eine andere Perspektive zu erlauben und auszuloten, wie weit wir kommen. Dies bedeutet nicht, dass wir diese Perspektive übernehmen werden. Es bedeutet aber, dass wir ihr eine Chance geben.
Genau dies tun ja bereits viele unter unseren Teilnehmenden, die in unserer Umfrage angaben, dass bei ihnen anfangs keine körperliche Anziehung da gewesen sei, was sich jedoch später geändert hat.
Viele von denen, die sofort körperliche Anziehung erwarten, hätten den Kontakt längst abgebrochen. Sie hätten gar nicht mitbekommen, dass sich die körperliche Anziehung doch noch einstellt. Entsprechend wären so viele Beziehungen nie entstanden.
Die psychologische Forschung zeigt recht deutlich, dass wir zwar alle unsere Präferenzen haben, die erlebte Anziehung aber auch von Situationsbedingungen und Kontext abhängen kann. Entsprechend gelingt es uns auch nur eingeschränkt, unsere tatsächlich erlebte körperliche Anziehung im Vorhinein tragfähig vorherzusagen.
Beginnen wir in einem Kennenlernprozess, ein vertieftes Einfühlen für eine andere Person zu entwickeln, wächst Sympathie. Entwickelt sie sich zur Liebe, entsteht oft auch dann körperliche Anziehung, wenn diese zunächst nicht vorhanden war.
Ein Rat für die Praxis
Tatsächlich sind die dargestellten Befunde zur körperlichen Anziehung nur ein Beispiel – stellvertretend für zahlreiche weitere mögliche Merkmale, die sich in ihrer Bedeutsamkeit von Mensch zu Mensch unterscheiden können.
Jeder legt bei der Partnersuche – auch wenn es typische Aspekte gibt – andere Fokusmerkmale zugrunde.
Für mich ergibt sich aus dem Ganzen letztlich der folgende Rat:
- Lassen wir uns auf ein Kennenlernen mit einer anderen Person ein, loten wir mögliche Kompatibilität, Beziehungsmodelle und Übereinstimmungen aus. Treffen wir uns mehrfach – es sei denn, es besteht eine so starke Aversion, dass dies für uns unzumutbar ist.
Indem wir so in einen längerfristigen und nicht auf eine einmalige Begegnung beschränkten Begegnungs- und Kontaktprozess eintreten, wächst gleichzeitig die Chance, dass wir neue Aspekte bei der anderen Person und bei uns entdecken können, die zu Sympathie, zu Liebe und zu Beziehung führen können.
Voraussetzung ist – das sagte ich bereits –, dass wir nicht mehrgleisig fahren:
- Bei Beginn eines Begegnungsprozesses sofort aufhören, weitere Profile anzuschauen, andere Personen anzuschreiben oder uns gar mit anderen Personen zu treffen.
Fahren wir mehrgleisig, beerdigen wir nämlich in aller Regel den aktuellen und auch die künftigen Begegnungsprozesse, weil wir beginnen, alle durch eine negative Brille zu sehen und auf eine noch bessere Möglichkeit in der Zukunft zu hoffen.
Ein wirksames Schema für die Partnersuche habe ich in meinem Video „Die drei Momente der Partnerfindung – Dating reicht nicht: Wie aus Partnersuche Partnerfindung wird“ ausführlich dargelegt. Für diejenigen, die sich an dieses Schema halten, wächst die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Partnersuche erheblich.
Ich kann das Schema nur jedem ans Herz legen:
- Es ist die Essenz dessen, was ich auf der Grundlage unserer 20-jährigen Tätigkeit, unzähliger Datenanalysen und ebenso unzähliger Gespräche mit erfolgreichen und nicht erfolgreichen Partnersuchenden über die Partnerfindung gelernt habe.
Körperliche Anziehung ist nicht in Stein gemeißelt
Letztlich erlebe ich die aktuellen Befunde mit den Gleichklang-Mitgliedern als Bestätigung für meine schon oftmals und auf der Basis von anderen Forschungsbefunden begründete Theorie:
- Körperliche Anziehung ist nicht in Stein gemeißelt. Und wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass sie es tatsächlich nicht ist. Andernfalls überschätzen wir unsere Fähigkeit, in Sekundenschnelle zu entscheiden, ob eine andere Person für uns als Partner:in geeignet sei oder nicht.
In Wirklichkeit entsteht körperliche Anziehung oft spät. Und in seltenen Fällen kann selbst dann eine befriedigende Beziehung und auch sexuelle Zufriedenheit entstehen, wenn sich Partner:innen überhaupt nicht als körperlich anziehend erlebt werden.
Was geschieht in diesen Fällen?
Ich nehme an, es treten andere relevante Merkmale in den Vordergrund, die das scheinbare Defizit kompensieren können. Absolute Perfektion gibt es nie. Alle Merkmale können andere Merkmale und unsere Eindrücke verstärken, widerlegen, abschwächen – und insofern gegebenenfalls auch ansonsten als kritisch erlebte Merkmale kompensieren.
Was bedeutet das für die Partnervermittlung?
Bei Gleichklang können und wollen wir nur sehr eingeschränkt die körperlichen Merkmale bei der Partnervermittlung berücksichtigen.
Wir tun dies im Grunde indirekt über das Alter sowie etwas direkter über die Körpergröße und auch über die Körperfigur. Im Vordergrund steht aber die Kompatibilität der grundlegenden Werthaltungen, Lebensziele und Beziehungsmodelle, die essenziell dafür sind, ob zwei oder mehr Menschen miteinander ein gemeinsames Lebensprojekt aufbauen können.
Auch diese Kompatibilität ist freilich nicht in Stein gemeißelt.
Die Vorschläge von Gleichklang richtig verstehen
Bitte betrachten Sie die Vorschläge von Gleichklang nur als eine allererste Kompatibilitätsannäherung, die tiefgreifende und oftmals tatsächlich schwer kompensierbare Unvereinbarkeiten ausschließen soll.
Die Vorschläge bedeuten, dass grundsätzlich eine hinreichende Basis vorhanden ist, um bei Auslotung weitergehender gemeinsamer Erfahrungen und Möglichkeiten eine positive Beziehungsentscheidung treffen und umsetzen zu können.
Die hohe Zufriedenheit von Gleichklang-Paaren, die wir seit Jahren und auch über den jahrelangen Verlauf hinweg beobachten, ist meiner Ansicht nach eine Unterstützung für diesen Ansatz.
Was Beziehung wirklich ausmacht
Aber wir können uns nicht mit dem Inhalt einer initialen Auswahl zufriedengeben. Das eigentliche Beziehungsglück entsteht erst durch das, was wir gemeinsam in einer Beziehung tun – wie wir an die Beziehung herangehen und uns wechselseitig füreinander und für unsere Beziehung einsetzen.
Hierzu gehören:
- Fortwährende neue Zielplanungen, Umsetzung neuer und möglichst auch spannender gemeinsamer Aktivitäten, das Lernen einer offenen und authentischen Kommunikation sowie das Herausarbeiten der richtigen Balance zwischen Nähe und Unabhängigkeitsbedürfnis, festen Verpflichtungen und Freiheit.
In jedem Fall – das können wir sicher sagen – bedeutet Beziehung viel mehr als körperliche Anziehung. Beziehung ist ein komplexes Geschehen. Und je stärker wir bereit sind, dieser Komplexität bei unserer Partnerfindung eine tatsächliche Chance zu geben, desto eher wird es uns gelingen, unsere Suche zum Ziel zu bringen und eine Beziehung zu finden und aufzubauen.
Bei Gleichklang begleiten wir Sie gerne weiterhin auf diesem Weg:
▶ Zur Beziehungssuche bei Gleichklang
Weitere Links:



2 Kommentare
Lieber Guido,
herzlichen Dank für den heutigen Blog. Spannend zu lesen wie sich meine Umfrage-Teilnahme im Ergebnis wiederspiegelt.
Einen Hinweis fand ich sehr wertvoll für mich:
„Bei Beginn eines Begegnungsprozesses sofort aufhören, weitere Profile anzuschauen, andere Personen anzuschreiben oder uns gar mit anderen Personen zu treffen.
Fahren wir mehrgleisig, beerdigen wir nämlich in aller Regel den aktuellen und auch die künftigen Begegnungsprozesse, weil wir beginnen, alle durch eine negative Brille zu sehen und auf eine noch bessere Möglichkeit in der Zukunft zu hoffen.“
Da habe ich mich dabei ertappt, es (noch) nicht zu tun…
Herzliche Grüße
und schöne Ostern
Frank
„Der Artikel „Aussehen, Attraktivität und Partnersuche“ räumt mit der Angst auf, „zu unattraktiv“ zu sein – Menschen aller Typen finden Partner […]“
Das ist korrekt aber normschöne Menschen haben es generell viel leichter meiner Erfahrung nach.
Bei Menschen, welche von der Schönheitsnorm erheblich abweichen, ist es oft deutlich schwieriger, allein weil sie oft von ihrem Gegenüber keine Chance für die Liebe auf den zweiten Blick erhalten und wegen gesellschaftlicher Probleme z.B. mit so jemanden kann ich mich nicht sehen lassen oder so jemanden kann ich nicht mit nach Hause bingen.
„„Wenn Popularität bei der Partnersuche nichts hilft“ macht am Beispiel einer extrem beliebten, aber erfolglosen Tinder-Nutzerin deutlich“
Ich sehe das Poblem hier eher bei Tindern. Die selbe Nutzerin hätte bei Gleichklang vermutlich schnell eine Partnerschaft gefunden.
„Tatsächlich berichteten in der Gruppe derjenigen, die niemals körperliche Anziehung zu ihren Partner:innen erlebten, immerhin 23,9 % von einer Beziehungszufriedenheit und 17,9 % von einer sexuellen Zufriedenheit von mindestens 8.“
Es wäre sehr interessant gewesen wie es mit der Sexualität der Beteiligten aussieht. Ich vermute stark, dass die hohe Beziehungs- und sexuelle Zufriedenheit durch Asexualität (Asexuell, Demisexuell, Graysexuell, …) begründet ist.
„In Wirklichkeit entsteht körperliche Anziehung oft spät.“
Ab wann weiß ich, dass keine körperliche Anziehung mehr entsteht?
Gibt es Indikatoren dafür, dass man einen Menchen später körperlich anziehend
finden könnte? oder Indikatoren, dass es nie der Fall sein wird?
„Lassen wir uns auf ein Kennenlernen mit einer anderen Person ein, loten wir mögliche Kompatibilität, Beziehungsmodelle und Übereinstimmungen aus. Treffen wir uns mehrfach – es sei denn, es besteht eine so starke Aversion, dass dies für uns unzumutbar ist.“
Fehlt hier nicht eine Komponente und zwar das die körperliche Anziehung auch wieder verschwinden kann? Man hört ja immer wieder davon, dass sich Paare trennen,
weil keine körperliche Anziehung mehr vorhanden ist.