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	<title>Gleichklang Blog</title>
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	<description>Blog zur Psychologie von Partnersuche und Dating</description>
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		<title>Studie zeigt Quellen der Unsicherheit beim Online-Dating</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 19:48:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[6 Faktoren der Unsicherheit beim Online-Dating Verunsicherung bei der Online-Partnersuche ist ein sehr weitverbreitetes Phänomen. Jedenfalls erleben wir dies bei Gleichklang seit 20 Jahren, und wir sehen es in jeder Umfrage. Mein letzter Artikel zur Ablehnung bei der Online-Partnersuche beschäftigte sich im Grunde ebenfalls mit diesem Thema, und die Kommentare von Mitgliedern unter dem Beitrag <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/studie-zeigt-quellen-der-unsicherheit-beim-online-dating/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Studie zeigt Quellen der Unsicherheit beim Online-Dating</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 class="western">6 Faktoren der Unsicherheit beim Online-Dating</h1>
<p>Verunsicherung bei der Online-Partnersuche ist ein sehr weitverbreitetes Phänomen. Jedenfalls erleben wir dies bei Gleichklang seit 20 Jahren, und wir sehen es in jeder Umfrage. Mein letzter <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/guter-umgang-mit-ablehnung-beim-online-dating/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Artikel zur Ablehnung bei der Online-Partnersuche</strong></a> beschäftigte sich im Grunde ebenfalls mit diesem Thema, und die Kommentare von Mitgliedern unter dem Beitrag machten wiederum deutlich, wie sehr Partnersuche und Ablehnung auch als Verunsicherung erlebt werden können.</p>
<p>In meinem heutigen Artikel setze ich dies aber über den Bereich der Ablehnung hinaus fort und beschäftige mich stärker global mit dem Einfluss von Verunsicherung auf die Partnersuche.</p>
<p>Dabei kann ich zurückgreifen auf eine soeben von <em>Aubree Ann Herman</em> an der Texas Tech University eingereichte <strong><a href="https://www.researchgate.net/publication/393789829_Development_and_Initial_Validation_of_the_Multidimensional_Quality_of_Relationship_Scale_M-QoRS" target="_blank" rel="noopener">Doktorarbeit</a></strong>, die sich damit beschäftigt, in welchen unterschiedlichen Formen sich Unsicherheit bei der Online-Partnersuche zeigt und wie zuverlässig sie sich messen lässt.</p>
<p>Zunächst interviewte Herman sieben Dating-App-Nutzer:innen im Alter von 19 bis 28 Jahren, um herauszuarbeiten, wie sich Unsicherheit beim Online-Dating konkret äußern kann. Die Interviews dauerten im Durchschnitt 29 Minuten, wurden aufgezeichnet und wörtlich transkribiert.</p>
<p>Auf diese Weise konnte Herman zunächst diese sechs grundlegenden Themen identifizieren.</p>
<p>Natürlich lässt sich anhand von lediglich sieben Interviews noch nicht beurteilen, ob genau diese sechs Themen tatsächlich tragfähige und verallgemeinerbare Grunddimensionen der Unsicherheit beim Dating über Apps darstellen. Deshalb entwickelte Herman einen Fragebogen und gab diesen in zwei Schritten jeweils einer größeren Anzahl an Personen vor, um die sechsdimensionale Struktur zunächst statistisch explorativ zu identifizieren und nachfolgend noch einmal konfirmatorisch, also hypothesentestend, bestätigen zu können.</p>
<p>Ich gehe hier auf die statistischen Details nicht ein. Zusammenfassend ließen sich aber die in den Interviews identifizierten Dimensionen statistisch auffinden und auch in der anschließenden Untersuchung noch einmal bestätigen.</p>
<p>Die im Folgenden dargestellten sechs Dimensionen der Unsicherheit lassen sich also offenbar durchaus auf die Erfahrungen vieler Nutzer:innen von Online-Dating-Plattformen generalisieren. Die Dimensionen weisen dabei übrigens teilweise auch Überschneidungen miteinander auf, enthalten aber jeweils eine separate Grundtendenz, die sie voneinander unterscheidet.</p>
<h2 class="western">Das sind die 6 Unsicherheitsfaktoren bei der Online-Partnersuche</h2>
<h3 class="western">1. Unsicherheit über den Verlauf des Kontakts</h3>
<p>Diese Form der Unsicherheit betrifft die Frage, wie eine laufende Kommunikation mit einer vorgeschlagenen Person einzuordnen ist und wie sie sich wirklich weiterentwickeln wird. Es geht dabei also um die Interpretation des Nachrichtentons, Veränderungen von Antwortmustern, das wahrgenommene Interesse der anderen Person, ihre Absichten, die Frage, ob sich ein Gespräch tatsächlich auf ein persönliches Treffen zubewegen wird, aber auch um den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel auf einen anderen Kommunikationskanal.</p>
<ul>
<li><i><b>Kevin beschreibt die Unsicherheit, die durch eine plötzliche Veränderung des bisherigen Antwortverhaltens entsteht:</b></i> <i>„Wenn ich ein oder zwei Tage ziemlich regelmäßig mit jemandem schreibe und die Person dann plötzlich nicht mehr antwortet, fange ich an, unsicher zu werden und frage mich: Ist sie einfach nur beschäftigt oder hat sie das Interesse verloren?“ </i>(„If I’m talking to someone pretty consistently for one or two days and then suddenly, they go silent, that’s when I start being unsure about, well, are they just busy or have they lost interest?“)</li>
<li><i><b>Mallory schildert eine Verunsicherung, die sich ergibt, wenn das tatsächliche Kommunikationsverhalten nicht zu dem zuvor vermittelten Eindruck passt:</b></i> <i>„Sie sagen, sie seien wirklich energiegeladen und enthusiastisch, und dann brauchen sie ewig, um zu antworten, oder sie sind einfach nicht so enthusiastisch, wie sie zu sein schienen.“</i> („They say they’re really energetic and enthusiastic, and then they take forever to respond, or they’re just not as enthusiastic as they seemed to be.“)</li>
</ul>
<p>Auch Ghosting gehört in diesen Bereich und geht mit erheblicher Verunsicherung einher.</p>
<p><i>Herman</i> hat zur Erfassung der Dimensionen, wie oben dargestellt, auch Fragebögen entwickelt und diese anschließend validiert. Die Formulierungen der zur Einschätzung vorgegebenen Aussagen machen gleichzeitig die Bedeutung der sechs Dimensionen noch einmal prägnant deutlich, weshalb ich jeweils drei Beispielitems pro Dimension zitiere.</p>
<ul>
<li><i><b>Unsicherheit über den Verlauf des Kontakts: </b><em>„Ich bin unsicher, wie ich den Ton eines Matches in seinen Nachrichten interpretieren soll.“</em> („I am unsure about how to interpret a match’s tone in their messages.“) <em>„Ich bin unsicher, ob sich ein Gespräch mit einem Match auf ein persönliches Treffen zubewegt.“</em> („I feel uncertain about whether a conversation with a match is moving toward meeting in person.“) <em>„Ich bin unsicher, was es bedeutet, wenn jemand lange braucht, um auf meine Nachrichten zu antworten.“</em> („I’m unsure about what it means when someone takes a long time to respond to my messages.“) </i></li>
</ul>
<h2 class="western">2. Zweifel an Echtheit und Qualität der Verbindung</h2>
<p>Diese Dimension betrifft nicht in erster Linie den Verlauf des Kontakts und auch nicht die Identität der anderen Person. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, ob die Kommunikation über das Dating-System als authentisch erlebt wird, ob es sich wie eine echte Verbindung anfühlt und ob Vertrauen darin besteht, dass das Matching-System tatsächlich eine passende Verbindung hervorbringt.</p>
<p>Ist es eine echte Begegnung mit dem Ziel einer Beziehung, oder sind es unechte, vielleicht werbeartige Prozesse der Selbstpräsentation?</p>
<ul>
<li><i><b>Mallory: </b></i><i>„Jeder in der App versucht wirklich, dich für sich zu gewinnen, sie versuchen, dein Interesse zu wecken.“</i> („everyone on the app is really trying to hook you, they’re trying to get you interested.“) … <i>„Was ist, wenn die Person, die für mich bestimmt ist, auf dieser App ist, wir aber nicht zusammengebracht werden, weil der Algorithmus uns nicht miteinander verbindet?“ </i>(„What if the person for me is on this app, but because the algorithm isn’t linking us together, we’re not getting put together?“)</li>
</ul>
<p>Zur Verdeutlichung der Bedeutung durch Auszüge aus dem Fragebogen:</p>
<ul>
<li><i><b>Zweifel an Echtheit und Qualität der Verbindung: </b></i>Hier sind die Aussagen in positiver Richtung formuliert, nämlich als Vertrauen und als Erleben einer Verbindung. Geringere Zustimmung zu diesen Aussagen bedeutet entsprechend weniger Vertrauen und höhere Unsicherheit: <em>„Ich vertraue darauf, dass das Matching-System die Kompatibilität zutreffend abbildet.“</em> („I trust that the matching system accurately represents compatibility [R].“) <em>„Ich bin zuversichtlich, dass der Algorithmus versteht, wonach ich bei einem Partner suche.“</em> („I feel confident that the algorithm understands what I am looking for in a partner [R].“) <em>„Ich habe das Gefühl, jemanden allein aufgrund unserer Gespräche gut genug zu kennen, um ihn zu treffen.“</em> („I feel like I know someone well enough to meet based on our conversations alone.“)</li>
</ul>
<h2 class="western">3. Unsicherheit über die eigene Person</h2>
<p>Die Verunsicherung bei der Online-Partnersuche betrifft auch die eigene Person. Wir sind uns unsicher über unsere eigenen Ziele und Absichten, die eigene Beziehungsbereitschaft, unsere eigene Selbstdarstellung in der App, welche Eigenschaften von Partner:innen uns tatsächlich wichtig sind und ob unsere Entscheidungen beim Dating tatsächlich unserem Beziehungsinteresse entsprechen, ob sie richtig oder falsch sind.</p>
<ul>
<li><i><b>Logan beschreibt seine Unsicherheit darüber, ob er sich wirklich so wiedergibt, wie er ist:</b></i> <i>„Ich weiß nicht, ob es vollständig zeigt, wer ich bin. Deshalb bin ich wohl so jemand, für den das persönliche Kennenlernen besonders wichtig ist.“</i> („I don’t know if it fully shows who I am. That’s why I’m such a big in-person guy, I guess.“)</li>
<li><i><b>Jenna stellt sich die Frage:</b></i> <i>„Sollte ich mich mehr daran orientieren, was, wie ich annehme, gerade angesagt ist? Sollte ich mir selbst treu bleiben?“</i> („Should I appeal more to, I guess, what’s trending … ? Should I stay true to myself?“)</li>
<li><i><b>Madison zweifelt an der eigenen Bindungsbereitschaft:</b></i> <i>„Wenn es dann um die Realität geht, bin ich nicht bereit. Ich bin immer noch sehr kindisch.“</i> („When it comes to the reality of things, I’m not ready. I’m still very childish.“)</li>
</ul>
<p>Aussagen aus dem Fragebogen, die die Verunsicherung über die eigene Person betreffen:</p>
<ul>
<li><i><b>Unsicherheit über die eigene Person: </b></i><em>„Ich bin mir über meine eigenen Absichten, weshalb ich eine Dating-App nutze, unsicher.“</em> („I’m uncertain about my own intentions behind why I’m using a dating app.“) <em>„Ich bin mir unsicher, wonach ich bei einem Match auf einer Dating-App wirklich suche.“</em> („I’m uncertain about what I’m really looking for in a dating app match.“) <em>„Ich frage mich, ob meine Swipe-Entscheidungen meine tatsächlichen Präferenzen widerspiegeln.“</em> („I question whether my swipe decisions reflect my true preferences.“)</li>
</ul>
<h2 class="western">4. Misstrauen gegenüber Funktionsweise und Interessen der Dating-Plattform</h2>
<p>Diese Dimension betrifft das technische und kommerzielle System selbst. Die Nutzer:innen wissen nicht genau, wie die App entscheidet, welche Profile sie sehen, welche Schlüsse sie aus ihrem Verhalten zieht, ob ausdrücklich angegebene Präferenzen tatsächlich berücksichtigt werden und ob die Plattform eher den Beziehungsinteressen ihrer Nutzer:innen oder ihren eigenen kommerziellen Interessen dient. Es geht also um die Funktionsweise der Plattform, ihre Entscheidungslogik und ihre Monetarisierungsanreize.</p>
<p>So entwickeln die Nutzer:innen auch Theorien über die Apps, die wiederum mehr oder weniger zutreffend oder unzutreffend sein mögen, aber doch ihr Verhalten beeinflussen:</p>
<ul>
<li><i><b>Logan vermutet, dass die Dating-Apps gegensteuern, wenn er sie wenig nutzt, indem sie seinen Namen noch breiter streuen:</b></i> „Je weniger du die App benutzt, desto stärker versucht sie, deinen Namen nach draußen zu bringen.“ („The more that you don’t get on the app, the more it is driven to push your name out there.“)</li>
<li><i><b>Mallory zweifelt daran, ob der Algorithmus überhaupt ihre Präferenzen berücksichtigt:</b></i> <i>„Selbst wenn man dort seine Präferenzen eingibt, gab es oft Situationen, in denen die Präferenzen einfach nicht berücksichtigt wurden.“ </i>(„Even if you put your preferences in there, there were a lot of times where the preferences just weren’t listened to.“) Sie ertappt sich aber auch selbst dabei, durch das Dating-System in einen spielerischen Modus zu fallen: <i>„Manchmal ertappe ich mich sogar dabei, dass ich es mehr wie ein Spiel mache als wie eine natürliche Interaktion (…) Ich muss mich dann wirklich wieder zurückholen und mir sagen: Moment mal, wir suchen hier nach echten Verbindungen.“</i> („Sometimes I even catch myself doing it more as a game than as natural interaction (…) I have to really reset myself and be like, hold on, we’re looking for genuine connections here.“)</li>
</ul>
<p>Auch die kommerziellen Interessen der Plattformen erzeugen Misstrauen:</p>
<ul>
<li><i><b>Kevin: </b></i><i>„Einer der Gründe, warum ich Tinder nicht mehr benutze, ist, dass ich sehr deutlich den Eindruck bekam, dass der Algorithmus hauptsächlich dazu da war, mich dazu zu bringen, dafür Geld zu bezahlen.“</i> („One of the reasons I stopped using Tinder is because I got a very clear sense that the algorithm mostly existed there to drive me towards paying money for it.“)</li>
</ul>
<p>Diese einzuschätzenden Aussagen aus den Fragebögen verdeutlichen zusätzlich die Bedeutung dieser Unsicherheits-Dimension:</p>
<ul>
<li><i><b>Misstrauen gegenüber Funktionsweise und Interessen der Dating-App: </b></i><em>„Ich bin mir unsicher, wie Dating-App-Algorithmen entscheiden, welche Profile sie mir zeigen.“</em> („I feel uncertain about how dating app algorithms decide which profiles to show me.“) <em>„Ich bin unsicher, ob Dating-Apps meinen Präferenzen Vorrang vor ihren Geschäftsinteressen geben.“</em> („I’m unsure whether dating apps prioritize my preferences over their business interests.“) <em>„Ich habe das Gefühl, dass Dating-App-Algorithmen eine ‚Black Box‘ sind, die ich nicht verstehe.“</em> („I feel like dating app algorithms are a ‘black box’ that I don’t understand.“)</li>
</ul>
<h2 class="western">5. Unsicherheit über die andere Person</h2>
<p>Ist die andere Person real, authentisch? Was ist ihre Identität und was sind ihre Absichten? Sind die Profilangaben zutreffend? Steckt hinter dem Account überhaupt ein echter Mensch? Ist das gezeigte Interesse aufrichtig? Will die Person mich wirklich kennenlernen?</p>
<ul>
<li><i><b>Jenna erlebt es als schwierig, auf der Online-Ebene die Authentizität einer Person überhaupt beurteilen zu können:</b></i> <i>„Ich glaube nicht, dass man wirklich weiß, ob eine Person authentisch ist, bevor man diese Person trifft und dieses Gespräch mit ihr führt. Und selbst dann kann es Menschen geben, die weiterhin eine Fassade aufrechterhalten.“</i> („I don’t think you really know if a person is authentic until you meet that person and have that conversation with them. And even then, there could be people who just continue to put up a front.“)</li>
<li><i><b>Logan sieht sich mit Nicht-Menschen konfrontiert:</b></i> <i>„Man kann mit jemandem matchen, und d</i>ann antwortet die Person sofort auf eine Weise, bei der man merkt: Okay, das ist kein echter Mensch.“ („You can match with someone, and then they immediately reply in a way that tells you, ok, that’s not a real human being.“)</li>
<li><i><b>Samantha weist auf die Möglichkeit hin, dass langfristige Beziehungsabsichten aus anderen Gründen nur vorgegeben werden:</b></i> <i>„Im Profil kann stehen, dass jemand etwas Langfristiges sucht. In Wirklichkeit ist das aber nicht so.“</i> („The profile can say looking for something long-term. In reality, no, they’re not.“)</li>
</ul>
<p>Im Fragebogen von <i>Herman </i>drückte sich diese Unsicherheit über die andere Person beispielsweise folgendermaßen aus:</p>
<ul>
<li><i><b>Unsicherheit über die andere Person: </b></i><em>„Wenn mir jemand auf einer Dating-App schreibt, frage ich mich, ob die Person tatsächlich so aussieht wie auf ihren Fotos.“</em> („When someone on a dating app messages me, I question whether they actually look like their photos.“) <em>„Ich frage mich, ob Matches aufrichtig und authentisch sind.“</em> („I question whether matches are being genuine.“) <em>„Ich bin mir unsicher, ob das Profil einer Person zutreffend wiedergibt, wer sie im wirklichen Leben ist.“</em> („I feel uncertain about whether a person’s profile accurately represents who they are in real life.“)</li>
</ul>
<h2 class="western">6. Zweifel, ob der Online-Eindruck persönlich Bestand hat</h2>
<p>Diese Dimension betrifft die Unsicherheit darüber, ob der Eindruck und die Verbindung, die über Profil und Nachrichten entstanden sind, beim persönlichen Kennenlernen bestehen bleiben werden. Es drohen Enttäuschung und Desillusionierung. Die Wahrnehmung über den Online-Austausch und die persönliche Begegnung können divergieren. Die Online-Kommunikation ist dabei darauf ausgerichtet, mit der entstehenden Unsicherheit umzugehen.</p>
<p>Nutzer:innen bemühen sich oft, weitere Informationen zu gewinnen, um das Risiko von Enttäuschung und Desillusionierung zu reduzieren und bereits online zu einem authentischeren Eindruck der Person zu gelangen.</p>
<p><i><b>Mallory sieht die Möglichkeit, dass der Wechsel zu mehr Authentizität bereits vor dem ersten Treffen eintreten kann:</b></i> <i>„Wenn man ein wirklich gutes Gespräch führt, wenn das Gespräch einfach fließt – ohne dieses unangenehme Schweigen oder dieses unangenehme ‚Wie antworte ich darauf?‘ –, dann fließt es einfach ganz natürlich, und man beginnt, sich mit der Person sehr wohlzufühlen. Es ist dann nicht mehr einfach nur ein Profilbild.“</i> („When you’re having a really good conversation, like the conversation is just flowing – none of that awkward silence or awkward, how do I respond? It just flows naturally, and you begin feeling very comfortable with the person. It’s no longer just a profile picture.“)</p>
<p><i><b>Auch Kevin schildert solche Prozesse des Gewinns an Sicherheit während der Online-Kommunikation: </b></i><i>„Ich glaube, dieser Wechsel findet statt, wenn sie anfangen, Seiten von sich zu zeigen, die nicht in ihrem Profil stehen – oder vielleicht Aspekte von sich weiter ausführen, die im Profil vorkommen.“</i> („I think that shift comes when they start showing sides of themselves that aren’t on their profile – or maybe elaborating on parts of themselves that are in the profile.“)</p>
<p>Aber letztlich bleibt Unsicherheit bestehen:</p>
<p><i><b>Jenna macht deutlich, dass sich diese erst bei einer persönlichen Begegnung auflösen lasse: </b></i><i>„Das passiert normalerweise, wenn wir persönlich Zeit miteinander verbringen und es dann gewissermaßen in einen Flow-Zustand übergeht – alles passt einfach zusammen, alles fühlt sich natürlich an.“</i> („That usually happens when we’re hanging out in person, and it kind of reaches, like, a flow state – everything just goes together, everything feels natural.“)</p>
<p>Der Zweifel an der Beständigkeit des Online-Kontaktes über das Kennenlernen hinaus und der Umgang hiermit werden im Fragebogen von Herman beispielsweise über einzuschätzende Aussagen erfasst:</p>
<ul>
<li><i><b>Zweifel, ob der Online-Eindruck persönlich Bestand hat: </b></i><em>„Es gibt einen erheblichen Unterschied darin, wie präsent sich jemand über die App im Vergleich zu einem persönlichen Treffen anfühlt.“</em> („There’s a significant difference between how present someone feels through the app versus in person.“) <em>„Ich bin mir unsicher, ob sich mein Eindruck von jemandem aus den Nachrichten verändern wird, wenn ich die Person treffe.“</em> („I feel uncertain about whether my impression of someone from messages will change when I meet them.“) <em>„Ich frage mich, ob sich die Verbindung, die ich in Nachrichten zu jemandem empfinde, auch im wirklichen Leben fortsetzen würde.“</em> („I question whether the connection I feel with someone in messages would translate to real life.“)</li>
</ul>
<h1 class="western">Was wir über die sechs Dimensionen bei Gleichklang beobachten und was psychologisch ratsam ist</h1>
<p>Aus unserer langjährigen Beobachtung der Partnersuche kennen wir Verunsicherung von Mitgliedern allzu gut.</p>
<p>Ich versuche im Folgenden Möglichkeiten zu benennen, wie Nutzer:innen mit diesen Unsicherheiten umgehen können.</p>
<h2 class="western">1. Unsicherheit über den Verlauf des Kontakts</h2>
<p>Diese Unsicherheit wird uns sehr oft berichtet. Verzögerte Antworten, Kontaktabbrüche und Zögern bei Zusagen für Treffen sind die wiederkehrenden Themen.</p>
<p>Der beste Weg, hiermit umzugehen, ist, selbst Klarheit und Offenheit in der Kommunikation zu zeigen:</p>
<ul>
<li>Je offener und authentischer wir selbst sind, desto stärker wird sich dies auch auf die andere Person übertragen.</li>
</ul>
<p>Unsicherheit über den weiteren Verlauf ist aber nicht ganz vermeidbar:</p>
<p>Die Reduktion dieser Unsicherheit ergibt sich erst durch unsere Kommunikation und kann daher übrigens auch ein durchaus belohnender Prozess sein. Denn Reduktion von Unsicherheit ist für Menschen und (andere) Tiere ein Belohnungsfaktor.</p>
<p>Kommen Antworten längere Zeit nicht, sind Nachfragen auf jeden Fall sinnvoll. Unbedingt gilt auch die Empfehlung, möglichst bald zu weiteren Formen der Kommunikation wie Telefonaten, Videogesprächen und schließlich zu realen Begegnungen überzugehen.</p>
<p>Es macht wenig Sinn, über die Unsicherheit nachzugrübeln. Es ist zielführender, in die Handlungsorientierung und also in einen aktiven Kommunikationsprozess zu gehen.</p>
<h2 class="western">2. Zweifel an Echtheit und Qualität der Verbindung</h2>
<p>Dieser Faktor ist nicht das Gleiche wie die Unsicherheit über den Verlauf des Kontakts. Vielmehr geht es hier um die Kommunikation im Dating-System selbst, wie authentisch und echt sich diese anfühlt und ob das Dating-System überhaupt passende Vorschläge machen kann.</p>
<p>Unpassende Vorschläge kritisieren auch viele Mitglieder bei Gleichklang. Es muss nicht immer echte Unpassung sein:</p>
<ul>
<li>Die noch nicht gegebene Wahrnehmung einer unmittelbar prägnanten Verbindung oder Kompatibilität erzeugt notwendigerweise Verunsicherung, die letztlich nur durch ein Kennenlernen behoben werden kann.</li>
</ul>
<p>Verunsicherung ist also völlig normal:</p>
<ul>
<li>Profile ergeben keine ausreichenden Möglichkeiten, um eine Kompatibilität dingfest zu machen. So entstehen Zweifel.</li>
</ul>
<p>Der wirksamste Weg ist nun nicht, den Kontakt abzubrechen und so dem Zweifel das Primat zuzuweisen, sondern die Möglichkeit einer Passung in den Vordergrund zu stellen, indem eine Verbindung miteinander ausgelotet wird.</p>
<p>Bedenklicher als Unsicherheit finde ich eine andere Form der Rückmeldung, bei der die Betreffenden eine komplette Sicherheit darüber zum Ausdruck bringen, dass alle vorgeschlagenen Personen auf keinen Fall passen würden:</p>
<ul>
<li>Lese ich solche Aussagen bei 30, 40, 50, 60 oder mehr Vorschlägen, legt sich für mich die Vermutung nahe, dass hier etwas eingesetzt hat, was auch in der Dating-Literatur beschrieben wird. Nämlich die Herausbildung einer automatisierten Ablehnungshaltung, bei der oft in Sekundenschnelle auf der Grundlage einer oberflächlichen Informationsverarbeitung jede Person abgelehnt wird.</li>
</ul>
<p>Unsicherheit kann insofern auch ein Hinweis darauf sein, dass wir der Partnerfindung eine Chance geben.</p>
<h2 class="western">3. Unsicherheit über die eigene Person</h2>
<p>Dies ist ebenso ein zentrales Thema. Im Coaching steht es oft an erster Stelle:</p>
<ul>
<li>Selbstzweifel, Zweifel an den eigenen Beziehungswünschen, Bindungsangst oder Bindungsvermeidung, aber immer wieder auch die Frage: Wie stelle ich mich im Dating-Profil und in den Nachrichten dar?</li>
</ul>
<p>Diese Unsicherheit kann gleichzeitig eine positive Herausforderung sein, weshalb ich Partnersuche auch als eine Phase der Persönlichkeitsentwicklung beschreibe:</p>
<ul>
<li>Es geht darum, in sich zu gehen, die tatsächlichen Wünsche und Vorstellungen zu eruieren und zu differenzieren, was wir wirklich wollen und was wir nur aus Angst scheinbar wollen oder nicht wollen.</li>
</ul>
<p>Wir reflektieren die eigenen Beziehungsmodelle und bemühen uns sodann, zu einer authentischen Selbstvorstellung zu gelangen:</p>
<ul>
<li>Sich nicht lediglich darzustellen, sondern sich wirklich vorzustellen und dabei gleichzeitig deutlich zu machen, dass ein Interesse an der anderen Person besteht.</li>
</ul>
<h2 class="western">4. Misstrauen gegenüber Funktionsweise und Interessen der Dating-App</h2>
<p>Dies ist ein durchgängiges Thema, das übrigens bis hin zu gelegentlichen Hassnachrichten geht, die ich erhalte, oder zu vollkommen falschen und absurden Vorwürfen auf Bewertungsseiten.</p>
<p>Wir leben in einer paranoid geprägten Gesellschaft, was mit der Tatsache zu tun hat, dass unser Wirtschaftssystem tatsächlich nicht auf Authentizität oder Wechselseitigkeit, sondern auf kurzfristige Gewinnmaximierung um jeden Preis ausgerichtet ist.</p>
<p>Im Dating-Bereich zeigt sich dies in einer Ausrichtung auf kurzfristige Belohnungen und Gamifizierung. Meine Videos dazu machen dies, glaube ich, prägnant deutlich:</p>
<p><strong><a href="https://youtu.be/l-JLVTTYFpE" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Dating-Apps versprechen Liebe – und erzeugen Einsamkeit.</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://youtu.be/5Sl_nAtFU6g" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> </span>Die Psychologie der Tinder-Falle: Warum du niemanden findest</a></strong></p>
<p><a href="https://youtu.be/FYQtnDj2JUs" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> </span>Dating-Apps: Warum wir zahlen, um Single zu bleiben</strong></a></p>
<p>Denjenigen, die lieber lesen, sei der Artikel <strong><a title="Die prekäre Welt des Online-Dating" href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/wie-wirklich-ist-das-online-dating/" rel="bookmark">Die prekäre Welt des Online-Dating</a></strong> ans Herz gelegt.</p>
<p>Da unsere gesamte Gesellschaft auf Verstellung, kurzfristige Gewinne und letztlich Manipulation ausgerichtet ist, was sich bis hin zu Ratgebertipps zur Selbstverstellung widerspiegelt, ist es nicht verwunderlich, dass generalisierte Zweifel auch dann entstehen, wenn sie im Einzelfall nicht berechtigt sind.</p>
<p>Ich erinnere mich gerade in dem Moment, wo ich dies schreibe, an die Zuschrift eines Mitglieds, die ich unbedingt beantworten wollte, und es dann vergaß:</p>
<p>Die Verfasserin war bitter enttäuscht von uns, weil sie bereits lange bei Gleichklang war, immer alles nicht gepasst habe und erst jetzt ihr ein Traummann vorgeschlagen worden sei. Aber nun sei es zu spät, da dieser sich bereits in einem Kennenlernprozess befinde. Ihr Vorwurf: Wir hätten den Vorschlag zurückgehalten und dadurch ihr Beziehungsglück blockiert.</p>
<p>Grundsätzlich ergeben sich Vorschläge aus der Gesamtheit der eigenen Angaben plus der Gesamtheit der Angaben der anderen Person sowie aus verschiedenen Zuständen, beispielsweise daraus, ob Vorschläge ausgesetzt wurden oder eine Rubrik abgewählt wurde. Zudem werden bei sehr seltenen Merkmalen Kompromisse bei anderen Merkmalen gemacht.</p>
<p>Es kann passieren, dass dieselbe Person beispielsweise, weil sie ein Kriterium ändert, weil Vorschläge zeitweise ausgesetzt sind oder auch weil ansonsten eine Überflutung mit Vorschlägen bei einer Person erfolgen würde, erst irgendwann später vorgeschlagen wird. Dies ist aber kein intentionaler Vorenthaltungsprozess, sondern der Versuch, eine möglichst effektive Vermittlung zu ermöglichen.</p>
<p>Mehr über die Hintergründe unseres Matching-Algorithmus beschreiben wir in dem Artikel <a title="Aufbau des Gleichklang-Matching" href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/aufbau-des-gleichklang-matching-von-gleichklang/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Aufbau des Gleichklang-Matching</strong></a></p>
<h2 class="western">5. Unsicherheit über die andere Person</h2>
<p>Im Vordergrund stehen hier die Zweifel an der Authentizität und den tatsächlichen Absichten der anderen Person. Es gibt gravierende negative Phänomene und die entsprechenden Zweifel sind berechtigt:</p>
<ul>
<li>Catfishing, Love-Scammer, Bildersammler, Personen, die sich nur kurzfristig ablenken wollen, aber auch systematisch falsche Angaben, um scheinbar oder wirklich „unbeliebte“ Merkmale zu überdecken.</li>
</ul>
<p>Auch diese Unsicherheit ist also nicht zu verhindern. Alles andere wäre naiv, womöglich gar gefährlich. Erst beim Kennenlernen kann die Unsicherheit im Prozess von Vertrauensentstehung und tatsächlicher Vertrautheit überwunden werden.</p>
<p>Bei Gleichklang können wir durch unser System der Kostenpflicht, der ausführlichen Fragebögen und der Nicht-Überflutung mit Vorschlägen viele der tatsächlich bösartigen Motive wie Stalking, Love-Scamming oder Catfishing weitgehend ausschalten. Aber selbst bei den dezidiert bösartigen Motiven können wir nicht alle Fälle identifizieren.</p>
<p>Unsere Mitglieder sind auf Authentizität ausgerichtet. Ökologische und solidarische Grundeinstellungen sind weitverbreitet. Aber dennoch bleibt jedes Mitglied ein einzelner Mensch mit allen seinen Motiven und Komplexitäten.</p>
<p>Letztlich sind der Übergang zu anderen Medien, das reale Treffen und die gemeinsamen Erfahrungen innerhalb mehrerer Begegnungen der einzig mögliche Weg, um die Unsicherheit über die andere Person zunehmend zu reduzieren. Solange dieser Weg nicht abgeschlossen ist, wird die Unsicherheit bestehen bleiben – ganz zu schweigen davon, dass selbst in glücklichen Beziehungen nicht alle Unsicherheit versiegt.</p>
<h2 class="western">6. Zweifel, ob der Online-Eindruck persönlich Bestand hat</h2>
<p>Angst vor Enttäuschung und Desillusionierung, Angst, eine Absage zu erhalten oder selbst absagen zu müssen, Angst, dass keine Worte gefunden werden, Gesprächsblockaden oder Aversion:</p>
<ul>
<li>Das erste Treffen wird oftmals als eine besondere Herausforderung erlebt.</li>
</ul>
<p>Die Sorge ist, dass das, was online erlebt wird, der Wirklichkeit nicht standhält.</p>
<p>Umso wichtiger ist es, diese Herausforderung nicht aufzuschieben. Zudem kann das Ausmaß der Herausforderung deutlich reduziert werden, wenn wir dem ersten Treffen ein oder mehrere Videogespräche vorschalten.</p>
<p>Gleichzeitig sollten wir das erste Treffen nicht überbewerten:</p>
<ul>
<li>Aus einem eher durchschnittlich verlaufenden ersten Treffen kann noch eine tiefe Liebesbeziehung entstehen. Wenn keine klare Aversion und keine unüberbrückbaren Gründe vorliegen, ist es daher ratsam, auf das erste Treffen weitere Treffen folgen zu lassen.</li>
</ul>
<h1 class="western">Was übergeordnet hilft</h1>
<p>Was aber tun, wenn die Unsicherheit uns Angst macht oder uns lähmt?</p>
<p>Wir brauchen für das Online-Dating bestimmte Grundhaltungen, die uns voranbringen und nicht blockieren:</p>
<ul>
<li>Gelassenheit im Umgang mit Ablehnung, die Bereitschaft, sich auf eine Beziehung wirklich einzulassen, aber auch die Entkatastrophisierung des Single-Daseins sind entscheidende Komponenten. Unser Selbstwert ergibt sich aus uns selbst und nicht daraus, wie wir auf Dating-Plattformen wahrgenommen werden oder welche Erfahrungen wir dort machen.</li>
</ul>
<p>Auf der Grundlage einer solchen Gelassenheit können wir die Kraft und gegebenenfalls auch die Geduld aufbringen, so lange wie notwendig dabeizubleiben und so den Moment zu erkennen, wenn die Person in unser Blickfeld tritt, mit der wir nunmehr eine Beziehung aufbauen können.</p>
<p>Bei Gleichklang begleiten wir Sie auf diesem Weg gerne:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungsfindung bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Unsicherheit beim Online-Dating? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
<li style="list-style-type: none;">
<ul>
<li style="list-style-type: none;">
<ul>
<li style="list-style-type: none;">
<ul>
<li style="list-style-type: none;">
<ul>
<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li>V<a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">ideo zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19456" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/Paar-ueberwindet-Unsicherheit.jpg" alt="Foto zeigt glückliches junges Paar als Symbol, dass die Unsicherheit beim Online-Dating überwunden und eine sichere Bindung entstehen kann. " width="1288" height="735" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/Paar-ueberwindet-Unsicherheit.jpg 1288w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/Paar-ueberwindet-Unsicherheit-300x171.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/Paar-ueberwindet-Unsicherheit-1024x584.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1288px) 100vw, 1288px" /></p>
]]></content:encoded>
					
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			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Guter Umgang mit Ablehnung beim Online-Dating</title>
		<link>https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/guter-umgang-mit-ablehnung-beim-online-dating/</link>
					<comments>https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/guter-umgang-mit-ablehnung-beim-online-dating/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Aug 2026 18:28:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-partnersuche.de/?p=19436</guid>

					<description><![CDATA[Ablehnung beim Online-Dating Eines der übergreifenden und wiederkehrenden Themen bei der Online-Partnersuche ist der Umgang mit Ablehnung beim Online-Dating: Erlebte Ablehnung kann dabei, wie wir seit 2006 beobachten, sogar bis dahin führen, dass eine Partnersuche aufgegeben oder nicht mehr ausreichend effektiv betrieben wird. Mit dieser Beobachtung von uns sind die Ergebnisse einer neueren Studie von <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/guter-umgang-mit-ablehnung-beim-online-dating/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Guter Umgang mit Ablehnung beim Online-Dating</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ablehnung beim Online-Dating</h2>
<p>Eines der übergreifenden und wiederkehrenden Themen bei der Online-Partnersuche ist der Umgang mit Ablehnung beim Online-Dating:</p>
<ul>
<li>Erlebte Ablehnung kann dabei, wie wir seit 2006 beobachten, sogar bis dahin führen, dass eine Partnersuche aufgegeben oder nicht mehr ausreichend effektiv betrieben wird.</li>
</ul>
<p>Mit dieser Beobachtung von uns sind die Ergebnisse einer neueren <a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15213269.2026.2633228" target="_blank" rel="noopener">Studie von <i>Sarah Lutz</i> und <i>Christiane M. Büttner</i></a><i> </i>gut vereinbar:</p>
<ul>
<li>Die Autorinnen untersuchten, welche emotionalen, kognitiven, also gedankenbezogenen, und verhaltensbezogenen Folgen es hat, wenn Nutzer:innen einer Dating-App nach einem zunächst zustande gekommenen Match wieder „entmatcht“ werden.</li>
</ul>
<p>In dieser Studie wurde nur das technische Unmatch untersucht, was es bei Gleichklang nicht direkt gibt:</p>
<ul>
<li>Die Ergebnisse lassen sich aber inhaltlich auf Ablehnungserfahrungen im Allgemeinen übertragen, wie etwa die Nichtbeantwortung einer Nachricht. Tatsächlich wissen wir aus Umfragen bei Gleichklang, dass recht viele Nutzer:innen sogar das Nichtöffnen ihres Profils oder das Nichtschreiben einer Erstnachricht an sie als Ablehnung interpretieren.</li>
</ul>
<p>Da dies wiederum wechselseitig der Fall sein kann, ergibt sich hieraus die ungünstige Situation, dass unser Verhalten bereits als Absage aufgefasst werden kann, bevor wir irgendeine explizite Absage geben wollen.</p>
<p>Nun aber zur Studie von <i>Sarah Lutz</i> und <i>Christiane M. Büttner</i>:</p>
<h2 class="western">Allgemeines Vorgehen</h2>
<p>Die Autorinnen führten zwei Studien durch, die zu ähnlichen Ergebnissen führten. Ich stelle hier nur die Hauptbefunde dar, die sich unmittelbar in das Online-Dating einbetten lassen und Ideen dazu geben, wie die Effektivität der eigenen Partnersuche verbessert werden kann.</p>
<p>Die Teilnehmer:innen nutzten zunächst eine simulierte Dating-Plattform und wählten aus mehreren Profilen die für sie attraktivste Person aus. Anschließend erhielten sie die Nachricht, dass ein Match zustande gekommen sei, und sahen einen aufgezeichneten Chat mit dieser Person. Je nach Versuchsbedingung blieb das Match bestehen oder wurde von der anderen Person aus für die Teilnehmenden unbekannten Gründen aufgelöst.</p>
<h2 class="western">Verwendete Maße</h2>
<h3 class="western">Soziale Ausgrenzung</h3>
<p>Mit drei Aussagen wurde geprüft, ob das aufgelöste Match tatsächlich als soziale Zurückweisung erlebt wurde:</p>
<p><em>„Im Moment fühle ich mich ausgeschlossen.“</em><br />
<em>„Im Moment fühle ich mich ignoriert.“</em><br />
<em>„Im Moment fühle ich mich aktiv zurückgewiesen.“</em></p>
<p>Höhere Werte bedeuteten ein stärkeres Erleben sozialer Ausgrenzung.</p>
<h3 class="western">Bedrohung grundlegender Bedürfnisse</h3>
<p>Erfasst wurde, wie stark vier grundlegende psychologische Bedürfnisse beeinträchtigt waren:</p>
<p>Zugehörigkeit: <em>zurückgewiesen</em> versus <em>angenommen</em><br />
Selbstwert: <em>abgewertet</em> versus <em>wertgeschätzt</em><br />
Wahrnehmung der eigenen Existenz: <em>unsichtbar</em> versus <em>wahrgenommen</em><br />
Kontrolle: <em>machtlos</em> versus <em>mächtig</em></p>
<p>Die vier Angaben wurden zu einem Gesamtwert zusammengefasst, der das Ausmaß der Bedrohung grundlegender persönlicher Bedürfnisse quantifizierte.</p>
<h3 class="western">Negative Gefühle und Grübeln</h3>
<p>Zusätzlich wurden negative Gefühle wie Traurigkeit oder Wut erfasst. Die Teilnehmer:innen gaben an, wie stark diese Gefühle sie im jeweiligen Moment prägten. Ebenfalls wurde untersucht, wie stark sie mit Grübeln reagierten. Dazu schätzten sie Aussagen ein wie <em>„Im Moment versuche ich zu verstehen, warum ich mich so fühle, wie ich mich fühle.“</em></p>
<h3 class="western">Reaktionen auf Ablehnung</h3>
<p>Schließlich wurden drei mögliche Reaktionen auf die erlebte Ablehnung gemessen.</p>
<p>Prosoziale Kontaktaufnahme bezeichnete den Wunsch, anderen Nutzer:innen weiterhin freundliche oder wertschätzende Nachrichten zu senden.</p>
<p>Antisoziale Kontaktaufnahme bezog sich auf den Wunsch, anderen Nutzer:innen provokante oder unhöfliche Nachrichten zu schreiben.</p>
<p>Der Wunsch nach Rückzug beinhaltete das Bedürfnis, sich von der Dating-Plattform zurückzuziehen und keine weiteren Kontakte zu anderen Nutzer:innen zu pflegen.</p>
<h2 class="western">Das sind die Hauptbefunde über Ablehnung beim Online-Dating</h2>
<ul>
<li><strong>Soziale Ausgrenzung:</strong> Das Auflösen eines Matches wurde eindeutig als soziale Ausgrenzung erlebt.</li>
<li><strong>Bedrohung grundlegender Bedürfnisse:</strong> Ein Unmatch bedrohte die Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Selbstwert, bedeutsamer Existenz und Kontrolle.</li>
<li><strong>Negative Gefühle:</strong> Ein Unmatch verstärkte negative Gefühle.</li>
<li><strong>Grübeln:</strong> Nach einem Unmatch berichteten die Teilnehmer:innen stärkeres Grübeln.</li>
<li><strong>Geringere Bereitschaft zu freundlicher Kontaktaufnahme:</strong> Nach einem Unmatch nahm die Bereitschaft ab, anderen Nutzer:innen eine freundliche oder wertschätzende Nachricht zu senden.</li>
<li><strong>Antisoziale Bewältigung:</strong> Die Bereitschaft, anderen Nutzer:innen provokante oder unhöfliche Nachrichten zu senden, nahm durch ein Unmatch nicht zu.</li>
<li><strong>Rückzug:</strong> Ein Unmatch verstärkte den Wunsch, die Dating-Plattform zu schließen und keine weiteren Kontakte zu anderen Nutzer:innen aufzunehmen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Resümee und Schlussfolgerungen</h2>
<p>Die Autorinnen schließen aus ihren Befunden, dass ein ausdrückliches Unmatch trotz der dadurch geschaffenen Klarheit eine deutliche Form sozialer Zurückweisung darstelle. Die Ablehnung bedrohe grundlegende psychologische Bedürfnisse, verstärke negative Gefühle und könne Grübeln auslösen.</p>
<p>Zudem zeigten sich klare Auswirkungen der erhaltenen Ablehnung beim Online-Dating auf die Verhaltensintentionen für die weitere Partnersuche:</p>
<ul>
<li>Nach einem Unmatch äußerten die Teilnehmer:innen eine geringere Bereitschaft, anderen Nutzer:innen freundliche oder wertschätzende Nachrichten zu senden. Gleichzeitig wollten sie sich häufiger zurückziehen, die Dating-Plattform schließen und keinen weiteren Kontakt zu anderen Nutzer:innen aufnehmen.</li>
</ul>
<p>Die Autorinnen folgern daraus, dass Nutzer:innen nach einem Unmatch offenbar weniger versuchen, durch neue positive Kontakte ihr eigentliches Datingziel voranzubringen.</p>
<p>Stattdessen bevorzugen sie eher eine „selbstschützende“ Rückzugsreaktion, durch die weitere Zurückweisungen vermieden werden sollen.</p>
<p>Diese Befunde sind konsistent mit unseren eigenen Beobachtungen:</p>
<ul>
<li>Der Anteil der Nutzer:innen, die durchgängig, weitgehend oder mindestens teilweise eine abwartende Haltung einnehmen, ist recht hoch. Gleichzeitig wird in Umfragen von uns seit Jahren von vielen eine zum Teil große psychische Belastung durch erlebte Ablehnungen geäußert.</li>
<li>Werden die Befunde der Untersuchung der Autorinnen zugrunde gelegt, lassen sich diese abwartenden Verhaltensmuster womöglich auch zu einem Teil mit Ablehnung erklären.</li>
</ul>
<p>Wir haben es hier freilich mit einem dysfunktionalen „Selbstschutz“ zu tun, der nur kurzfristig entlastet, langfristig die Bedürfniserfüllung jedoch blockiert:</p>
<ul>
<li>Gelassenheit im Umgang mit Ablehnungen ist daher eine wichtige Lernanforderung, die den teilweise aversiven Charakter der Online-Dating-Szene senken und gleichzeitig konstruktivere Handlungsweisen, zum Beispiel eine wertschätzende Erstkontaktaufnahme, ermöglichen kann.</li>
</ul>
<p>Allerdings lassen sich ablehnungsbedingte Gefühle, die erlebte Zurücksetzung und das Grübeln nicht auf Knopfdruck abstellen.</p>
<p>Viel besser als unsere Gefühle und Bewertungen haben wir jedoch unsere eigenen Handlungsweisen direkt unter Kontrolle:</p>
<ul>
<li>Während wir es zunächst kaum ändern können, dass wir mit Traurigkeit, Ärger, Grübeln etc. auf eine Ablehnung reagieren, haben wir Einfluss darauf, ob wir nunmehr wiederum wertschätzend Kontakt zu einer anderen Person aktiv aufnehmen oder ob wir im Gegenteil stärker in die abwartende Rolle gehen oder gar die Plattform, auf der wir eigentlich Beziehung finden wollen, verlassen.</li>
</ul>
<p>Wenn wir uns auf dieser Handlungsebene gut regulieren, werden sich langfristig im Übrigen auch unsere Gefühle ändern:</p>
<ul>
<li>Wir werden es vermehrt als auch emotional annehmbare Realität erleben, dass wir nicht von allen geliebt zu werden brauchen, dass Ablehnung nichts ist, was wirklich unseren Selbstwert tangiert, und dass wir uns durch Ablehnungen nicht die Aussicht auf eine Partnerfindung nehmen lassen brauchen.</li>
</ul>
<p>Gleichzeitig können uns die Befunde aber auch noch einmal plastisch vor Augen führen, dass es Sinn macht, darauf zu achten, anderen nicht ungewollt Ablehnung zuteilwerden zu lassen:</p>
<ul>
<li>Denn versenden wir ungewollt Ablehnung, werden die Empfänger:innen sich wiederum aus Selbstschutz häufiger zurückziehen.</li>
</ul>
<p>Viele werden meinen, sie würden ja nur diejenigen ablehnen, die sie ablehnen wollten. Doch das stimmt oft nicht:</p>
<ul>
<li>In Wirklichkeit beginnt Ablehnung nicht erst bei einem Unmatch oder einer Nicht-Antwort, sondern bereits beim Nichtöffnen eines Profils oder beim Öffnen eines Profils, ohne eine Erstnachricht zu schicken.</li>
<li>Denn nun denkt die andere Person, wir hätten uns ihr Profil angeschaut, seien aber nicht interessiert, sodass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass sie uns eine Erstnachricht senden wird.</li>
</ul>
<p>Menschen reagieren empfindlich auf Ablehnung. Wir können jedoch daran arbeiten, für uns selbst mehr Akzeptanz und Gelassenheit aufzubauen und uns gleichzeitig bewusst zu machen, dass implizite Ablehnung genauso wirkt wie explizite. Daher macht es überhaupt keinen Sinn, sich ein Profil anzuschauen und anschließend auf eine Nachricht der anderen Person zu warten.</p>
<p>Der entscheidende Rat lautet daher, wirklich annehmen zu können, dass andere uns ablehnen, und solange wir an einer Beziehung interessiert sind, proaktiv und eigeninitiativ auf die andere Person zuzugehen, mit der wir gemeinsam herausfinden möchten, ob eine Beziehung zwischen uns entstehen kann.</p>
<ul>
<li>Im <a href="https://youtu.be/-f2toE28j40" target="_blank" rel="noopener">Video „Die drei Momente der Partnerfindung“</a> wird das bestmögliche Vorgehen für die Online-Partnersuche dargestellt.</li>
<li>Im vorherigen Artikel „<a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/selbstwertgefuehl-und-beziehungszufriedenheit/">Selbstwertgefühl und Beziehungszufriedenheit</a>“ wird deutlich, wie wichtig es ist, mit einem möglichst positiven Selbstwert an die Partner:innenfindung heranzugehen. Das kann sogar unser Beziehungsglück fördern.</li>
<li>Mehr zum Umgang mit Ablehnungen können Sie auch im Artikel „<a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/ablehnung-meistern-so-wird-sie-zum-schluessel-fuer-gelassenheit/">Ablehnung meistern: So wird sie zum Schlüssel für Gelassenheit</a>“ nachlesen.</li>
</ul>
<p>Bei Gleichklang begleiten wir Sie gerne über alle Hürden auf dem Weg zur Partner:innenfindung hinweg:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungsfindung bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Ablehnung beim Online-Dating? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
<li style="list-style-type: none;">
<ul>
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<ul>
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<ul>
<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li>V<a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">ideo zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19443" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/von-ablehnung-beim-online-dating-zur-liebe.jpg" alt="Liebespaar" width="1265" height="843" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/von-ablehnung-beim-online-dating-zur-liebe.jpg 1265w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/von-ablehnung-beim-online-dating-zur-liebe-300x200.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/08/von-ablehnung-beim-online-dating-zur-liebe-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1265px) 100vw, 1265px" /></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Cyrano-Effekt: Wie künstliche Intelligenz das Online-Dating verändert</title>
		<link>https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/der-cyrano-effekt-wie-kuenstliche-intelligenz-das-online-dating-veraendert/</link>
					<comments>https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/der-cyrano-effekt-wie-kuenstliche-intelligenz-das-online-dating-veraendert/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 12:04:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftliche Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-partnersuche.de/?p=19425</guid>

					<description><![CDATA[Eine qualitative Studie von Lennart Ante zeigt die widersprüchlichen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating Mein heutiger Blogartikel geht zu einem Thema, welches uns in den nächsten Jahren sicherlich nicht loslassen wird: nämlich der Nutzung von künstlicher Intelligenz für das Online-Dating. Bezüglich der Nutzung von künstlicher Intelligenz für das Online-Dating haben wir bei Gleichklang noch <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/der-cyrano-effekt-wie-kuenstliche-intelligenz-das-online-dating-veraendert/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Der Cyrano-Effekt: Wie künstliche Intelligenz das Online-Dating verändert</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Eine qualitative Studie von <em>Lennart Ante</em> zeigt die widersprüchlichen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating</h2>
<p>Mein heutiger Blogartikel geht zu einem Thema, welches uns in den nächsten Jahren sicherlich nicht loslassen wird:</p>
<ul>
<li>nämlich der Nutzung von künstlicher Intelligenz für das Online-Dating.</li>
</ul>
<p>Bezüglich der Nutzung von künstlicher Intelligenz für das Online-Dating haben wir bei Gleichklang noch keine umfassenden Daten, werden diese aber in der nahen Zukunft erheben und auswerten.</p>
<p>Die <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0736585326000584" target="_blank" rel="noopener">Studie von <em>Lennart Ante</em></a>, die sich mit dem Phänomen der Nutzung von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating befasst, hat mich motiviert, noch zwei Fragen in die laufende große <a href="https://de.surveymonkey.com/r/verstehen" target="_blank" rel="noopener">Gleichklang-Umfrage</a> aufgenommen:</p>
<ul>
<li><a name="symbol"></a>Interessent:innen sind herzlich eingeladen, sich an ⇛ <a href="https://de.surveymonkey.com/r/verstehen" target="_blank" rel="noopener"><strong>dieser Umfrage noch zu beteiligen</strong></a>.</li>
</ul>
<h2 class="western">Fragestellungen der Studie</h2>
<p>Eine wesentliche Zielstellung der Studie von <em>Lennart Ante </em>war zunächst einmal, überhaupt festzustellen, warum Menschen KI für das Online-Dating verwenden und welche Erfahrungen sie machen.</p>
<p>Neben der eigenen Nutzung von künstlicher Intelligenz beschäftigte sich die Studie von <em>Lennart Ante</em> damit, wie Menschen reagieren, wenn sie auf Texte stoßen, von denen sie den Eindruck haben, dass sie durch künstliche Intelligenz erstellt wurden. Ebenfalls wurde untersucht, wie die Betreffenden reagieren, wenn ihnen die andere Person die Verwendung künstlicher Intelligenz offenlegt.</p>
<p>Außerdem handelt die Studie von der Beeinflussung realer Begegnungen durch künstliche Intelligenz.</p>
<ul>
<li>Wie gehen Sie selbst mit künstlicher Intelligenz (KI) beim Online-Dating um? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Bitte schildern Sie diese unten in den Kommentaren!</li>
</ul>
<h2 class="western">Der Cyrano-Effekt</h2>
<p>Der Autor gibt seiner Studie den bezeichnenden Titel <em>„The Cyrano Effect: LLM-Assisted Impression Management and Authenticity in Online Dating“</em> (Der Cyrano-Effekt: Durch große Sprachmodelle unterstütztes Impression Management und Authentizität beim Online-Dating).</p>
<p><em>Cyrano</em> ist eine Figur aus dem Theaterstück „Cyrano de Bergerac“ von <em>Edmond Rostand:</em></p>
<ul>
<li>Der sprachlich brillante, wegen seines Aussehens aber verunsicherte <em>Cyrano</em>, stellt dem attraktiven, aber sprachlich unbeholfenen <em>Christian</em> seine Worte zur Verfügung, damit dieser mit <em>Roxane</em> in romantischen Kontakt treten und sie für sich gewinnen kann. Tatsächlich verliebt sich <em>Roxane</em> in den Mann, den sie hinter diesen Worten vermutet, erkennt jedoch in einem tragischen Ende, dass in Wahrheit <em>Cyrano</em> die Liebesbriefe an sie verfasst hat und er derjenige gewesen ist, dessen Worte sie liebte.</li>
</ul>
<h2 class="western">Die neue Qualität der KI-Unterstützung</h2>
<p>Die Analogie zur künstlichen Intelligenz ist offensichtlich.</p>
<p>Dabei hat das Phänomen, dass eine Person mit den Worten einer anderen romantischen Kontakt aufnimmt, jedoch nicht mit der künstlichen Intelligenz begonnen:</p>
<ul>
<li>Auch zuvor gab und gibt es Unterstützung durch Freund:innen, Bekannte oder Ghostwriter:innen. Menschen konnten schon immer andere Personen bitten, Profiltexte zu schreiben oder zu bearbeiten, Nachrichten zu überarbeiten oder gar im Ganzen für sie zu verfassen.</li>
</ul>
<p>Mit der künstlichen Intelligenz erhält dieses Phänomen jedoch nunmehr eine neue Qualität:</p>
<ul>
<li>Die Unterstützung ist einfach, sofort und in großem Umfang verfügbar. Sie kann sogar fortlaufend, durch sogenannte letztlich autonom handelnde Agenten während der gesamten Kommunikation eingesetzt werden. Theoretisch müssen die Verfasser:innen die Kommunikation nicht einmal mehr lesen.</li>
</ul>
<p>Zudem kommt die Unterstützung nunmehr von einem nicht-menschlichen System:</p>
<ul>
<li>Dieses wurde anhand einer riesigen Menge menschlicher Texte trainiert und verwendet im Grunde eine Durchschnittsnormierung für alle von ihm erworbenen Texte. Auch wenn Nutzer:innen persönliche Informationen eingeben oder individualisierte Antworten anfordern, geschieht dies wiederum aufgrund eines Durchschnittsmodells auf der Basis einer großen Menge bereits vorhandener Texte.</li>
</ul>
<p>Im Ergebnis können Texte ungewöhnlich glatt, einförmig, künstlich oder als emotional nicht wirklich verbunden wahrgenommen werden. Aber auch wenn eine Nachricht ausdruckstark wirkt, kann bereits das Wissen um die Möglichkeit der Nutzung künstlicher Intelligenz Verdacht und Zweifel an der Authentizität von Nachrichten begründen.</p>
<p>So können sogar tatsächlich von einer Person ohne Unterstützung durch künstliche Intelligenz geschriebene Nachrichten in den Verdacht geraten:</p>
<ul>
<li>Ist es künstliche Intelligenz?</li>
</ul>
<p>Andererseits ist auch eine andere Sichtweise auf künstliche Intelligenz möglich, die sich nicht ausschließlich auf Normierung, Vereinheitlichung, Künstlichkeit, Verdacht oder Zweifel bezieht:</p>
<ul>
<li>Manche mögen künstliche Intelligenz als ein Instrument betrachten, das zum Ausdruck bringen kann, was womöglich authentisch ist, aber aus verschiedenen Gründen nicht in dieser Weise ohne Nutzung des Instruments zum Ausdruck gebracht werden kann.</li>
</ul>
<p>Eine dritte Sichtweise stellt die Effektivität in den Vordergrund:</p>
<ul>
<li>Auch hier ist künstliche Intelligenz ein Werkzeug, ähnlich einer modernen Schreibmaschine oder eines Computers, nur eben mit noch höherer Effektivität, Ökonomie, Geschwindigkeit, Zeitersparnis. Ökonomie, Geschwindigkeit, Zeitersparnis, Wirksamkeit sind die Perspektiven, um die es bei dieser Sichtweise geht.</li>
</ul>
<h2 class="western">Vorgehen in der Studie von <em>Lennart Ante</em></h2>
<p>Wie aber sind nun die tatsächlichen Erlebensweisen von Menschen beim Online-Dating bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz?</p>
<ul>
<li><em>Lennart Ante</em> untersuchte diese Frage, indem er 45 Personen, 25 Männer, 19 Frauen und eine Person mit einem anderen Geschlecht, interviewte. Die Teilnehmer:innen wurden gewonnen über Reddit-Foren, die sich auf das Online-Dating fokussierten.</li>
<li>Die Untersuchung zielt nicht auf Repräsentativität, sie möchte also nicht konkret herausfinden, wie viel Prozent das eine oder das andere Verhalten zeigen oder die eine oder andere Bewertung tätigen, ihr geht es um die Beschreibung und Identifikation des Phänomens an sich.</li>
</ul>
<p>Solche Studien ermöglichen uns oft einen tieferen Einblick als manche quantitative Studie, bei der im Grunde das Phänomen bereits bekannt sein muss, bevor es untersucht wird.</p>
<p>Dies sind die Erkenntnisse, die <em>Lennart Ante</em> aus den Befragungen gewann:</p>
<h2 class="western">Diejenigen, die künstliche Intelligenz einsetzen</h2>
<p>Bei denen, die künstliche Intelligenz selbst einsetzten, identifizierte <em>Ante</em> zwei Themen, die widersprüchliche Bezüge zur Authentizität aufweisen:</p>
<ul>
<li>Demnach kann aus der Sichtweise der Teilnehmenden künstliche Intelligenz einerseits genutzt werden, um einen authentischen Ausdruck der eigenen Person zu fördern.</li>
<li>Andere beschrieben demgegenüber die bewusste Inkaufnahme einer <em>gewissen Inauthentizität</em> der anfänglichen Kommunikation, um das Online-Dating effizient gestalten zu können.</li>
</ul>
<h3 class="western">Künstliche Intelligenz als Prothese bei sozialer Angst</h3>
<p><em>Ante</em> fasst die erste Variante, bei der künstliche Intelligenz den Ausdruck von Authentizität ermöglichen soll, unter der plastischen Metapher einer <i>Prothese bei sozialer Angst </i>zusammen:</p>
<ul>
<li>Teilnehmende gaben an, sie wollten mithilfe der künstlichen Intelligenz keine andere Person darstellen, vielmehr lägen bei ihnen soziale Ängste oder Schreibblockaden vor. Die künstliche Intelligenz ermögliche es ihnen, so ihre tatsächliche Persönlichkeit besser zum Ausdruck bringen zu können.</li>
</ul>
<p><em>Maria</em>, eine 27-jährige Softwareentwicklerin, erklärt:</p>
<ul>
<li><em>„Es ist nicht so, dass ich versuche, jemand anderes zu sein. Es ist das Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass ich im wirklichen Leben ein lustiger, interessanter Mensch bin, aber wenn ich auf ein leeres Textfeld starre, setzt mein Gehirn einfach aus. Ich denke über alles zu viel nach.“</em></li>
</ul>
<p>Die Funktion der künstlichen Intelligenz beschreibt <em>Maria</em> entsprechend folgendermaßen:</p>
<ul>
<li><em>„Das Sprachmodell ist wie ein Übersetzer für meine eigenen Gedanken. Ich kann ihm die grundlegende Idee geben, etwa: ‚Ich finde einen Hund süß und möchte auf eine lustige Weise danach fragen‘, und es hilft mir, das auf eine Weise zu sagen, die tatsächlich gut klingt. Es ist immer noch meine Idee, nur besser artikuliert.“</em></li>
</ul>
<p>In diesem Sinne fungiert die künstliche Intelligenz wie ein Übersetzer der eigenen Gedanken oder eine Brücke zwischen dem inneren Selbst und dem äußeren Ausdruck.</p>
<p>Dabei hilft die künstliche Intelligenz, die eigentliche, unbeholfene eigene Nachricht in eine Nachricht zu verwandeln, die die eigene Person besser abbildet.</p>
<p><em>Liam</em>, ein 24-jähriger Grafikdesigner, spricht entsprechend von der künstlichen Intelligenz als <em>„Medikament gegen soziale Angst in Textform“</em>:</p>
<ul>
<li><em>„Wenn ich mit meinen Freund:innen zusammen bin, bin ich sehr ausdrucksstark und schnell mit einem Witz. Aber das kommt bei mir in Textform nicht herüber. Es fühlt sich flach an. Ich schaffe es nicht, meine Persönlichkeit zu übersetzen. Ich denke zu viel nach, und es kommt einfach steif heraus. Die künstliche Intelligenz hilft mir, diese Lücke zu überbrücken.“</em></li>
</ul>
<p>Demnach geht es um eine bessere Abstimmung zwischen dem inneren Erleben und dem äußeren Ausdruck. Ganz konkret zeigt sich dies auch bei übersetzungsbezogenen sprachlichen Hürden.</p>
<p><em>Priya</em>, eine 29-jährige Studentin in einem weiterführenden Studiengang, ist keine englische Muttersprachlerin:</p>
<ul>
<li><em>„Ich spreche persönlich ziemlich fließend, aber Schreiben, besonders Flirten, fühlt sich wie eine andere Sprache an. Die Redewendungen, der lockere Ton – das ist nichts, was ich im Unterricht gelernt habe. Ich mache mir Sorgen, dass ich als unbeholfen oder uninteressant beurteilt werde, nur weil meine Formulierungen nicht perfekt sind. Deshalb benutze ich die künstliche Intelligenz als eine Art Korrekturhilfe. Ich schreibe meinen tatsächlichen Gedanken auf und bitte sie dann, mir zu helfen, ihn natürlicher und charmanter klingen zu lassen. Es geht nicht darum, vorzutäuschen, wer ich bin; es geht darum sicherzustellen, dass mein wirkliches Selbst nicht missverstanden wird.“</em></li>
</ul>
<h3 class="western">Strategische Inauthentizität aus Effizienzgründen</h3>
<p><em>Ante</em> konnte jedoch auch noch eine gänzlich andere Begründung für die Anwendung von künstlicher Intelligenz identifizieren, die von ihm als <i>strategische Inauthentizität aus Effizienzgründen </i>bezeichnet wird:</p>
<ul>
<li>Die betreffenden Teilnehmenden geben nicht an, durch die künstliche Intelligenz zu einem authentischen Ausdruck der eigenen Person gelangen zu wollen. Vielmehr wird eine <em>inauthentische Kommunikation</em> in Kauf genommen und dabei als pragmatische und effiziente Strategie akzeptiert.</li>
<li>Online-Dating sei ein Zahlenspiel, bei dem sehr viele Kontakte entstehen oder angeschrieben werden müssen, während nur sehr wenige zu einem persönlichen Treffen führen. Es sei daher nicht sinnvoll, für jede erste Nachricht und jeden anfänglichen Austausch viel Zeit und Energie aufzuwenden.</li>
</ul>
<p><em>David</em>, ein 32-jähriger Teilnehmer, erklärt hierzu:</p>
<ul>
<li><em>„Ehrlich gesagt geht es um Effizienz. Ich habe einfach weder die Zeit noch die Energie, jede Woche für Dutzende von Matches einzigartige, geistreiche Nachrichten zu verfassen, besonders wenn aus den meisten ohnehin nichts wird. Ich benutze die künstliche Intelligenz, um den größten Teil des anfänglichen Hin und Hers zu übernehmen. Sie ist ein Werkzeug, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Das Ziel ist, zu einem tatsächlichen Treffen zu gelangen, weil dort die echte Verbindung beginnt. Wenn wir persönlich eine großartige Zeit haben, spielt es dann wirklich eine Rolle, dass die ersten paar Nachrichten von künstlicher Intelligenz unterstützt waren?“</em></li>
</ul>
<p>Gemeinsam ist den entsprechenden Teilnehmenden, zwischen einer oberflächlichen Online-Phase und einer aus ihrer Sicht eigentlichen Offline-Phase zu unterscheiden:</p>
<ul>
<li>Die echte Verbindung beginnt demnach erst beim persönlichen Treffen.</li>
</ul>
<p>Diese Teilnehmenden verwenden Metaphern wie <i>„effizient“, „Zahlenspiel“, „oberer Bereich des Trichters“ </i>oder „einen <i>Fuß in die Tür bekommen“</i>. Eine große Zahl von Kontakten wird aufgenommen und schrittweise reduziert, bis es zu wenigen persönlichen Treffen kommt.</p>
<p><em>Ante</em> stieß bei einigen Teilnehmenden, die der Effizienz-Metapher anhängen, auch auf dezidierte Rechtfertigungen:</p>
<ul>
<li>Online-Dating sei bereits ein hochgradig stilisierter, typisierter Prozess mit ausgewählten Fotos, idealisierter Selbstdarstellung und strategischer Kommunikation. Die künstliche Intelligenz füge dieser Inszenierung nur einen weiteren Vorgang hinzu.</li>
</ul>
<p><em>James</em>, ein 28-jähriger Softwareingenieur, erklärt:</p>
<ul>
<li><em>„Ich habe das Gefühl, dass auf diesen Apps ohnehin alle eine Version von sich selbst darstellen, die nicht real ist. Die Fotos sind alt, die Profiltexte voller Klischees. Eine künstliche Intelligenz als Hilfe bei Nachrichten zu benutzen, fühlt sich einfach wie ein Teil dieses Spiels an. Ich täusche nicht darüber, wer ich bin – ich erscheine beim Treffen als ich selbst.“</em></li>
</ul>
<p>Bemerkenswert ist hier die unter den Teilnehmenden selbst vorgenommene Assoziation zwischen der strategischen <i>Inauthentizität aus Effizienzgründen </i>und der oftmals beschriebenen <i><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/wie-wirklich-ist-das-online-dating/">Gamifizierung</a> des Online-Datings</i>.</p>
<h2 class="western">Diejenigen, die bei anderen auf künstliche Intelligenz-Nutzung stoßen oder diese vermuten</h2>
<p>Interessanterweise ist nun die Bewertungsrichtung sehr eindeutig:</p>
<ul>
<li>Die Nutzung von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating wird von Teilnehmenden als ein<i> digitaler Verrat</i> beschrieben.</li>
</ul>
<h3 class="western">Erkennungsheuristiken</h3>
<p>Die Betreffenden schilderten verschiedene Daumenregeln, mit denen sie glauben, erkennen zu können, ob es sich um Nachrichten handelt, die mit künstlicher Intelligenz geschrieben wurden.</p>
<ul>
<li>Dabei erscheinen besonders gut strukturierte und durchgehend geschliffene Antworten als verdächtig. Weitere Hinweise waren allgemeine, nur austauschbare Komplimente in einem Format, das emotional wenig verwurzelt war, sowie gleichbleibend schnelle Antworten. Die Texte erschienen den Betreffenden teilweise auf eine geradezu merkwürdige Weise als zu korrekt und zu vollkommen.</li>
</ul>
<p><em>Chloe</em>, eine 31-jährige Teilnehmerin, gibt an:</p>
<ul>
<li><em>„Seine Antworten waren einfach zu perfekt. Sie waren grammatikalisch fehlerfrei und unglaublich gut strukturiert. Zuerst war ich beeindruckt, aber dann begann es sich merkwürdig anzufühlen. Wirkliche Menschen sind ein wenig unordentlich, wenn sie schreiben. Sie verwenden Umgangssprache, sie machen Tippfehler. Das hier war, als würde ich mit einer Figur aus einem Buch sprechen und nicht mit einer wirklichen Person.“</em></li>
</ul>
<p>Andere Teilnehmende beschrieben eine austauschbare Qualität der Nachrichten:</p>
<ul>
<li>Von der Form her sei alles in Ordnung, die Texte wirkten aber so, als seien sie nicht von einem wirklichen persönlichen Interesse geprägt.</li>
</ul>
<p>Einige der Befragten versuchten auch, ihren Verdacht aktiv zu überprüfen:</p>
<ul>
<li>So bauten sie absichtlich Tippfehler, ungewöhnliche Formulierungen oder Umgangssprache in ihre Nachrichten ein, um zu beobachten, ob das Gegenüber diesen Kommunikationsstil aufgreift oder weiterhin gleichbleibend perfekt und formvollendet antwortet.</li>
</ul>
<p><em>Emma</em>, eine 27-jährige Journalistin, berichtet:</p>
<ul>
<li><em>„Ich begann, ein Muster zu bemerken. Die Nachrichten waren immer perfekt formatiert. Sie nahmen Bezug auf etwas aus meinem Profil, aber auf eine Weise, die sich allgemein anfühlte. Etwa: ‚Ich sehe, dass du gerne wanderst. Welcher Weg ist dein Lieblingsweg?‘ Das ist keine schlechte Frage, aber sie ist so unpersönlich. Eine wirkliche Person würde vielleicht etwas Spezifischeres oder Begeisterteres sagen. Also begann ich, meine Vermutung zu testen. Ich baute einen Tippfehler ein oder verwendete Umgangssprache, und wenn darauf wieder ein vollkommen formaler Satz kam, nahm ich an, dass etwas nicht stimmte.“</em></li>
</ul>
<p>Dabei erlebten die Betreffenden die Prüfung des Verdachts als belastend und erschöpfend.</p>
<p><em>Sarah</em>, eine 29-jährige Teilnehmerin:</p>
<ul>
<li><em>„Ich habe das Gefühl, dass ich eine forensische Linguistin sein muss, nur um auf Hinge ein Gespräch führen zu können. Es ist erschöpfend.“</em></li>
</ul>
<p>Es ergaben sich hieraus sogar weitergehende Auswirkungen auf das Online-Dating an sich. <em>Marcus</em>, ein 33-jähriger Teilnehmer:</p>
<ul>
<li><em>„Es hat mir einfach den Spaß verdorben. Früher habe ich mich gefreut, wenn jemand eine aufmerksame Nachricht geschickt hat. Jetzt ist mein erster Gedanke: ‚Hat die Person das wirklich selbst geschrieben?‘ Ich ertappe mich dabei, jedes Wort zu analysieren; es hat mich so zynisch gemacht. Und das ist der traurige Teil: Ich bin sicher, dass ich Menschen zurückgewiesen habe, die tatsächlich aufrichtig waren, nur weil sie zufällig gut schreiben konnten. &#8230;“</em></li>
</ul>
<h3 class="western">Verletzung von Vertrauen und Beziehungsnormen</h3>
<p>Wenn sich ein Verdacht bestätigte oder die andere Person die Nutzung von KI sogar zugab, erlebten Empfänger:innen dies als <i>Täuschung, Verrat, Verletzung </i>oder sogar <i>Catfishing:</i></p>
<ul>
<li>Die Täuschung wurde nicht lediglich in einzelnen Aussagen gesehen, sondern der gesamte kommunikative Vorgang erschien den Betreffenden nunmehr als verfälscht. Die Befragten hatten sich gerade von der Art des Humors, der scheinbaren Verletzlichkeit oder der Form der Selbstoffenbarung angesprochen gefühlt.</li>
</ul>
<p><em>Michael</em>, ein 35-jähriger Teilnehmer, berichtet über eine Person, die ihm gegenüber die Nutzung von künstlicher Intelligenz einräumte:</p>
<ul>
<li><em>„Es fühlte sich wie eine grundlegende Täuschung an. Ich fühlte mich von ihrer Art angezogen, von der Art, wie sie sich ausdrückte. Genau darin begann ich mich zu verlieben. Zu erfahren, dass das alles nur ein Skript war – es war eine Verletzung.“</em></li>
</ul>
<p>Überdies ergab sich für <em>Michael</em> auch eine tiefer reifende Erschütterung bezüglich des gesamten Kontaktes:</p>
<ul>
<li><em>„Es ist nicht so, als hätte sie über ihren Beruf gelogen; sie hat darüber getäuscht, wer sie in unseren Gesprächen war. Das zerstört das Vertrauen von Anfang an.“</em></li>
</ul>
<p>Die Teilnehmenden beschreiben es als eine stillschweigende Norm, dass die Person, die eine Nachricht sendet, diese auch tatsächlich verfasst hat. Der Bruch dieser Norm wird als Übergriff erlebt.</p>
<p><em>Rachel</em>, eine 26-jährige Teilnehmerin:</p>
<ul>
<li><em>„Verletzt. Das ist ein starkes Wort, aber so habe ich mich gefühlt. Ich hatte ihm persönliche Dinge erzählt und dabei gedacht, dass er sich mir gegenüber ebenfalls mitteilte. Aber das tat er nicht. Dadurch fühlte ich mich so billig und dumm. Die ganze Zeit, die ich investiert hatte – für nichts. Ich fragte mich: Mochte er mich überhaupt, oder war es nur darauf programmiert, die richtigen Dinge zu sagen?“</em></li>
</ul>
<p>Die Teilnehmenden erlebten dies umso mehr als Verrat, als sie teilweise persönliche Informationen oder Erfahrungen mitgeteilt hatten und davon ausgegangen waren, dass das Gegenüber sich ihnen gegenüber ebenfalls persönlich öffnet.</p>
<p>Hieraus ergaben sich für einige Teilnehmende grundlegende Veränderungen hin zu mehr Sich-zurückhalten und Misstrauen.</p>
<p><em>Daniel</em>, ein 30-jähriger Teilnehmer:</p>
<ul>
<li><em>„Sobald man weiß, dass es möglich ist, kann man dieses Wissen nicht wieder vergessen. Jetzt ist jede geistreiche Nachricht verdächtig. Der Vertrauensvorschuss ist verschwunden. Früher war ich ein offenes Buch, aber jetzt bin ich viel zurückhaltender. Es hat mich ehrlich gesagt zu einem schlechteren Dating-Partner gemacht.“</em></li>
</ul>
<h2 class="western">Von der KI-Persona zur realen Person</h2>
<p>Der Übergang von der durch künstliche Intelligenz unterstützten Online-Kommunikation zum persönlichen Treffen betraf beide Seiten:</p>
<ul>
<li>Für die Nutzer:innen stellte sich die Frage, ob sie der mithilfe der KI erzeugten Persona beim Treffen entsprechen konnten. Für die Empfänger:innen stellte sich die Frage, ob die reale Person mit der Person übereinstimmte, die sie zuvor in der schriftlichen Kommunikation erlebt hatten.</li>
</ul>
<p>Eine Zusage zu einem Treffen konnte so von Nutzer:innen von KI gleichzeitig als Erfolg und Bedrohung erlebt werden:</p>
<ul>
<li>Nun entstand bei einigen Teilnehmenden die Angst, dem Bild, welches die KI vermittelt hatte, im persönlichen Kontakt nicht entsprechen zu können.</li>
</ul>
<p><em>Ben</em>, ein 26-jähriger Datenanalyst, sagt:</p>
<ul>
<li><em>„Es ist ehrlich gesagt stressig. Man steht kurz davor, jemanden zu treffen, der glaubt, man sei dieser besonders souveräne und lustige Mann, aber man weiß, dass man das nicht ist. Man kann ChatGPT nicht mit zum Treffen nehmen. Ich verbrachte den Tag vor einem Treffen damit, den Chat noch einmal zu lesen und zu versuchen, mir Dinge und die Art, wie ich mich verhalten sollte, einzuprägen. Es ist, als würde man kurzfristig für eine Prüfung lernen, aber der Prüfungsstoff ist diese falsche Version der eigenen Person.“</em></li>
</ul>
<p>Einige Befragte versuchten sogar, sich der künstlich erzeugten Person anzupassen, indem sie sich deren Aussagen einprägten und beim Treffen so sprachen oder handelten, wie es aufgrund der vorausgegangenen Kommunikation zu erwarten gewesen wäre.</p>
<p><em>Tyler</em>, ein 25-jähriger Hochschulabsolvent, erlebte dies als sehr belastend:</p>
<ul>
<li><em>„Das Schlimmste ist, dass man die Messlatte für sich selbst so hoch gelegt hat. Sie hält dich für diesen sprachgewandten Mann, aber das bist du nicht. Du bist nur ein Mann mit ChatGPT. Also geht man in das Treffen und wartet auf den Moment, in dem sie erkennt, dass man nicht so geistreich ist wie die eigenen Nachrichten.“</em></li>
</ul>
<p>So sehr die KI anfangs half, ihre sozialen Ängste zu mindern oder die Effektivität ihrer Kommunikation zu steigern, so sehr sahen sie sich nun mit den Erwartungen konfrontiert, die hierdurch erzeugt worden waren.</p>
<p>Diejenigen, die auf andere Personen stießen, die KI nutzten, berichteten das Phänomen als Empfänger:innen spiegelbildlich.</p>
<p><em>Jessica</em>, eine 30-jährige Lehrerin, berichtet über einen Mann, dessen Nachrichten sie beeindruckt hatten:</p>
<ul>
<li><em>„Seine Nachrichten waren großartig. Er stellte aufmerksame Fragen und war wirklich lustig. Ich freute mich sehr darauf, ihn zu treffen. Aber persönlich war es, als wäre er ein anderer Mensch. Er war still, konnte kaum Blickkontakt halten, und das Gespräch war einfach schmerzhaft. Es war nicht so, dass er ein schlechter Mann war, er war einfach langweilig. Die charmante Person aus der App war vollständig verschwunden. Ich wartete immer darauf, dass er auftauchte, aber er tat es nie. Es war einfach eine riesige Enttäuschung.“</em></li>
</ul>
<p><em>Kevin</em>, ein 31-jähriger Teilnehmer, legte im Verlauf des Dates die Nutzung der KI offen:</p>
<ul>
<li><em>„Nach der Hälfte des Treffens konnte ich erkennen, dass sie enttäuscht war. Ich entsprach nicht dem Bild aus den Nachrichten. Also sagte ich einfach die Wahrheit. Ich erklärte ihr, dass ich ChatGPT für einige der Nachrichten verwendet hatte, weil ich beim Schreiben ängstlich werde. Ich dachte, vielleicht würde sie meine Ehrlichkeit schätzen. Das tat sie nicht. Sie sagte, es fühle sich an, als hätte ich sie die ganze Zeit belogen, und sie wisse nicht, mit wem sie eigentlich gesprochen habe. Kurz darauf ging sie. Ich fühlte mich schrecklich, aber ich hatte auch das Gefühl, meine Lektion gelernt zu haben. Nach dieser Erfahrung hörte ich auf, ChatGPT dafür zu benutzen.“</em></li>
</ul>
<h2 class="western">Vorteile und Risiken</h2>
<ul>
<li><em>Ante</em> benennt auf der Basis seiner Befunde als mögliche Vorteile von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating, dass diese Menschen mit sozialen Ängsten oder Schreibbeeinträchtigungen unterstützen könne. Sie könne auch helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Im Sinne einer <em>prothetischen Authentizität</em> könne sie womöglich einen Ausdruck des inneren Selbst ermöglichen und dadurch die anfängliche Kontaktaufnahme erleichtern.</li>
</ul>
<p>Diesen möglichen Vorteilen stehen jedoch Risiken gegenüber:</p>
<ul>
<li>So könne künstliche Intelligenz eine Authentizitäts-Kluft erzeugen zwischen den Nachrichten und der Quelle. Dadurch leide die Glaubwürdigkeit der Nachrichten, deren Quelle infrage gestellt werde. Dies könne zu Unsicherheit, Misstrauen, Verratsgefühlen und sogar zu einem grundlegenden Vertrauenszusammenbruch führen. Dabei könne künstliche Intelligenz sogar psychologische Hürden für persönliche Begegnungen schaffen, weil die Nutzer:innen befürchteten, die eloquente, witzige und emotional intelligente Person nicht zu sein, die sie im Rahmen der KI dargestellt hatten. Auf diese Weise könne künstliche Intelligenz also kontraproduktiv wirken, da die Perfektion im Internet die Verbindung außerhalb des Internets untergraben könne. So würde das Werkzeug zum Verursacher des Scheiterns für reale Begegnungen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Ausblick und Einordnung</h2>
<p>Grundsätzlich bleibt abzuwarten, wie sich künstliche Intelligenz auf das Online-Dating auswirken wird. Dass sie sich bereits jetzt auswirkt und später noch mehr auswirken wird, davon können wir mit Sicherheit ausgehen.</p>
<p>Meine eigene Mutmaßung ist, dass die Integration der künstlichen Intelligenz in Online-Dating-Plattformen, sei es direkt durch die Plattform-Anbieter:innen oder indirekt durch die Nutzenden, die bereits erkennbaren Auswirkungen der <a href="https://youtu.be/5Sl_nAtFU6g" target="_blank" rel="noopener">Dating-Apps auf unser Bindungsverhalten</a> und unsere Bindungsbereitschaft weiter verstärken wird:</p>
<ul>
<li>Je mehr die künstliche Intelligenz eingesetzt wird, um Wettbewerbsvorteile zu sichern, desto stärker wird Online-Dating als ein Auswahlprozess internalisiert, bei dem wir uns wie bei einer Bewerbung optimiert vorstellen, um ein Maximum an Resonanz zu erhalten. Genau dieser Auswahlprozess kann jedoch zur Erosion unserer Bindungsbereitschaft und zum permanenten Dating führen, wie es durch die kurzfristigen Belohnungsmechanismen der Dating-Apps bei vielen Teilnehmenden induziert wird.</li>
</ul>
<p>So hilfreich und wünschenswert es auch ist, soziale Ängste zu reduzieren, so handelt es sich jetzt doch letztlich eher um eine Problemverschiebung, wodurch Hürden für reale Begegnungen letztlich wachsen können.</p>
<p>Andererseits ist es fraglos der Fall, dass künstliche Intelligenz für Übersetzungstätigkeiten geeignet ist, sodass davon auszugehen ist, dass das Beherrschen einer gemeinsamen Sprache immer weniger die Voraussetzung für Liebesbeziehungen sein wird, zumal in der nahen Zukunft simultane KI-Übersetzung in Gesprächen jederzeit möglich sein wird.</p>
<p>Aus psychologischer Sicht ist jedenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt von der Nutzung von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating zur Reduktion von sozialen Ängsten und Hemmungen wie auch im Sinne eines wettbewerbsorientierten Effektivitätsmaximierungsprozesses abzuraten:</p>
<ul>
<li>Wer durch künstliche Intelligenz tatsächlich bestehende Hemmungen und soziale Ängste beim Online-Dating reduziert, wird diese umso weniger überwinden können und sich sodann den Schwierigkeiten in realen Begegnungen ausgesetzt sehen.</li>
<li>Wer vorwiegend auf Effektivität setzt und künstliche Intelligenz möglicherweise gar als autonome Agents einsetzt und im Rahmen des Online-Datings gar nicht mehr in Person interagiert, verstärkt bei sich selbst die Vorstellung, andere Menschen seien austauschbar und Liebe sei ein Wettbewerb. Tatsächlich tiefgreifende zwischenmenschliche Beziehungen laufen solche Marktmetaphern jedoch zuwider.</li>
</ul>
<p>Es verbleiben diejenigen, die angegeben haben, dass sie in Wirklichkeit überhaupt keine sozialen Ängste oder Hemmungen hätten und sehr aktiv kommunizieren könnten, denen jedoch beim Online-Dating in der textbasierten Form spezifisch die Worte fehlten:</p>
<ul>
<li>Tatsächlich wäre die KI hier nichts mehr als eine Brücke, um eine eigentlich nicht bestehende Kurzzeitblockade zu überwinden. Als kleine Erleichterung des Textausdrucks ohne jedes Abweichen von der eigenen Person dürfte die Anwendung von künstlicher Intelligenz das Online-Dating vermutlich tatsächlich nicht beschädigen.</li>
</ul>
<p>Bestes Beispiel hierfür ist die angesprochene reine Übersetzung fremdsprachlicher Texte, aber auch die reine Korrektur von Rechtschreib- und Tippfehlern kann in diese Richtung eingeordnet werden:</p>
<ul>
<li>Grundsätzlich zeigen <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0265407519878787" target="_blank" rel="noopener">Studien</a>, dass Rechtschreibfehler sich beim Online-Dating eher negativ auf Resonanz und Wahrnehmung auswirken – sicherlich ein sehr oberflächlicher Prozess. Womöglich wird es in der Zukunft jedoch sogar andersherum sein, dass Rechtschreibfehler auch als Zeichen von Authentizität wahrgenommen werden. <em>Ante benennt hier allerdings bereits die nächste Ebene, die in diesem Fall eintreten dürfte, nämlich die Anwendung von künstlicher Intelligenz zum bewussten Einbau von Rechtschreibfehlern und Authentizitätseindrücken.</em></li>
</ul>
<p>Abgesehen von dem rein funktionalen Einsatz (z. B. zur Fremdsprachenübersetzung) dürfte es in Wirklichkeit eine Ausnahme sein, dass künstliche Intelligenz die wahre Persönlichkeit besser zum Ausdruck bringt. Die Betreffenden mögen sich sogar letztlich selbst etwas über ihre Person vormachen oder von der KI vormachen lassen. Ich habe es gerade bei einem Bekannten erlebt, der in seinem Fach noch Beginner ist, sich aber innerhalb weniger Wochen durch seine Korrespondenz mit einem KI-System in die komplette Selbstüberschätzung hineingesteigert hat.</p>
<p>Typischerweise sind diejenigen, die sich als gehemmt oder blockiert erleben, eine Nachricht zu schreiben, auch in einer über die reine Textproduktion hinausgehenden Art und Weise gehemmt. Solche Hemmungen am besten durch Übung überwunden. Nehmen wir uns die Übungsnotwendigkeit, bleiben die Probleme bestehen.</p>
<h2 class="western">Wie nun umgehen mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz beim Online-Dating?</h2>
<p>Die Entwicklung ist so rasant und das Phänomen gleichzeitig, jedenfalls in der öffentlichen Nutzung, so neu, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorhersehbar ist, wie das Online-Dating künftig aussehen wird.</p>
<h3 class="western">Empfehlung: Schnell zur realen Begegnung</h3>
<p>Es ergibt sich die Verstärkung des ohnehin gültigen Rates, den ich allen Lesenden gerne ans Herz legen möchte:</p>
<ul>
<li>Der rasche Übergang zu weiteren Ebenen der Kommunikation wie Telefonaten, Videogesprächen und vor allem tatsächlichen Begegnungen ist ratsam.</li>
</ul>
<p>Es ist ohnehin oft so, dass Kontakte, bei denen sich das Treffen hinauszieht, einschlafen. Auch besteht die Gefahr, dass wir in unseren Fantasien Personenkonzepte konstruieren, die nicht der Person entsprechen, der wir bei einem realen Treffen begegnen.</p>
<p>Durch künstliche Intelligenz kann dieser Verzerrungseffekt zunehmen:</p>
<ul>
<li>Umso mehr macht es Sinn, durch schnelle Begegnungen dieser Gefahr entgegenzuwirken.</li>
</ul>
<p>Schließlich hilft es uns gar nichts, uns in unsere Zweifel an der Authentizität von Texten hineinzusteigern. Wir werden wohl, ob wir das möchten oder nicht, die Sachlage akzeptieren müssen, dass eine abnehmende Anzahl an Texten ausschließlich von der betreffenden Person stammt.</p>
<p>Dies mag uns ärgern, ist aber nicht änderbar:</p>
<ul>
<li>Uns vorwiegend mit diesem Verdacht auseinanderzusetzen, ist letztlich wenig hilfreich, zumal wir auf dieser Basis auch wiederum schnell zu falschen Einschätzungen und Entscheidungen gelangen können.</li>
</ul>
<p>Gehen wir insofern eher mit einer annehmenden, akzeptierenden und auch verzeihenden Grundhaltung in das Online-Dating hinein, indem wir den Fokus legen auf den baldigen Übergang von Kommunikationssystemen, deren Natürlichkeit wir immer weniger durchschauen können, hin zum echten Treffen in Persona.</p>
<p>Dies scheint mir die eigentliche Bilanz zu sein, die sich auch aus dem Artikel von <em>Ante</em> und den dort geschilderten Erfahrungen der Teilnehmenden schließen lässt.</p>
<h2 class="western">Künstliche Intelligenz bei Gleichklang</h2>
<p>Was ich sagen kann, ist, dass wir bei Gleichklang – abgesehen von der reinen Fremdsprachenübersetzung, wenn die Internationalisierung kommt – uns jedem Einbau von künstlichen Intelligenzfunktionen zur Förderung der Online-Kommunikation widersetzen werden.</p>
<p>Wir bleiben bemüht, eine Plattform authentischer, als Person miteinander kommunizierender Menschen zu sein, die einander tatsächlich auf dem Weg zu Partnerschaft und Freundschaft kennenlernen möchten.</p>
<p>Auf diesem Weg zur Partnerschaft und Freundschaft begleiten wir Sie weiterhin gerne:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungsfindung bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit KI bei der Online-Partnersuche? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
<li style="list-style-type: none;">
<ul>
<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li>V<a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">ideo zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19433" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/Paar-trotz-artifizieller-Intelligent.jpg" alt="Glückliches Paar mit Baum jenseits der Welt der artifiziellen Intelligenz. " width="1123" height="749" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/Paar-trotz-artifizieller-Intelligent.jpg 1123w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/Paar-trotz-artifizieller-Intelligent-300x200.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/Paar-trotz-artifizieller-Intelligent-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1123px) 100vw, 1123px" /></p>
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			</item>
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		<title>Die wahren Kosten der Partnersuche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2026 19:21:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaftliche Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichklang informiert]]></category>
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					<description><![CDATA[Kosten der Partnersuche: Warum das Gebührensystem beim Online-Dating Beziehungen, Unabhängigkeit und soziale Gerechtigkeit fördern kann In meinem heutigen Artikel geht es nicht nur um psychische, sondern zunächst einmal um die tatsächlichen materiellen Kosten der Partnersuche. Trotzdem ist der Artikel nicht einfach nur ein Verweis auf unsere Gebührenliste, sondern verbindet den Aspekt der monetären Kosten mit <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/die-echten-kosten-der-partnersuche/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Die wahren Kosten der Partnersuche</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Kosten der Partnersuche: Warum das Gebührensystem beim Online-Dating Beziehungen, Unabhängigkeit und soziale Gerechtigkeit fördern kann</h2>
<p>In meinem heutigen Artikel geht es nicht nur um psychische, sondern zunächst einmal um die tatsächlichen materiellen Kosten der Partnersuche. Trotzdem ist der Artikel nicht einfach nur ein Verweis auf unsere Gebührenliste, sondern verbindet den Aspekt der monetären Kosten mit ihren psychischen und gesellschaftlichen Auswirkungen.</p>
<p>Gleichzeitig greift der Artikel auch die in meinem <strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span></strong><a href="https://youtu.be/FYQtnDj2JUs" target="_blank" rel="noopener"><strong> letzten Video dargestellte Kritik an den Monetarisierungssystemen des modernen Online-Datings</strong></a> auf, die die Chancen der Partnerfindung verringern. Das organisierte Online-Dating wirkt dabei weltweit längst ebenso schädigend wie beispielsweise die Lebensmittel- oder die Zigarettenindustrie, nur dass die Auswirkungen vorwiegend psychischer und weniger körperlicher Art sind.</p>
<p>Der Artikel informiert noch einmal umfassend über die gesamte Gebührensituation bei Gleichklang. Gleichzeitig zeigt er auf, wie wir unser Gebührensystem auf die Ermöglichung ernsthafter und dauerhafter Beziehungen ausgerichtet haben. Ebenso dient es der Förderung sozialer Gerechtigkeit und Inklusivität, die wiederum auf die gesamte Community ausstrahlen und die Möglichkeiten aller verbessern, eine Beziehung zu finden.</p>
<h2 class="western">Kostenlose Nutzung oder kostenlose Testung von Dating-Angeboten – die verborgenen Kosten der Partnersuche</h2>
<p>Das übereinstimmende Merkmal nahezu aller bekannten Dating-Plattformen, mit der unseres Wissens einzigen Ausnahme von Gleichklang, besteht darin, dass der Einstieg immer kostenlos oder mindestens vermeintlich kostenlos ist.</p>
<p>Das Online-Dating orientiert sich dabei an einem universell wirksamen Prinzip:</p>
<ul>
<li>Menschen sind eher bereit, einen Schritt zu tun, wenn mindestens der erste Schritt kostenlos ist oder wenn sie glauben, dass dieser Schritt kostenlos sei.</li>
</ul>
<p>Gerade im Internet haben sich solche kostenlosen Schritte weitestgehend als selbstverständlich etabliert:</p>
<ul>
<li>Sie sind die Norm, an der sich sogar Bewertungsseiten orientieren. Kostenlosigkeit gilt geradezu als Qualitätsmerkmal.</li>
</ul>
<p>Indem kostenlose Einstiege als Norm etabliert wurden, entstand die Notwendigkeit für die Dating-Industrie, andere Wege der Monetarisierung zu beschreiten.</p>
<p>Betrachten wir diese, erkennen wir schnell die Hintergründe:</p>
<ul>
<li>Kostenlosigkeit ist ein Köder, um möglichst viele Mitglieder anzulocken. Mit deren großer Zahl kann wiederum geworben werden, um weitere Personen anzulocken.</li>
<li>Gelder werden verdient, indem für die Nutzer:innen Werbung geschaltet wird oder deren Daten an andere Firmen verkauft werden.</li>
<li>Werbung ist gleichzeitig das Einfallstor für den Einfluss der werbenden Konzerne auf die Dating-Plattformen und setzt deren Nutzer:innen fortwährender Manipulation aus.</li>
<li>Andere Dating-Seiten ohne Werbung setzen auf die Finanzierung durch Premiumangebote. Das Basisangebot ist kostenlos, um die Mitglieder zu Premiumangeboten zu locken.</li>
<li>Bei einigen Plattformen haben die kostenlosen Testaccounts fast keine echte Funktionalität. Die Betreffenden können mit ihnen niemanden kennenlernen. Bei anderen Seiten ist zwar kostenloses Dating möglich, es stößt aber bald an Grenzen, die Premiumangebote aufzuheben versprechen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Wie kostenlose Angebote das Verhalten verändern</h2>
<p>Ich möchte jetzt nicht die gesamte Argumentation meines letzten Videos wiederholen. Aber in aller Kürze gesagt, spielt sich Folgendes ab:</p>
<ul>
<li>Durch diese kostenlosen Angebote werden Konditionierungsprozesse in die Wege geleitet, durch die das Interesse der Nutzer:innen auf die Sichtung möglichst vieler und möglichst attraktiver Profile gelenkt wird.</li>
<li>Dabei werden kurzfristige Belohnungsimpulse und sogar suchthafte Strukturen aktiviert, die letztlich nach ihrer Befriedigung durch das Premiumangebot verlangen. Das, was sie dafür bekommen, intensiviert die Konditionierung und lässt die Bindungsbereitschaft sinken. Am Ende zahlen die Nutzer:innen dafür, dass sie weiterhin im Bann der Dating-Systeme bleiben.</li>
<li>Genau dies erklärt die Sachlage, dass sehr viele Profile auf Dating-Seiten nicht von Singles stammen, sondern von Menschen in Beziehungen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Warum der kostenlose Einstieg so verführerisch ist</h2>
<p>Die Versuchung, einen kostenlosen Einstieg zu gewähren, ist für Dating-Anbieter:innen enorm.</p>
<p>Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen:</p>
<ul>
<li>Gleichklang begann vor 20 Jahren mit einem geringen Kostenbeitrag, und es dauerte viele Jahre, bis wir einigermaßen ökonomisch lebensfähig waren. Der kostenpflichtige Einstieg verlangt Durchhaltevermögen und eine enorme Fokussierung auf Informationen, die tatsächlich fundiert sind und überzeugen.</li>
</ul>
<p>Hätten wir kostenlos begonnen, wie uns empfohlen wurde, hätten wir heute Hunderttausende Mitglieder, wären aber am Ende nichts anderes als eine weitere Dating-App.</p>
<h2 class="western">Warum die Kostenpflicht bei Gleichklang allen Mitgliedern zugutekommt</h2>
<p>Die Kostenpflicht bei Gleichklang wirkt sich für alle Mitglieder positiv aus:</p>
<ul>
<li>Durch die sofortige Kostenpflicht findet eine Selbstauswahl statt. Menschen sind typischerweise nicht bereit, Gebühren zu begleichen, wenn sie nicht davon überzeugt sind, dass sie ein Angebot wirklich nutzen wollen.</li>
<li>Bei anderen Dating-Seiten strömen viele Personen ein, die sich einfach nur Profile anschauen, sich von Langeweile ablenken lassen, den kurzfristigen Thrill suchen, Erlebnisbedürfnisse befriedigen, über Enttäuschungen hinwegkommen oder ihren Selbstwert bestätigen wollen. Hinzu kommen dunklere Motive wie Betrug, Catfishing oder Love-Scamming.</li>
<li>In <a href="https://www.researchgate.net/publication/345131714_Tinder_Users_Sociodemographic_Psychological_and_Psychosexual_Characteristics" target="_blank" rel="noopener">Studien</a> erreicht daher das Beziehungsmotiv bei Dating-Apps auch typischerweise nur höchstens eine mittlere Ausprägung und ist nicht das stärkste Motiv.</li>
<li>Einfach dadurch, dass wir unsere Plattform in der Außendarstellung komplett auf die Entstehung nachhaltiger Beziehungen ausrichten – Partnerschaften und Freundschaften – und zudem eine Gebühr zum Einstieg verlangen, kehren sich die Motive in ihrer Stärke komplett um:</li>
</ul>
<p>Das Beziehungsmotiv ist, wie wir auch <strong>i</strong><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/gleichklang-tinder-motive/"><strong>n einer Umfrage</strong></a> herausfanden, das absolut dominierende, alles bei Weitem überragende Motiv. Alle anderen Motive spielen bei Gleichklang nahezu keine Rolle.</p>
<p>Mehr über die Motive bei Gleichklang-Mitgliedern können Sie in diesen beiden vorherigen Artikeln herausfinden:</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> </span></strong><strong><a title="Suchmotive von Gleichklang-Mitgliedern" href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/aktuelle-informationen-zu-suchmotiven-und-entwicklungen-bei-gleichklang/" rel="bookmark">Suchmotive von Gleichklang-Mitgliedern</a></strong></li>
<li><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> </strong><a title="10 Hauptmotive von Gleichklang-Mitgliedern bei ihrer Partnersuche" href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/10-hauptmotive-von-gleichklang-mitgliedern-bei-ihrer-partnersuche/" rel="bookmark"><strong>10 Hauptmotive von Gleichklang-Mitgliedern bei ihrer Partnersuche</strong></a></li>
</ul>
<p class="isSelectedEnd">Übrigens verdanken wir alle diese Einsichten den regelmäßigen Umfragen, an denen sich so viele Gleichklang-Mitglieder und Interessent:innen beteiligen. Auch aktuell läuft erneut eine umfassende Umfrage, für die wir gerne um Beteiligung bitten:</p>
<p><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> </span></strong><a href="https://de.surveymonkey.com/r/verstehen" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier zur Umfrage!</strong></a></p>
<h2 class="western">Eine Gebühr als psychologische Investition</h2>
<p>Durch die Gebühr üben wir aber nicht nur einen Einfluss auf die Zusammensetzung unserer Community aus, sondern auch die individuellen Mitglieder verhalten sich durch die Gebühr anders:</p>
<ul>
<li>Ökonomisch-psychologische Experimente und Theorien haben gezeigt, dass wir dann ernsthafter bei einer Sache bleiben, wenn wir eine Form von Investition für sie geleistet haben. Das kann auch, muss aber nicht eine materielle Investition sein.</li>
<li>Die Gebühr bei Gleichklang wirkt innerpsychisch wie eine solche Investition, die die Bemühungen eines individuellen Mitglieds stärkt, sich tatsächlich auf das eigene Ziel zuzubewegen.</li>
</ul>
<p>Natürlich könnten die Premiumgebühren anderer Dating-Seiten grundsätzlich einen ähnlichen Effekt haben. Allerdings läuft die durch die Portale induzierte Zielverschiebung dem entgegen:</p>
<ul>
<li>Das Ziel des Premiumangebots ist ja gerade nicht, eine Beziehung zu einer Person zu vertiefen, sondern viele neue Profile und viele neue Matches zu erhalten, wodurch die Bindungsbereitschaft sinkt und die Aussichten steigen, Single zu bleiben.</li>
</ul>
<p>Entscheidend ist also, an welche Ziele Investitionen gekoppelt sind:</p>
<ul>
<li>Wenn ich eine Investition leiste, um in einer Community beziehungssuchender Menschen eine Beziehung zu finden, wirkt sich dies anders aus, als wenn ich eine Gebühr begleiche, weil mir versprochen wird, ganz viele neue Matches zu erhalten.</li>
</ul>
<h2 class="western">Unabhängigkeit von Werbung und Konzernen</h2>
<p>Die dritte Auswirkung der Gebühr bezieht sich auf die politisch-gesellschaftliche Positionierung von Gleichklang und unsere eigene Beeinflussbarkeit und Abhängigkeit von Marktmechanismen:</p>
<ul>
<li>Durch unsere obligatorische Gebühr ist Gleichklang seit mehr als 20 Jahren komplett werbefrei.</li>
<li>Wir brauchen uns nicht nach den Anforderungen anderer Firmen zu richten, die Werbung schalten. Dadurch können wir unsere Mitglieder vor deren Manipulationen auf unserer Plattform schützen und uns zudem ohne Abstriche ökologisch, nachhaltig und gesellschaftlich progressiv positionieren.</li>
<li>Wir sind nicht erpressbar, weder in Form von explizitem Druck noch in Form von vorauseilendem Gehorsam, um nicht diejenigen zu verärgern, von deren Werbeschaltungen wir leben.</li>
</ul>
<p>Die Vorstellung, Werbung beeinflusse nicht die inhaltliche Ausrichtung einer Plattform, ist übrigens naiv. Wer sich noch an die Anfänge sozialer Netzwerke wie Facebook erinnert, wird womöglich auch mitbekommen haben, was für ein Zeitsprung durch deren nachfolgende Werbemonetarisierung stattfand:</p>
<ul>
<li>Weg von einem zumindest anfänglich mitmenschlich und solidarisch wirkenden Netzwerk hin zu einem der weltweit größten Akteure im Bereich der Manipulation. Mittlerweile zeigt sich sogar eine fast schon offene Unterstützung rechten Denkens, unsolidarischer Strukturen, der eskalierenden Nutzung fossiler Energien und einer sich weiter brutalisierenden Welt.</li>
</ul>
<p>Wer sich auf den Teufel einlässt und von ihm sein Gehalt erhält, wird eben selbst zum Teufel.</p>
<h2 class="western">Die finanziellen Modalitäten bei Gleichklang</h2>
<p>Bei Gleichklang gibt es nur eine feste Laufzeit von mindestens einem Jahr, die sich sodann jährlich weiter verlängert:</p>
<ul>
<li>Es gibt keine Möglichkeit, uns für zwei Wochen zu testen und dann ein Jahr dabei zu sein, keine Teilnahme für wenige Monate und keine vergleichbaren Kurzzeitmodelle.</li>
</ul>
<p>Was als rigide erscheinen mag, ist tatsächlich erneut ein Schutzwall für unsere gesamte Community.</p>
<ul>
<li>Möchten wir als Mitglieder einer Dating-Community, dass ständig kurzfristig Menschen einströmen, die sich kurz Profile anschauen, Fotos sammeln oder sich anderweitig ablenken oder vergnügen wollen und sodann verschwinden?</li>
<li>Halten wir es für gut, wenn wir ein preiswertes Kurzzeitangebot buchen und uns sodann, weil wir vergessen haben zu kündigen, plötzlich in einem viel teureren Langzeitangebot wiederfinden?</li>
</ul>
<p>Genau dies sind die beiden Mechanismen, die die ökonomische Wirksamkeit solcher Angebote begründen.</p>
<h2 class="western">Warum sich Partnerfindung nicht testen lässt</h2>
<p>Aber es gibt einen dritten und bei Weitem wichtigeren Aspekt, der gegen alle Kurzzeitangebote spricht:</p>
<ul>
<li>Es ist eine komplette Illusion, zu glauben, wir könnten eine Dating-Plattform testen.</li>
</ul>
<p>Was und nach welchen Kriterien wollen wir testen?</p>
<ul>
<li>Das Ziel ist die Partnerfindung, aber diese tritt nun einmal fast nie innerhalb der Testzeit ein.</li>
<li>Partnerfindung ist – Entschuldigung für die ständige, mantrahafte Wiederholung dieser Sachlage – ein einmaliges Ereignis, das aber dennoch meistens eines Tages eintritt.</li>
<li>Partnerfindung lässt sich nicht aus vorherigen Kontakten, der Profilanzahl, der Attraktivität von Profilen, Chats oder Ähnlichem vorhersagen. Gar nicht.</li>
</ul>
<p>Wenn Menschen also in den Glauben versetzt werden, eine Dating-Plattform testen zu können, handeln sie in Wirklichkeit blind und entscheiden sich sodann für oder gegen eine Dating-Plattform aufgrund von Sachverhalten oder Erfahrungen, die für die Partnerfindung komplett irrelevant sind.</p>
<p>Oder noch schlimmer:</p>
<ul>
<li>Sie entscheiden sich für Plattformen, die besonders viele kurzfristige Belohnungen ausstreuen und sie damit an die Plattform binden, aber von der Partnerfindung wegbringen.</li>
</ul>
<p>Indem wir bei Gleichklang nur eine Mindestlaufzeit von einem Jahr anbieten, vermitteln wir gleichzeitig die zentrale psychologische Botschaft:</p>
<ul>
<li>Partnerfindung ist nicht testbar und dauert meistens länger. Stellt euch auf eine längere Dauer ein. Nur so werden die meisten eines Tages auch finden.</li>
</ul>
<p>Im Grunde wäre es sogar sinnvoller, eine zweijährige Mindestlaufzeit anzubieten. Denn dies ist die durchschnittliche Suchdauer unserer erfolgreichen Mitglieder, also derjenigen, die eine Partnerschaft finden.</p>
<p>Indem wir keine kurzen Laufzeiten verkaufen, unterstützen wir unsere Mitglieder dabei, tatsächlich auch noch zu dem Zeitpunkt bei uns zu sein, an dem die Partnerfindung eintritt.</p>
<p>Ohne diesen Schutz wäre der Umlauf viel größer, aber die große Mehrheit unserer erfolgreichen Mitglieder wäre vermutlich nicht erfolgreich geworden.</p>
<h2 class="western">Keine Laufzeit im üblichen Sinne</h2>
<p>Genau genommen gibt es übrigens bei Gleichklang gar keine Laufzeit im üblichen Sinne:</p>
<ul>
<li>Unsere Leistungen sind kollektiver Art. Wir entwickeln die Plattform, machen sie bekannt, informieren unsere Mitglieder und setzen uns außerdem gesellschaftlich auch für andere Dinge ein, wie die vegane Lebensweise.</li>
<li>Die Kosten legen wir auf unsere Mitglieder um. Jährlich leisten die Mitglieder dafür eine Unterstützungsgebühr, die nicht an konkrete Angebote gebunden ist.</li>
</ul>
<p>Deshalb gibt es auch keine differenzierten Gebühren danach, ob jemand Partnersuche, Freundschaftssuche oder die Kontaktlisten nutzt.</p>
<p>Ebenso ist es preislich komplett irrelevant, wie oft sich jemand einloggt, wie viele Vorschläge wir offerieren oder wie viele Nachrichten geschrieben oder erhalten werden.</p>
<p>Die Gebühr ist einfach nur der individuelle Beitrag für das kollektive Bestehenbleiben und die Weiterentwicklung der Gleichklang-Community.</p>
<h2 class="western">Vollständige Inklusivität</h2>
<p>Seit unserer Gründung gehört es zu unserer Überzeugung, dass es gar nicht möglich ist, ein progressives, nicht zum Schlechten, sondern zum Guten beitragendes Angebot zu machen, welches Menschen ausschließt, die sich in finanziell prekären Situationen befinden.</p>
<p>Wie sollten wir als eine sozial und ökologisch ausgerichtete, beziehungsorientierte Plattform mit uns selbst klarkommen, wenn wir Menschen von unserer Plattform ausschließen würden, weil diese nicht genügend Geld haben?</p>
<p>Dies setzen wir seither konsequent um:</p>
<ul>
<li>Die typische kollektive Unterstützungsgebühr für ein Jahr beträgt 129 €. Wenn die einmalige Zahlung schwierig sein sollte, kann sie auch auf zwei Monatsraten aufgeteilt werden.</li>
<li>Diejenigen, für die 129 € zu viel wären, die aber grundsätzlich über finanzielle Ressourcen verfügen und nicht unter finanziell prekären Bedingungen leben, können sich entscheiden, auf unseren Standard-Ermäßigungstarif von 79 € zurückzugreifen.</li>
</ul>
<p>79 € sind jedoch für viele Menschen nach wie vor zu viel:</p>
<ul>
<li>Manche von uns nehmen gar nicht wahr, wie hoch das Ausmaß der sozialen Ungleichheit in unserer Gesellschaft ist, in der übrigens auch die wohlhabendsten zehn Prozent zu mehr als 50 Prozent zum Klimawandel beitragen.</li>
<li>Deshalb gewährt Gleichklang auf Nachfrage vollkommen unkompliziert einen Ermäßigungstarif von 24 Euro im Jahr für Menschen in finanziell prekärer Lebenssituation. Bei stark finanziell prekärer Lebenssituation reduzieren wir diesen auf sechs Euro im Jahr. In besonderen Notfällen beträgt der symbolische Beitrag für ein ganzes Jahr nur einen Euro.</li>
</ul>
<p>Wir führen keine Prüfung finanziell prekärer Lebenssituationen durch, sondern verlassen uns auf die Angaben der betreffenden Personen. Die Mehrheit unserer Mitglieder entrichtet den Normaltarif, wofür wir uns herzlich bedanken. Nur durch diese Solidarität können wir fortbestehen.</p>
<p>Mit Sorge beobachten wir den wachsenden Anteil derjenigen, die den besonderen Ermäßigungstarif in Anspruch nehmen müssen:</p>
<ul>
<li>Wir sehen dies als Indikator für eine Gesellschaft, in der Ungleichheit und finanziell prekäre Lebenssituationen zunehmen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Das Ärgernis der Rabattaktionen</h2>
<p>Leider sind wir trotz unserer sehr klaren, sozial gestaffelten und niemanden ausschließenden Gebühren zu Rabattaktionen gezwungen:</p>
<ul>
<li>Wir ärgern uns über diesen Aktionismus selbst und finden, dass er störend ist marktschreierisch ist.</li>
</ul>
<p>Warum wir es trotzdem tun:</p>
<ul>
<li>Ungefähr ein Drittel unserer Mitglieder kommt über Rabattaktionen zu uns.</li>
</ul>
<p>Hintergrund ist, dass wir als Menschen oftmals bestimmte Anreize benötigen, um einen Schritt zu tun:</p>
<ul>
<li>Würden wir auf die Rabatte verzichten, wären deutlich weniger Mitglieder bei uns. In diesem Fall wären wir aber nicht dazu in der Lage, die Weiterentwicklung der Community weiter voranzutreiben.</li>
</ul>
<p>So ärgerlich diese Rabattaktionen auch sind, so sind sie dennoch anders als Werbeeinnahmen, kurzfristige Belohnungsmechanismen oder kurzfristige Laufzeiten nicht grundlegend mit unserer wertebezogenen Ausrichtung unvereinbar:</p>
<ul>
<li>Durch die Rabattaktionen wird niemandem Schaden zugefügt, und die gesamte Community bleibt so erhalten. Die Ausrichtung der Community ändert sich durch die Rabattaktionen nicht. Auch wenn der Rabatt ein kleiner Anreiz ist, der eine nicht unerhebliche Wirkung entfaltet, leisten dennoch alle einen Beitrag und kommen mit Beziehungsmotiven zu Gleichklang.</li>
</ul>
<p>Wir sehen daher diese Rabattaktionen als ein kleineres Übel, das aber nichts an unserer Botschaft verändert.</p>
<p class="western">Übrigens ist es sinnvoll, bei der eigenen Partnersuche weder die eigene finanzielle Situation noch die finanzielle Situation der anderen Person als Kriterium heranzuziehen. Die Gründe dafür werden auf der Grundlage psychologischer Befunde in diesem Blogartikel erläutert:</p>
<ul>
<li class="entry-title"><a title="Geldfreier Selbstwert fördert Beziehungsglück" href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/geldfreier-selbstbild-foerdert-beziehungsglueck/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Geldfreier Selbstwert fördert Beziehungsglück</strong></a></li>
</ul>
<h2 class="western">Online-Dating für mitmenschliche Beziehungen</h2>
<p>Ich hoffe, es ist mir gelungen, deutlich zu machen, dass wir uns mit unserem nach meinem Wissen weltweit für Dating-Plattformen einzigartigen Monetarisierungssystem von Werbeeinnahmen, unseriösen Testangeboten sowie kurzfristigen Belohnungs- und Suchtmechanismen unabhängig machen, von denen die Dating-Industrie ansonsten lebt.</p>
<p>Dadurch versammeln sich bei Gleichklang Menschen, die an der Idee festhalten, dass in dieser fraglos schlechten Welt dennoch solidarische Beziehungen möglich sind, mit denen und in denen wir uns gleichzeitig für eine bessere Welt einsetzen können.</p>
<p>Psychologisch steht nach unserer Überzeugung das gegenwärtige Online-Dating ebenso auf dem Kopf wie die gesamte Welt. Wir versuchen bei Gleichklang, es wenigstens in unserem kleinen Rahmen wieder auf Beine zu stellen, die tragfähig sind.</p>
<p>Wir freuen uns sehr, wenn Sie diesen Weg (weiterhin) mit uns gehen:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungsfindung bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li>V<a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">ideo zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19413" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/glueckliches-paar-durch-online-dating.jpg" alt="Glückliches Liebespaar im reiferen Alter in naturnaher Umgebung. " width="1136" height="758" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/glueckliches-paar-durch-online-dating.jpg 1136w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/glueckliches-paar-durch-online-dating-300x200.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/glueckliches-paar-durch-online-dating-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1136px) 100vw, 1136px" /></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Alles zu Erstnachrichten, Mehrgleisigkeit und Partnerfindung</title>
		<link>https://www.psychologie-partnersuche.de/gesellschaftliche-themen/alles-zu-erstnachrichten-mehrgleisigkeit-und-partnerfindung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2026 14:24:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaftliche Themen]]></category>
		<category><![CDATA[aus der Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Erstnachrich]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Die entscheidenden Prinzipien für erfolgreiches Online-Dating Die heutigen Hinweise in diesem Blog-Artikel werden Sie womöglich bereits kennen. Dennoch sehen wir bei Gleichklang immer wieder, dass diese Grundprinzipien vielen anderen weiterhin unbekannt sind. Und ich selbst habe auch gerade wieder bei einem Coaching-Klienten feststellen können, wie bitter und schmerzhaft es ist, wenn uns bei der Partnerfindung <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gesellschaftliche-themen/alles-zu-erstnachrichten-mehrgleisigkeit-und-partnerfindung/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Alles zu Erstnachrichten, Mehrgleisigkeit und Partnerfindung</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Die entscheidenden Prinzipien für erfolgreiches Online-Dating</strong></h2>
<p>Die heutigen Hinweise in diesem Blog-Artikel werden Sie womöglich bereits kennen. Dennoch sehen wir bei Gleichklang immer wieder, dass diese Grundprinzipien vielen anderen weiterhin unbekannt sind.</p>
<p>Und ich selbst habe auch gerade wieder bei einem Coaching-Klienten feststellen können, wie bitter und schmerzhaft es ist, wenn uns bei der Partnerfindung der Kompass fehlt.</p>
<p>Da dies den Kern der Beziehungsfindung berührt, habe ich mich entschlossen, noch einmal die wesentlichen Prinzipien – aber in einer neuen Kombination – deutlich zu machen.</p>
<h2 class="western">Der große Irrtum: „Nicht angeschrieben werden.“</h2>
<p>Machen wir es gleich zu Beginn klar:</p>
<ul>
<li>Die Sorge, nicht angeschrieben zu werden, ist nachvollziehbar – aber komplett falsch. Wir sollten uns nicht darum kümmern, ob wir angeschrieben werden, sondern alles daransetzen, unsere Partnerfindung zum Erfolg zu bringen.</li>
</ul>
<p>Bei Gleichklang haben wir über viele Jahre hinweg gesehen, dass Erstnachrichten zu den stärksten Prädiktoren für den Beziehungserfolg gehören.</p>
<p>Hören Sie daher bitte auf, sich darüber zu grämen, dass Sie niemand anschreibt, sondern gehen Sie selbst den ersten Schritt!</p>
<p>Übrigens erfahren Sie in diesem vorherigen Blog-Artikel noch mehr über<strong> <a href="https://youtu.be/vAp10ud8GEA" target="_blank" rel="noopener">→</a><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/ernachrichten-erhalten-beim-gleichklang-dating/"> Ernachrichten erhalten beim Gleichklang-Dating</a></strong></p>
<h2 class="western">Ein weiterer verbreiteter Irrglaube</h2>
<p>Nach wie vor ist ein zweiter Irrglaube weitverbreitet, dass ein Profil einen ganz besonderen Reiz haben müsse, damit es sich lohne, in Kontakt zu treten.</p>
<p>All unsere Auswertungen aus 20 Jahren zeigen jedoch das Gegenteil:</p>
<ul>
<li>Viele, die heute in einer glücklichen Beziehung sind, fanden damals das Profil ihres Partners oder ihrer Partnerin nicht unbedingt besonders ansprechend. Erst beim weiteren Kennenlernen können wir erfahren, ob eine glückliche Beziehung möglich ist oder nicht.</li>
</ul>
<h3 class="western">Die Gefahr der vorschnellen Sortierung</h3>
<p>Wenn wir hierzu nicht bereit sind, weil wir sofort aussortieren, lassen wir uns diese Möglichkeit entgehen.</p>
<p>Schon oft habe ich es geschrieben, und ich wiederhole es erneut:</p>
<ul>
<li>Schauen Sie sich ein Profil nicht an, denkt die andere Person, Sie seien eine Karteileiche. Schauen Sie sich ein Profil an, aber schreiben nicht, denkt die andere Person, sie seien nicht interessiert. So senden sie ständig Absagen, ohne es zu wissen. Hierzu habe ich auch ein <a href="https://youtu.be/J51zSJieJqY" target="_blank" rel="noopener"><strong>4-Minuten Video</strong></a> gemacht, wo diese Sachverhalte erläutert werden.</li>
</ul>
<p>Der einzige Ausweg aus dem Teufelskreis:</p>
<ul>
<li>Selbst schreiben!</li>
</ul>
<p><a href="https://youtu.be/J51zSJieJqY" target="_blank" rel="noopener"><strong>→  Das sind die vier größten Fehler beim Online-Dating</strong></a></p>
<h2 class="western">Die Erstnachricht: So einfach kann sie sein</h2>
<p>Manche haben große Probleme damit, die erste Nachricht zu formulieren. Machen Sie es sich bitte nicht zu schwer. Die Erstnachricht muss kein Roman sein, wobei längere Nachrichten ebenfalls nicht unbeliebt sind.</p>
<p>Es genügt, wenn Sie darauf hinweisen, dass Sie sich vorgeschlagen wurden und so womöglich etwas da ist, was sie verbindet. Wollen wir es gemeinsam herausfinden? Es würde mich sehr freuen.</p>
<p>Schreiben Sie gerne kurz etwas zu dem einen oder anderen Aspekt, der Sie besonders am Profil interessiert oder der zu Fragen führt. Schließen Sie die Nachricht, indem Sie vorschlagen, einander kennenzulernen. Das genügt.</p>
<p><a href="https://youtu.be/vAp10ud8GEA" target="_blank" rel="noopener"><strong>→ Video: Die ideale Erstnachricht beim Online-Dating</strong></a></p>
<h2 class="western">Der Mythos „Viel hilft viel.“</h2>
<p>Es ist einer der weiteren größten Mythen im Online-Dating, dass viel auch viel helfe. Das stimmt zwar zu einem kleinen Teil in Bezug auf Erstnachrichten, aber in allen anderen Bereichen ist es komplett falsch.</p>
<p>Wer Erstnachrichten schreibt, trägt zum Erfolg und auch zu einem schnelleren Erfolg bei. Wer mehr Erstnachrichten schreibt, erhöht die Erfolgsaussichten weiter.</p>
<p>Das ist ein klarer statistischer Befund.</p>
<p>Aber wir müssen es differenziert betrachten:</p>
<ul>
<li>Die Statistik gilt nur im Durchschnitt. Selbst Erstnachrichten können uns ab dem Moment schaden, in dem wir durch sie Mehrgleisigkeit erzeugen.</li>
<li>Erstnachrichten helfen, solange kein Kontakt vorhanden ist, der sich vertiefen kann. Sie schaden, wenn ein solcher Kontakt bereits besteht.</li>
<li>Denn bereits die Aussicht auf einen anderen Kontakt reduziert unsere Bereitschaft, ein Kennenlernen wirklich auszuloten. Unsere Bindungsbereitschaft sinkt mit der Zahl der Alternativen.</li>
</ul>
<p><a href="https://youtu.be/vAp10ud8GEA" target="_blank" rel="noopener"><strong>→</strong></a><strong> <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/wie-dating-der-partnerfindung-schaden-kann/">Online-Dating: Warum viele Vorschläge weniger bringen</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://youtu.be/vAp10ud8GEA" target="_blank" rel="noopener">→</a><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/zum-neuen-jahr-weniger-ist-mehr/">Weniger ist mehr Sinn</a></strong></p>
<h2 class="western">Die richtige Balance finden</h2>
<p>Damit ergibt sich eine klare Empfehlung:</p>
<ul>
<li>Schreiben Sie Erstnachrichten, aber nicht viele auf einmal. Verteilen Sie sie und hören Sie sofort auf, weitere Erstnachrichten zu schreiben, sobald eine Antwort eintrifft, an die Sie anknüpfen können.</li>
</ul>
<p>Sobald eine Antwort eintrifft, die einen Anknüpfungspunkt beinhaltet, sollten Sie im Übrigen auch komplett damit aufhören, sich weitere Dating-Profile anzuschauen:</p>
<ul>
<li>Jetzt gilt es, den Fokus wirklich auf diese Person zu richten, sodass Sie durch weiteren Austausch, Telefonate, Videogespräche und reale Begegnungen gemeinsam herausfinden können, ob Sie eine Beziehung miteinander aufbauen können. Während all dieser Zeit, auch wenn es Wochen sind, ruht das andere Online-Dating.</li>
</ul>
<p><a href="https://youtu.be/-f2toE28j40" target="_blank" rel="noopener">→ Video „Dating reicht nicht: Wie aus Partnersuche Partnerfindung wird.<strong>“</strong></a></p>
<h2 class="western">Ein Fallbeispiel aus der Coaching-Praxis</h2>
<p>Ich spreche momentan mit einem Coaching-Klienten, der ein sogenannter <strong><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gesellschaftliche-themen/absolute-beginners-was-sind-ihre-merkmale/"><i>Absolute Beginner</i></a> </strong>ist. Auf geradezu tragische Art und Weise wurde mir durch ihn wieder deutlich, wohin Mehrgleisigkeit wirklich führt – nämlich ins Single-Dasein und zum Abbruch beginnender Beziehungen:</p>
<p>Tatsächlich hatte er bereits über die Zeit verteilt zwei Dating-Kontakte, die sich vertieft hatten, aber letztlich nicht zu einer romantischen Partnerschaft führten. Bei beiden gab es kleinere Turbulenzen oder Unklarheiten, aber nichts, was nicht lösbar gewesen wäre.</p>
<p>Für ihn waren jedoch bereits diese kleinen Turbulenzen oder Unklarheiten Anlass, sich zur Mehrgleisigkeit verleiten zu lassen:</p>
<ul>
<li>Sobald aber ein neuer Online-Austausch entstand, sank seine Motivation, sich für die Beziehung zu engagieren. So endeten beide und keine neue entstand.</li>
</ul>
<h2 class="western">Weitere Fallbeispiele: Wenn Dating die Partnersuche ersetzt</h2>
<p>Ich könnte viele weitere Beispiele aus meinen Gesprächen mit Klient:innen nennen, die deutlich machen, wie unverzichtbar die Botschaft ist, Mehrgleisigkeit zu vermeiden:</p>
<ul>
<li><strong>Die hochaktive Klientin:</strong> Sie datete bereits seit sieben Jahren und schaute jeden Abend nach ihren neuen Kontakten und Matches. All die Jahre wechselte sie von einem Kontakt zum nächsten. Meistens beendete sie einen bestehenden Kontakt, sobald gerade ein neuer entstand. Vor lauter Bäumen sah sie den Wald nicht mehr und vergaß gänzlich, dass Partnerschaft für sie (monogam orientiert) eine Beziehung mit nur einer Person bedeutete.</li>
<li><strong>Die selbstbewusste Viel-Daterin:</strong> Sie besuchte ein Gleichklang-Seminar in Berlin und berichtete dort selbstbewusst von ihrem erfolgreichen Dating. Nicht bei Gleichklang, aber auf anderen Plattformen lernte sie so viele Menschen kennen, dass sie ständig verabredet war. Sie übersah, dass sie damit ihre psychischen Ressourcen für eine Beziehung längst ausgeschöpft hatte.</li>
<li><strong>Der Psychotherapeuten-Kollege:</strong> Er hatte keinerlei Probleme damit, Kontakte zu knüpfen und diese so weit zu vertiefen, dass Beziehungen begannen. Sie alle endeten jedoch wieder, weil er das Dating nicht beendete.</li>
<li><strong>Die unzufriedene asexuelle Klientin:</strong> Sie erhielt bei Gleichklang nur alle paar Wochen oder sogar Monate einen Vorschlag, was ihre Motivation senkte, überhaupt Kontakt aufzunehmen. Sie flüchtete sich deshalb auf andere Plattformen. Dort hatte sie nun gut zu tun, verlor aber vollständig den Überblick. Womöglich gab es unter den vielen Kontakten nicht einmal eine einzige Person, die zu ihrer Asexualität gepasst hätte. Sie blieb jedenfalls Single.</li>
</ul>
<p>All diesen Klient:innen und vielen weiteren ist gemeinsam, dass sie nicht zwischen Dating und Partnersuche unterscheiden konnten:</p>
<ul>
<li>Das Ziel der Partnerfindung wurde bei ihnen unmerklich durch ein Dating-Ziel ersetzt.</li>
</ul>
<p>Genau dies ist der Mechanismus moderner Dating-Systeme, der uns zum ewigen Dating und weg von der Beziehungsfindung führt.</p>
<p>Falls Sie es noch nicht getan haben, schauen Sie sich dazu eines – oder gerne auch alle drei – der folgenden Videos an:</p>
<ul>
<li><strong><a href="https://youtu.be/FYQtnDj2JUs" target="_blank" rel="noopener">Dating-Apps: Warum wir zahlen, um Single zu bleiben</a></strong></li>
<li><strong><a href="https://youtu.be/5Sl_nAtFU6g" target="_blank" rel="noopener">Die Psychologie der Tinder-Falle: Warum du niemanden findest</a></strong></li>
<li><a href="https://youtu.be/l-JLVTTYFpE" target="_blank" rel="noopener"><strong>Dating-Apps versprechen Liebe – und erzeugen Einsamkeit.</strong></a></li>
</ul>
<h2 class="western">Wenn Illusion zum Wahn wird</h2>
<p>Die Vorstellung, Dating bedeute vor allem, möglichst viel zu daten, kann geradezu verrückte Züge annehmen:</p>
<ul>
<li>So meldete mir eine Teilnehmerin zurück, dass sie über Gleichklang ihren Lebenspartner gefunden habe und mit der Beziehung zufrieden sei. Mit Gleichklang selbst sei sie aber komplett unzufrieden und könne nur allen abraten. Es sei ihr nichts geboten worden, es sei die reinste Langeweile gewesen, und sie habe gar nicht auswählen können!</li>
</ul>
<p>Die Nachricht liegt einige Jahre zurück. Ich habe sie noch in Erinnerung, weil sie so eindrucksvoll war für mich.</p>
<p>Wir sehen hier deutlich, wie moderne Dating-Systeme unseren Blick vom eigentlichen Ziel ablenken und auf andere Ziele richten:</p>
<ul>
<li>Obwohl Gleichklang bei ihr zu genau dem Ergebnis geführt hatte, das sie sich wünschte, war das konsumorientierte Verlangen nach Abwechslung, Unterhaltung und Auswahl so groß, dass selbst der Erfolg bei Gleichklang ihre Unzufriedenheit mit uns nicht mindern konnte.</li>
</ul>
<h2 class="western">Die Kernbotschaft: Partnerfindung als Prozess</h2>
<p>Ich bleibe heute kurz, weil ich glaube, dass der Punkt klar ist – und am klarsten bleibt, wenn ich nicht mehr viel sage. Partnerfindung ist ein Prozess, bei dem wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir eines Tages eine Person kennenlernen, mit der eine Beziehung beginnt:</p>
<ul>
<li>Diese Voraussetzungen verbessern wir, wenn wir die entsprechenden Personen unsererseits schlichtweg anschreiben.</li>
<li>Warten wir ab, können wir oft sehr lange warten – möglicherweise so lange, bis uns die Geduld ausgeht und wir entweder verbittert werden oder das Handtuch werfen.</li>
<li>Sobald eine Person in unser Blickfeld tritt, halten wir aber inne und engagieren uns für ein Kennenlernen, sodass möglicherweise für uns damit auch bereits das Online-Dating beendet ist.</li>
</ul>
<h2 class="western">Die praktische Umsetzung im Alltag</h2>
<p>Wir schreiben Menschen an, aber nicht am Fließband:</p>
<ul>
<li>Selbst wenn wir viele Vorschläge erhalten haben, schauen wir uns höchstens zwei bis drei Profile pro Tag an und schreiben diejenigen Personen an, bei denen wir eine Resonanz nicht ausschließen können.</li>
<li>Bei Gleichklang werden die meisten keine zwei bis drei Vorschläge pro Tag erhalten, sondern teilweise deutlich länger auf einen neuen Vorschlag warten müssen. Dadurch verteilt sich die Zahl der Vorschläge natürlich bereits von selbst.</li>
<li>Am Anfang der Suche und auch bei Personen, die sehr großzügig suchen oder keine seltenen Suchmerkmale haben, können jedoch auch bei Gleichklang schnell zu viele Vorschläge zusammenkommen. In diesem Fall setzen wir neue Vorschläge zunächst aus.</li>
<li>Von den bereits erhaltenen Vorschlägen schauen wir an einem Tag maximal zwei bis drei Profile an und schreiben diejenigen Personen an, bei denen wir eine Resonanz nicht ausschließen können.</li>
<li>Sobald eine Person so antwortet, dass sich daraus ein weiterführender Kontakt entwickeln kann, stoppen wir alle weiteren Dating-Aktivitäten und konzentrieren uns auf diesen Kontakt.</li>
<li>Erst wenn daraus keine Beziehung entstanden ist, aktivieren wir die Vorschläge wieder.</li>
<li>Trifft anschließend ein neuer Vorschlag ein, schauen wir uns das Profil an und schreiben die Person gegebenenfalls direkt an. So beginnt der nächste Zyklus.</li>
</ul>
<h2 class="western">Initiative hilft – aber viel hilft nicht viel</h2>
<p>Ganz im Gegenteil:</p>
<ul>
<li>Zu viel führt nach psychologischen Studien zu einer unbewussten Ablehnungshaltung, sinkender Bindungsbereitschaft und dauerhaftem Single-Dasein.</li>
<li>Also stoppen wir jede andere Dating-Aktivität, sobald uns eine Person antwortet, sodass sich ein Kennenlernen entwickeln kann.</li>
<li>Nun interessiert uns kein neues Profil mehr. Wir schreiben keine weiteren Erstnachrichten und verabreden uns auf keinen Fall parallel mit mehreren Personen.</li>
<li>Der Fokus liegt vielmehr ausschließlich auf dieser einen Person, und wir geben dem Kennenlernen über mehrere Begegnungen hinweg eine echte Chance.</li>
</ul>
<h2 class="western">Die notwendige Disziplin</h2>
<p>Wir müssen lernen, uns nicht immer neue Profile anschauen zu wollen. Dieser Sog kann groß sein. Erkennen wir ihn als ein Indikator für ein Suchtverhalten, was unserer Partnerfindung nicht hilft, sondern schadet.</p>
<p>Zur Disziplin gehört aber auch, dass wir nicht aufgrund lauter anderer Prioritäten meinen, für ein Kennenlernen keine Zeit zu haben:</p>
<ul>
<li>Haben wir wirklich eine Zeit (was natürlich an uns liegt), ist es besser, die Partnersuche auszusetzen. Denn wer mit einer so geringen Priorität an die Suche herangeht, wird selten fündig und frustriert am Ende nur sich selbst und andere .</li>
</ul>
<p>Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, dass dies eine positive Botschaft ist:</p>
<ul>
<li>Wir sehen in unseren Auswertungen, dass die Suche sehr oft zum Erfolg führt, und täglich schreiben uns Mitglieder darüber.</li>
</ul>
<p>Möglich wird dies vorwiegend dann, wenn wir die richtige Balance zwischen schrittweisem Anschreiben und dem Fokus auf eine Person sicherstellen:</p>
<ul>
<li>Sie schreiben schrittweise mehrere Personen an, aber nicht alle auf einmal.</li>
<li>Sie stoppen sofort, sobald eine weitergehende Kommunikation entsteht.</li>
<li>Dies setzen Sie so lange fort, bis die erhoffte Liebesbeziehung Wirklichkeit geworden ist.</li>
</ul>
<h2 class="western">Der Weg aus dem Single-Leben</h2>
<p>Wir machen bei Gleichklang alles anders, als es bei Dating-Plattformen eigentlich üblich ist. Ich glaube aber nicht, dass wir verrückt sind, sondern dass es an der Zeit ist, die Partnersuche wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.</p>
<p>Ich weiß, dass es manchen schwerfällt, sich auf diese Weise zu disziplinieren. Aber genau diese Form der Disziplin ist der beste Weg, um Ihr Single-Leben zu beenden und ein neues Beziehungsleben zu beginnen.</p>
<p>Auf diesem Weg unterstützen wir Sie gerne und laden Sie herzlich ein, bei uns Ihre Partnersuche in eine Partnerfindung zu verwandeln:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungsfindung bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19404" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/liebespaar-in-natur.jpg" alt="Bild zeigt ein schwules Liebespaar beim Spazierengehen." width="1277" height="703" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/liebespaar-in-natur.jpg 1277w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/liebespaar-in-natur-300x165.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/07/liebespaar-in-natur-1024x564.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1277px) 100vw, 1277px" /></p>
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			</item>
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		<title>&#8222;The Shop Is Not Closed&#8220;: Sexualität im Alter und was ältere Singles beim Dating sexuell suchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 17:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Studie widerlegt Mythen zur Sexualität im Alter – ältere Singles berichten Lauren Harris und Celia Melanson veröffentlichten im Journal of Sex Research kürzlich eine → faszinierende qualitative Studie zur Sexualität im Alter unter dem bezeichnenden Titel &#8222;The Shop Is Not Closed&#8220;: Sex and Sexuality Among Older Adult Daters.“ Die Studie füllt eine Wissenslücke zu Sexualität <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/aeltere-singles-sexualitaet-im-alter/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  &#8222;The Shop Is Not Closed&#8220;: Sexualität im Alter und was ältere Singles beim Dating sexuell suchen</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Studie widerlegt Mythen zur Sexualität im Alter – ältere Singles berichten</h2>
<p><i>Lauren Harris </i>und <i>Celia Melanson </i>veröffentlichten im <em>Journal of Sex Research</em> kürzlich eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41626950/" target="_blank" rel="noopener"><b><span id="symbol" class="symbol large">→</span> faszinierende qualitative Studie</b></a> zur Sexualität im Alter unter dem bezeichnenden Titel <strong>&#8222;</strong><i>The Shop Is Not Closed&#8220;: Sex and Sexuality Among Older Adult Daters</i><i>.</i>“</p>
<p>Die Studie füllt eine Wissenslücke zu Sexualität im Alter und älteren Singles:</p>
<ul>
<li>Denn während es eine Menge an Studien zur Sexualität von älteren Menschen in partnerschaftlichen Beziehungen gibt, fehlt der Bereich der Singles, die im mittleren oder höheren Lebensalter nach Beziehungen suchen, weitgehend.</li>
</ul>
<p>Ausführliche Informationen zur Partnersuche im Alter können Sie sich auch in meinem Video anschauen:</p>
<ul>
<li><a href="https://youtu.be/tdfRZfVCJg8" target="_blank" rel="noopener">Alles über Partnersuche und Liebe im Alter</a></li>
</ul>
<p>Zudem behandeln die folgenden Artikel in diesem Blog ebenfalls das Thema „Dating im höheren Lebensalter“:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/partnersuche-im-hohen-alter-was-wir-alle-davon-lernen-koennen/">Partnersuche im hohen Alter – was wir alle davon lernen können</a></li>
<li><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/partnersuche-in-unterschiedlichen-altersstufen/">Partnersuche in unterschiedlichen Altersstufen</a></li>
<li><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/distanz-naehe-alter-und-unabhaengigkeit/">Distanz, Nähe, Alter und Unabhängigkeit</a></li>
<li><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/liebesgeschichten-im-hoeheren-lebensalter/">Liebesgeschichten im höheren Lebensalter</a></li>
</ul>
<p>Auf unserer eigenen Homepage gibt es ebenfalls einen interessanten Artikel zur <span id="symbol" class="symbol large">→</span> <a href="https://www.gleichklang.de/dating-partnervermittlung-und-partnersuche-ab-80/" target="_blank" rel="noopener">Partnersuche ab 80</a><strong>.</strong></p>
<h2 class="western">Warum diese Studie für alle Altersgruppen relevant ist</h2>
<p>Übrigens wendet sich dieser Artikel nicht nur an ältere Menschen, sondern an alle, auch an Singles im Alter von 18 Jahren:</p>
<ul>
<li>Denn auch wenn es altersspezifische Aspekte gibt, ebenso wie geschlechts- oder genderspezifische Aspekte, teilen wir doch alle viel mehr miteinander, als uns trennt. Gerade von den Erfahrungen von Menschen, die außerhalb unserer eigenen Gruppe, z. B. unserer eigenen Altersgruppe, sind, können wir oft für uns selbst lernen.</li>
</ul>
<p>Ein Beispiel ist der LGBTQ+-Bereich, von dem viele Heterosexuelle lernten, dass andere Modelle der Beziehungsführung, wie offene Beziehungen oder polyamore Beziehungen, möglich sind. Diese sind nämlich im LGBTQ+-Bereich deutlich häufiger als im heterosexuellen Bereich und erreichen im Durchschnitt die gleiche Beziehungszufriedenheit.</p>
<p>Umgekehrt ist es beispielsweise für schwule Männer ebenso interessant, einmal den Blick auf heterosexuelle Beziehungen zu werfen. Unter schwulen Männern meinen nämlich manchmal selbst diejenigen, die sich eigentlich eine monogame Beziehung wünschen, dass Monogamie quasi gar nicht möglich sei, weil sie nicht in der Natur des Menschen liege.</p>
<p>Nach dieser Vorrede nun aber zur Studie von Harris und Celia Melanson darüber, was ältere Singles sexuell suchen.</p>
<h2 class="western">Stereotype und Forschungslücken zu Sex beim Dating im höheren Lebensalter</h2>
<p>Die Autorinnen führen einleitend aus, dass alleinstehende ältere Menschen häufig als asexuell oder desinteressiert an sexuellen Beziehungen wahrgenommen werden, was aber tatsächlich ein verbreitetes Stereotyp sei.</p>
<p>Zwar belegen Studien, dass sexuelles Verlangen im Durchschnitt mit dem Alter abnimmt und viele ältere Erwachsene mit wachsendem Alter zunehmend mit körperlichen Einschränkungen wie Erektionsschwierigkeiten oder vaginaler Trockenheit konfrontiert seien, aber tatsächlich sei vieles unbekannt über die Rolle von Sex beim Dating älterer Singles.</p>
<p>Denn die bestehende Forschung stelle verpartnerte Personen in den Mittelpunkt und vernachlässige die Erfahrungen der wachsenden Zahl alleinstehender älterer Menschen. In den USA gebe es jedoch heute fast 23,7 Millionen alleinstehende Erwachsene ab 65 Jahren, und der Anteil nehme weiter zu &#8211; was übrigens in Deutschland, Österreich und der Schweiz ähnlich sei.</p>
<p>In Wirklichkeit seien viele ältere Singles an sexueller Aktivität interessiert, aber es fehlten ihnen oft die Gelegenheiten. Was sind nun aber die Vorstellungen und Wünsche älterer Singles, welche Rolle spielt Sex für sie, und wie gehen sie mit sexuellen Herausforderungen um, die gegebenenfalls mit dem Alter zunehmen?</p>
<h2 class="western">Ältere Singles und ihre sexuellen Wünsche</h2>
<p>Die Erstautorin führte strukturierte Interviews mit 50 Frauen und 50 Männern im Alter von 60 bis 83 Jahren durch. Alle beteiligten sich am Online-Dating und wurden über vier Online-Dating-Websites gewonnen.</p>
<p>Die Interviews wurden per Telefon- oder Videogespräch durchgeführt, sodann aufgezeichnet und transkribiert.</p>
<p>Die Auswertung erfolgte qualitativ mittels einer offenen induktiven Codierung, bei der die Autorinnen wiederkehrende Muster und Themen identifizierten. Diese ließen sich zu drei übergeordneten Themen verdichten, die im Folgenden dargestellt werden.</p>
<h2 class="western">Drei übergeordnete sexuelle Themen älterer Singles</h2>
<h3 class="western">Sex ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer Beziehung</h3>
<p>Fast drei Viertel der Befragten erklärten, dass sie keine Beziehung ohne sexuelle Aktivität eingehen wollten, und hier gab es keine Unterscheidung zwischen Männern und Frauen (Anmerkung: <em>zwei sehr ähnliche Zitate sind tatsächlich im Original so ähnlich</em>):</p>
<ul>
<li>Carl (60): <em>„Sex ist immer noch ein großer Teil meiner Beziehung. Und wenn das kein großer Teil deiner Beziehung ist, wird es nicht passieren.“</em></li>
<li>Evelyn (65) betonte: <em>„Wenn du keinen Sex haben willst, wozu dann eine Beziehung? &#8230; Wenn du nur befreundet sein willst, ist das in Ordnung. Aber wenn du versuchst, eine Beziehung zu führen, dann muss Sex ein Teil davon sein.“</em></li>
<li>Mitch (69) beendete eine Bekanntschaft, weil die <em>„romantische Komponente sehr minimal“</em> war und er sich wie in der Highschool fühlte.</li>
<li>Angela (73): <em>„Nein, Sex muss ein Teil deiner Beziehung sein. Wenn du also keinen Sex haben willst, wozu dann eine Beziehung haben? Wenn du nur einen Freundschaft haben willst, ist das in Ordnung. Aber wenn du versuchst, eine Beziehung zu führen, dann muss Sex ein Teil davon sein.“</em></li>
<li>Audrey (68): <em>„Bin ich verrückt? Nein. Ich bin in der Blüte meines Lebens, ich bin attraktiv und sexy und sinnlich. Wenn jemand sagt, dass das hinter ihm liegt, sage ich: Okay, viel Glück und hab ein wundervolles Leben.“</em></li>
<li>Howard (62) zeigte sich ebenso entschlossen: <em>„Wenn eine Frau nicht an Sex interessiert wäre, bin ich raus. Ich möchte es tun, solange ich noch kann. Ich werde meine Zeit und Energie nicht an eine Frau verschwenden, die das nicht will.“</em></li>
<li>Dean (68) stellte klar: <em>„Das wäre ein Ausschlusskriterium. Ich bin immer noch in der Lage, intim zu sein. Das wäre also ein Ausschlusskriterium. Ich meine, es könnte mit einer Freundschaft enden, anstatt mit einer Beziehung. Punkt.“</em></li>
<li>Carla (61) ergänzte: <em>„Ich bin in der Blüte meines Lebens. Ich bin attraktiv, sexy und sinnlich.“</em></li>
<li>Joseph (66) betonte den Unterschied zur bloßen Freundschaft: <em>„Ich suche keine Begleiterin. Wenn ich eine Begleiterin suchen würde, könnte ich genauso gut einen Mann bei mir einziehen lassen.“</em></li>
<li>Richard (65) berichtete von Frauen, die sehr sexuell aktiv sein wollten und ihre Wünsche klar äußerten: <em>„Ich war mit einer Frau aus. Und sie wollte nur Sex. Andere sagten: „Richard, du hast keine Ahnung“ – sie versuchte zu sagen, dass Frauen auch Wünsche haben.“</em></li>
</ul>
<p>Einige Befragte zeigten sich offen für Beziehungen ohne vaginalen Geschlechtsverkehr, jedoch nicht ohne sexuelle Intimität insgesamt:</p>
<ul>
<li>Suzanne (62): <em>„Wenn ich ihn wirklich lieben würde, würde ich sagen: Nun, du hast zwei Hände. &#8230; Es gibt Maschinen (</em>Anmerkung: gemeint offenbar Vibratoren<em>). Mach dir keine Sorgen!“</em></li>
</ul>
<p>Andere brachten ihren Optimismus zum Ausdruck, dass Veränderungen bei sexuell desinteressierten Partner:innen möglich seien:</p>
<ul>
<li>Douglas (68): <em>„Vielleicht kann ich das ändern. Denn Sex ist Sex. Liebemachen ist etwas, das man aufbaut. Wenn sie sagt, ich bin immer noch nicht interessiert, müssen wir herausfinden, warum.“</em></li>
</ul>
<h2 class="western">Körperliche Veränderungen werden als Herausforderung gesehen</h2>
<p>Die Teilnehmenden waren sich bewusst, dass der alternde Körper anders funktioniert, doch sie betrachteten diese Veränderungen nicht als unüberwindbare Hürden, sondern als lösbare Herausforderungen.</p>
<ul>
<li>Rhonda (74): <em>„Wir sind sehr zufrieden. Es gab Probleme. Da wir nicht mehr jung sind, gab es einige Probleme, aber das waren Dinge, mit denen wir umgehen konnten.“</em></li>
<li>Bonnie (63) normalisierte diese Veränderungen ebenfalls: <em>„Viele Männer haben Probleme, nach dem 50. Lebensjahr eine Erektion aufrechtzuerhalten. Punkt. Das ist normal.“</em> Sie betonte aber auch die notwendige Bereitschaft, etwas zu tun: <em>„Aber wenn der Mann nicht bereit ist, medizinische Hilfe zu suchen, um eine Pille zu bekommen, bin ich raus. Das ist kein Kompromiss; das ist ein Ausschlusskriterium. Weil es für die Frau und den Mann sehr frustrierend ist.“</em></li>
<li>Dorothy (72) betonte die Potenziale, die aktiviert werden können: <em>„Wenn er sagen würde: ‚Das Beste funktioniert nicht mehr‘, dann könnten wir einen Weg finden, das Beste zum Funktionieren zu bringen.“</em></li>
<li>Louise (61) schilderte konkret, wie sie einem Partner bei Erektionsproblemen helfen konnte: <em>„Als er Viagra ablehnte, schlug sie vor, in ein Reformhaus zu gehen, um etwas Ganzheitliches zu besorgen.“</em> Entscheidend ist, dass über Probleme gesprochen wird.</li>
<li>Audrey (68): <em>„Aaron hatte tatsächlich dieses Problem und hat es nicht angesprochen. Und ich habe ihn gezwungen, es anzusprechen.“</em></li>
</ul>
<p>Auch hormonelle Veränderungen bei Frauen wurden als ebenso lösbar betrachtet.</p>
<ul>
<li>Scott (71): <em>„Es gibt einige Frauen auf der Dating-Seite, die dir sagen, dass sie Hormone nehmen, um ihren Sexualtrieb zu steigern. Wenn sie dir das sagen, kommunizieren sie auch, dass sie (</em>Anmerkung: für Sexualität<em>) offen sind!“</em></li>
<li>Brenda (67) machte deutlich, dass keineswegs über alle Frauen im höheren Alter generalisiert werden kann: <em>„Ich mag Sex. Und ich bin immer noch sehr sexuell aktiv und nehme keine Hormone!“</em></li>
<li>Howard (62) betonte ebenfalls die Unterschiedlichkeit der Verläufe: <em>„Die Libido verlangsamt sich. Es ist vielleicht 50:50 – einige Frauen sind nicht mehr interessiert, aber es gibt auch einen Prozentsatz, der es ist.“</em></li>
</ul>
<h2 class="western">Qualität und Häufigkeit entwickeln sich weiter, bleiben aber erfüllend</h2>
<p>Sex ist im Alter oft seltener und wird teilweise auch als weniger intensiv beschrieben. Doch die Befragten betonten Anpassungsmöglichkeiten und dass eine abnehmende Häufigkeit den Wert der sexuellen Beziehung nicht schmälere:</p>
<ul>
<li>Howard (62): <em>„Es muss vielleicht nicht einmal im Monat oder zweimal im Monat sein, aber es ist notwendig, um den Fluss in der Beziehung aufrechtzuerhalten. Ich glaube nicht, dass das Händchenhalten allein funktionieren würde.“</em></li>
<li>Carla (61) beschrieb ihre Beziehung: <em>„Wir gehen nicht jedes Mal ins Bett, wenn wir uns sehen. Wir genießen einfach unsere Gesellschaft und das, was wir haben.“</em></li>
<li>Vincent (68) berichtete ebenfalls: <em>„Wir haben nicht jedes Mal Sex, wenn wir uns sehen, aber wir lieben uns.“</em></li>
<li>Harvey (63) fand sogar einen positiven Effekt der geringeren Häufigkeit: <em>„Es wird aufregend, weil ich es jetzt sporadischer mache. Das hält die Aufregung auf einem guten Niveau.“</em></li>
<li>Marjorie (66) sah ebenfalls einen Wandel, mit dem ein Umgang möglich ist: <em>„Manchmal kannst du körperlich nicht den Sex haben, den du hattest, als du jünger warst. Es ist wichtig und angenehm, aber manchmal kannst du nicht auf die gleiche Weise Sex haben. Also muss es mehr in der Beziehung geben für die Kontinuität. Sex verändert sich.“</em></li>
</ul>
<p>Die Befragten nutzten dabei auch Humor, um den Wandel positiv zu deuten:</p>
<ul>
<li>Jeff (61) verglich sich mit Michael Jordan: <em>„Als Michael Jordan für die Bulls spielte, konnte er 82 Spiele bestreiten. Aber als er zu den Wizards ging, war er älter. Er konnte dir immer noch großartige Momente bieten, aber nicht 48 Minuten eines großartigen Spiels. Ich kann dir einen großartigen Moment bieten, aber kein großartiges Spiel!“</em></li>
</ul>
<p>Ausnahmslos alle betonten, dass Sex auch im Alter lohnend und bedeutungsvoll bleibt.</p>
<h2 class="western">Sexuelle Intimität ist auch im höheren Alter ein zentraler Teil neuer Beziehungen</h2>
<p>Die Autorinnen gelangen zu dem Ergebnis, dass sexuelle Aktivität für alleinstehende ältere Erwachsene ein integraler Bestandteil neuer Beziehungen sei. Gerade in neu beginnenden Beziehungen mache Sex mehr aus als das i-Tüpfelchen, das er in vielen lang andauernden Beziehungen auf einer gefestigten emotionalen Basis darstelle.</p>
<p>Für ältere Singles gehe es beim Sex um Beziehungsaufbau, wobei sie aktiv sowohl emotionale als auch körperliche Intimität suchten und dabei eine hohe Anpassungsfähigkeit zeigten. Körperliche Einschränkungen würden als Herausforderungen gesehen, die es zu bewältigen gelte – etwa durch medizinische Unterstützung oder Veränderungen der Häufigkeit und des sexuellen Repertoires.</p>
<p>Insgesamt ergebe sich aus den Angaben der befragten älteren und alten Singles, dass diese ihr Altern als ein positives oder zukunftsorientiertes Altern beschrieben, das mit Sexualität und Partnerschaft einschließlich ihrer Herausforderungen vereinbar sei. Die Befragten fokussierten sich dabei weniger auf die Einschränkungen, die mit dem Alter kommen, als vielmehr auf Chancen und Möglichkeiten.</p>
<p>Die Autorinnen schließen aus ihren Befunden, dass es wichtig sei, Stereotype, die ältere Menschen entsexualisieren, zu hinterfragen:</p>
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<ul>
<li data-start="0" data-end="249"><em>„Die Erfahrungen dieser Befragten stellen stereotype Vorstellungen infrage, die ältere Menschen als asexuell betrachten, und verdeutlichen, dass sexuelles Verlangen und romantische Verbundenheit über den gesamten Lebensverlauf hinweg wichtig bleiben.“</em></li>
</ul>
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</section>
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<h2 class="western">Jenseits normativer Erwartungen</h2>
<p>Die Schlagzeile, dass in dieser Studie alle Befragten großen Wert auf Sexualität legen, ist fraglos aussagekräftig. Für manche könnte sie aber auch als Druck erscheinen, wenn sie selbst diese sexuelle Orientierung nicht teilen. Entscheidend ist daher, die Befunde in einem positiven Sinne als Option zu verstehen, nicht aber in einem normativen Sinne als Vorschrift.</p>
<p>Bei Gleichklang versuchen wir, unsere Mitglieder dabei zu unterstützen, ihre eigene Balance zu finden. Mithilfe der Suchoptionen „sexuelle<i> Beziehung versus platonische Beziehung“, „schneller Beginn von Sex versus langsamer Beginn“, „Interesse versus Desinteresse an sexuellen Experimenten“,</i> <i>„Sex vor oder nach Entstehen einer Liebesbeziehung“</i> sowie <i>„Interesse versus Desinteresse an unverbindlichen erotischen Kontakten“</i> erheben wir den individuellen Wunsch- und Erlebensraum der Partnersuchenden bei Gleichklang und können dadurch passende Mitglieder zusammenbringen, die auch im sexuellen Bereich Kompatibilität miteinander aufbauen können.</p>
<p>So begleiten wir gerne weiterhin unsere Mitglieder aller Altersstufen, sexuellen Orientierungen, Geschlechter und Gender bei ihrer Beziehungssuche:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19390" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sexualitaet-im-alter-online-dating-paar.jpg" alt="Foto zeigt ein Paar, dass erfüllende Sexualität im Alter lebt. " width="1281" height="640" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sexualitaet-im-alter-online-dating-paar.jpg 1281w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sexualitaet-im-alter-online-dating-paar-300x150.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sexualitaet-im-alter-online-dating-paar-1024x512.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1281px) 100vw, 1281px" /></p>
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		<title>Plötzlich polyamor mit drei Lieben: Wenn Partnersuche zum emotionalen Dilemma wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 12:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[aus der Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftliche Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie eine jahrzehntelang monogam lebende Frau unerwartet polyamore Bedürfnisse entdeckte und in einen kaum auflösbaren Appetenz-Aversions-Konflikt geriet Eine ↠ Coaching-Klientin von mir hatte nach jahrzehntelanger Ehe den Tod ihres Partners zu beklagen. Einige Jahre später begab sie sich erneut auf Partnersuche. Sie war bei mehreren Plattformen angemeldet, und völlig unerwartet entwickelten sich noch im Dating-Prozess <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/aus-der-beratung/polyamor-ploetzlich-drei-lieben-wenn-partnersuche-zum-emotionalen-dilemma-wird/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Plötzlich polyamor mit drei Lieben: Wenn Partnersuche zum emotionalen Dilemma wird</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Wie eine jahrzehntelang monogam lebende Frau unerwartet polyamore Bedürfnisse entdeckte und in einen kaum auflösbaren Appetenz-Aversions-Konflikt geriet</h2>
<p>Eine <strong>↠ <a href="http://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Coaching-Klientin</a> </strong>von mir hatte nach jahrzehntelanger Ehe den Tod ihres Partners zu beklagen. Einige Jahre später begab sie sich erneut auf Partnersuche.</p>
<p>Sie war bei mehreren Plattformen angemeldet, und völlig unerwartet entwickelten sich noch im Dating-Prozess drei tiefe Kontakte, die so schnell und gleichzeitig entstanden, dass sich meine Klientin nun mit dem Problem konfrontiert sieht, mit allen drei Männern eine Verbundenheit zu erleben.</p>
<p>Sie konnte neue sexuelle und erotische Erfahrungen erleben, die sie aufgrund ihrer jahrzehntelangen monogamen Beziehung so niemals gemacht hatte. Und sie entdeckte nun bei sich – völlig überraschend – neue Erlebnisbedürfnisse, die sie vorher nicht kannte.</p>
<p>Erstmals kann sie sich vorstellen, in einer polyamor-offenen Beziehungskonstellation glücklich zu werden.</p>
<h2 class="western">Drei Beziehungen entstanden schneller als erwartet</h2>
<p>Das Problem:</p>
<ul>
<li>Auch wenn meine Klientin in ihrem Profil ihre aktuellen Beziehungsvorstellungen als eine Beziehung ohne sofortiges Zusammenziehen, in getrennten Wohnungen und womöglich auch im Sinne gemeinsamer Reisen schilderte, war sie auf den polyamor-offenen Charakter eines möglichen Beziehungsmodells nicht eingegangen.</li>
</ul>
<p>Das konnte sie auch nicht, weil ihr dies gar nicht bewusst war.</p>
<p>Im Dating-Prozess setzte sie nun nicht sofort Stoppsignale, als sie den ersten Mann kennenlernte, weil die Idee von Dating darin bestand, erst einmal passende Menschen kennenzulernen, um danach auswählen und entscheiden zu können.</p>
<p>Das Dating zeigte sich bei ihr aber eben nicht als solch ein technischer Auswahlprozess:</p>
<ul>
<li>Die emotionale Vertiefung entstand nahezu simultan mit mehreren Männern, sodass sie nun in einem Dilemma ist. Die betreffenden Männer wissen nichts voneinander und sie ahnen nichts von der längst polyamoren Situation. Sie sind aber für die Klientin auch keine Auswahlkontakte mehr, sondern drei Beziehungen. Jede hat in sich einen Wert.</li>
</ul>
<p>Eine weitere Komplikation kommt hinzu:</p>
<ul>
<li>Würde sie es aber jetzt den Betreffenden mitteilen, wären diese – das kann sie mindestens bezüglich zweier der drei Männer wohl sicher sagen – irritiert und entsetzt. Die Beziehungen, die sich eigentlich gerade schön entwickeln, wären verloren.</li>
</ul>
<h2 class="western">Vom Dating-Prozess zum Doppelleben</h2>
<p>Die Situation ist nicht einfach auflösbar, weil längst Gefühle beteiligt sind. Aber es geht noch weiter. Es hat sich längst ein Doppelleben entwickelt. Das geht bis hin zu Notlügen, um temporäre Abwesenheiten zu erklären.</p>
<p>Die erhoffte Wahl stellt sich nun als Qual heraus. Der Auswahl- und Vergleichsprozess ist eben weder rational noch optimal. Stattdessen ist meine Klientin in eine hochgradig komplexe Situation hineingeschlittert, die sich nun als ein Appetenz-Aversions-Konflikt beschreiben lässt:</p>
<h2 class="western">Appetenz und Aversion halten sich die Waage</h2>
<p>Die Appetenz besteht in der Anziehung aller drei Männer:</p>
<ul>
<li>So unterschiedlich die Männer und auch die Gefühle sind, einschließlich der erlebten Intensität, sind es dennoch positive Signale, die mit allen drei Männern verbunden sind.</li>
</ul>
<p>Die Aversion ergibt sich nicht aus der Konstellation an sich, sondern aus quälenden Schuldgefühlen und dem Nachdenken darüber, wie es weitergehen kann:</p>
<ul>
<li>Meine Klientin hat den Grundsatz verinnerlicht: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“ Da die betreffenden Männer nichts voneinander ahnen und Gespräche mit ihnen teilweise bereits bis hin zu Zukunftsplanungen gehen, hat sie bereits aufgehört, in diesem Kontext ihren eigenen Werten zu folgen. Daraus entsteht innere Dissonanz.</li>
</ul>
<p>Meine Klientin leidet nun also unter Schuldgefühlen, fürchtet die weiteren Komplikationen in der Zukunft und erlebt doch gleichzeitig seelische, romantische und erotische Hochs, die sie in der Situation halten:</p>
<ul>
<li>Es zieht sie hin und es stößt sie ab.</li>
</ul>
<p>Im Ergebnis ist sie in ihren Handlungen blockiert. Eine Auflösung erfolgt nicht. Die Konstellation setzt sich fort. Die Entscheidung wird aufgeschoben, aber die Belastung bleibt hoch.</p>
<p>Es war nicht von Anfang an geplant und nicht explizit intentional. Die Ursache ist recht einfach zu benennen: Meine Klientin wusste nicht, dass bei ihr eine polyamore Lebensweise jemals möglich sein würde. Sie ahnte daher auch nicht, dass sie in eine solche Konstellation hineingeraten könnte.</p>
<p>Indem sie sich auf den typischen Weg der Mehrgleisigkeit beim Dating einließ, war die Situation schneller entstanden, als ihr alle Konsequenzen bewusst wurden.</p>
<p>Nun leidet sie unter Schuldgefühlen, fürchtet die weiteren Komplikationen und erlebt doch gleichzeitig seelische, romantische und erotische Hochs, die mit der eingetretenen Konstellation verbunden sind.</p>
<h2 class="western">Eine neue Seite der eigenen Persönlichkeit</h2>
<p>„Nach dem Coaching ging mir noch durch den Kopf, dass bei mir auch &#8222;Neugier&#8220; auf das Gefühlsleben sowie Sexualverhalten anderer Männer eine große Rolle spielt,<br />
da ich &#8230; bis zum Tod meines Mannes &#8230;. absolut monogam gelebt habe. Die bisher gemachten Erfahrungen sind daher trotz der Gewissenskonflikte eine absolute Bereicherung für mich.“</p>
<p>Es war nicht von Anfang an geplant und entstand nicht intentional. Allein das Verstehen von Partnersuche als mehrgleisigem Auswahlprozess und die Anmeldung bei mehreren Plattformen genügten, um die Situation entstehen zu lassen.</p>
<p>Mängel an Moral und Ethik sind nicht die Ursache des Problems, und ein Appell an Moral und Ethik wird daher auch zu keiner Lösung führen. Überhaupt ist der moralische Zeigefinger meistens schädlicher, als er helfen würde.</p>
<h2 class="western">Monogamie als gesellschaftliches Normalitätsmodell</h2>
<p>Das gesellschaftliche normative Modell der Monogamie prägt uns. Selbst diejenigen, die längst und mehrfach die Erfahrung machten, dass sie selbst oder Partner:innen in Beziehungen fremdgingen oder sich etwas anderes wünschten, halten meistens an dem Modell fest.</p>
<p>Dabei zeigen <a href="http://dx.doi.org/10.1098/rsbl.2014.0977" target="_blank" rel="noopener"><b>Studien </b></a>das Folgende:</p>
<ul>
<li>Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung – und in diesen Studien ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen nur sehr geringfügig – gehört zum polypartnersexuellen Pool, hat also Wünsche, Bedürfnisse, Begierden und Sehnsüchte, die Sexualität von einer monogamen Zweierbeziehung entkoppeln.</li>
</ul>
<p>Mehr zur Psychologie von Monogamie und Nichtmonogamie können Sie in meinem sehr ausführlichen <strong><a href="https://youtu.be/L1FoWQT8oJc" target="_blank" rel="noopener">↠ Video <i>„</i><i>Was ist Deine sexuelle Konfiguration: </i><i>Psychologie der Monogamie und Polygamie“</i></a></strong> erfahren.</p>
<p>Das Video lohnt sich aber nur für diejenigen, die Zeit, Ruhe, Muße und die Motivation haben, sich mit einer solch ausführlichen Darstellung beschäftigen zu wollen.</p>
<h2 class="western">Wie Situationen unsere Gewohnheiten prägen</h2>
<p>Situationen und Kontexte, in denen wir leben, üben einen stark strukturierenden Einfluss nicht nur auf unser Verhalten, sondern auch auf unser Erleben aus.</p>
<p>Das hat Vorteile, weil es der Stabilität dient:</p>
<ul>
<li>Meine Klientin erlebte dies in einer jahrzehntelangen glücklichen Ehe.</li>
</ul>
<p>Es hat auch Nachteile, weil wir durch den stabilisierenden und strukturierenden Charakter manchmal unsere eigentlichen Bedürfnisse, die verdeckten Sehnsüchte und das, was unser Glück komplettieren würde, nicht erkennen. Wobei wir aber auch meistens das nicht vermissen, was uns unbekannt ist.</p>
<p>Übrigens, diese Nebenbemerkung sei mir erlaubt, können wir genau aus diesem Grund nur froh sein, wenn lautstarke Minderheiten uns auf die Diversität und Vielgestaltigkeit des menschlichen Lebens aufmerksam machen.</p>
<p>Anders als konservative Stimmen meinen, unterdrücken diese Minderheiten genau nicht, sondern ermöglichen uns allen, uns zu erweitern.</p>
<p>Bei meiner Klientin änderte sich die jahrzehntelang stabilisierende Situation mit dem Tod ihres Ehemannes. Sodann kam es zu einer komplett neuen Situation, nämlich dem Online-Dating, auf das meine Klientin nicht vorbereitet war.</p>
<p>Da sie nun aber nicht mit einer klaren Struktur an das Online-Dating heranging, begann das Online-Dating selbst, die Kontrolle zu übernehmen.</p>
<h2 class="western">Partnersuche als Persönlichkeitsentwicklung</h2>
<p>Bei meiner Klientin zeigte sich nun, dass Partnersuche eben kein technischer Prozess ist, wie sie dachte, in dem sie verschiedene Optionen kennenlernt, testet und sodann entscheidet.</p>
<p>Vielmehr ist <strong><a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">↠ Partnersuche ein Prozess der Persönlichkeitsentwicklung</a></strong>.</p>
<p>So wurde es für meine Klientin möglich, eine neue Lebenswelt für sich zu entdecken, die ihr zuvor verborgen geblieben war:</p>
<ul>
<li><i>&#8222;Die bisher gemachten Erfahrungen sind daher trotz der Gewissenskonflikte eine absolute Bereicherung für mich.&#8220;</i></li>
</ul>
<p>Im Folgenden möchte ich drei Anmerkungen geben, von denen ich hoffe, dass sie manchen Leser:innen, die in einer ähnlichen Situation sind – egal, auf welcher Seite – oder in diese geraten könnten, helfen werden.</p>
<h2 class="western">Lässt sich die Situation noch auflösen?</h2>
<p>Meine Klientin genießt die emotionalen, intellektuellen und auch körperlichen Begegnungen. Sie erlebt aber eine starke innere Dissonanz, Schuldgefühle und Anspannung.</p>
<p>Sie sieht sich gezwungen, sich Notlügen auszudenken, und beginnt nun übrigens auch gleichzeitig, tatsächlich noch einmal kritisch vergleichend auf die Beteiligten zu schauen. Sicherlich auch aus dem innerpsychischen Bestreben heraus, durch Auswahl dem Problem ein Ende zu setzen.</p>
<p>Nur kam sie damit bisher nicht richtig weiter, weil Appetenz und Aversion ungefähr gleich stark sind. Sie genießt die Konstellation also ungefähr im gleichen Ausmaß, wie sie unter ihr leidet. Wenn dies der Fall ist, bleiben wir meistens stehen.</p>
<p>Gemeinsam konnten wir herausarbeiten, was ihr im Grunde auch bereits klar war:</p>
<ul>
<li>Da die betreffenden Männer nichts von der Situation ahnen, das Ganze bereits emotional sehr weit gegangen ist und die Wahrscheinlichkeit mindestens bei zweien sehr gering ist, dass sie sich jemals auf eine polyamore Konstellation einlassen würden, ist eine einfache Auflösung nicht möglich.</li>
</ul>
<p>Wir können in solche Situationen geraten, für die keine einfache Lösung besteht:</p>
<ul>
<li>Die Fortsetzung der Situation wird aber auch zu keiner Lösung führen. Der Konflikt wird fortbestehen – im Gegenteil, die Probleme werden vermutlich zunehmen. Je mehr sich die Bindungen gleichzeitig verfestigen und je stärker auch die Männer Schritte in Richtung fester Beziehungen unternehmen, denen sie sich nicht widersetzt, desto mehr werden innere Dissonanz und Komplikationen wachsen.</li>
</ul>
<p>Auch die Schuldgefühle können wir nicht abstellen:</p>
<ul>
<li>Sie entstammen der ethischen Grundausrichtung meiner Klientin und weisen sie in diesem Fall auf die Sachlage hin, dass sie aktuell nicht in Übereinstimmung mit ihren Werten handelt.</li>
</ul>
<p>Es kann der Punkt kommen, an dem jede Entscheidung besser ist als keine Entscheidung. Genau an diesem Punkt ist meine Klientin angekommen.</p>
<h2 class="western">Eine besondere Verbundenheit zeichnet sich ab</h2>
<p>Tatsächlich hatte meine Klientin auch bereits vorgehabt, den Kontakt zu einem der Männer offiziell zu beenden. Im Gespräch schilderte sie außerdem eine besonders starke emotionale Anziehung zu einem der drei Männer.</p>
<p>Das ist übrigens bei polyamoren Beziehungen oftmals der Fall:</p>
<ul>
<li>Deshalb sprechen wir von primären, sekundären und tertiären Partner:innen. <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/ist-der-mensch-monogam-oder-polygam/"><b>Studien</b></a> zeigen, dass sich, anders als bei einer monogamen Beziehung, bei einer polyamoren Beziehung die verschiedenen Erlebnisbedürfnisse tatsächlich auch auf verschiedene Personen verteilen können. Durch die Verschiedenartigkeit der Partner und Beziehungen kann so sogar eine Maximierung der Beziehungszufriedenheit erfolgen.</li>
</ul>
<p>Vermutlich könnten also alle drei Beziehungen fortbestehen, wenn der Weg zu einer polyamoren Beziehung nicht blockiert wäre.</p>
<p>Ist der Weg aber blockiert, ergibt eine Beziehungskonstellation auf der Basis von Verdeckung keinen Sinn. Sie wird zu dauerhafter innerer Dissonanz führen. Je länger dies dauert, desto unschöner wird alles enden, wenn es eines Tages allen Beteiligten deutlich wird.</p>
<p>Der aktuelle Weg meiner Klientin ist kein Weg in ein dauerhaftes Glück, sondern endet oftmals im Unglück, wenn keine Korrektur erfolgt.</p>
<h2 class="western">Nur zwei Alternativen bleiben</h2>
<p>So gibt es also nur zwei Alternativen:</p>
<ul>
<li>Die Offenlegung der polyamoren Konstellation, die Auseinandersetzung darüber mit den Beteiligten und sodann die Akzeptanz der sich daraus ergebenden Konsequenzen. Dies könnte das Ende der Beziehungen zu allen drei Männern sein. Es könnte auch bedeuten, Vorwürfe und Enttäuschung der Männer annehmen zu müssen und sich sodann neu zu orientieren.</li>
<li>Die zweite Möglichkeit ist eine Entscheidung für einen Mann, wie es ursprünglich auch geplant war. Entscheidung bedeutet eben auch immer Verzicht. Meine Klientin kann sich übrigens weiterhin eine monogame Beziehung sehr gut vorstellen. Sie erlebt keinen Drang zur Polyamorie und wäre insofern auch aller Wahrscheinlichkeit nach – wie sich bereits an der langen Ehe zeigte – erneut in der Lage, in einer monogamen Zweierbeziehung glücklich zu werden.</li>
</ul>
<h2 class="western">Wenn mehr Auswahl zur Belastung wird</h2>
<p>Was hieraus wieder deutlich wird, ist, wie belastend das von vielen so unbedingt gewollte Mehr an Auswahl und die Mehrgleisigkeit beim Online-Dating wirklich sein können.</p>
<p>Selbst wenn es schön wird, kann es gleichzeitig furchtbar werden. Solche Appetenz-Aversions-Konflikte gehören zu den größten Belastungen, die wir im Beziehungsbereich erleben können.</p>
<p>Es gibt nicht immer den goldenen Weg und keineswegs immer eine beste Entscheidung. Jetzt ist aber für meine Klientin jede Entscheidung besser als keine. Da sie zu einem der drei Männer eine besonders starke Verbundenheit erlebt, liegt es nahe, den Fokus auf ihn zu legen.</p>
<p>Aber auch die Alternative besteht, gar keine Auswahlentscheidung zu treffen, sondern die Wirklichkeit gegenüber allen drei Männern offenzulegen und nun zu schauen, wie diese entscheiden werden.</p>
<p>Nur ein „Weiter so“ ist kein gangbarer Weg:</p>
<ul>
<li>Mit jedem Tag wird im Durchschnitt die Belastung steigen und eine automatische Auflösung ist unwahrscheinlich.</li>
</ul>
<h2 class="western">Was wir daraus für die Partnersuche lernen können</h2>
<p>Sollte keine der drei Beziehungen dem Lauf der Zeit standhalten, gäbe es für meine Klientin einen einfachen Weg, um eine solche Kollision künftig zu vermeiden und gleichzeitig den Weg zu ihrem persönlichen Beziehungsglück zu gehen:</p>
<ul>
<li>„Ich bin polyamor bewegt und bin offen für eine erweiterte Liebe, die über eine strikt monogame Zweierbeziehung hinausgehen kann.“</li>
</ul>
<p>So ähnlich könnte ihr Satz in ihrem Profil lauten. Allein dies würde wohl genügen, um Probleme dieser Art zu vermeiden.</p>
<p>Wir sollten bei der Partnersuche unsere Bedürfnisse, Vorstellungen und Sehnsüchte nicht unter dem Deckel halten, sondern sie sofort sichtbar machen. Denn dies ist eine Win-win-Situation:</p>
<ul>
<li>Wir maximieren die Chance, Menschen kennenzulernen, mit denen wir glücklich werden, und minimieren die Wahrscheinlichkeit, andere zu enttäuschen oder unglücklich zu machen.</li>
</ul>
<p>Wie gesagt, meiner Klientin war dieser initiale Start leider verwehrt, da sie all dies nicht ahnte, als sie sich auf Partnersuche begab.</p>
<p>Vielleicht gelangt meine Klientin nach einem möglichen Scheitern aller drei Beziehungen, nach gründlicher Reflexion und Selbstbefragung, aber auch zu dem Schluss, dass sie doch lieber eine monogame Beziehung suchen möchte. In diesem Fall hoffe ich, dass ihr die Internalisierung des folgenden Rates gelingen wird:</p>
<ul>
<li>Vermeide jede Mehrgleisigkeit beim Online-Dating. Sobald ein erster Kontakt entsteht, ist es Zeit, das weitere Online-Dating ruhen zu lassen. Schaue dir keine weiteren Profile an und schreibe niemanden mehr an. Meldet sich jemand, bitte diese Person zu warten. Vergiss, dass es womöglich noch bessere Vorschläge geben könnte. Lote allein mit der Person und ohne jeden Vergleich aus, ob zwischen euch Resonanz entsteht. So gibst du der Entstehung einer tragfähigen Beziehung die maximale Chance.</li>
</ul>
<h2 class="western">Wie das moderne Dating die Mehrgleisigkeit monetarisiert</h2>
<p>In meinem neuen <strong><a href="https://youtu.be/FYQtnDj2JUs" target="_blank" rel="noopener">↠ Video „Was Dating-Apps mit uns machen: Warum wir zahlen, um Single zu bleiben“</a> </strong>zeige ich auf, mit welchen Mechanismen der Verhaltenssteuerung und Konditionierung neuer Bedürfnisse das moderne Online-Dating weltweit darauf setzt, bei der Online-Partnersuche maximale Mehrgleisigkeit zu erzeugen.</p>
<p>Im Video lernen Sie, wie sogar die Monetarisierung an sich, also das, wofür Sie bezahlen, Sie in Wirklichkeit von Beziehungen wegbringt:</p>
<ul>
<li>Ohne es überhaupt zu bemerken, finden wir uns dadurch in Lebenssituationen wieder, aus denen wir sicherlich auch lernen können, die aber für unsere Bindungsfähigkeit nicht förderlich sind.</li>
</ul>
<p>Ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Partnerfindung ist daher nicht nur Reflexion und komplette Offenheit im Profil, sondern ebenso das konsequente Stoppsignal für jede Form von Mehrgleisigkeit:</p>
<ul>
<li>Außer wenn ich polyamor suche und die Mehrgleisigkeit damit zum transparenten Beziehungskonzept gehört.</li>
</ul>
<p>Das Beispiel meiner Klientin macht deutlich, dass wir in solche Situationen geraten können. Auch die drei Männer befinden sich nun, ohne es zu wissen, in dieser Konstellation.</p>
<p>Dies kann Angst vor der Partnersuche machen, aber auch hierfür gibt es eine Lösung, die nicht immer, aber oft unangenehme Überraschungen vermeiden kann:</p>
<ul>
<li>Sprich, wenn du jemanden kennenlernst und ihr beide die Möglichkeit einer Beziehung weiter ausloten wollt, offen über dein aktuelles Online-Dating. Frage auch nach und vereinbart am besten beide, das Dating nun erst einmal auszusetzen. Hätte einer der drei Männer dies explizit und zu einem frühen Zeitpunkt getan, hätte meine Klientin dies sicherlich genauso gehandhabt.</li>
</ul>
<p>Wir haben unsere Sprache, um uns nicht nur auf Gesten, Mimik und implizite Erwartungen verlassen zu müssen. Viel zu oft verzichten wir aber ausgerechnet dann auf Worte, wenn sie am wichtigsten sind.</p>
<h2 class="western">Eine offenere Gesellschaft könnte vieles erleichtern</h2>
<p>Wäre unsere Gesellschaft offener für Polyamorie und offene Beziehungen, würden wir womöglich selbst in unseren Ehen darüber gemeinsam reflektieren. Bei einer Partnersuche wären sich die Betreffenden ihrer selbst bereits sehr viel bewusster.</p>
<p>Es würde uns allen vieles erleichtern und diese Welt übrigens nicht bindungsloser, sondern im Gegenteil mitmenschlicher und authentischer machen.</p>
<p>Unseren Beitrag bei Gleichklang leisten wir auf zwei Wegen:</p>
<ul>
<li>Wir informieren über verschiedene Beziehungsmodelle und stellen allen Mitgliedern Fragen zu diesen Themen. Die meisten Dating-Plattformen verzichten darauf, weil sie Angst haben, zu viele Angehörige der Mehrheit zu verlieren, die solche Fragen irritierend finden. Durch die Fragen eröffnen wir jedoch auch Raum zur Reflexion.</li>
<li>Durch das Matching stellen wir sicher, dass diejenigen, die eine klare Bejahung oder eine klare Verneinung geäußert haben, einander nicht vorgeschlagen werden. Bei uns begegnen sich also Menschen, die jedenfalls nach den Ergebnissen der Fragebögen ähnliche Erlebenshorizonte im Spektrum von Monogamie bis zu offenen oder polyamoren Beziehungen haben.</li>
</ul>
<h2 class="western">Warum die Konstellation nicht bei Gleichklang entstand</h2>
<p>Die Anmerkung sei mir erlaubt, dass die Konstellation, die ich in meinem heutigen Artikel schildere, nicht mit Gleichklang-Mitgliedern entstand, sondern durch Kontakte bei anderen Dating-Plattformen.</p>
<p>Auch Gleichklang hätte eine solche Konstellation nicht mit Sicherheit verhindern können, aber vermutlich hätte sie sich niemals ergeben:</p>
<ul>
<li>Da sich die Klientin ihrer Offenheit für polyamore Beziehungsweisen tatsächlich komplett unbewusst war, hätte der Fragebogen bei Gleichklang allein zu keiner Lösung geführt.</li>
<li>Nicht entstanden wäre die Konstellation aller Wahrscheinlichkeit nach bei Gleichklang einfach deshalb, weil Gleichklang viel weniger für eine Mehrgleisigkeit geeignet ist.</li>
</ul>
<h2 class="western">Weniger Kontakte, aber häufiger tragfähige Bindungen</h2>
<p>Mitglieder erhalten Vorschläge. Sie können einander Nachrichten schreiben, miteinander kommunizieren, sich kennenlernen und eine Beziehung beginnen. So weit ist es wie bei allen Plattformen.</p>
<p>Aber diese sofortige Mehrgleisigkeit bei meiner Klientin entstand auch daraus, dass über mehrere und unter ihnen sehr große Plattformen einfach diese drei Menschen nahezu gleichzeitig in das Blickfeld meiner Klientin geraten konnten.</p>
<p>Bei Gleichklang hätte sie womöglich noch länger warten müssen und vor allem wären Kontakte aller Wahrscheinlichkeit verteilt entstanden. Oder eben gar nicht, weil sie bereits eine Beziehung begonnen und die Partnersuche beendet hätte.</p>
<p>Vermutlich hätte meine Klientin also nach dem Kennenlernen eines Menschen bereits eine Bindungsentscheidung getroffen, bevor Mehrgleisigkeit überhaupt erst entstanden wäre.</p>
<p>Sicherlich gibt es auch bei Gleichklang Mehrgleisigkeit, aber das Ausmaß ist geringer. Das ist nicht nur eine Behauptung oder eine Vermutung, sondern wir wissen dies aus unseren Datenanalysen:</p>
<ul>
<li>Die meisten Mitglieder von Gleichklang finden eines Tages eine Beziehung. Diejenigen, die eine Beziehung finden, sind im Durchschnitt zwei Jahre auf der Suche. Manche suchen kürzer, andere länger, manchmal sogar viel länger.</li>
<li>Innerhalb der Suchzeit bis zum Kennenlernen der Partner:innen haben diese Mitglieder nach unseren Umfragen aber meistens nur ganz wenige andere Personen getroffen. Ungefähr 20 Prozent haben sogar ausschließlich die eine Person getroffen, mit der sie zusammenkamen. Mehr als fünf Personen zu treffen, ist bei Gleichklang bereits selten.</li>
<li>Da sich diese Treffen jedoch meistens über eine erhebliche Suchzeit verteilen, ist das spontane Entstehen einer Konstellation wie bei meiner Klientin unwahrscheinlich.</li>
<li>Dadurch wirkt Gleichklang von Anfang an langweiliger, bietet weniger Thrill und Abwechslung, fördert aber tatsächlich das Entstehen tragfähiger Bindungen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Sollte meine Klientin ihre Erfahrungen bedauern?</h2>
<p>Sollte meine Klientin unglücklich darüber sein, wie es gekommen ist?</p>
<p>Ich glaube, es macht wenig Sinn, das zu bedauern, was geschehen ist. Es ist hilfreich, aus dem, was geschehen ist, zu lernen:</p>
<ul>
<li>Für meine Klientin waren ihre Dating-Erfahrungen die Chance, bei sich neue Erlebnisbedürfnisse zu entdecken. Das ist ein Gewinn, aber eben in diesem Fall auch ein Verlust, weil der Konflikt belastend ist und eine einfache Auflösung nicht möglich ist.</li>
</ul>
<p>Jede Entscheidung wird voraussichtlich Trennungsschmerz bedeuten.</p>
<p>Vielleicht oder sogar wahrscheinlich hätte sie bei Gleichklang diese Erlebnisbedürfnisse nicht entdeckt und hätte sich vielmehr eines Tages schlichtweg in einer monogamen Beziehung wiedergefunden.</p>
<p>Ob die Entdeckung der polyamoren Möglichkeit für meine Klientin eines Tages ein Gewinn sein wird, wird sich erst in der Zukunft zeigen.</p>
<p>Meine Klientin hat nun die Chance, den Konflikt aufzulösen:</p>
<ul>
<li>Sie kann ihre polyamore Erlebensweise offenlegen und sodann riskieren, dass alle drei Beziehungen enden. Womöglich wird sie aber auch überrascht sein, dass mindestens eine bestehen bleibt.</li>
<li>Sie kann ebenso zwei Beziehungen beenden und sodann gemeinsam daran arbeiten, die dritte Beziehung zur Erfüllung zu bringen.</li>
</ul>
<p>Und wenn nun alle drei Beziehungen scheitern, kann sie auf der Grundlage ihrer neuen Erfahrungen überlegen, ob sie nunmehr eine neue Partnersuche mit polyamor-offener Option beginnen möchte oder künftig ohne jede Mehrgleisigkeit sucht.</p>
<h2 class="western">Partnersuche ist kein technischer Prozess</h2>
<p>Ich glaube, dieser Coaching-Fall macht noch einmal deutlich, dass Partnersuche in Wirklichkeit kein einfacher technischer Prozess ist. Es ist ein Prozess, in den wir uns als Person einbringen, in dem wir uns reflektieren, verändern und entwickeln.</p>
<p>Es ist aber auch ein Prozess, in dem wir in den Zeiten des modernen Online-Datings die Struktur des Online-Datings erkennen sollten, um den Verlockungen zur Mehrgleisigkeit zu widerstehen, die immer dann schädlich ist, wenn wir monogam suchen. Tun wir dies nicht, sollten wir sie erkennen und sodann von Anfang an offen machen.</p>
<p>Je besser es uns gelingt, uns den Verlockungen zur Mehrgleisigkeit zu entziehen oder aber explizit polyamor zu suchen, desto eher wird es ebenfalls gelingen, mit einem Menschen zusammenzukommen, mit dem wir echte Resonanz erleben und mit dem wir gegebenenfalls auch gemeinsam zu neuen Ufern aufbrechen.</p>
<p>Auf diesem Weg begleiten wir Sie bei Gleichklang gerne:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19374" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/polyamor-dating1.jpg" alt="Foto von vier polyamor lebenden Menschen. " width="986" height="658" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/polyamor-dating1.jpg 986w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/polyamor-dating1-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 986px) 100vw, 986px" /></p>
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		<title>Hintergrund zum neuen Video: &#8222;Was Dating-Apps mit uns machen&#8220;</title>
		<link>https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/hintergrund-zum-neuen-video-was-dating-apps-mit-uns-machen/</link>
					<comments>https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/hintergrund-zum-neuen-video-was-dating-apps-mit-uns-machen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2026 18:25:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftliche Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichklang informiert]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Texte zu den Videos]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kurzfristige Belohnungen, Monetarisierung und Suchtstrukturen unsere Partnerfindung beeinflussen Mein heutiger Blogartikel gibt in gewisser Weise einen zusammenfassenden, aber gleichzeitig auch erweiternden Überblick oder Kommentar zu meinem neuen → Video „Was Dating-Apps mit uns machen – wissenschaftlich erklärt“. Der Blogartikel wie auch das Video knüpfen an die folgenden psychologischen Erkenntnisse an, die jeweils durch Studien <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/hintergrund-zum-neuen-video-was-dating-apps-mit-uns-machen/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Hintergrund zum neuen Video: &#8222;Was Dating-Apps mit uns machen&#8220;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Wie kurzfristige Belohnungen, Monetarisierung und Suchtstrukturen unsere Partnerfindung beeinflussen</h2>
<p>Mein heutiger Blogartikel gibt in gewisser Weise einen zusammenfassenden, aber gleichzeitig auch erweiternden Überblick oder Kommentar zu meinem neuen <span id="symbol" class="symbol large">→</span> <a href="https://youtu.be/FYQtnDj2JUs" target="_blank" rel="noopener"><strong>Video „<i>Was Dating-Apps mit uns machen – wissenschaftlich erklärt</i>“</strong></a>.</p>
<p>Der Blogartikel wie auch das Video knüpfen an die folgenden psychologischen Erkenntnisse an, die jeweils durch Studien unterstützt sind.</p>
<p>Ich habe diese Erkenntnisse bereits in vielen Artikeln und Videos wieder und wieder benannt, sodass ich sie hier nur initial wie Schlagworte aufzähle. Die Sachlage ist nun einmal, dass es auch immer wieder viele neue Leser:innen gibt, die meine vorigen Artikel und Videos nicht kennen:</p>
<h2 class="western">Neun psychologische Grundfakten zum Online-Dating</h2>
<ol>
<li>Viele Kontakte beim Online-Dating, also viele Profile oder gar immer wieder neue Profile, manchmal sogar jeden Tag oder jede Stunde neue Profile, führen psychologisch dazu, dass Menschen beginnen, alle Profile kritischer zu betrachten. Es entsteht eine Ablehnungshaltung, ohne dass wir dies merken.</li>
<li>Durch die permanente Möglichkeit, neue Profile zu erhalten, wird eine neue Perspektive geschaffen, die sich nicht auf den jeweiligen Vorschlag, sondern auf die Hoffnung auf einen noch besseren Vorschlag richtet.</li>
<li>Je mehr Profile uns gezeigt werden, desto schlechter werden unsere Entscheidungen. Wir werden oberflächlicher, und unsere „Auswahlen“ entfernen sich immer mehr von dem, was wir uns eigentlich einstmals wünschten.</li>
<li>Geraten wir in einen Modus, in dem wir immer wieder neugierig sind, was für neue Profile uns angezeigt werden, <strong><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/18618/">sinkt unsere Bindungsbereitschaft</a></strong>, also die Bereitschaft, uns tatsächlich auf eine Person einzulassen und uns für eine Beziehung mit dieser Person zu entscheiden.</li>
<li>Sinkt unsere Bindungsbereitschaft, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir Single bleiben.</li>
<li>Bei den modernen Dating-Systemen dienen die Vorschläge als Belohnungsreize, weshalb die Systeme teilweise systematisch besonders attraktive Profile immer wieder untermischen, selbst wenn die Chancen bei null liegen. Ein zweiter Belohnungsreiz sind sogenannte Matches, bei denen also zwei Personen scheinbar aneinander interessiert sind.</li>
<li>Diese Belohnungsreize – also Profile und Matches – haben sofort psychologische Wirksamkeit. Sie brauchen also nicht zu einer Beziehung zu führen. Ihre Belohnungsfunktion ist von der Beziehungsentstehung entkoppelt.</li>
<li>Indem unser Verhalten in Dating-Apps nunmehr unter den Einfluss dieser kurzfristigen Belohnungsreize gerät, findet eine implizite Zielverschiebung statt: weg von dem ursprünglichen Beziehungsziel hin zu dem kurzfristigen Belohnungsziel – also mehr Profile oder neue Matches.</li>
<li>Das Erreichen der Belohnungsziele bringt uns nicht hin zum Beziehungsziel, sondern entfernt uns von diesem. Das Beziehungsziel möchte beispielsweise von uns, dass wir innehalten und nunmehr ernsthaft den Kontakt zu einer Person ausloten. Das kurzfristige Belohnungsziel möchte von uns demgegenüber, dass wir uns neue Profile anschauen und neue Matches erhalten. Diese beiden Ziele führen also nicht zueinander, sondern stehen im Widerspruch zueinander.</li>
</ol>
<h2 class="western">Wie Dating-Apps kurzfristige Belohnungen monetarisieren</h2>
<p>Mein neues Video – und auch ergänzend bzw. erweiternd dieser Blogartikel – zeigen nun auf, dass die Monetarisierungsprinzipien der meisten modernen Dating-Systeme, also ihre Art, wie sie Gewinne erzielen, genau darin bestehen, die kurzfristigen Belohnungsziele zu maximieren.</p>
<p>Quasi als automatische Nebenfolge ergibt sich daraus gleichzeitig: J</p>
<ul>
<li>Je stärker sich die Nutzer:innen an den kurzfristigen Belohnungszielen orientieren, desto stärker entfernen sie sich von einer tatsächlichen Beziehung.</li>
</ul>
<p>Die Grundausrichtung dieser Art der Monetarisierung ist dabei – ausführlicher wird dies im Video erläutert – auf zwei Ebenen wirksam:</p>
<ul>
<li>Erstens finanzieren sich die modernen Dating-Systeme dadurch, dass wir für die kurzfristigen Belohnungen so schnell wie möglich sowie so oft wie möglich bezahlen. Die Dating-Systeme machen also Gewinn damit, dass wir uns viele Profile anschauen, uns immer wieder neue Profile anschauen und möglichst viele Matches für uns generieren. Dieser Monetarisierungsmechanismus ist sofort für die Dating-Apps wirksam und resultiert direkt in Einnahmen.</li>
<li>Die zweite, längerfristige Monetarisierungsebene bezieht sich darauf, dass wir nicht nur jetzt möglichst schnell und möglichst viele kurzfristige Belohnungen einkaufen, sondern dass wir dies langfristig, möglichst für immer oder wenigstens immer wieder tun.</li>
</ul>
<p>Diese langfristige Monetarisierung ergibt sich wiederum praktisch automatisch aus der Optimierung der ersten Monetarisierung:</p>
<ul>
<li>Denn je mehr wir die Zeit jetzt nutzen, um uns neue Vorschläge oder Matches – also kurzfristige Belohnungen – einzukaufen, desto stärker entfernen wir uns von unserem eigentlichen Beziehungsziel. Wir bleiben also genau deshalb, weil wir bezahlen, partnerlos. Weil wir jedoch partnerlos bleiben, bleiben wir bei der App.</li>
</ul>
<p>Dating-Apps müssen uns keine tragfähigen Beziehungen vermitteln, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Ganz im Gegenteil:</p>
<ul>
<li>Es ist aus der rein monetären Logik der Dating-Systeme viel wirkungsvoller, wenn unser langfristiger Wunsch nach Beziehungen frustriert wird, stattdessen aber kurzfristige Bedürfnisse befriedigt werden, sodass wir trotz der langfristigen Frustration motiviert sind, dabeizubleiben.</li>
</ul>
<p>Die Gesamtmaximierung der Einnahmen der Dating-Apps ergibt sich also unmittelbar daraus, dass sie kurzfristige Belohnungsreize verkaufen, wodurch langfristig die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass wir mit unserer Partnersuche am Ziel einer langfristigen, dauerhaft tragfähigen Partnerfindung ankommen.</p>
<h2 class="western">Die Lerntheorie hinter kurzfristiger Belohnung</h2>
<p>Diese Mechanismen folgen interessanterweise aus geradezu klassischen Mechanismen, mit denen sich die psychologische Lerntheorie seit fast zwei Jahrhunderten umfassend auseinandergesetzt hat:</p>
<ul>
<li>Verhaltensweisen, die sofort belohnt werden, werden typischerweise fortgesetzt.</li>
<li>Je schneller die Belohnung auf das Verhalten folgt, desto wirksamer ist sie.</li>
<li>Erfolgt eine Belohnung auf jedes Verhalten, steigt die Verhaltenshäufigkeit an. Bleibt die Belohnung nunmehr plötzlich aus, sinkt die Verhaltenshäufigkeit jedoch schnell erneut ab.</li>
<li>Erfolgt demgegenüber auf ein bestimmtes Verhalten nicht immer, sondern nur gelegentlich eine sofortige Belohnung, steigt die Verhaltenshäufigkeit im Verlauf sogar besonders stark an und bleibt nachfolgend selbst dann noch über längere Zeit bestehen, wenn gar keine Belohnungen gegeben werden.</li>
</ul>
<h3 class="western">Intermittierende Verstärkung</h3>
<p>Dieses Prinzip wird als intermittierende Verstärkung bezeichnet, und im Grunde ist es auch bei reiner Plausibilitätsbetrachtung logisch:</p>
<p>Tun wir etwas und werden dafür nicht belohnt, erleben wir dies als sinnlos, aufwendig und anstrengend und hören daher lieber auf.</p>
<p>Werden wir demgegenüber belohnt, bleiben wir gerne dabei.</p>
<p>Fällt die Belohnung plötzlich weg, steigen wir erneut aus.</p>
<ul>
<li>Erfolgt die Belohnung jedoch nicht immer, sondern nur gelegentlich, lernen wir, dass wir das Verhalten besonders oft zeigen müssen, um eine Belohnung zu erhalten. Es reicht nicht, einfach nur nach links zu wischen, sondern wir müssen dies mehrfach tun, damit die Belohnung eintritt.</li>
<li>Wird ein Verhalten nur gelegentlich belohnt, lernen wir außerdem, dass es belohnungsfreie Zeiten gibt und diese nicht bedeuten, dass künftig keine erneute Belohnung erfolgen wird.</li>
<li>Dadurch schaffen wir es, diese belohnungsfreien Zeiten zu überbrücken, ohne dass wir aus dem Verhalten aussteigen. Obwohl es gar keine Belohnung gibt, setzen wir das Verhalten fort, damit doch noch in der Zukunft die Belohnung eintritt.</li>
</ul>
<p>Tue ich also etwas, für das ich sofort, aber nicht immer, sondern nur gelegentlich belohnt werde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich genau dies auch künftig weiterhin tun werde.</p>
<p>Technisch gesprochen steht unser Verhalten in solchen Situationen unter der Kontrolle eines intermittierenden Verstärkerplans, der nach den lerntheoretischen Befunden zu besonders hohen und stabilen Verhaltensraten führt.</p>
<h2 class="western">Glücksspiel, Sucht und die Macht kurzfristiger Konsequenzen</h2>
<p>Genau dies ist das Prinzip des Glücksspiels, wie schon der Psychologe Burrhus Frederic Skinner in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts überzeugend demonstrieren konnte:</p>
<p>Glücksspieler:innen erhalten für sie nahezu unvorhersehbar gelegentlich Belohnungen. Sie setzen ihr Verhalten fort, um diese Belohnungen zu erhalten, und können dabei auch weite Strecken ohne Belohnung überbrücken, da die Fortsetzung des Verhaltens quasi in den Belohnungsmechanismus bereits einprogrammiert ist.</p>
<h3 class="western">Positive und negative Verstärkung</h3>
<p>Wieso aber setzen Glücksspieler:innen ihr Verhalten fort, obgleich sie nicht nur oft nicht belohnt, sondern durch Geldverlust bestraft werden?</p>
<p>Hier greifen Mechanismen, die auch für substanzbezogene Süchte typisch sind:</p>
<ul>
<li>Ab einem bestimmten Punkt beginnt ein Verhalten, das ursprünglich belohnt wurde, in Wirklichkeit bestraft zu werden, zum Beispiel indem negative Gefühle entstehen. Glücksspieler:innen ärgern sich über den erlittenen Verlust, sie geraten unter Stress. Setzen sie jedoch das Verhalten fort und tritt nunmehr irgendwann erneut eine Belohnung ein, ergibt sich ihre Wirksamkeit nicht mehr nur aus der positiven Valenz des Gewinns, sondern auch aus der Reduktion des vorherigen negativen Verlustgefühls oder Stres.</li>
</ul>
<p>Anfangs nehmen diejenigen, die kokainabhängig werden, typischerweise Kokain, um große positive Gefühle zu erleben. Ab einem bestimmten Punkt nehmen sie das Kokain jedoch vorwiegend, um negative Gefühle, die durch den Kokainkonsum entstehen, kurzfristig zu reduzieren.</p>
<p>Natürlich wissen die meisten Süchtigen, dass ihr Verhalten langfristig gesehen schädlich ist. Da sie aber – was uns allen ganz schnell passieren kann – ganz unter dem Einfluss kurzfristiger Konsequenzen stehen, hat dieses langfristige Wissen wenig oder keinen Einfluss auf ihr Verhalten.</p>
<h3 class="western">Selbstkontrolle ist ein Puffer</h3>
<p>Genau diese Widersprüchlichkeit zwischen kurzfristigen und langfristigen Konsequenzen kennen wir tatsächlich in allen Bereichen unseres Lebens.</p>
<ul>
<li>Selbstkontrolle besteht insofern darin, negative Dinge auszuhalten, weil sie zu langfristig positiven Konsequenzen führen, sowie darin, auf unmittelbare positive Belohnungen zu verzichten, weil sich dadurch langfristig unsere Lebenssituation verbessert.</li>
</ul>
<p>Alle können unter die Kontrolle eigentlich dysfunktionaler intermittierender Verstärkerpläne geraten. Fehlt uns jedoch die Selbstkontrolle, maximiert sich diese Wahrscheinlichkeit.</p>
<h2 class="western">Kurzfristige Belohnung als gesellschaftliches Prinzip</h2>
<p>Übrigens wirken diese Prinzipien natürlich nicht nur auf der Ebene eines einzelnen Menschen oder eines einzelnen Tieres, sondern wir erkennen sie auch in der Gesamtheit menschlicher Handlungsweisen, also im gesellschaftlichen Kontext:</p>
<ul>
<li>Ein aktuell besonders eindrückliches Beispiel dafür ist die systematische Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten. Diese Zerstörung geht weit über den Klimawandel hinaus und betrifft sämtliche ökologische Systeme.</li>
</ul>
<p>Obgleich wir – wie Kokainabhängige – wissen, dass unsere Lebensweise langfristig zu negativen Folgen führt, setzen wir sie unverändert fort.</p>
<p>Die Produzent:innen werden durch die unmittelbaren Einnahmen und Gewinne belohnt. Die Konsument:innen werden durch die kurzfristigen positiven Gefühle belohnt, die durch den Konsum entstehen. Langfristig ruinieren wir so gemeinsam unseren Planeten und erzeugen unvorstellbares Leid.</p>
<p>Ein Ergebnis ist, dass menschlich hergestellte Produkte mittlerweile <strong><a href="https://www.vegan.eu/menschliche-produkte-dominieren-den-planeten/" target="_blank" rel="noopener">die Biomasse des gesamten Planeten übersteigen</a></strong>. Die Folgen sind verheerend.</p>
<p>Über die Zusammenhänge spreche ich auch in meinem <strong><a href="https://youtu.be/TClkkPZHA08" target="_blank" rel="noopener">Video „<i>Die Verhaltenskrise, die unsere Umwelt und unsere Beziehungen zerstört.</i>“</a></strong><b> </b></p>
<h2 class="western">Wie Dating-Plattformen Belohnungsreize verkaufen</h2>
<p>Hier schließt sich nun, wenn wir auf das Dating zu sprechen kommen, der Kreis:</p>
<ul>
<li>Moderne Systeme des Online-Datings beruhen auf exakt den gleichen Prinzipien, auf denen das Glücksspiel oder auch die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten beruhen.</li>
</ul>
<p>Genau daran setzen die Plattformen ihre Monetarisierung an:</p>
<ul>
<li>Sie verkaufen mehr Profile, mehr Matches, mehr Sichtbarkeit, Superlikes, Superboosts und wie die Prämienprinzipien auch alle heißen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Käufer:innen sofort belohnen, ohne aber zu einer partnerschaftlichen Beziehung zu führen. Im Ergebnis setzen die Käufer:innen ihr Kaufverhalten fort.</li>
</ul>
<h2 class="western">Die Lebensmittelindustrie als Prototyp</h2>
<p>Ein weiteres, geradezu prototypisches Beispiel ist übrigens die Lebensmittelindustrie – auch darauf komme ich im Video zu sprechen:</p>
<ul>
<li>Grundsätzlich ist es so, dass uns bestimmte Lebensmittel natürlicherweise gut schmecken, also positiv verstärkend sind, weil sie dazu führen, dass wir nicht nur gesättigt werden, sondern uns auch ausreichend mit allen Nährstoffen versorgen. Viele süße Lebensmittel, wie Obst, enthalten viele Vitamine oder andere Nährstoffe und Pflanzenstoffe, die wir benötigen. Vermutlich ist genau dies der Grund, warum wir im Laufe der Evolution unter anderem eine Präferenz für den süßen Geschmack entwickelten. Ähnlich verhält es sich mit anderen Geschmacksrichtungen, die wir präferieren.</li>
</ul>
<p>Die Lebensmittelindustrie hat es nun geschafft, durch das Design neuer Produkte diese natürlichen Mechanismen so zu kombinieren, dass eine maximale sofortige Belohnung eintritt:</p>
<ul>
<li>In den Laboren erprobt sie die richtige Mischung aus Zucker, Fett, Salz, Konsistenz und Schmelzgefühl im Mund. Dabei optimiert sie die Lebensmittel dahingehend, dass möglichst viel und möglichst oft von ihnen gegessen wird. Dadurch entfernen sich aber nunmehr die eigentlichen natürlichen Grundprozesse, die unserer Gesundheit dienen sollen, von ihrem Ziel und beginnen stattdessen, unsere Gesundheit zu ruinieren. Vielen ist dies bekannt, aber die kurzfristige Belohnung ist stärker als die Selbstkontrolle.</li>
</ul>
<h2 class="western">Dating-Sucht und Bindungsmuster</h2>
<p>Vor diesem psychologischen Hintergrund wundert es nicht, dass mittlerweile auch die <strong><a href="https://www.jmir.org/2025/1/e72850/" target="_blank" rel="noopener">Studien</a> </strong>zunehmen, die sich mit Dating-Sucht beschäftigen. Es wurde bereits eine Reihe von Fragebögen zu diesem Thema entwickelt.</p>
<p>Einer meiner <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/angst-vor-ablehnung-aengstliche-bindung-aengstlich-vermeidende-bindung-und-suchthaftes-datingverhalten/"><strong>letzten Blogartikel</strong> </a>stellt dar, wie Mechanismen der Dating-Plattformen insbesondere auch bei Menschen mit ängstlicher, vermeidender oder ängstlich-vermeidender Bindung Suchtverhalten induzieren können.</p>
<h3 class="western">Nicht alle Menschen werden süchtig</h3>
<p>Nun bedeutet dies natürlich keineswegs, dass alle süchtig werden. Schließlich werden auch nicht alle esssüchtig, und nicht jede:r, der einmal oder gelegentlich in ein Casino geht, gehört zu den Spielsüchtigen. Hier tritt als regulierender Faktor die Selbstkontrolle auf. Je stärker meine Selbstkontrolle ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich selbst bei der Konfrontation mit suchterzeugenden Strukturen weiterhin  maßhalten kann.</p>
<p>Im Dating-Bereich zeigt dies beispielsweise auch eine <a href="https://www.akjournals.com/view/journals/2006/8/4/article-p804.xml" target="_blank" rel="noopener"><strong>neuere Untersuchung von</strong> <i>Lucien Rochat und Kolleg:innen</i></a>. Die Autor:innen konnten bei Teilnehmenden am Online-Dating vier sich voneinander unterscheidende Cluster identifizieren, wobei sich nur eines dieser Cluster (27,6 %) durch starkes Suchtverhalten charakterisierte. Bei einem weiteren Cluster (25,1 %) waren dysfunktionale Tendenzen erkennbar, die jedoch noch nicht den Schweregrad eines süchtigen Verhaltens erreichten.</p>
<h2 class="western">Wie wir uns vor Suchtstrukturen schützen können</h2>
<p>Schützen können wir uns vor Suchtverhalten insbesondere dann, wenn wir die Suchtstrukturen durchschauen und insofern nicht quasi automatisch, implizit oder unbewusst in sie geraten. Denn in diesem Moment bemerken wir sie nicht selten erst dann, wenn es zu spät ist.</p>
<p>Die reine Einsicht ist aber noch nicht genug. Auch wenn wir Suchtstrukturen durchschauen, können wir ihnen dennoch anheimfallen.</p>
<p>Entscheidend ist daher die Kombination der Einsicht in die Suchtstruktur mit einem geplanten Handeln unsererseits, das dezidiert nicht das tut, was die Suchtstruktur von uns möchte:</p>
<ul>
<li>Beispielsweise nicht noch einmal schnell in der Dating-App nachzuschauen, ob ich vielleicht ein neues Match habe.</li>
</ul>
<h2 class="western">Dating-Apps innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftsordnung</h2>
<p>Das ganze Dating-System ist ebenso wie andere Systeme in unsere kapitalistische Wirtschaftsordnung eingebettet, deren Gesetz darin besteht, dass Anbieter:innen ihre Gewinne maximieren möchten.</p>
<p>Allein durch die Intention, den eigenen Gewinn zu maximieren, kreiere ich als Anbieter:in Strukturen, die den Käufer:innen kurzfristige Belohnungen geben, damit ich sie bei der Stange halte.</p>
<p>Dadurch wiederum geraten Käufer:innen schnell unter die Kontrolle eines intermittierenden Verstärkersystems, das sie sehr oft kurzfristig belohnt, langfristig aber bestraft.</p>
<h3 class="western">Dauerhafte Partnerlosigkeit als langfristige Bestrafung</h3>
<p>Die langfristige Bestrafung besteht für einen erheblichen Anteil der Nutzer:innen von Dating-Apps in dauerhafter Partnerlosigkeit.</p>
<p>Leider geht es sogar noch darüber hinaus:</p>
<ul>
<li>Nach einer <strong><a href="https://news.sky.com/story/almost-two-thirds-of-tinders-users-are-already-in-a-relationship-and-half-dont-even-want-a-date-12920718" target="_blank" rel="noopener">Auswertung</a> </strong>sind beispielsweise circa zwei von drei Nutzer:innen von Tinder längst in einer partnerschaftlichen Beziehung. Dies hindert sie nicht daran, das Online-Dating fortzusetzen. Ihre Profile und die Matches mit ihnen sind für die anderen Teilnehmenden, die tatsächlich eine Beziehung suchen, weiterhin kurzfristige Belohnungsreize, letztlich jedoch offensichtlich hinderlich.</li>
</ul>
<p>Wenn selbst diejenigen zu den Apps kommen oder in ihnen bleiben, die eine Beziehung gefunden haben, ist dies aus Monetarisierungssicht natürlich ideal.</p>
<p>Eine Nebenfolge kann jedoch sein, dass unsere Beziehungen brüchiger werden oder Dating-Beziehungen schnell enden, weil wir uns durch das fortgesetzte Dating letztlich nicht auf sie einlassen. Eben dies sehe ich auch beim <strong><a href="https://news.sky.com/story/almost-two-thirds-of-tinders-users-are-already-in-a-relationship-and-half-dont-even-want-a-date-12920718" target="_blank" rel="noopener">Coaching</a> </strong>bei manchen Klient:innen.</p>
<h2 class="western">Milliardenmarkt und Marktkonzentration</h2>
<p>Nehmen wir all dies zusammen, verwundert es nicht mehr, dass Online-Dating erstens ein globaler Milliardenmarkt ist und sich gleichzeitig das Dating-Kapital in immer weniger Händen konzentriert:</p>
<ul>
<li>Der <strong><a href="https://www.ft.com/content/d30d7d72-b223-4b92-b670-fa3bc4fee2cc" target="_blank" rel="noopener">Dating-Konzern Match</a></strong> besitzt in Wirklichkeit die größten Dating-Apps, die sich insofern nur scheinbar Konkurrenz machen: Tinder gehört zur Match Group, die 44 weitere Dating-Plattformen besitzt, darunter Hinge und OkCupid. Im vergangenen Jahr meldete der Konzern einen Umsatz von knapp 2,5 Milliarden US-Dollar.</li>
</ul>
<p>Wir müssen dabei keineswegs davon ausgehen, dass sich eine kleine Gruppe von Menschen zusammensetzt und böswillig plant, uns alle partnerlos zu machen. Dies ist nicht nötig.</p>
<p>Es genügt, wenn die entsprechenden Konzerne ihre Systeme so optimieren, dass die Gewinne maximiert werden. Allein diese Gewinnmaximierung führt unmittelbar zu den dargestellten Nebenfolgen.</p>
<h2 class="western">Warum trotzdem Beziehungen über Dating-Apps entstehen</h2>
<p>Natürlich entstehen auch über Dating-Apps Beziehungen und selbstverständlich auch Beziehungen, die halten. Auch manche Gleichklang-Mitglieder haben mir bereits geschrieben, dass sie bei dieser oder jener Dating-App ihre Partnerschaft fanden.</p>
<p>Nur sind Dating-Apps eben nicht darauf ausgerichtet, die Wahrscheinlichkeit einer solchen Partnerschaft zu maximieren. Im Gegenteil: Sie erzeugen indirekt Nebenfolgen, die diese Wahrscheinlichkeit minimieren.</p>
<p>Da es gleichzeitig aber eine riesige Anzahl an Nutzer:innen gibt, kennt jede:r das eine oder andere Paar, das sich über eine Dating-App kennenlernte.</p>
<h3 class="western">Der Bedeutungsverlust dritter Orte</h3>
<p>Da Dating-Apps zudem zunehmend an die Stelle früherer Wege der Partnerfindung treten, <strong><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/partnersuche-im-oeffentlichen-raum/">nimmt der Einfluss sogenannter dritter Orte wie Cafés, Museen oder Vereine immer mehr ab</a></strong>. Dadurch erleben wir die Dating-App umso mehr als alternativlos.</p>
<p>Auch wenn wir noch gerne an dritten Orten suchen, stoßen wir dort auf weniger Bereitschaft und Offenheit als früher, unter anderem auch deshalb, weil wir gerne in Cafés sitzen und alle auf unser Handy schauen. <strong><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/phubbing-oder-wie-smartphones-unser-beziehungen-und-unser-leben-beeintraechtigen/">Phubbing</a></strong> nennen wir dieses Phänomen, und nicht selten befindet sich auf dem Handy auch die eine oder andere Dating-App.</p>
<p>So wird es objektiv immer schwerer, außerhalb des Internets eine partnerschaftliche Beziehung zu finden.</p>
<h2 class="western">Das Sieben-Schritte-Schema für erfolgreiches Online-Dating</h2>
<p>Das von mir vorgeschlagene <strong><a href="https://www.n-tv.de/panorama/Online-Dating-Psychologe-erklaert-Formel-fuer-die-Partnersuche-article26053521.html" target="_blank" rel="noopener">Sieben-Schritte-Schema für ein erfolgreiches Online-Dating</a></strong> beruht auf dem gezielten Einsatz von Selbstkontrolle, um die Chancen für eine Partnerfindung möglichst zu erhöhen und gleichzeitig negative Folgewirkungen wie sinkende Bindungsbereitschaft, Ablehnungshaltung, schlechtere Entscheidungen oder Sucht zu vermeiden.</p>
<h2 class="western">Ist Gleichklang eine Alternative?</h2>
<ul>
<li>Wahrscheinlich hat sich bei einigen Leser:innen bereits die Frage gestellt, was wir sagen wollen, wenn wir solche Texte als Dating-Anbieter:innen verfassen? Sind es nicht die gleichen Prinzipien, von denen auch Gleichklang lebt? Verdient nicht auch Gleichklang insbesondere dann, wenn die Mitglieder niemanden finden, also partnerlos bleiben? Sagen wir nicht sogar an jeder Stelle, dass die Partnersuche auch längere Zeit dauern kann, dass Mitglieder von Gleichklang im Durchschnitt zwei Jahre auf der Suche sind, viele aber auch deutlich länger suchen? Beruht damit nicht auch unsere Monetarisierung darauf, dass wir die Menschen hin zur Online-Partnersuche und weg von der Partnerfindung führen?</li>
</ul>
<p>Natürlich sind alle diese Fragen berechtigt. Dennoch glaube ich, dass wir die letzte Frage verneinen können:</p>
<ul>
<li>Denn das eigentliche Problem entsteht gerade daraus, dass Monetarisierungsprinzipien – also das zugrunde liegende Wirtschaftsinteresse der Plattform – dezidiert so ausgerichtet werden, dass Teilnehmende kurzfristige Belohnungen einkaufen, die sie jedoch langfristig von der Partnerfindung wegführen. Das Problem kann daher auch nur dann entstehen, wenn solche kurzfristigen Belohnungen durch eine Plattform tatsächlich eingesetzt werden.</li>
</ul>
<p>Genau hier unterscheidet sich jedoch die Struktur von Gleichklang tatsächlich massiv von den Strukturen anderer Anbieter:innen:</p>
<h3 class="western">Keine käuflichen Belohnungsreize bei Gleichklang</h3>
<p>Es gibt bei Gleichklang keine Möglichkeit für einen Super-Boost oder ein Super-Like. Sie können weder neue Vorschläge kaufen, noch können wir gegen eine Extragebühr Matches erzeugen.</p>
<p>Dadurch lenken wir die Aufmerksamkeit unserer Mitglieder nicht auf die Vorstellung, dass mehr auch mehr bedeutet und sie sich hauptsächlich darauf konzentrieren sollten, durch Bezahlung für viele Vorschläge oder Matches zu sorgen.</p>
<p>Indem wir die Aufmerksamkeit unserer Mitglieder nicht auf diese Vorstellungen lenken, nutzen wir automatisch auch nicht diejenigen Prinzipien, die zu wachsender Ablehnungshaltung, stärkerer Oberflächlichkeit, schlechteren Entscheidungen sowie sinkender Bindungsbereitschaft führen.</p>
<h3 class="western">Warum wir über eine längere Partnersuche informieren</h3>
<p>Die Tatsache, dass wir unsere Mitglieder darüber informieren, dass die Partnersuche oft längere Zeit dauert, beruht also nicht darauf, dass wir selbst als Anbieter aktiv – wenn auch indirekt – dazu beitragen, dass unsere Mitglieder keine Partnerschaft finden. Die Information, die wir geben, entspricht vielmehr einfach nur der Wirklichkeit.</p>
<p>Zugleich geben wir diese Information auch, damit es Mitgliedern gelingt, die Zeiten, in denen sie bei der Partnerfindung nicht erfolgreich sind, bei uns zu überbrücken. Dieses Überbrücken dient jedoch nicht nur unseren Einnahmen, sondern erhöht gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass diese Mitglieder tatsächlich eines Tages eine Beziehung finden.</p>
<h2 class="western">Die Struktur von Gleichklang als Sicherheitsanker</h2>
<p>Hintergrund dieser Strukturbesonderheit von Gleichklang ist, dass wir uns vor 20 Jahren schlichtweg mit dem Ziel gründeten, partnerschaftliche Beziehungen zu ermöglichen.</p>
<p>Wir haben uns dabei ausschließlich an psychologischen Prinzipien orientiert, die die Partnerfindung fördern können, während unsere Systeme niemals einer Systemoptimierung unterzogen wurden, die zu einer Maximierung der Einnahmen geführt hätte.</p>
<p>Diese Struktur haben wir seither stur fortgesetzt, auch wenn sich die modernen Dating-Systeme sprunghaft von uns entfernt haben.</p>
<p>Die sture Fortsetzung dieser Struktur fungiert insofern als ein Sicherheitsanker, der süchtiges und für die Partnerfindung schädliches Verhalten unserer Mitglieder typischerweise verhindern kann.</p>
<h3 class="western">Zu langweilig für Sucht</h3>
<p>Um nur einen weiteren Aspekt zu benennen:</p>
<ul>
<li>Wir werden kaum jemals von etwas süchtig, wenn es uns nicht zumindest am Anfang schnellen Spaß, Ablenkung und sofortige Belohnung bringt.</li>
</ul>
<p>Genau deswegen habe ich in nunmehr fast 20 Jahren noch von keinem einzigen Mitglied gehört, das sagte, dass es durch Gleichklang süchtig geworden sei.</p>
<p>Mit anderen Worten:</p>
<ul>
<li>Wir sind viel zu langweilig, als dass Sucht überhaupt erst entstehen könnte.</li>
</ul>
<h3 class="western">Die tatsächlichen Ziele der Gleichklang-Mitglieder</h3>
<p>Die <strong><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/gleichklang-tinder-motive/">allermeisten Mitglieder bei Gleichklang</a></strong> haben nach wie vor das Ziel, eine Beziehung oder auch Freundschaften zu finden. Sie nutzen Gleichklang nicht – das hat auch eine frühere Umfrage gezeigt –, um sich von Langeweile abzulenken, kurzfristigen Spaß oder Nervenkitzel zu erleben, ihren Selbstwert zu stabilisieren, rein virtuell zu chatten oder sich auf andere Art und Weise zu amüsieren, die für die Beziehungsentstehung nicht zielführend ist. Sie tun dies deshalb nicht, weil wir diese Möglichkeiten nicht anbieten.</p>
<h3 class="western">Obligatorische Jahresgebühren statt Einzelkäufe</h3>
<p>Ein Grund, warum diese Möglichkeiten bei uns nicht dennoch entstehen – schließlich kann auch ein Profil bei Gleichklang als Belohnungsreiz wirken –, liegt in einem weiteren Prinzip unserer Monetarisierung:</p>
<ul>
<li>Wir erheben zwar sozial gestaffelte, aber obligatorische Gebühren, die sich nicht auf Einzelaktivitäten, sondern auf einen Jahresverlauf beziehen.</li>
</ul>
<p>Um ihre ganzen schnellen, kurzfristigen Belohnungen durch besonders attraktive Profile ständig bieten zu können, sind andere Dating-Anbieter:innen auf eine riesige Anzahl an Nutzer:innen angewiesen:</p>
<ul>
<li>Solche großen Nutzer:innenzahlen sind aber nur erreichbar, wenn mindestens der Einstieg kostenlos ist und zudem nicht eine halbe bis eine ganze Stunde durch das Ausfüllen komplexer Fragebögen in Anspruch nimmt, sondern in wenigen Minuten zu bewerkstelligen ist.</li>
</ul>
<p>Auch hier sind wir bei Gleichklang stur bei unserer – von Werbeagenturen abgeratenen – Struktur geblieben, sodass jedenfalls bei der überwältigenden Mehrheit der Mitglieder beim besten Willen kein Suchtverhalten entstehen kann.</p>
<p>Dadurch wird gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass sich allein durch das Dating eine Ablehnungshaltung, oberflächliche Suchkriterien, schlechtere Entscheidungen und sinkende Bindungsbereitschaft entwickeln.</p>
<h2 class="western">Schwierigkeiten der Partnerfindung trotz anderer Plattformstruktur</h2>
<p>Dies bedeutet nicht, dass bei Gleichklang nicht auch vielfältige und zahlreiche Schwierigkeiten die Partnerfindung beziehungsweise die Bindungsfindung zwischen den Mitgliedern behindern können.</p>
<p>Diese Schwierigkeiten ergeben sich jedoch, jedenfalls nach dem, was uns bekannt ist, nicht dezidiert aus der Struktur unserer Plattform, die sie quasi anregen, ermutigen oder induzieren würde, sondern aus der Realität des menschlichen Lebens.</p>
<p>Genannt seien als Beispiele Bindungsambivalenzen, Bindungsängste oder auch Phänomene wie <strong><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/alles-ueber-ghosting-warum-ghosting-und-was-sind-die-konsequenzen/">Ghosting</a></strong>.</p>
<h2 class="western">Warum es Gleichklang international braucht</h2>
<p>In diesem Sinne glaube ich übrigens tatsächlich, dass weltweit gesehen eine Plattform wie Gleichklang in vielen Ländern fehlt.</p>
<p>Denn tatsächlich haben sich selbst solche Plattformen, die unter alternativen Begriffen wie „<a href="https://www.gleichklang.de/vegetarierer-veganer/" target="_blank" rel="noopener">vegetarisch</a>“, „<a href="https://www.gleichklang.de/besonderheiten/ueberzeugungen-lebensstile/veganer/" target="_blank" rel="noopener">vegan</a>“ oder „<a href="https://www.gleichklang.de/spirituelle-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">spirituell</a>“ firmieren, ganz den Prinzipien der modernen Dating-Systeme verschrieben.</p>
<p>Auch ihre Monetarisierung läuft typischerweise nach den gleichen Prinzipien.</p>
<h3 class="western">Die geplante Internationalisierung</h3>
<p>Genau aus diesem Grund sind wir nunmehr auch seit einigen Monaten dabei, unsere schon lange geplante Internationalisierung tatsächlich voranzubringen:</p>
<ul>
<li>In einigen Monaten wird Gleichklang als erster Schritt zusätzlich auf Englisch verfügbar sein.</li>
</ul>
<p>Fraglos werden nur langsam entsprechende Neumitglieder aus den verschiedenen Ländern zu uns finden. Trotzdem kann dies auch für die aktuellen Mitglieder von Gleichklang in Deutschland, Österreich oder der Schweiz interessant sein, da unter den neuen Mitgliedern sicherlich auch Menschen aus naheliegenden Nachbarländern wie den Niederlanden oder Tschechien sein werden. Oder auch, weil vielleicht ein ganz anderes Land oder ein ganz anderer Kulturbereich ihr besonderes Interesse weckt und es auch dort Gleichklang-Mitglieder geben wird.</p>
<h2 class="western">Wie es mit Gleichklang weitergeht</h2>
<p>Wie es mit Gleichklang genau weitergehen soll, darüber werden wir übrigens in einem der nächsten Blogartikel informieren.</p>
<p>Bis dahin und darüber hinaus begleiten wir Sie selbstverständlich gerne weiterhin bei Ihrer Beziehungssuche:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;.</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19359" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/dating-app-liebespaar1.jpg" alt="Foto zeigt glückliches Liebespaar, was sich über Dating App fand." width="1411" height="788" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/dating-app-liebespaar1.jpg 1411w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/dating-app-liebespaar1-300x168.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/dating-app-liebespaar1-1024x572.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1411px) 100vw, 1411px" /></p>
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			</item>
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		<title>Bindungssicher werden: Wie wir unseren Bindungsstil verändern können</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 18:57:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Was uns die psychologische Forschung über die Möglichkeit sagt, bindungssicher zu werden, und wie das Online-Dating dabei helfen kann Wer bindungssicher ist, wird glücklicher in der Liebe und auch im Leben. Es macht also Sinn, darüber nachzudenken, wie wir bindungssicherer werden. Dieser Artikel soll den Leser:innen den Anreiz geben, nicht nur darüber nachzudenken, sondern tatsächlich <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/bindungssicher-werden-wie-wir-unseren-bindungsstil-veraendern-koennen/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Bindungssicher werden: Wie wir unseren Bindungsstil verändern können</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Was uns die psychologische Forschung über die Möglichkeit sagt, bindungssicher zu werden, und wie das Online-Dating dabei helfen kann</h2>
<p>Wer bindungssicher ist, wird glücklicher in der Liebe und auch im Leben. Es macht also Sinn, darüber nachzudenken, wie wir bindungssicherer werden. Dieser Artikel soll den Leser:innen den Anreiz geben, nicht nur darüber nachzudenken, sondern tatsächlich die notwendigen Schritte zu tun, damit Bindungssicherheit entsteht. Es ist möglich!</p>
<p>In meinem <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/angst-vor-ablehnung-aengstliche-bindung-aengstlich-vermeidende-bindung-und-suchthaftes-datingverhalten/"><b>letzten Blog-Artikel</b></a> ging es darum, dass sowohl Menschen mit ängstlich-klammernder Bindung als auch Menschen mit ängstlich-vermeidender Bindung häufiger zu einem süchtigen und dysfunktionalen Datingverhalten neigen.</p>
<ul>
<li>Bei ängstlich-klammernder Bindung stehen Angst vor Verlust, Klammern an einzelne Personen und ein sehr hohes Bedürfnis nach Nähe im Vordergrund.</li>
<li>Bei ängstlich-vermeidender Bindung besteht einerseits ebenfalls ein starkes Bedürfnis nach Nähe und eine Angst vor Verlust, andererseits aber auch eine Angst vor Nähe und eine Tendenz, Bindung zu vermeiden oder abzubrechen.</li>
</ul>
<p>Online-Dating kann für Menschen mit diesen Bindungsstilen zu einem Medium dysfunktionaler Gefühlsregulation werden:</p>
<ul>
<li>Es dient dann nicht der Entstehung tragfähiger zwischenmenschlicher Beziehungen, sondern der kurzfristigen Beruhigung, Ablenkung oder Bestätigung. So können gerade die Bindungsmuster aufrechterhalten werden, die eigentlich überwunden werden sollen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Den eigenen Bindungsstil erkennen, ohne ihn als Schicksal zu behandeln</h2>
<p>In meinem heutigen Artikel geht es darum, was wir konkret tun können, um unseren Bindungsstil zu verändern, wenn wir dies möchten.</p>
<p>Sind Sie unsicher, welchen Bindungsstil Sie haben? Sie können diese beiden kostenlose Tests machen:</p>
<p><strong><a href="https://gleichklang-studien.de/?task=test_question&amp;tid=13" target="_blank" rel="noopener"> <span id="symbol" class="symbol large">→</span> „Habe ich eine ängstliche Bindung?“</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://gleichklang-studien.de/?task=test_question&amp;tid=12" target="_blank" rel="noopener"><span id="symbol" class="symbol large">→</span> „Bin ich bindungsvermeidend?“ </a></strong></p>
<p>Die Interpretation der Ergebnisse beider Tests zusammen ist die Folgende:</p>
<ul>
<li>Wenn Sie in beiden Tests eine hohe Ausprägung haben, spricht dies für eine ängstlich-vermeidende Bindung.</li>
<li>Wenn Sie in beiden Tests eine geringe Ausprägung haben, spricht dies für einen sicheren Bindungsstil.</li>
<li>Wenn Sie nur im Test zur ängstlichen Bindung einen hohen Wert haben, nicht aber im Test zur vermeidenden Bindung, spricht dies vor allem für eine ängstliche Bindung. Wenn Sie umgekehrt nur im Test zur vermeidenden Bindung einen hohen Wert haben, spricht dies vor allem für eine vermeidende Bindung.</li>
</ul>
<p>Im Folgenden gebe ich zunächst einen kurzen Überblick über vier Studien beziehungsweise Forschungsarbeiten, die sich direkt oder indirekt mit der Veränderbarkeit von Bindungsstilen beschäftigen.</p>
<p>Es gibt zu diesem Thema erstaunlich wenig tragfähige Forschung und vieles ist noch unklar:</p>
<ul>
<li>Deshalb können wir nicht alle Schlussfolgerungen als bewiesene Fakten bezeichnen. Manche Hinweise müssen eher aus allgemeinen psychologischen Theorien und angrenzenden Forschungsbefunden hergeleitet werden.</li>
</ul>
<p>Im Anschluss an diesen Überblick gehe ich darauf ein, was wir aus psychologischer Perspektive und im Licht dieser Erkenntnisse am besten tun können, um zu einem sichereren Bindungsstil zu gelangen:</p>
<ul>
<li>Dabei beginne ich mit allgemeineren Strategien und komme abschließend ganz konkret zum Online-Dating.</li>
</ul>
<h2 class="western">Überblick: Wie veränderbar ist Bindung?</h2>
<p>Ein <a href="https://doi.org/10.1111/spc3.12808" target="_blank" rel="noopener">Überblicksartikel von <i>Chopik, Weidmann und Oh</i></a> zeigt, dass Bindungsstile relativ stabil sind, diese Stabilität aber nicht bedeutet, dass sie unveränderlich wären:</p>
<ul>
<li>Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen relativer Position und absoluter Ausprägung. Es ist so, dass Menschen mit zunehmendem Alter im Durchschnitt sicherer gebunden werden, aber ihre Position im Vergleich zu anderen Personen bleibt ähnlich, weil auch andere Menschen im Durchschnitt sicherer werden.</li>
</ul>
<p>Dies bedeutet:</p>
<ul>
<li>Die tatsächliche Bindungssicherheit wächst, auch wenn sich die relative Platzierung innerhalb einer Vergleichsgruppe nur wenig verändert.</li>
</ul>
<p>Die Autor:innen zeigen jedoch darüber hinaus, dass sich selbst die relative Platzierung verändern kann:</p>
<ul>
<li>Bindung ist also nicht in Stein gemeißelt.</li>
</ul>
<p>Als Faktoren, die zu Bindungsveränderungen beitragen können, nennen die Autor:innen unter anderem Reifung mit wachsendem Lebensalter, das Erproben in neuen sozialen Rollen (Beruf, Elternschaft, Ehrenämter etc.), besondere Lebensereignisse (an denen wir wachsen), neue Beziehungserfahrungen (aus denen wir lernen und Muster korrigieren oder erweitern), Erwerb von Selbstwirksamkeit durch Erfolgserlebnisse in den verschiedensten Bereichen, intentionale Veränderungen durch persönliche Ziele und bewusste Veränderungswünsche, die tatsächlich unser Verhalten und Erleben beeinflussen.</p>
<p>Besonders wichtig ist, dass spätere Beziehungserfahrungen alte Bindungsmodelle aktualisieren können. Menschen können also lernen, sich selbst und andere anders zu erleben als früher:</p>
<ul>
<li>Frühe Bindungserfahrungen sind wichtig, aber sie entscheiden nicht endgültig über unser späteres Beziehungsleben.</li>
</ul>
<h2 class="western">Bindungssicherheit lässt sich innerlich aktivieren</h2>
<p><i>Rowe, Gold und Carnelley</i> zeigen in einem <a href="https://doi.org/10.3390/ijerph17030968" target="_blank" rel="noopener">systematischen Übersichtsartikel</a>, dass Veränderungen im Bindungserleben auch experimentell erzeugt werden können. Sie untersuchen dabei Studien zum sogenannten <em>Attachment Security Priming</em>:</p>
<ul>
<li>Damit ist gemeint, dass Bindungssicherheit durch bestimmte Reize oder Vorstellungen aktiviert wird. Diese können in solchen Experimenten unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle liegen, etwa durch sehr kurz eingeblendete Bilder oder Wörter. Sie können aber auch bewusst wahrnehmbar und sogar durch die betreffenden Personen steuerbar sein, etwa indem Menschen sich eine sichere Bindungsfigur vorstellen oder über eine sichere Beziehungserfahrung schreiben.</li>
</ul>
<p>Aus der Sichtung der Autor:innen ergibt sich, dass solches Sicherheits-Priming tatsächlich wirksam ist. Es kann positive Gefühle aktivieren, negative Gefühle wie Ängste oder auch Traurigkeit reduzieren und Stress mindern. Wiederholtes Sicherheits-Priming scheint wirksamer zu sein als einmaliges Priming, und es gibt Hinweise, dass solches wiederholtes Priming von Sicherheit in unseren Bindungen günstige Effekte über Tage oder Wochen haben kann.</p>
<p>Leider fehlen aber Studien zu Langzeitauswirkungen, die über dieses Zeitfenster hinausgehen. Dennoch belegen diese experimentellen Studien, dass unser Bindungssystem beeinflussbar ist.</p>
<h2 class="western">Veränderung der Persönlichkeit</h2>
<p><a href="https://doi.org/10.1177/01461672241235737" target="_blank" rel="noopener"><i>Rufino, Hudson und Briskin </i>untersuchten,</a> ob durch eine Veränderung ungünstiger Persönlichkeitsmerkmale auch eine Veränderung von ängstlicher und vermeidender Bindung resultieren kann:</p>
<ul>
<li>Untersucht wurden Studierende über den Verlauf eines Semesters. Diese formulierten Ziele, welche Persönlichkeitsmerkmale sie gerne verändern wollten, und es wurde sodann über einen längsschnittlichen Verlauf mehrfach gemessen, ob sich tatsächlich Veränderungen ergaben und welche Auswirkungen diese auf ängstliche und vermeidende Bindung ausübten.</li>
</ul>
<p>Die Ergebnisse zeigten Folgendes:</p>
<ul>
<li>Studierende, die ihre negative Affektivität oder ihre Enthemmung verändern wollten, taten dies im Verlauf tatsächlich häufiger als Studierende, die diesbezüglich keine Veränderungsziele hatten. Negative Affektivität meint eine Tendenz zu starker negativer Emotionalität, Sorgen, Ängsten, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit und hoher Belastungsreaktivität. Disinhibition meint Schwierigkeiten mit Selbststeuerung, Planung, Impulskontrolle und konsequentem Verhalten.</li>
</ul>
<p>Wichtig für unser Thema ist nun aber vor allem:</p>
<ul>
<li>Veränderungen in negativer Affektivität und Disinhibition gingen mit Veränderungen in Bindungsangst und Bindungsvermeidung einher. Wenn negative Affektivität und Disinhibition abnahmen, nahmen auch Bindungsangst und Bindungsvermeidung ab und entsprechend nahm Bindungssicherheit zu.</li>
</ul>
<h2 class="western">Erworbene sichere Bindung: Was Menschen tatsächlich veränderten</h2>
<p><a href="https://doi.org/10.1111/jmft.12409" target="_blank" rel="noopener"><i>Olufowote </i><i>und Kolleg:innen</i> befragten Menschen</a>, die in ihrer Kindheit unsichere Bindungserfahrungen gemacht hatten und später dennoch zu einer sichereren Bindung gelangten. Mithilfe dieses Ansatzes gelang es den Autor:innen, eine Reihe einzelner Faktoren und Handlungsweisen zu identifizieren, aufgrund derer es den betreffenden Personen tatsächlich gelang, diesen Veränderungsprozess erfolgreich zu durchlaufen.</p>
<p>Dies waren die Handlungsweisen oder Strategien derjenigen, die von einer unsicher gebundenen Kindheit zu einer sicheren Bindung im Erwachsenenalter gelangten:</p>
<h3 class="western">Bewusste Entscheidung und wiederholte Übung</h3>
<p>Die Teilnehmenden beschrieben, dass sichere Bindung nicht einfach von selbst entstand. Vielmehr schilderten sie einen aktiven, oft anstrengenden und länger dauernden Prozes:</p>
<ul>
<li> Sie mussten sich bewusst dafür entscheiden, alte Muster zu erkennen und neue Verhaltensweisen zu üben. Sie mussten sich immer wieder fragen, wer sie sein und wie sie in Beziehungen handeln wollten. Die Bereitschaft, diesen Weg als eine bewusste Entscheidung einzuschlagen, war entscheidend.</li>
</ul>
<h3 class="western">Sturheit und Beharrlichkeit positiv nutzen</h3>
<p>Viele Teilnehmende beschrieben sich selbst als stur, hartnäckig oder unbeirrbar:</p>
<ul>
<li>Früher hatte diese Sturheit oft dazu beigetragen, dass sie an alten, unsicheren Mustern festhielten. Sie bestanden vielleicht darauf, recht zu haben, andere wegzustoßen, sich nicht verletzlich zu zeigen oder an alten Schutzstrategien festzuhalten. Im Veränderungsprozess wandelte sich diese Sturheit jedoch in positive Entschlossenheit zur sicheren Bindung. Dieselbe Kraft, die früher die Unsicherheit aufrechterhalten hatte, wurde nun eingesetzt, um Veränderung durchzuhalten.</li>
</ul>
<h3 class="western">Rückfälle als Teil und Ansporn des Veränderungsweges betrachten</h3>
<p>Alle Teilnehmenden berichteten, dass sie immer wieder in alte Muster zurückfielen:</p>
<ul>
<li>Sie klammerten, zogen sich zurück, testeten Beziehungen, reagierten aus alten Verletzungen heraus oder gingen in bekannte Abwehrstrategien. Entscheidend war jedoch, dass sie lernten, nach Rückfällen wieder aufzustehen und zu verstehen, was vorgefallen war.</li>
</ul>
<p>Einige beschrieben, dass sie ihre Beziehungen testeten, um zu sehen, ob die andere Person wirklich bleiben würde. Andere mussten lernen, Konflikte anders zu führen, Grenzen zu setzen, für sich selbst zu sorgen oder ihre eigene Stimme zu stärken. Rückschläge wurden von den Teilnehmenden zum Anlass genommen, es das nächste Mal besser zu machen.</p>
<h3 class="western">Von sicheren Bindungsmodellen lernen</h3>
<p>Für die Befragten waren andere Menschen von großer Bedeutung, an denen sie sichere Beziehungen überhaupt erst beobachten und erleben konnten:</p>
<ul>
<li>Solche Personen konnten Verwandte, Freund:innen, Mentor:innen, Partner:innen, Therapeut:innen, Lehrer:innen, Mitglieder von Glaubensgemeinschaften oder andere sichere Erwachsene sein.</li>
</ul>
<p>Indem sie sich solche stellvertretenden Bindungsfiguren suchten, konnten sie neue Erfahrungen machen.</p>
<h3 class="western">Psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen</h3>
<p>Nicht immer sind sichere Bindungsmodelle einfach zu finden. Therapie spielte deshalb für viele der Befragten eine wichtige Rolle:</p>
<ul>
<li>Die Autor:innen berichten, dass viele der Befragten im Laufe ihres Weges Einzeltherapie, Paartherapie, Gruppentherapie, bindungsorientierte Therapie, narrative Therapie oder traumafokussierte Verfahren wie EMDR oder DBT für sich nutzten.</li>
<li>Therapeut:innen konnten als stellvertretende Bindungsfiguren wirken, indem sie präsent, zuverlässig, validierend und engagiert waren.</li>
<li>Therapie half außerdem, frühere Erfahrungen einzuordnen, Trauma zu bearbeiten, Gefühle zu regulieren, neue Beziehungsmuster zu üben und das eigene Selbstbild zu verändern.</li>
</ul>
<h3 class="western">Wissen und Fertigkeiten systematisch erweitern</h3>
<p>Neben Therapie spielten viele Formen von Wissenserwerb, Bildung und Selbsthilfe für die Befragten eine Rolle:</p>
<ul>
<li>Manche Teilnehmende beschrieben, dass Bücher, Workshops, Beziehungstrainings, Ehe- oder Paarseminare oder formale Ausbildungen ihnen halfen, sich selbst und ihre Beziehungsmuster besser zu verstehen. Sie konnten so besser erkennen, was in ihnen geschah, warum sie reagierten, wie sie reagierten und welche Alternativen möglich waren.</li>
</ul>
<h3 class="western">Ein neues Bild von sich selbst gewinnen</h3>
<p>Auf der inneren Ebene waren die wichtigste Veränderung der Befragten die Neudefinition ihrer Identität und die Stabilisierung ihres Selbstwertes:</p>
<ul>
<li>Viele Teilnehmende hatten aus ihrer Kindheit Botschaften mitgenommen, dass sie nicht liebenswert, nicht wichtig, nicht genug oder grundsätzlich beschädigt seien. Sie mussten lernen, diese alten Botschaften nicht mehr als Wahrheit zu behandeln. Ein zentraler Schritt bestand darin, sich selbst nicht als defekt oder wertlos zu sehen.</li>
</ul>
<h3 class="western">Zwischen alten Verletzungen und der aktuellen Situation unterscheiden lernen</h3>
<p>Für die Veränderung des Selbstbildes war es essenziell, zu erkennen, dass die aktuellen Selbstzweifel und das aktuelle Erleben in Wirklichkeit nicht die gleiche Bedeutung haben wie die alten Verletzungen:</p>
<ul>
<li>So lernten die Befragten, ihre Selbstsicht und ihre Fremdsicht infrage zu stellen und anpassen zu können. Sie mussten insbesondere lernen, negative Überzeugungen über sich selbst als alte Verletzung und nicht als objektive Wahrheit zu erkennen. Einige konnten sogar Eigenschaften, die sie früher abwerteten, neu als Stärken verstehen.</li>
<li>Andere begannen, sich selbst freundlicher zu behandeln. Sie lernten, dass sie auch dann wertvoll sind, wenn sie Bedürfnisse haben, Fehler machen oder verletzlich sind. Dadurch veränderte sich ihre Beziehung zu anderen Menschen.</li>
</ul>
<h3 class="western">Aus der Opferrolle herauskommen</h3>
<p>Mehrfach berichteten Befragte, dass es für sie ein entscheidender Schritt gewesen sei, die Opfermentalität aufzugeben:</p>
<ul>
<li>Dies bedeutet nicht, dass sie nicht wirklich Opfer von Vernachlässigung, Missbrauch, Gewalt oder Zurückweisung gewesen wären. Viele hatten tatsächlich schwere Erfahrungen gemacht. Gemeint war, dass sie nicht dauerhaft in einer Haltung bleiben wollten, in der ausschließlich die Vergangenheit oder andere Menschen ihr heutiges Handeln bestimmten.</li>
<li>Sie begannen, Verantwortung für ihr heutiges Verhalten zu übernehmen und dabei auch Feedback anzunehmen, eigene Anteile in Konflikten zu sehen und sich nicht nur über erlittenes Unrecht zu definieren.</li>
</ul>
<h3 class="western">Frieden mit der Vergangenheit schließen</h3>
<p>Manchen wurde es möglich, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen:</p>
<ul>
<li>Dies konnte bedeuten, eine andere Perspektive auf die Herkunftsfamilie und andere relevante Bezugspersonen zu richten. Manche erkannten, dass ihre Eltern selbst unsicher, überfordert, psychisch belastet oder in destruktiven Mustern gefangen waren. Andere setzten klarere Grenzen oder reduzierten den Kontakt. Wieder andere konnten vergeben. Entscheidend war, dass die Herkunftsfamilie nicht mehr unbewusst das heutige Beziehungsverhalten steuerte.</li>
</ul>
<h3 class="western">Vertrauen durch kleine Risiken einüben</h3>
<p>Die Befragten schilderten auch, dass sie begannen, kleine Risiken mit Vertrauen einzugehen. Dies war ein zentraler Schritt. Sie öffneten sich nicht plötzlich vollständig und vertrauten nicht blind, aber sie öffneten sich kontinuierlich und beobachteten, was dies mit ihnen machte:</p>
<ul>
<li>Sie erzählten einer vertrauenswürdigen Person etwas Persönliches. Sie baten um Unterstützung. Sie schlossen sich einer Gemeinschaft an. Sie ließen zu, dass jemand ihnen half. Sie machten gemeinsame Erfahrungen mit Menschen, die ähnliche Werte oder Ziele hatten. In vielen Fällen machten sie die Erfahrung, dass Vertrauen möglich ist.</li>
</ul>
<h3 class="western">Selbst ein verlässliches Rollenmodell werden</h3>
<p>Je sicherer die Befragten wurden, desto mehr konnten sie selbst zu Rollenmodellen werden:</p>
<ul>
<li>Sie beschrieben, dass sie nicht mehr nur Unterstützung suchten, sondern selbst verlässlicher für andere wurden. Sie wollten nicht mehr nur fragen: „Wer ist für mich da?“, sondern auch: „Wie kann ich für andere da sein?“ Sie wurden Mentor:innen, gute Freund:innen oder anderweitig sichere Bezugspersonen für jüngere Menschen. Sie lernten, zu geben, ohne sich selbst zu verlieren, und zu empfangen, ohne sich völlig abhängig zu fühlen. Dies ist ein Kennzeichen sicherer Bindung.</li>
</ul>
<h3 class="western">Viele kleine Schritte tun</h3>
<p>Es gab niemanden, der von einem auf den anderen Tag sicher gebunden war:</p>
<ul>
<li>Die Befragten schilderten einen komplexen Veränderungsprozess über die Zeit. Sie wurden sicherer, weil sie absichtlich an sich arbeiteten, Rückschläge überwanden, sichere Menschen als Vorbilder und Beziehungspartner fanden, Therapie oder andere Hilfen nutzten, ihren Selbstwert neu aufbauten, eine reine Opferhaltung verließen, Frieden mit der Vergangenheit schlossen, Grenzen setzten, kleine Vertrauensrisiken eingingen und schließlich selbst sicherer für andere und zu Vorbildern wurden. Dabei wirkten äußere und innere Veränderungen miteinander. Ein sichereres Selbstbild erleichterte neue Beziehungen. Neue, sichere Beziehungen stärkten wiederum das Selbstbild. So entstand allmählich ein neues Bindungserleben.</li>
</ul>
<h2 class="western">Was lässt sich aus diesen Studien nunmehr konkret entnehmen, wenn ich eine sichere Bindung erreichen möchte?</h2>
<p>Der erste Schritt besteht darin, die eigene Bindungssituation zu erkennen, sie aber nicht schicksalhaft zu interpretieren:</p>
<ul>
<li>Es ist hilfreich zu wissen, ob ich eher ängstlich-klammernd, eher vermeidend oder ängstlich-vermeidend reagiere.</li>
</ul>
<p>Aber diese Erkenntnis darf nicht zur Identität werden:</p>
<ul>
<li>Wer sagt: „So bin ich eben“, bleibt leichter im alten Muster stecken.</li>
</ul>
<p>Hilfreicher ist die Frage:</p>
<ul>
<li>„Welche konkreten Veränderungen möchte ich erreichen?“</li>
</ul>
<p>Gerade die Forschung zu intentionaler Veränderung zeigt, dass Veränderungsziele wichtig sind. Es reicht nicht, allgemein zu wünschen, weniger zu leiden. Wir sollten konkreter werden:</p>
<ul>
<li>Weniger klammern, weniger ausweichen, weniger impulsiv reagieren, mehr Vertrauen wagen, besser mit Distanz umgehen, Nähe zulassen, Konflikte anders führen oder verlässlicher handeln.</li>
</ul>
<h3 class="western">Selbstwirksamkeit ermöglicht Nähe und Distanz</h3>
<p>Entscheidend ist auch die Verbesserung der Selbstwirksamkeit:</p>
<ul>
<li>Selbstwirksamkeit bedeutet, dass ich mich als handlungsfähige Person erlebe. Ich erfahre, dass ich meinen Alltag gestalten, Schwierigkeiten bewältigen, Impulse regulieren, Ziele verfolgen und Beziehungen mitgestalten kann.</li>
</ul>
<p>Gerade bei Bindungsangst ist dies zentral, weil Bindungsangst oft mit dem Gefühl verbunden ist, ohne die andere Person nicht bestehen zu können:</p>
<ul>
<li>Wer sich selbst als abhängig erlebt, bekommt Panik, wenn Nähe abnimmt oder eine Trennung droht.</li>
<li>Wenn ich aber zunehmend erlebe, dass ich auch allein handlungsfähig, wertvoll und lebensfähig bin, verliert Verlustangst einen Teil ihrer Macht.</li>
</ul>
<h3 class="western">Richtiger Umgang mit der Vergangenheit</h3>
<p>Hierfür ist es ebenfalls tatsächlich wichtig, aus einer reinen Opferhaltung herauszukommen:</p>
<ul>
<li>Wenn ich mich nur als Opfer meiner Vergangenheit oder anderer Menschen erlebe, bleibe ich in Passivität gefangen. Erworbene sichere Bindung setzt voraus, dass ich mich wieder als handelndes Subjekt begreife. Ich bin nicht schuld an allem, was mir geschehen ist, aber ich kann Verantwortung dafür übernehmen, was ich heute tue.</li>
</ul>
<p>Gerade diese Verschiebung vom Erleiden zum Handeln ist ein zentraler Schritt.:</p>
<ul>
<li>Menschen verändern sich nicht im Kern dadurch, dass sie nur über Veränderung nachdenken, sondern dadurch, dass sie anders handeln und dabei neue Erfahrungen machen.</li>
</ul>
<p>Die Vergangenheit verliert Macht, wenn sie eingeordnet wird. Dazu kann auch gehören, die Vergangenheit anzunehmen.</p>
<p>Manchmal bedeutet dies, die eigene Herkunftsfamilie oder frühere Bindungspersonen mit einer neuen Perspektive zu sehen. Vielleicht erkenne ich, dass Eltern oder Bezugspersonen selbst in ihren Grenzen, Ängsten, Traumata oder Unfähigkeiten gefangen waren. In manchen Fällen kann daraus eine Aussöhnung entstehen, in anderen Fällen eher eine klare Grenzziehung. Beides kann heilsam sein.</p>
<p>Entscheidend ist, aktiv zu werden, um den richtigen Umgang mit der Vergangenheit zu finden und sodann umzusetzen.</p>
<h3 class="western">Bindung in konkreten Beziehungen gelernt</h3>
<p>Bindung verändert sich nicht nur durch Gedanken, sondern vor allem durch konkrete soziale Begegnungen. Das muss keine Partnerschaft sein. Wir können auch aus anderen sozialen Bezügen auf Partnerschaften generalisieren und umgekehrt.</p>
<p>Damit ich Bindung lernen kann, muss ich aktiv werden, um Rollenmodelle zu finden. Gelingt mir dies nicht in meinem Umfeld und auch nicht über den Online-Zugang, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Therapie die richtige Antwort ist.</p>
<h3 class="western">Das Gegenteil der eigenen Bindungsstruktur tun</h3>
<p>Die eigene Bindungsstruktur zeigt uns dabei, was wir üben müssen:</p>
<p>Meistens müssen wir genau das bewusst üben, was unser dysfunktionaler Bindungsstil vermeiden möchte.</p>
<p>Damit ergeben sich diese Implikationen für ängstliche und für vermeidende Bindung:</p>
<ul>
<li><i><b>Wenn ich ängstlich-klammernd gebunden bin,</b></i> suche ich häufig Rückversicherung. Ich möchte hören, dass die andere Person bleibt, mich liebt, mich nicht verlässt und wirklich verfügbar ist. Kurzfristig beruhigt mich das. Langfristig bleibt meine Angst aber bestehen, weil ich nicht lerne, Sicherheit auch in mir selbst und in zeitweiliger Distanz zu erleben. Als ängstlich gebundene Person übe ich daher, auf Rückversicherungen zu verzichten. Ich bitte meine Beziehungspartner, mir zeitweise keine Rückversicherung zu geben. Da ich außerdem immer Nähe will und Angst vor Distanz habe, plane ich bewusst Zeiten temporärer Trennung ein. Auch in diesen Zeiten rufe ich nicht ständig an, warte nicht auf die nächste SMS oder Messenger-Nachricht, sondern erlebe, dass ich auch mit Zeiten umgehen kann, in denen ich nichts von den Beziehungspartner:innen höre. Ich verbringe diese Zeiten mit etwas Positivem, sodass sich der Effekt sogar noch verstärkt. So lerne ich über wiederholte Erfahrungen, dass Sicherheit auch dann bestehen kann, wenn die andere Person gerade nicht verfügbar ist.</li>
<li><i><b>Wenn ich vermeidend gebunden bin</b></i>, sagt mir die Vermeidung: Zieh dich zurück, sage ab, reduziere den Kontakt, öffne dich nicht. Denn Nähe wird mir zu viel. Aber weil diese Vermeidung, auch wenn ich es kaum wahrnehme, angstgebunden ist, also Angst vor Verletzung, Strafe oder Zurückweisung enthält, spüre ich doch eine Sehnsucht nach Nähe in mir, woraus mein Veränderungswunsch entsteht. Anstatt einen Schritt zurückzugehen, tue ich daher einen Schritt nach vorn. Anstatt Nähe zu reduzieren, erhöhe ich sie. Ich lerne, in der Nähe zu verbleiben und gemeinsam positive Erfahrungen zu machen. Tue ich dies wiederholt, hört das Gefühl der Beengung auf und ich beginne, mich auf die Begegnung zu freuen.</li>
<li>Wenn ich sowohl ängstlich als auch vermeidend gebunden bin, also ängstlich-vermeidend, übe ich immer dann Nähe, wenn sich die Tendenz zur Vermeidung meldet, und ich übe Distanz, wenn Angst vor Verlust und übermäßiges Streben nach Nähe in den Vordergrund rücken. Bei denjenigen, bei denen beides jederzeit gleichzeitig oder ständig fluktuierend besteht, geht es direkt um die Einübung einer richtigen Balance.</li>
</ul>
<h2 class="western">Vertrauensvorschuss geben</h2>
<p>Wer nur vertraut, wenn es keinerlei Unsicherheit mehr gibt, wird niemals Vertrauen lernen:</p>
<ul>
<li>Ohne Vertrauensvorschuss kann Vertrauen nicht entstehen. So wie ein Mensch mit Höhenangst die Angst nur überwindet, wenn er in die Höhe geht, so kann ein Mensch mit Angst vor Enttäuschung oder Zurückweisung nur lernen, diese Angst zu überwinden oder zu begrenzen, wenn er Vertrauen gibt.</li>
</ul>
<p>Bei denen, bei denen nun sofort die Angst aufkommt oder der Gedanke einschießt „Ich werde ausgenutzt“, besteht offensichtlich ein Problem:</p>
<ul>
<li>Wie wünsche ich eine vertrauensvolle Partnerschaft aufzubauen, wenn dieser Gedanke mich hindert, überhaupt einen Schritt zu tun? Wir können damit umgehen, wenn wir verstehen, dass wir uns bei echten Verstößen gegen Vertrauen auch wieder distanzieren können. Indem wir lernen, uns auch eine Abgrenzung vorzustellen, lernen wir gleichzeitig, Vertrauen möglich zu machen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Vorstellungsübungen mit inneren Bildern</h2>
<p>Während die Handlungsebene zentral ist, können wir unseren Weg zu sicherer Bindung zusätzlich durch Visualisierung und gedankliche Arbeit unterstützen:</p>
<ul>
<li>Bei vermeidender Bindung kann ich mir eine sichere Verbindung vorstellen oder mich bewusst an positive soziale Begegnungen erinnern, die es in meiner Lebensgeschichte gab. Dadurch aktiviere ich im Gehirn Strukturen, die der Vermeidung entgegenstehen und Nähe zulassen.</li>
<li>Wenn Verlustangst und Klammern im Vordergrund stehen, kann ich an sichere Bindungsfiguren denken, um deren Verlust ich mich nicht ständig fürchten musste. Ich kann eigene Erinnerungen an verlässliche Menschen wachrufen.</li>
</ul>
<p>Auch Erzählungen, Literatur, Kunst oder Filme können manchmal helfen, innere Bilder sicherer Bindung aufzubauen.</p>
<p>Solche Vorstellungsübungen ersetzen aber nicht die Arbeit am Verhalten. Sie können sie ergänzen und verstärken. Entscheidend bleibt, dass sichere Bindung in realen Beziehungen erlebt und eingeübt wird.</p>
<h2 class="western">Wie kann mir mein Online-Dating helfen</h2>
<p>Die in meinem letzten Blog-Artikel beschriebene Tendenz sowohl der ängstlich-klammernden als auch der ängstlich-vermeidenden Menschen zu dysfunktionalem oder sogar suchtartigem Online-Dating gibt uns zugleich einen ganz wichtigen Hinweis, wie wir es anders machen können:</p>
<ul>
<li>Wenn dysfunktionales Online-Dating Bindungsunsicherheit verstärken kann, kann funktionales Online-Dating umgekehrt zu sichererem Bindungsverhalten beitragen.</li>
</ul>
<p>In meinen beiden wohl mit am wichtigsten Videos wird detailliert und umsetzbar beschrieben, wie wirksames, funktionales Online-Dating vonstattengehen kann und sollte:</p>
<p><strong><a href="https://youtu.be/-f2toE28j40" target="_blank" rel="noopener"><span id="symbol" class="symbol large">→</span> Dating reicht nicht: Wie aus Partnersuche Partnerfindung wird</a> </strong>(ich bitte, die schlechte Tonqualität dieses Videos zu entschuldigen)</p>
<p><strong><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener"><span id="symbol" class="symbol large">→</span> Endlich Erfolg bei der Partnersche </a></strong></p>
<p>Tatsächlich führt die Umsetzung der hier gegebenen Ratschläge fast automatisch zu einer stärkeren Ausrichtung der eigenen Person auf sichere Bindung.</p>
<p>Im Folgenden fasse ich die wichtigsten Aspekte noch einmal zusammen:</p>
<h3 class="western">Mehrgleisigkeit vermeiden</h3>
<p>Wer sichere Bindung entwickeln möchte, sollte im Online-Dating nicht auf dauerhafte Mehrgleisigkeit setzen:</p>
<ul>
<li>Wenn sich ein Kontakt ernsthaft entwickelt, ist es sinnvoll, das parallele Dating mit anderen Personen zu beenden.</li>
</ul>
<p>Gerade für ängstlich-klammernde Menschen kann dies zunächst Angst auslösen:</p>
<ul>
<li>Wenn Verlustangst entsteht, liegt es nahe, sofort Alternativen zu suchen, weitere Profile anzuschauen, neue Chats zu beginnen oder sich durch mehr Datingoptionen zu beruhigen. Genau dadurch wird aber die Verlustangst nicht überwunden, sondern stabilisiert. Funktionales Dating bedeutet, nicht sofort in die nächste Ablenkung zu gehen, sondern bei einem passenden Kontakt zu bleiben und die entstehende Unsicherheit bewusst auszuhalten. Ich lerne dann, dass ich nicht ständig Alternativen brauche, um mich sicher zu fühlen.</li>
</ul>
<p>Für vermeidende Menschen entsteht die Herausforderung an einer anderen Stelle:</p>
<ul>
<li>Wenn Nähe wächst, wird sie schnell zu eng. Dann kommt der Impuls, den Kontakt zu beenden, sich innerlich zurückzuziehen oder sich in den nächsten oberflächlichen Online-Chat zu stürzen. Funktionales Online-Dating bedeutet hier, nicht automatisch dem Rückzugsimpuls zu folgen. Stattdessen arbeite ich daran, gemeinsame Nähe zuzulassen. Ich bleibe im Kontakt und lasse schrittweise zu, dass aus einem Kontakt eine Beziehung entstehen kann. Dafür ist authentische und offene Kommunikation entscheidend.</li>
</ul>
<h3 class="western">Reale Begegnungen sind nötig</h3>
<p>Funktionales Dating bedeutet, nicht endlos im Chat zu verbleiben, sondern bei ausreichender Grundpassung möglichst bald in reale Begegnungen überzugehen:</p>
<ul>
<li>Mehrfache reale Begegnungen mit der gleichen Person ermöglichen, uns wirklich kennenzulernen und die Beziehungsmöglichkeiten auszuloten. Wenn eine Grundpassung vorhanden ist, geht es darum, den Einstieg in eine Beziehung nicht durch endloses Weiterdaten zu sabotieren.</li>
</ul>
<h3 class="western">Mit der Beziehung geht die Beziehungsarbeit los</h3>
<p>Mit dem Einstieg in eine Beziehung hört die Arbeit nicht auf:</p>
<ul>
<li>Nun gilt es, sichere Bindung weiter einzuüben. Dazu gehören Phasen intensiver Nähe und ebenso Phasen temporärer räumlicher oder zeitlicher Distanz. Wer ängstlich-klammernd reagiert, kann jetzt in einer realen romantischen Beziehung lernen, Distanz nicht sofort als Gefahr zu interpretieren. Wer vermeidend reagiert, kann nun ebenfalls in einer realen romantischen Beziehung lernen, Nähe nicht sofort als Bedrohung zu erleben.</li>
</ul>
<p>Wichtig ist dabei weiterhin und immer die offene Kommunikation, die radikale Ehrlichkeit, damit Übungen nicht als Zurückweisung oder Druck erlebt werden. Partner sollten nicht verletzt oder instrumentalisiert werden. Es geht darum, gemeinsam ein Beziehungsklima zu schaffen, in dem Nähe und Eigenständigkeit gleichzeitig möglich sind.</p>
<h3 class="western">Beziehungssicherheit wächst durch Turbulenzen</h3>
<p>Auch Turbulenzen gehören zu sicherer Bindung:</p>
<ul>
<li>Manche Menschen sehen sofort rote Flaggen und beenden einen Kontakt, obwohl in Wirklichkeit vorwiegend eine vermeidende Tendenz aktiviert wurde.</li>
<li>Andere klammern noch stärker, sobald Unsicherheit entsteht, und geraten so in eine abhängige Position.</li>
</ul>
<p>Sicherer wird Bindung nicht dadurch, dass keinerlei Konflikte auftreten. Sicherer wird sie dadurch, dass Konflikte geklärt werden können. Wenn <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/richtig-umgehen-mit-turbulenzen-in-der-kennenlernphase/">Irritationen</a> auftreten, können wir prüfen, ob eine resonante Klärung möglich ist. Erleben wir solche Klärungen, vertieft sich die Basis unseres Miteinanders.</p>
<h3 class="western">Online-Dating als effektiver Übungsort</h3>
<p>Leser, die diese Überlegungen umsetzen, machen ihr Online-Dating zu einem Übungsfeld sicherer Bindung:</p>
<ul>
<li>Ich verzichte auf endlose Mehrgleisigkeit, wenn ein Kontakt entsteht. Ich suche nicht sofort neue Alternativen, wenn Verlustangst auftritt. Ich breche nicht automatisch ab, wenn Nähe intensiver wird. Ich kommuniziere offen, gehe in reale Begegnungen, lote Passung gemeinsam aus, lasse Nähe zu und übe gleichzeitig Eigenständigkeit. Ich lerne so, dass Dating nicht der kurzfristigen Gefühlsregulation dienen sollte, sondern der Entstehung einer wirklichen Beziehung, wodurch gleichzeitig meine eigene Sicherheit wächst.</li>
</ul>
<h2 class="western">Unsere Persönlichkeit annehmen und passend platzieren</h2>
<p>Noch etwas ist zentral, um nicht einen womöglich maßlosen Prozess der Selbstoptimierung zu postulieren, der sogar seinerseits zur Selbstaufgabe führen kann:</p>
<ul>
<li>Wir müssen uns keineswegs um 180 Grad drehen. Wir können unsere Persönlichkeit und auch unsere Bindungsausrichtung annehmen und lernen, so mit ihr umzugehen, dass wir Beziehungen passend gestalten und darin hohe Beziehungszufriedenheit und Selbstwirksamkeit erleben können.</li>
</ul>
<p>Wenn unsere Bindung extrem ängstlich, extrem vermeidend oder beides zugleich ist, wird oft zunächst im Vordergrund stehen müssen, dass wir tatsächlich etwas an unseren Bindungsmustern verändern müssen.</p>
<p>Aber in einem breiten Mittelfeld von mehr oder weniger ängstlicher oder vermeidender Bindung kann es auch hilfreich sein, den Schwerpunkt nicht auf die Veränderung der eigenen Bindung zu legen, sondern auf die Gestaltung einer Beziehung, die zu den eigenen Bedürfnissen passt:</p>
<ul>
<li>Menschen mit tendenziell ängstlicher Bindung können besonders glücklich in Beziehungen werden, in denen es viel Gemeinsamkeit gibt. Wenn beide Partner:innen dies wünschen, kann dies ein guter Weg sein. Manchmal finden sich Paare, die genau dies auf allen Ebenen miteinander umsetzen möchten, bis hin zur beruflichen Ebene. Wenn dies für beide stimmig ist und Zufriedenheit besteht, gibt es keinen Grund, unbedingt das eigene Erleben von Nähe und Distanz verändern zu müssen.</li>
</ul>
<p>Gleiches gilt, nur in umgekehrter Richtung, für Menschen mit einer gewissen vermeidenden Tendenz:</p>
<ul>
<li>Es besteht keine Pflicht, in einer Beziehung in einer gemeinsamen Wohnung zu leben oder den größten Teil des Alltags miteinander zu verbringen. <i>Living-apart-together-Modelle</i> oder Fernbeziehungen sind ebenso valide Beziehungsmodelle. Sie können verhindern, dass Nähe zu viel wird, und dennoch eine tragfähige Beziehung ermöglichen.</li>
</ul>
<p>Eine Beziehung kann also nicht nur durch Veränderung der Bindung entstehen, sondern auch durch Akzeptanz und durch die passende Platzierung der eigenen Bindung in einer Beziehungsform, die den eigenen Bedürfnissen entspricht.</p>
<p>Entscheidend ist dabei natürlich die Wechselseitigkeit:</p>
<ul>
<li>Beide müssen diese Form wollen und mit ihr zufrieden sein. Genau deshalb ist Matching von großer Bedeutung.</li>
</ul>
<p>In der Realität werden beide Ansätze meistens miteinander zu kombinieren sein:</p>
<ul>
<li>Wir können an sicherer Bindung arbeiten und gleichzeitig darauf achten, unser Bindungssystem nicht zu überfordern. Wir müssen nicht jede Eigenheit unserer Persönlichkeit beseitigen, sondern können eine Beziehungsgestaltung suchen, die bei vorhandener Passung Glück, Sicherheit und Selbstwirksamkeit erleichtert. So geht es nicht nur darum, anders zu werden, sondern auch darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen wir mit unserer Persönlichkeit und unserer Bindungsausrichtung gut lieben und geliebt werden können.</li>
</ul>
<p>Bei Gleichklang unterstützen wir die Arbeit an dieser Balance durch unsere Form der Community, bei der sich vorwiegend Menschen begegnen, die eine ernsthafte Beziehungsabsicht haben und trotz aller Ambivalenzen, Ängste und Vermeidungstendenzen in unserer Community aktiv sind.</p>
<p>Gleichzeitig stellen wir durch unseren Matching-Algorithmus sicher, dass sich vorwiegend solche Menschen kennenlernen, die tatsächlich gemeinsam gute Möglichkeiten finden können, mit ihren Eigenarten einen gemeinsamen Weg zu finden. Damit kann der Weg der Beziehungsfindung bei Gleichklang auch ein Weg zur sicheren Bindung werden. Ich wünsche jedenfalls allen Leser:innen, dass sie auf diesem Weg ans Ziel gelangen.</p>
<p>Bei Gleichklang begleiten wir Sie hierbei gerne:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Bindungssicherheit? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;.</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19335" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/Bindungssicher-Liebespaar-1.jpg" alt="Das Foto zeigt ein Liebespaar im mittleren Alter, was bindungssicher ist." width="1314" height="737" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/Bindungssicher-Liebespaar-1.jpg 1314w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/Bindungssicher-Liebespaar-1-300x168.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/Bindungssicher-Liebespaar-1-1024x574.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1314px) 100vw, 1314px" /></p>
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			</item>
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		<title>Angst vor Ablehnung, ängstliche Bindung, ängstlich-vermeidende Bindung und suchthaftes Datingverhalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 15:02:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Bindung]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie ängstliche Bindung durch Ablehnungsängste und Erwartungen unser Dating beeinflusst Mein heutiger Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie das Ausmaß von Angst vor Ablehnung und die Erwartung, abgelehnt zu werden, einen Einfluss darauf haben, wie eine ängstliche Bindung oder eine ängstlich-vermeidende Bindung unser Datingverhalten beeinflussen. Allerdings wird nicht alles behandelt, was Dating betrifft, sondern <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/angst-vor-ablehnung-aengstliche-bindung-aengstlich-vermeidende-bindung-und-suchthaftes-datingverhalten/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Angst vor Ablehnung, ängstliche Bindung, ängstlich-vermeidende Bindung und suchthaftes Datingverhalten</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ängstliche Bindung durch Ablehnungsängste und Erwartungen unser Dating beeinflusst</p>
<p>Mein heutiger Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie das Ausmaß von Angst vor Ablehnung und die Erwartung, abgelehnt zu werden, einen Einfluss darauf haben, wie eine ängstliche Bindung oder eine ängstlich-vermeidende Bindung unser Datingverhalten beeinflussen.</p>
<p>Allerdings wird nicht alles behandelt, was Dating betrifft, sondern es geht spezifisch um schädliches, dysfunktionales, letztlich suchtgetriebenes Dating.</p>
<p>Das Problem des dysfunktionalen Online-Dating ist so groß, dass zur Erfassung eines solchen Datings bereits standardisierte Fragebögen in der Forschung entwickelt wurden. Der Charakter des suchthaften Datings ist dabei, dass es die Chancen der Partnerfindung mindert, indem das eigentliche Ziel aus den Augen verloren oder beschädigt wird und stattdessen neue Ziele, wie Selbstwertbestätigung, illusionäre Nähe oder auch Vermeidung echter Nähe an ihre Stelle treten.</p>
<h2 class="western">Unsichere Bindung</h2>
<p>Mit unsicheren Bindungsstilen habe ich mich bereits in mehreren Artikeln auseinandergesetzt:</p>
<p>In einem dieser <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/zu-wem-passen-menschen-mit-sicherer-aengstlicher-und-vermeidender-bindung/"><b>vorherigen Artikel</b></a> habe ich psychologische Befunde zu den Auswirkungen von ängstlicher Bindung (Verlustängste, Klammern, Nähe wird gesucht) und vermeidender Bindung (Bedürfnis nach Distanz, Nähe wird als Enge erlebt) beschrieben:</p>
<ul>
<li>Sowohl ängstliche Bindung als auch vermeidende Bindung führen zu einer geringeren Beziehungszufriedenheit als sie diejenigen erleben, die eine sichere Bindung haben.</li>
</ul>
<p>Besonders kritisch ist für die Partnersuche – und damit bei der Partnervermittlung natürlich für das Matching &#8211; die Kombination aus ängstlicher Bindung bei der einen Person mit vermeidender Bindung bei der anderen Person:</p>
<ul>
<li>In diesem Fall werden Partnerschaften besonders stark belastet, weil die eine Person Nähe sucht, die andere aber Distanz. Genau auf diesen Ausschluss achten wir übrigens auch bei Gleichklang in unserem Matching-Algorithmus.</li>
</ul>
<p>In meinem heutigen Artikel geht es um zwei konkrete Bindungsstile, die beide in die ängstliche Bindung eingeordnet sind:</p>
<ul>
<li>die <i><b>ängstlich-klammernde</b></i> <i><b>Bindung</b></i> sowie die<b> ängstlich-vermeidende Bindung</b>. Die rein vermeidende Bindung werde ich in einem separaten Artikel behandeln.</li>
</ul>
<p>Die ängstlich-vermeidende Bindung ist eine in besonders hohem Ausmaß dynamische, in sich widerstreitende Kombination von sowohl ängstlichen als auch vermeidenden Tendenzen:</p>
<ul>
<li>Die hohe Dynamik ergibt sich aus dem Widerspruch innerhalb der gleichen Person, die Nähe sucht und klammert und der gleichzeitig Nähe zu viel wird und sie sich deshalb in Distanz flüchtet. Diese widerstreitenden Tendenzen können gleichzeitig oder sequenziell auftreten und sie werden jeweils situationsabhängig aktiviert.</li>
</ul>
<h2 class="western">Ablehnungssensitivität</h2>
<p>Wie ich bereits sagte, geht es nicht nur um Auswirkungen von Bindung allein auf suchthaftes Datingverhalten, sondern um die Interaktion mit Ablehnungssensibilität:</p>
<p>Wie wirkt sich unsere eigene Ablehnungssensitivität (Angst vor Ablehnung, Erwartung, abgelehnt zu werden) darauf aus, wie eine ängstlich-klammernde oder eine ängstlich vermeidende Bindung unsere Online-Partnersuche beeinflusst?</p>
<p>Auch mit Ablehnungssensitivität habe ich mich bereits in vorherigen Artikeln auseinandergesetzt.</p>
<p>In einer <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/vier-dating-aengste-ihre-folgen-und-ihre-ueberwindung/"><b>eigenen Befragung zu Dating-Ängsten</b></a> ließ sich dabei, die Angst, abgelehnt zu werden, als eine von vier Ängsten beim Dating identifizieren, wobei sie mit solchen Selbstbeschreibungen einhergingen:</p>
<ul>
<li><i>Ich bin besorgt, dass Dating-Partner:innen einen negativen Eindruck von mir haben könnten.</i></li>
<li><i>Ich mache mir oft Sorgen darüber, welchen Eindruck ich auf Dating-Partner:innen mache.</i></li>
<li><i>Ich mache mir zu viele Gedanken darüber, dass Dating-Partner:innen negativ von mir denken könnten.</i></li>
<li>• <i>Ich habe oft Angst, bei einer Verabredung von Dating-Partner:innen als unattraktiv wahrgenommen zu werden.</i></li>
<li><i>Ich mache mir Sorgen, was Dating-Partner:innen von mir denken, auch wenn ich weiß, dass es keinen Unterschied macht.</i></li>
<li><i>Ich habe oft Angst, dass die Person, für die ich mich bei der Partnersuche interessiere, meine Schwächen bemerkt.</i></li>
</ul>
<p>Tatsächlich wird bereits aus diesen Selbstschilderungen deutlich, dass Ablehnungssensibilität selbst wiederum ein übergeordnetes Merkmal ist, welches sich unterteilen lässt in die <i><b>reine Angst vor Ablehnung</b></i> und die <i><b>Erwartung, tatsächlich abgelehnt zu werden</b></i>.</p>
<p>Genau in diesem Sinne wird die Ablehnungssensitivität auch in den Forschungsbefunden behandelt, die ich in diesem Artikel vorstelle und von denen ich hoffe, dass sie einigen Leser:innen helfen werden, ihre eigenen Muster besser zu durchschauen und so zu einem wirksamen Dating-Verhalten zu finden.</p>
<h2 class="western">Ängstlich-klammernde und ängstlich-vermeidende Bindung, Ablehnungssensitivität und dysfunktional-suchthaftes Datingverhalten</h2>
<p><a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s11469-025-01487-1" target="_blank" rel="noopener"><i>Topino, Griffiths und Gori </i></a>untersuchten mit 450 Personen, darunter 203 Männer und 247 Frauen (leider waren keine nicht-binären Personen eingeschlossen), wie Bindungsstile und Ablehnungsangst zu einem schädlichen oder dysfunktionalen Dating-Verhalten führen können.</p>
<p>Ein solches schädliches Dating liegt beispielsweise dann vor, wenn die Nutzung von Dating-Apps suchtartige Merkmale aufweist.</p>
<p>Suchtartiger Gebrauch bedeutet eine Nutzung, bei der das Dating an sich zur Gefühlsregulation eingesetzt wird, dabei aber neben positiven Folgen ebenfalls negative Folgen hervorruft, die durch weitere Nutzung kurzfristig wiederum erneut verringert werden können, um jedoch langfristig zuzunehmen:</p>
<ul>
<li>Die App beruhigt, bestätigt oder lenkt kurzfristig ab, verstärkt aber langfristig Unsicherheit oder Leeregefühle und bringt die Betreffenden nicht zu dauerhaft tragfähigen Beziehungen.</li>
</ul>
<p>Alle Teilnehmenden der Untersuchung verwendeten täglich Dating-Apps, waren zum Studienzeitpunkt Single und wünschten sich, über eine Dating-App eine Partnerschaft zu finden.</p>
<p>Die tägliche Nutzungsdauer schwankte deutlich:</p>
<ul>
<li>74,9 % nutzten Dating-Apps bis zu eine Stunde täglich</li>
<li>20,4 % eine bis zwei Stunden täglich</li>
<li>3,6 % zwei bis fünf Stunden täglich</li>
<li>1,1 % mehr als fünf Stunden täglich.</li>
</ul>
<h2 class="western">Ergebnisse der Studie</h2>
<p>Dies sind die Hauptergebnisse, die übrigens nicht alle unbedingt sofort intuitiv verständlich sind:</p>
<ul>
<li>Beide, ängstlich-klammernde Bindung und ängstlich-vermeidende Bindung, waren mit einem suchtartigen Gebrauch von Dating-Apps assoziiert. Der Zusammenhang war bei der ängstlich-vermeidenden Bindung dabei stärker als bei der ängstlich-klammernden Bindung.</li>
<li>Der Zusammenhang der ängstlich-klammernden Bindung mit suchtartigem Dating-App-Gebrauch ließ sich vollständig über die Angst vor Ablehnung erklären. Dies bedeutet, dass ängstlich-klammernde Bindung nicht mehr mit suchthaftem Dating-Verhalten assoziiert war, wenn keine Angst vor Ablehnung bestand.</li>
<li>Auch bei der ängstlich-vermeidenden Bindung spielte die Angst vor Ablehnung eine maßgebliche Rolle. Neben der reinen Angst vor Ablehnung war aber auch die Erwartung tatsächlicher Ablehnung bei ängstlich-vermeidenden Personen mit einer suchthaften Nutzung der Dating-Apps assoziiert. Der Zusammenhang zwischen ängstlich-vermeidender Bindung und suchthaftem Dating-App-Gebrauch ließ sich also durch die kumulativen Wirkungen von Ablehnungsangst und Ablehnungserwartung erklären. Ängstlich-vermeidende Personen fürchteten nicht nur Ablehnung, sondern rechneten auch tatsächlich mit ihr, und genau dies wiederum schien sie zu verleiten, ein suchthaftes Verhalten bei Dating-Apps zu zeigen.</li>
<li>Allerdings nahm bei den ängstlich-vermeidenden Personen die Komplexität noch einmal zu: Anders als bei der ängstlich-klammernden Bindung verschwand der Effekt der Bindung auf das Dating-Verhalten nicht sofort, wenn für Ablehnungssensitivität (Angst vor Ablehnung, Erwartung, abgelehnt zu werden) kontrolliert wurde. Die ängstlich-vermeidende Bindung führte vielmehr statistisch selbst dann noch zu mehr suchtartiger Dating-App-Nutzung, wenn der Effekt der Ablehnungssensitivität statistisch kontrolliert wurde.</li>
<li>Suchthafte Nutzung von Dating-Apps war mit besonders starkem Gebrauch der Apps assoziiert.</li>
</ul>
<p>Ich ordne diese Befunde nun psychologisch-theoretisch ein, um sie verständlich und damit gleichzeitig praktisch für die Leser:innen nutzbar zu machen:</p>
<h2 class="western">Psychologische Erklärung des Befunde</h2>
<h3 class="western">Ängstlich-klammernde Bindung</h3>
<p>Ängstlich-klammernde Bindung geht mit einer erhöhten Angst vor Ablehnung einher, und genau dies führt dazu, dass in ihrem Beziehungsstil ängstlich-klammernde Personen in Gefahr laufen, bei der Online-Partnersuche in ein schädliches, dysfunktionales, ja suchthaftes Muster abzugleiten.</p>
<p>Hintergrund ist, dass ängstlich-klammernde Menschen eben nicht nur Angst haben, sondern ebenso einen sehr starken Nähewunsch:</p>
<ul>
<li>Die Ablehnungsangst entsteht genau daraus, dass die Betreffenden sich so sehr Nähe wünschen, dass sofort, wenn Nähe da ist, die Angst auftritt, diese Nähe wieder zu verlieren.</li>
</ul>
<p>Was aber können wir tun, um Nähe zu erreichen und gleichzeitig die Angst vor Ablehnung zu reduzieren?</p>
<ul>
<li>Wir erreichen Nähe, indem wir eine App nutzen und mit Menschen in Verbindung treten. Dadurch reduzieren wir Gefühle von Einsamkeit, senken Ängste davor, allein zu sein etc. Die Angst vor Ablehnung bleibt aber aktiv und führt dazu, dass wir nach weiterer Nähe (z. B. weiteren Kontakten) suchen, um die Angst wiederum zu vermindern.</li>
</ul>
<p>Was hier letztlich eintritt, ist, dass tatsächlich die funktionale Suche nach Nähe (die ja auch Menschen mit sicherer Bindung bei der Partnersuche ausüben) zurücktritt, und eine dysfunktionale Suche eintritt, bei der immer mehr Mechanismen die Suche bestimmen, die der Regulation unserer Gefühle und nicht dem eigentlichen Ziel gelten:</p>
<ul>
<li>Ängstlich-klammernde Personen nutzen Dating-Apps also nicht nur zur Beziehungssuche, sondern zur Selbststabilisierung, geraten dadurch jedoch in Nutzungsmuster, die sie eher destabilisieren, worauf sie im Sinne eines süchtigen Musters mit mehr emotionsregulierender Dating-Aktivität reagieren, sodass alles verschlimmert wird.</li>
</ul>
<p>Entscheidend ist nun, dass all dies steht und fällt mit der Ablehnungsangst:</p>
<ul>
<li>Ohne Ablehnungsangst führt ein klammernder Bindungsstil alleine nicht zu einem schädlichen Datingverhalten. Aber in der Praxis haben Menschen mit ängstlich-klammernder Bindung natürlich immer Ablehnungsangst und sind dadurch gefährdet.</li>
</ul>
<h3 class="western">Ängstlich-vermeidende Bindung</h3>
<p>Hier ist das Befundmuster viel komplexer, was aber auch nicht überraschend ist, schließlich kommen hier gleichzeitig nicht nur ein, sondern zwei Bindungsmechanismen zur Wirkung, die zudem in einem dynamisch-entgegengesetzten Verhältnis stehen.</p>
<ul>
<li>Einerseits gelten alle obigen Ausführungen uneingeschränkt, weil die Betreffenden ja tatsächlich ebenfalls eine ängstliche Bindung haben. Entsprechend wundert es nicht, dass sie ebenfalls zu suchthaftem Datingverhalten neigen und dass jedenfalls ein Teil davon durch ihre Ablehnungsangst erklärt wird.</li>
</ul>
<p>Nun kommt aber die vermeidende Komponente dazu, die genau darin besteht, dass Nähe zu viel wird und Distanz erwünscht ist. Wohlgemerkt tritt diese Komponente aber nicht alleine auf, sondern in Kombination mit der gegenteiligen Komponente, die genau nach Nähe strebt.</p>
<p>Aber diese Nähe ist gleichzeitig mit Misstrauen, emotionaler Überforderung und Rückzug verbunden.</p>
<p>Hinzu kommt die tatsächliche Erwartung, abgelehnt zu werden:</p>
<ul>
<li>Wer dies erwartet, sucht sich womöglich Ablehnungsquellen, die weniger schmerzhaft sind. Eine Möglichkeit sind die Dating-Apps, und bei vermeidender Tendenz gilt dies zudem noch einmal in besonders hohem Ausmaß deshalb, weil Dating-Apps, ganz anders als direkte Treffen, es uns gleichzeitig leicht möglich machen, sofort wieder in die Distanz zu gehen.</li>
</ul>
<p>In gewisser Weise sind Dating-Apps somit für Menschen mit ängstlich-vermeidender Bindung womöglich geradezu besonders verführerisch:</p>
<ul>
<li>Sie ermöglichen einerseits sofort Nähe, ermöglichen durch Herstellung weiterer und neuer Nähe auch den Umgang mit Angst vor Ablehnung, lassen erwartete Ablehnung als weniger schmerzhaft erscheinen (jemand anderes füllt die Lücke) und ermöglichen gleichzeitig, wenn die vermeidenden Tendenzen voll durchbrechen, erneut die sofortige Herstellung von Distanz.</li>
</ul>
<p>Über reine Angst vor Ablehnung und Erwartung von Ablehnung hinaus ermöglichen Dating-Apps somit ihren ängstlich-vermeidenden Nutzer:innen eine besondere Regulation:</p>
<p>Sie können Nähe suchen, wenn das Nähebedürfnis durchdringt, ohne sich einzulassen. Sie können Kontakt beginnen, aber auch jederzeit abbrechen, und wenn andere den Kontakt abbrechen, sind diese anderen durch wiederum neue Personen ersetzbar.</p>
<ul>
<li>So können Menschen mit ängstlich-vermeidende Bindung Bestätigung durch zwischenmenschliche Zuwendung suchen und zugleich sich vor echter Nähe und Verletzlichkeit durch Rückzug schützen.</li>
</ul>
<p>Es entsteht ein Hin und Her, welches genau der in der Studie erfassten suchthaften Nutzung von Dating-Apps entspricht.</p>
<p>Ich finde die Autor:innen haben diese Zusammenhänge sehr prägnant in dem Titel der Arbeit benannt:</p>
<ul>
<li><em>A Compulsive Search for Love Online: A Path Analysis Model of Adult Anxious Attachment, Rejection Sensitivity, and Problematic Dating App Use (Eine zwanghafte Suche nach Liebe im Internet: Ein Pfadanalysen-Modell zu ängstlicher Bindung im Erwachsenenalter, Ablehnungssensitivität und problematischem Dating-App-Gebrauch</em>)</li>
</ul>
<h2 class="western">Nutzung von Online-Dating bei sicherer Bindung</h2>
<p>Wie betreiben eigentlich Menschen mit sicherer Bindung die Online-Partnersuche?</p>
<ul>
<li>Menschen mit sicherer Bindung nutzen Dating-Systeme nicht nur ruhiger, sondern im Grunde auch bei Weitem pragmatischer. Sie suchen nicht nach Selbstwertbestätigung, Angstminderung, Vermeidung von zu viel Nähe. Sie suchen nach einer Person, mit der sie eine glückliche Beziehung eingehen können.</li>
<li>Da es ihnen beim Online-Dating nicht um Regulation ihrer akuten Emotionalität geht, sondern um ein langfristiges Ziel, sind sie weniger gefährdet, den Suchtstrukturen der modernen Dating-Systeme zu nachzugeben. Sie können sich fokussierter auf das eigentliche Ziel ausrichten.</li>
<li>Erreichen sie ihr Ziel, haben sie gleichzeitig bessere Aussichten, dass die Beziehung tatsächlich dauerhaft glücklich und tragfähig werden wird.</li>
</ul>
<h2 class="western">Veränderung durch Handeln</h2>
<p>Es ist zu einfach gedacht, dass unser Verhalten von unseren Gedanken oder unseren Gefühlen, unsere Gedanken von unseren Gefühlen oder umgekehrt bestimmt werden. Alle drei Systeme sind in der Realität hochgradig miteinander vernetzt und beeinflussen sich wechselseitig.</p>
<p>Wir brauchen also nicht immer zuerst unsere Gefühle oder unsere Gedanken zu ändern. Es hilft oft, wenn wir als Erstes unser Verhalten ändern.</p>
<p>Bleiben wir dabei konsistent, folgen in der Regel auch Gefühle und Gedanken, die sich sodann wechselseitig beflügeln.</p>
<p>Es hat einen Grund, dass ich das Verhalten hier besonders in den Vordergrund stelle:</p>
<ul>
<li>Über unser Verhalten haben wir ein besonders hohes Ausmaß an direkter Kontrolle. Während es beispielsweise schwer ist, die Angst vor dem Turm abzuschalten, können wir uns einfach zwingen, trotz der Angst auf den Turm zu gehen. Tun wir dies oft und lang genug, nimmt die Angst vor dem Turm ab.</li>
</ul>
<p>Damit komme ich nebenbei auf einen weiteren Aspekt zurück, der auch im Zentrum meines Buches <em><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener"><b>A Perfect Match? Online-Dating aus psychologischer Sicht</b></a></em> steht, den wir bei Gleichklang in den Fokus rücken und der einen Großteil meiner <a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener"><b>Coaching-Tätigkeit mit Klient:innen</b></a> betrifft:</p>
<p>Partnersuche oder überhaupt Beziehungssuche (auch Suche nach Freundschaften, Gemeinschaften) ist ein Teil unserer Persönlichkeitsentwicklung:</p>
<ul>
<li>Einerseits ist es zentral, das eigentlich klare Ziel in den Fokus zu stellen und alles dafür zu tun, dass wir es erreichen. Darüber hinaus verändern wir uns durch unsere Erfahrungen bei der Partnersuche und unsere Erfahrung mit der Zielerreichung aber auch in einem weitergehenden Sinne selbst, einem Sinne, der Verhalten, Gefühle und Gedanken betrifft. Treten nachhaltige Veränderungen ein, sprechen wir von Persönlichkeitsentwicklung – jedenfalls dann, wenn die Veränderungen positiv sind.</li>
</ul>
<p>Ein gut ausgerichtetes, am Ziel orientiertes Dating-Verhalten, bei dem wir all das in den Fokus stellen, was der Zielerreichung dient, nicht aber unserer kurzfristigen Emotionsregulation, kann gleichzeitig für uns der Weg sein, auf dem wir ängstlich-klammernde, ängstlich-vermeidende und überhaupt jede Form von unsicherer Bindung überwinden.</p>
<p>Dadurch können wir einen entscheidenden Schritt in unserer Persönlichkeitsentwicklung tun und gleichzeitig nicht nur unsere Beziehungsfindung fördern, sondern auch die Chance erhöhen, dass wir in unseren Beziehungen glücklicher werden. <span class="">Der Folgeartikel am kommenden Wochenende setzt genau hier an und setzt insofern diesen Artikel fort. Er wird an dieser Stelle fortführen und Möglichkeiten darstellen, wie wir intentional unseren Bindungsstil ändern können.</span></p>
<p>Bei Gleichklang begleiten wir Sie gerne auf dem Weg zu Beziehung und sicherer Bindung:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Freundschaft und Liebe? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;.</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19323" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sichere-bindung-1.jpg" alt="Foto zeigt ein Paar mit sicherer Bindung. " width="1234" height="822" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sichere-bindung-1.jpg 1234w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sichere-bindung-1-300x200.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/06/sichere-bindung-1-1024x682.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1234px) 100vw, 1234px" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Liebe und Freundschaft: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Übergänge</title>
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					<comments>https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/liebe-und-freundschaft-unterschiede-gemeinsamkeiten-und-uebergaenge/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 May 2026 15:07:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum Liebe und Freundschaft oft schwer zu unterscheiden sind Ich habe schon viel über Liebe und Freundschaft geschrieben, beispielsweise in dem Artikel „Wie aus Freundschaft Liebe wird“ oder auch in dem Artikel „Freundschaft oder Partnerschaft?“. Spezifisch zur Freundschaftssuche und zur Freundschaftssuche bei Gleichklang möchte ich zudem auf die Artikel „Generationenübergreifende Freundschaft“ und „Freundschaftssuche bei Gleichklang“ <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/liebe-und-freundschaft-unterschiede-gemeinsamkeiten-und-uebergaenge/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Liebe und Freundschaft: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Übergänge</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Warum Liebe und Freundschaft oft schwer zu unterscheiden sind</h2>
<p>Ich habe schon viel über Liebe und Freundschaft geschrieben, beispielsweise in dem <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/wie-aus-freundschaft-liebe-wird/">Artikel „Wie aus Freundschaft Liebe wird“</a> oder auch in dem <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/gleichklang-informiert/17524/">Artikel „Freundschaft oder Partnerschaft?“</a>.</p>
<p>Spezifisch zur Freundschaftssuche und zur Freundschaftssuche bei Gleichklang möchte ich zudem auf die Artikel „<a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/generationenuebergreifende-freundschaft/">Generationenübergreifende Freundschaft</a>“ und „<a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/freundschaftssuche-bei-gleichklang/">Freundschaftssuche bei Gleichklang</a>“ verweisen.</p>
<p>Anhand der Blogzugriffe, Rückmeldungen von Mitgliedern sowie Fragen von <a href="/">Coaching-Klient:innen</a> erkenne ich, dass das Thema wichtig und noch keineswegs ausgeschöpft ist:</p>
<ul>
<li>Wann ist es eine Freundschaft, wann eine Liebesbeziehung? Wie kann ein Übergang funktionieren, funktioniert er überhaupt, kann umgekehrt aus Liebe Freundschaft werden? Was sind die genauen Unterschiede zwischen Freundschaft und Liebe? Was sagt uns dies für unsere Partnersuche oder unsere Suche nach Freundschaften?</li>
</ul>
<p>All diesen Fragen gehe ich in meinem heutigen Blogartikel nach und hoffe, einige Antworten geben zu können, die zu mehr Klarheit bei der Partnersuche und bei der Freundschaftssuche führen.</p>
<p>Dabei werde ich auch auf hybride Konzepte wie Freundschaft+ eingehen:</p>
<ul>
<li>Sind dies Freundschaften, Partnerschaften oder etwas ganz Neues? Führen sie typischerweise zu wertvollem Erleben, wie entwickeln sie sich?</li>
</ul>
<p>Schließlich ergibt sich aus alledem die Frage, wann der Punkt gekommen ist, ab dem ich mich für eine Beziehung entscheiden kann. Auch darauf gebe ich abschließend einen Antwortvorschlag.</p>
<h2 class="western">Freundschaft und Partnerschaft haben eine gemeinsame Tiefenstruktur</h2>
<p>Ich beginne mit der Tradition von psychologischer Forschung, die mithilfe von psychometrischen Methoden – also Methoden, die psychische Eigenschaften messbar machen – die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Freundschaft und Partnerschaft untersucht.</p>
<p><i>Ponti </i><i>und Kolleg:innen</i> untersuchten die <a href="https://www.researchgate.net/publication/268410905_A_Measure_for_the_Study_of_Friendship_and_Romantic_Relationship_Quality_from_Adolescence_to_Early-Adulthood" target="_blank" rel="noopener">Faktorenstruktur von Freundschaft und Partnerschaf</a>t. Sie griffen dazu auf ein etabliertes Instrument zur Messung von Freundschaften zurück und wandten dies auf partnerschaftliche Beziehungen an. Im Ergebnis entwickelte sie also zwei parallel aufgebaute Skalen zur Erfassung der Qualität von Freundschaften und romantischen Beziehungen.</p>
<p>Die Ergebnisse waren sehr eindeutig:</p>
<p>Beide Beziehungsformen zeigten exakt die gleiche fünfdimensionale Struktur:</p>
<ol>
<li>Konflikt: Spannungen, Streit oder Unstimmigkeiten</li>
<li>Gemeinsames Erleben: Freude daran, Zeit miteinander zu verbringen</li>
<li>Hilfe: Gegenseitige Unterstützung</li>
<li>Sicherheit: Gefühl, sich verlassen zu können</li>
<li>Nähe: Emotionale Verbundenheit und Vertrautheit</li>
</ol>
<p>Individuelle Freundschaften und Partnerschaften unterschieden sich dahingehend, wie stark diese fünf Dimensionen jeweils die entsprechenden Beziehungen prägten.</p>
<p>Um diesen Befund in seiner Fundamentalität allgemein verständlich zu sagen:</p>
<ul>
<li>Faktorenanalysen – wie sie die Autor:innen anwandten – sind statistische Verfahren, mit denen untersucht wird, ob hinter vielen einzelnen Antworten auf Fragebögen tiefere gemeinsame Dimensionen stehen. Wenn Menschen also viele Fragen zu Freundschaft oder Partnerschaft beantworten, kann eine Faktorenanalyse sichtbar machen, ob diese vielen Antworten in Wirklichkeit durch einige wenige zugrunde liegende psychologische Dimensionen strukturiert werden. Das ist fundamental, weil nicht nur einzelne oberflächliche Unterschiede in Antworten betrachtet werden, sondern die latente, also verborgene Struktur, die unsere Antworten mitordnet.</li>
</ul>
<p><i>Ponti und Kolleg:innen </i>konnten insofern schlüssig belegen, dass Freundschaft und Partnerschaft nicht einfach zwei völlig verschiedene Dinge sind. Dass die identifizierten fünf Dimensionen sowohl bei Freundschaften als auch bei Partnerschaften auftreten, bedeutet nämlich, dass Partnerschaft und Freundschaft sich in weiten Bereichen überschneiden. Sie sprechen ähnliche Motive, ähnliche Lebensweisen und ähnliche Grundbedürfnisse an.</p>
<h2 class="western">Sexualität als zentrale Zusatzdimension romantischer Liebe</h2>
<p><em>Hassebrauck und Fehr</em> identifizierten in <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/1475-6811.00017" target="_blank" rel="noopener">vier Studien zur Beziehungsqualität</a> jedoch eine weitere Dimension, die in Freundschaften meistens nicht auftaucht:</p>
<ul>
<li>Sexualität</li>
</ul>
<p>Dies bedeutet, dass Partnerschaft und Freundschaft eine in weiten Bereichen überschneidende Struktur haben, eine große Ähnlichkeit, ähnliche Motive und Lebensweisen ansprechen, dass aber bei Partnerschaft – jedenfalls typischerweise oder für die meisten – Sexualität als eine weitere Dimension hinzukommt.</p>
<p>Das ist wesentlich, weil Sexualität ein uns grundlegend antreibender Primärverstärker ist und weil sexuelle Zufriedenheit in hohem Ausmaß mit Lebenszufriedenheit verbunden ist, aber auch, weil Sexualität einen dranghaften, treibenden, leidenschaftlichen Charakter hat. Indem Sexualität bei der Liebe als Dimension hinzutritt, aber bei der Freundschaft fehlt, zeigt sich ein anderer Charakter der Liebe, die über die freundschaftlichen Komponenten hinaus die dranghaften und leidenschaftlichen Komponenten aufnimmt.</p>
<p>Dies deckt sich mit B<a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/leidenschaft-oder-kameradschaft-was-zaehlt-in-der-liebe/">efunden zur kameradschaftlichen und leidenschaftlichen Liebe</a>, die zwei fundamentale Cluster der Liebe darstellen, wobei sich Menschen in ihren Liebesbeziehungen im Ausmaß des einen und des anderen Clusters unterscheiden und dies sich zudem im Beziehungsverlauf verändern kann, wobei oft leidenschaftliche Komponenten zurücktreten und die kameradschaftliche eher hervortritt.</p>
<p>Genau in diese Richtung eines stabilisierenden Effektes von Freundschaft auf Partnerschaften passt auch eine <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0265407512453009" target="_blank" rel="noopener">Beobachtung von <i>VanderDrift, Wilson und Agnew</i></a>, dass das Wertschätzen des Freundschaftsaspektes innerhalb einer romantischen Beziehung positiv mit Liebe, sexueller Gratifikation und Verpflichtung zusammenhing und negativ mit Trennung<em>.</em></p>
<p>Liebe ist nach diesen Befunden letztlich nicht auf Freundschaft reduzierbar, aber eine stabile Liebe enthält offenbar vielfach eine tragende Freundschaftskomponente.</p>
<h2 class="western">Warum Liebe oft intensiver erlebt wird als Freundschaft</h2>
<p>Bisher wurden vor allem wichtige Gemeinsamkeiten, aber auch ein zentraler Unterschied erkennbar, nämlich der Bezug von Sexualität zur Liebe, der bei Freundschaft fehlt.</p>
<p>Dies bedeutet ebenso, wie bereits ausgeführt, dass stärker dranghaft-leidenschaftliche Komponenten in Liebesbeziehungen eintreten. Freundschaften können demnach potenziell ruhiger sein.</p>
<p>Genau hierfür sprechen nun Befunde, die Intensitätsunterschiede zwischen Liebe und Freundschaft deutlich machen:</p>
<ul>
<li><i>Cann</i> untersuchte, wie sich f<a href="https://www.researchgate.net/publication/8539074_Rated_Importance_of_Personal_Qualities_Across_Four_Relationships" target="_blank" rel="noopener">reundschaftliche Beziehungen von romantischen Beziehungen unterscheiden</a>. Dabei gelangte er zu dem Ergebnis, dass für beide Beziehungsformen <em>Intimität</em>, <em>Verlässlichkeit</em>, Leistung (im Sinne von Streben/Fähigkeit, voranzukommen) sowie <em>Freundlichkeit</em> bedeutsam sind. <em>Intimität</em>, <em>Verlässlichkeit</em> und Leistung wurden jedoch bei Liebesbeziehungen höher eingeschätzt als bei Freundschaften, wobei der Unterschied bei der <em>Intimität</em> besonders stark hervortrat. Allein das Merkmal <em>Freundlichkeit</em> war für Freundschaften und Partnerschaften gleichermaßen bedeutsam.</li>
</ul>
<h2 class="western"><em>Konflikte, Liebe und Freundschaft</em></h2>
<p>Hohe Intensität ist aber nicht immer etwas Angenehmes, sondern auch die Konfliktintensität scheint in Liebesbeziehungen meistens höher zu sein als in Freundschaften:</p>
<ul>
<li><i>Samantha Chan, Katherine Wincentak </i><i>und </i><i>Jennifer Connolly</i> untersuchten <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/cfs.13158" target="_blank" rel="noopener">Konflikte mit Freund:innen und romantischen Partnern bei Mädchen</a>, die sich in Heimerziehung befanden. Sie stellten fest, dass Konflikte mit dem Boyfriend viel intensiver und volatiler waren als Konflikte mit der besten Freundin.</li>
<li>In den qualitativen Auswertungen tauchten für romantische Beziehungen häufiger Verrat, Verlustangst, Commitment-Probleme, Zwang und Exklusivitätsansprüche auf, während Freundschaftskonflikte eine geringere Eskalationsstufe markierten.</li>
</ul>
<p>Dieser Befund, dass Konflikte in Freundschaften weniger intensiv ausgetragen und weniger existenziell  werden als in Partnerschaften, erinnert mich an einen <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/wenn-aus-liebe-hass-wird-eine-analyse-der-erfahrungen-von-70-personen/">vorherigen Artikel von mir zum Thema &#8222;Wenn Liebe zu Hass wird:</a></p>
<ul>
<li>Es zeigte sich in unseren Daten, dass nicht wenige von uns das Phänomen, dass aus Liebe Hass wird, kennen, wobei manchmal Hass und Liebe auch gleichzeitig bestehen können.</li>
</ul>
<p>Es scheint die höhere Intensität zu sein, die als aktivierende und treibende Komponente dazu führt, dass leidenschaftliche Liebe zu leidenschaftlichem Hass werden kann.</p>
<p>Tatsächlich sind an Liebe und Hass auch <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/was-tun-wenn-liebe-zu-hass-wird/">ähnliche Strukturen und Bahnen im Gehirn</a> beteiligt, wobei bei der Liebe das kritische Denken ein Stück weit ausgeschaltet, beim Hass aber fokussiert wird.</p>
<p>Interessanterweise deckt sich dieser Befund einer Deaktivierung des kritischen Denkens wiederum mit einer <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/positive-oder-realistische-sicht-von-partnerinnen-was-hilft/">großen psychologischen Literatur</a>, dass wir dann, wenn wir jemanden lieben, dazu neigen, diese Person zu idealisieren.</p>
<h2 class="western">Wie Beziehungen entstehen: Freundschaft als Weg zur Liebe</h2>
<p>Ich schrieb bereits über eine <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/wie-aus-freundschaft-liebe-wird/">internationale, sehr große Studienserie</a>, die fand, dass die große Mehrheit der Liebesbeziehungen zunächst als Freundschaften begann.</p>
<ul>
<li><i>Stinson und Kolleg:innen</i> berichteten in mehreren Studien, dass etwa zwei Drittel der Befragten angaben, ihre aktuelle oder letzte romantische Beziehung habe als Freundschaft begonnen. Zugleich war der Weg „friends-first“, also erst Freundschaft und dann Liebe, sogar der bevorzugte Startmodus.</li>
</ul>
<p>Dies deckt sich mit Befunden im Bereich der Adoleszenz, die belegen, dass erste Beziehungen typischerweise aus Freundesnetzwerken entstehen:</p>
<ul>
<li><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jora.12189" target="_blank" rel="noopener"><i>Kreager, Molloy, Moody und Feinberg</i></a> untersuchten die Ursprünge jugendlicher Datingbeziehungen in Peernetzwerken. Sie beobachteten, dass romantische Beziehungen häufig aus räumlicher und sozialer Nähe in Freundschaftsnetzwerken hervorgehen und dass gegengeschlechtliche Freund:innen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Datenden werden.</li>
</ul>
<p>Der Übergang von Freundschaft zur Liebe ist also nicht ungewöhnlich, sondern ein typischer Weg. Da Sexualität – jedenfalls in bisheriger Betrachtungsweise – die Zusatzdimension der Liebe ist und mit leidenschaftlicher Aktivierung und Drang einhergeht, liegt die Vermutung nahe, dass freundschaftliche Beziehungen sich in romantische Beziehungen verwandeln, wenn die betreffenden Personen beginnen, miteinander sexuell intim zu werden.</p>
<p>Wenn in freundschaftliche Bezüge Sexualität eintritt, kann dies also der entscheidende Punkt für den Übergang von Freundschaft zu Liebe sein.</p>
<h2 class="western">Freundschaft plus als Hybridkonzept zwischen Nähe, Sexualität und Unverbindlichkeit</h2>
<p>Wie aber ist vor diesem Hintergrund und den bisherigen Befunden das Modell Freundschaft+ zu bewerten?</p>
<ul>
<li>Theoretisch könnten wir vermuten, dass es Freundschaft mit Sex verbindet. Da Sex aber der Liebe zugehört, wäre in diesem Sinne im Grunde Freundschaft+ eine Liebesbeziehung, selbst wenn wir ihr einen anderen Namen vergeben.</li>
</ul>
<p>Aber es gibt sicherlich Gründe, warum Menschen sich als Freundschaft+ und nicht als Liebesbeziehung definieren. Genau hierzu liefern uns erneut psychologische Studien Aufschluss, die im Übrigen nahelegen, dass Freundschaft+ in der Realität eher kritisch zu bewerten ist:</p>
<ul>
<li><a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/2167696814549598" target="_blank" rel="noopener">Knight zeigte in Interviewdaten</a>, dass in Freundschaft-plus-Beziehungen Beziehungsgespräche als problematisch, stigmatisierend oder gesichtsbedrohend erlebt werden, negative Gefühle als Regelbruch erscheinen und diese Konstellationen durch das Unterdrücken von Beziehungsgesprächen aufrechterhalten werden.</li>
<li><a href="https://www.researchgate.net/publication/236953312_Friends_with_benefits_or_friends_with_deficits_The_meaning_and_contexts_of_uncommitted_sexual_relationships_among_Mexican_American_and_European_American_adolescents" target="_blank" rel="noopener">Williams und Adams fanden in Fokusgruppen</a> mit Jugendlichen, dass <i>Friends with Benefits</i> eher nicht als wirklich fürsorglich und freundschaftlich erlebt werden. Die freundschaftliche Komponente kann gegenüber der sexuellen Funktion verblassen, und es entstehen widersprüchliche Wünsche und emotionaler Schmerz.</li>
</ul>
<p>Der Titel der Arbeit stellt die entscheidende Frage:</p>
<ul>
<li><i>Friends with benefits or &#8222;friends&#8220; with deficits?</i></li>
</ul>
<p>Solch eine Freundschaft+-Konstellation scheint auch nicht die beste Beziehung für eine womöglich doch entstehende romantische Beziehung zu sein:</p>
<ul>
<li><a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0265407512448275" target="_blank" rel="noopener"><i>Owen und Fincham</i></a> fanden, dass Personen, deren exklusive romantische Beziehung aus einer Friends-with-Benefits-Phase hervorgegangen war, im Durchschnitt geringere Beziehungszufriedenheit berichteten als Personen ohne diesen Startpfad<em>.</em> Dies legt nahe, dass Freundschaft+ nicht besonders tief und innig ist, sondern eher wenig Bindungsbereitschaft, Oberflächlichkeit und geringe Dauerhaftigkeit zeigen kann.</li>
</ul>
<p>Womöglich führt allein die Erinnerung an die anfängliche Bindungsvermeidung zur Blockierung der nachfolgenden Beziehungsentwicklung.</p>
<p>Das Konzept Freundschaft+ ist demnach nicht der Schlüssel, um Freundschaft und Liebe miteinander zu verbinden, sondern ist oft eher Ausdruck einer Art unverbindlicher, sich verflüchtigender Beziehungen, die selbst dann weniger glücklich werden, wenn aus ihnen doch eine Liebesbeziehung entsteht.</p>
<p>Die explizite und vereinbarte Unverbindlichkeit, der namensgebende Ausschluss von Liebe, verleitet vermutlich dazu, auch den Wert der Freundschaft abzuwerten.</p>
<p>Im Coaching habe ich dennoch mehrfach die Erfahrung gemacht, dass der Übergang von definierter Freundschaft+ in eine nachhaltige Beziehung gelingen kann. Der entscheidende Wirkprozess war hier, das Konzept Freundschaft+ gemeinsam zu hinterfragen, sodass die Betreffenden entdeckten, dass sie sich in Wirklichkeit lieben.</p>
<p>Damit möchte ich nicht sagen, dass Freundschaft+ per se ein invalides, schädliches Konzept oder mindestens zu überwindendes Konzept ist.</p>
<p>In der Praxis scheint es teilweise auf Bindungsvermeidung zu beruhen, aber dies bedeutet nicht, dass dies immer der Fall sein muss:</p>
<ul>
<li>So weisen <a href="https://www.researchgate.net/publication/288701935_A_quantitative_study_of_friends_with_benefits_relationships" target="_blank" rel="noopener">andere Befunde</a> darauf hin, dass Freundschaft+ auch positiv oder neutral erlebt werden kann. In einer Untersuchung kanadischer Studierender bewerteten 38 % der Teilnehmenden ihre Erfahrung mit Freundschaft+ positiv und weitere 37 % neutral. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass gerade Frauen sich besonders häufig aus der Hoffnung auf eine spätere romantische Beziehung auf eine solche Konstellation einließen.</li>
</ul>
<h2 class="western">Wenn aus Liebe Freundschaft wird</h2>
<p>Wir haben gesehen, dass aus Freundschaft nicht nur Liebe werden kann, sondern dass dies auch bei vielen Liebesbeziehungen genau so geschah:</p>
<ul>
<li>Der Weg von Freundschaft zur Liebe ist ein geradezu typischer Weg, wie romantische Beziehungen entstehen, vermutlich indem vermehrt auch körperliche Nähe und Sexualität eingebunden wird und dadurch die Intensität der Gefühle sich erhöht.</li>
</ul>
<p>Wie ist es aber, wenn aus Liebe Freundschaft wird?</p>
<p>Es gibt hierzu nur eine eher dünne Befundlage, die sich darauf fokussiert, ob Personen nach Trennungen mit Ex-Partner:innen befreundet bleiben. Die Untersuchungen zeigen hier teilweise eine eher nüchterne Befundlage:</p>
<p><a href="https://www.researchgate.net/publication/318184933_Staying_friends_with_ex-romantic_partners_Predictors_reasons_and_outcomes_Friendship_with_ex-romantic_partners" target="_blank" rel="noopener">Griffith, Gillath, Zhao und Martinez</a> identifizierten diese vier Motivbereiche, warum Ex-Partner:innen Freunde bleiben:</p>
<ol>
<li>Sicherheit</li>
<li>Praktische Gründe</li>
<li>Höflichkeit</li>
<li>Unaufgelöste romantische Wünsche</li>
</ol>
<p>Praktische Erwägungen können also eine erhebliche Rolle spielen:</p>
<ul>
<li>Menschen bleiben nach einer Trennung manchmal verbunden, weil sie gemeinsame Freundeskreise haben, organisatorische Gründe bestehen, gemeinsame Verantwortung weiterläuft oder ein Kontaktabbruch kompliziert wäre.</li>
</ul>
<p>Ebenfalls gibt es nach diesen Befunden auch so etwas wie eine ungeklärte Romantik oder einen verbleibenden Beziehungswunsch, der dazu führen kann, dass aus Partnerschaften kein Kontaktbruch, sondern eine Freundschaft entsteht. Solche ungeklärten Beziehungswünsche wirken sich jedoch eher negativ aus:</p>
<ul>
<li>Die Autor:innen beobachteten, dass unaufgelöste romantische Wünsche eher zu negativeren Verläufen in den Freundschaften führen.</li>
</ul>
<p>Wenn die Freundschaft mit Ex-Partner:innen durch nicht abgeschlossene romantische Wünsche getragen wird, bleibt die alte Beziehung innerpsychisch teilweise bestehen. Dies kann neue Beziehungen blockieren, Hoffnung verlängern, Trennungsschmerz aufrechterhalten und verhindern, dass eine wirklich eigenständige Freundschaft entsteht.</p>
<h2>Die Freundschaftszone</h2>
<p>In meinem vorherigen <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/zwischen-naehe-und-enttaeuschung-die-freundschaftszone-2/"><i><b>Artikel </b></i><i>„Zwischen Nähe und Enttäuschung: Die Freundschaftszone“</i></a> habe ich ausführlich über das Phänomen geschrieben, dass Menschen eine romantische Beziehung wünschen, sich aber in einer Freundschaft wiederfinden. Oftmals sind sie damit nicht glücklich und manche berichten, dass sich die Geschichte wiederholt.</p>
<p>Ein Hintergrund kann sein, dass romantische Gefühle nicht eindeutig kommuniziert werden. Manche bleiben womöglich auch deshalb in der Freundschaftszone, weil sie direkte Ansprache und klare Klärung vermeiden. Stattdessen werden Gefühle nur indirekt gezeigt, etwa durch häufiges Melden, besonderes Interesse, kleine Gesten, digitale Nachrichten, subtile körperliche Annäherung oder Hinweise über Dritte. Solche Signale bleiben leicht missverständlich. Eine direkte Klärung kann helfen, indem eines der drei Ergebnisse zutage tritt:</p>
<ul>
<li>Die Freundschaft bleibt bestehen, sie löst sich auf oder es entsteht eine Liebesbeziehung.</li>
</ul>
<p>Entscheidend ist, nicht dauerhaft in Andeutungen und unausgesprochenen Erwartungen zu bleiben.</p>
<h2 class="western">Was wir daraus schließen können</h2>
<p>Was wir aus all dem schließen?</p>
<ul>
<li>Partnerschaft und Freundschaft sind keine fundamental unterschiedlichen, sich klar abgrenzenden Beziehungsformen. Liebe und Freundschaft sind vielmehr ähnlich und befriedigen oftmals ähnliche Grundbedürfnisse.</li>
<li>Oft wird dabei aber Sexualität für den romantischen Bereich reserviert, während das Hybridkonzept Freundschaft+ im Grunde häufig nur ein Ausdruck dafür ist, dass kein echtes Interesse an Verbindlichkeit besteht.</li>
<li>Am ehesten stellen Partnerschaft und Freundschaft Beziehungen in einem gemeinsamen Spektrum dar, wobei Liebe eben stärker leidenschaftlich charakterisiert ist. Dabei liegt es an den Betreffenden, wann sie eine Beziehung als Freundschaft und wann als Partnerschaft definieren. Die Änderung der Definition allein kann dabei tiefgreifende Auswirkungen auf den weiteren Beziehungsverlauf haben.</li>
</ul>
<h2 class="western">Bedeutung für Partnersuche, Freundschaftssuche und persönliche Klärung</h2>
<p>Für die Partnersuche und Freundschaftssuche folgt für mich daraus, dass es sinnvoll ist, sich über das eigene Streben klar zu werden und dies auch explizit zum Ausdruck zu bringen:</p>
<ul>
<li>Suchen wir eine Partnerschaft, macht es wenig Sinn, sich auf eine Freundschaft+ einzulassen, aus der nur selten eine Beziehung entsteht.</li>
<li>Suchen wir eine Freundschaft+, kann dies Anlass sein, die eigene Bindungsbereitschaft zu reflektieren und gegebenenfalls auch sich einzugestehen, dass es eher um sexuelle Befriedigung als um tragfähige Beziehungen geht.</li>
<li>Oder aber wir achten darauf, tatsächlich einen freundschaftlichen Charakter zu bewahren und auszubauen, damit sich eine Freundschaft+ nicht im Nichts verliert. Dies scheint vielen schwerzufallen, aber möglich ist es.</li>
</ul>
<p>Ganz entscheidend für viele ist zudem die Frage, wie genau aus Freundschaft Partnerschaft werden kann und wie ich dies wahrnehmen können?</p>
<p>Hier geben die Studien zur Intensität der Gefühle womöglich Aufschluss:</p>
<ul>
<li>Eine Beziehung kann sehr ruhig beginnen, mit Sympathie und ohne Leidenschaft. Beginnen wir aber miteinander auch den Bereich der Sexualität zu erschließen, komplettiert sich oft das Bild, und wir merken auch selbst, dass etwas entsteht, was wir Liebe nennen entsteht.</li>
</ul>
<p>Aber es wäre zu apodiktisch und empirisch auch nicht richtig, nunmehr Liebe allein als echte Freundschaft plus Sexualität mit all ihren Folgewirkungen zu definieren:</p>
<ul>
<li>Denn es gibt eben die platonischen Liebesbeziehungen, die Beziehungen Asexueller oder auch die Beziehungen sexuell interessierter Menschen, in denen dennoch Liebe erlebt wird. Wir können problemlos eine sehr tiefe Freundschaft, deren Tiefe so stark ist, dass wir mit der Person gemeinsam durchs Leben gehen möchten, als Liebe verstehen. Womöglich können wir uns durch solch eine freundschaftliche Liebe sogar einiges an Leid sparen.</li>
</ul>
<p>Praktisch entsteht das Problem beim Dating, ob es nun Freundschaft oder bereits Liebe ist. Oder, ob wir weiterhin Single oder bereits in einer Beziehung sind. Dies sind keine trivialen Fragen, und allein die gemeinsame Benennung kann bahnen, was nachfolgend geschieht.</p>
<p>Oftmals löst sich diese Frage spontan und intuitiv auf, aber nicht immer, und es gibt nicht wenige, die zweifeln oder sich genau wegen dieser Frage bei der Partnersuche als blockiert erleben.</p>
<p>Vorher von mir beschriebene Befunde „<a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/ueber-die-reihenfolge-der-gefuehle-beim-beziehungsstart/">Über die Reihenfolge der Gefühle beim Beziehungsstart</a>“ zeigen, dass häudig eine Beziehung sogar bereits vor den Liebesgefühlen beginnt. Dies macht das Bild noch einmal deutlicher:</p>
<ul>
<li>Offenbar können wir uns bei wirklich guter Passung und Sympathie gemeinsam für eine Beziehung entscheiden, bevor wir die Liebe wirklich spüren, und nicht selten tritt im Verlauf sodann die Liebe mit Verzögerung hinzu. Das passt zu <a href="https://drrobertepstein.com/downloads/EPSTEIN_et_al_2013-How_Love_Emerges_in_Arranged_Marriages.pdf" target="_blank" rel="noopener">Studien mit arrangierten Ehen</a>, bei denen Liebe am Anfang deutlich geringer ist, sich aber nach einem Jahr nicht mehr in der Intensität von der Liebe zu selbst gesuchten Partner:innen unterscheidet.</li>
</ul>
<h2 class="western">Beziehung als Entscheidung bei guter Passung</h2>
<p>Treffen wir eine gut begründete Entscheidung für eine Beziehung, sind die Aussichten gut, dass Liebe im Verlauf entstehen wird.</p>
<p>Womöglich werden sich einige Leser:innen an dieser Aussage stören. Aber sie ist nichts weiter als eine Beschreibung der Realität des menschlichen Liebeslebens und gleichzeitig eine Hoffnung für diejenigen, bei denen der Beziehungsbeginn nur daran scheitert, dass sie trotz passender Menschen meinen, keine Beziehung eingehen zu können, weil sie noch keine Liebe spüren. Womöglich gehören sie zu denen, die die Liebe erst im Verlauf einer Beziehung spüren werden.</p>
<p>Partnerfindung ist ein seltenes Ereignis, und es ist herausfordernd, einen Menschen kennenzulernen, mit dem wir gemeinsam durchs Leben gehen können:</p>
<ul>
<li>Begegnen wir einem Menschen, bei dem wir merken, dass die wichtigsten Grundeinstellungen und Lebensvorstellungen passen, kann es daher wirklich oft sinnvoll sein, eine Beziehung bereits zu beginnen, auch wenn die Liebesgefühle noch nicht wirklich spürbar sind.</li>
</ul>
<p>Nicht aus Verzweiflung, um unbedingt das Singledasein hinter sich zu lassen, sondern aus einer Konsistenz aus Verstand und Gefühl, wobei der Verstand sagt, dass alles passt, und auch das Gefühl eine Sympathie wahrnimmt, die sich, dadurch dass wir uns für eine Beziehung entscheiden, zur Liebe entwickeln kann.</p>
<p>Bei Gleichklang unterstützen wir durch unseren psychologischen Matching-Algorithmus die Kompatibilität. Alles andere liegt sodann bei den Betreffenden selbst.</p>
<p>Gern begleiten wir auch Sie auf Ihrem Weg zur Beziehung:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Freundschaft und Liebe? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;.</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
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<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19307" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebespaar-freundschaft.jpg" alt="Ein Liebespaar oder eine Freundschaft?" width="1216" height="810" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebespaar-freundschaft.jpg 1216w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebespaar-freundschaft-300x200.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebespaar-freundschaft-1024x682.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1216px) 100vw, 1216px" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Psychische Schäden durch Online-Dating?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 20:10:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Was Längsschnittstudien über seelische Belastungen, Selbstwert, depressive Symptome und die Wirkungen moderner Dating-Systeme zeigen Ich habe bereits vielfach über die Strukturen des modernen Online-Datings, einschließlich ihrer Fehlfunktionen, geschrieben. Dies ist wichtig – nicht als ein Bashing der Konkurrenten, sondern weil das moderne Online-Dating in großem Ausmaß die Erwartungen von uns allen, also auch der Mitglieder <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/psychische-schaeden-durch-online-dating/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Psychische Schäden durch Online-Dating?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="western">Was Längsschnittstudien über seelische Belastungen, Selbstwert, depressive Symptome und die Wirkungen moderner Dating-Systeme zeigen</h2>
<p>Ich habe bereits vielfach über die Strukturen des modernen Online-Datings, einschließlich ihrer Fehlfunktionen, geschrieben. Dies ist wichtig – nicht als ein Bashing der Konkurrenten, sondern weil das moderne Online-Dating in großem Ausmaß die Erwartungen von uns allen, also auch der Mitglieder von Gleichklang, prägt, was Partnersuche ist und wie Partnersuche angegangen werden sollte.</p>
<p>Treffen diese Erwartungen jedoch nicht zu, kann dies zu inkorrekten Bewertungsprozessen führen und unsere Partnersuche beeinträchtigen.</p>
<p>Eine unserer Hauptaufgaben als Partnervermittlerin besteht vor diesem Hintergrund darin, über das moderne Online-Dating aufzuklären, sowie Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie über Online-Dating Beziehungen entstehen können.</p>
<p>Genau dieser Thematik widme ich mich auch in meinem heutigen Artikel, jedoch auf eine etwas andere Art und Weise als zuvor:</p>
<ul>
<li>Während die vorherigen Artikel eher theoretische oder grundlegende Forschungen aufgriffen oder allgemeine psychologische Forschung auf die Strukturen von Dating-Systemen anwandten, stelle ich heute drei Studien vor, die konkret und empirisch untersuchen, inwiefern die Nutzung moderner Dating-Systeme zu negativen psychischen Folgewirkungen für die Betroffenen führen kann.</li>
</ul>
<p>Gibt es also psychische Schäden durch Online-Dating?</p>
<p>Auf der Basis dieser Befunde beantworte ich die Frage und stelle im Anschluss aber wiederum die eigentlich zentrale Frage, was Partnerfindung tatsächlich ist, die eng mit der fundamentalen Grundphilosophie von Gleichklang zusammenhängt:</p>
<ul>
<li>Partnerfindung ist ein einzigartiges, singuläres und seltenes Ereignis, das jedoch eines Tages eintreten kann, wenn wir uns in Strukturen bewegen, die uns erlauben, den Moment der Partnerfindung zu erkennen, also wenn ein passender Mensch in unser Blickfeld tritt &#8211; und diesen Moment für Kennenlernen und Beziehungsaufbau zu nutzen.</li>
</ul>
<p>Der folgende Artikel soll daher allen Interessierten und natürlich allen Gleichklang-Mitglieder mehr Wissen vermitteln und Weg klarer benennen, wie wir von der Partnersuche zur Partnerfindung gelangen können.</p>
<h2 class="western">Was wir über die psychischen Folgen des modernen Online-Datings tatsächlich wissen</h2>
<p>Online-Dating hat die Art und Weise entscheidend verändert, wie wir nach Partnerschaften, sexuellen Kontakten, Unterhaltungen, Bekanntschaften, aber auch nach der Befriedigung unserer Bedürfnisse, nach Ablenkung, kurzzeitiger Zuwendung und Stabilisierung unseres Selbstwertes suchen.</p>
<ul>
<li>Welche Folgen ergeben sich daraus jedoch für unsere psychische Stabilität und Gesundheit?</li>
</ul>
<p>Vieles davon ist auch nach mehr als 20 Jahren Online-Dating und dem globalen Durchmarsch von Tinder &amp; Co ab 2012 erstaunlicherweise weiterhin unklar.</p>
<p>Es gibt unzählige Studien zum Online-Dating, die sich anderen Themen widmen. Sehr oft beschäftigen sich Studien sogar rein mit Dating-App-internen Kriterien, wie der Anzahl von Matches oder der Anzahl von Nachrichten.</p>
<p>Eine große Menge an Studien untersucht aber ebenfalls Zusammenhänge zwischen Online-Dating und Depressionen, sozialer Angst oder auch Persönlichkeitsmerkmalen, einschließlich der sogenannten Dark Triade (<em>Narzissmus, Psychopathie, Machiavellismus</em>) beziehungsweise Tetrade (<em>zusätzlich Sadismus</em>).</p>
<p>Allen diesen Studien haftet jedoch derselbe methodische Makel an:</p>
<ul>
<li>Sie zeigen im Wesentlichen lediglich, wodurch sich Nutzer:innen von Dating-Apps im Vergleich zu Nichtnutzer:innen unterscheiden. Ein kausaler Schluss auf den tatsächlichen Einfluss von Dating-Apps auf psychische Merkmale oder Wohlbefinden ist daraus jedoch nicht möglich.</li>
<li>Nutzen Menschen mit bestimmten Eigenschaften häufiger Dating-Apps oder führen Dating-Apps tatsächlich dazu, dass sich psychische Merkmale verändern und möglicherweise sogar Schäden entstehen?</li>
</ul>
<p>Die überwältigende Mehrheit der veröffentlichten Studien erlaubt hierzu keinen belastbaren Schluss.</p>
<h2 class="western">Die theoretische Kritik an Dating-Apps ist weit fortgeschrittener als die eigentliche Wirkungsforschung</h2>
<p>Gleichzeitig existiert jedoch mittlerweile eine umfangreiche theoretische, hochgradig reflektierende und gesellschaftskritische Literatur, die sich mit den möglichen negativen Auswirkungen moderner Dating-Systeme beschäftigt:</p>
<ul>
<li>Zentrale Begriffe sind hierbei die Gamifizierung der Partnersuche, die Verschiebung des eigentlichen Ziels der Partnerfindung hin zu kurzfristigen Belohnungen wie Matches, Chats oder attraktiven Vorschlägen sowie die Unterordnung der Partnersuche unter die ökonomischen Interessen milliardenschwerer Plattformen, deren Geschäftsmodell oftmals gerade darauf beruht, Nutzer:innen möglichst dauerhaft an die Systeme zu binden.</li>
</ul>
<p>Hinzu kommt, dass zahlreiche Studien zeigen, dass die Motivlagen vieler Nutzer:innen extrem unterschiedlich sind:</p>
<ul>
<li>Partnersuche stellt keineswegs das dominierende Motiv dar. Vielmehr nutzen viele Menschen Dating-Apps aus Langeweile, zur Selbstwertstabilisierung, zur Unterhaltung, zur kurzfristigen Bestätigung oder aus Neugier. Nutzer:innen können deshalb oftmals gar nicht einschätzen, mit welchen tatsächlichen Motiven ihnen andere Personen begegnen.</li>
</ul>
<p>Die Literatur weist zudem darauf hin, dass Dating-Apps Nutzer:innen zunehmend zu austauschbaren Optionen machen. Gleichzeitig entsteht ein außergewöhnlich hohes Maß an Unsicherheit, weil kaum Möglichkeiten durch Profilsichtung bestehen, diese Unsicherheit zuverlässig zu reduzieren.</p>
<p>Qualitative Studien zeigen darüber hinaus, dass viele Nutzer:innen beginnen, eigene implizite Theorien über die Funktionsweise von Dating-Apps zu entwickeln oder sogar versuchen, die Systeme strategisch zu „überlisten“. Diese subjektiven Theorien prägen das Verhalten, unabhängig davon, ob sie tatsächlich zutreffen.</p>
<p>Schließlich weisen verschiedene Arbeiten darauf hin, dass Dating-Apps offenbar besonders stark Attraktivitätsreize als Belohnungsanreize einsetzen:</p>
<ul>
<li>Besonders attraktive Profile werden überproportional häufig vorgeschlagen.</li>
</ul>
<p>Genau dies kann jedoch wiederum die Wahrscheinlichkeit stabiler Beziehungsentstehung reduzieren. Denn was ist ein Vorschlag wert, der Hunderttausenden gemacht wurde?</p>
<p>Diese tiefgreifende theoretische und gesellschaftskritische Literatur steht im heutigen Artikel allerdings nicht im Mittelpunkt. Mit ihren Implikationen habe ich mich bereits in Blogartikeln und Videos ausführlich beschäftigt – hier die Auflistung interessierte Leser:innen oder Zuschauer:innen:</p>
<h3 class="western">Blog-Artikel</h3>
<ul>
<li><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/wie-wirklich-ist-das-online-dating/">Die prekäre Welt des Online-Dating</a></li>
<li><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/wie-verschiedene-dating-systeme-uns-zeitlich-strukturieren/">Wie verschiedene Dating-Systeme uns zeitlich strukturieren</a></li>
<li><a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/liquid-love-oder-echte-verbindung-warum-gleichklang-den-anderen-weg-geht/">Liquid Love oder echte Verbindung? Warum Gleichklang den anderen Weg geht</a></li>
</ul>
<h3 class="western"><b>Videos</b></h3>
<ul>
<li><a href="https://youtu.be/l-JLVTTYFpE" target="_blank" rel="noopener">Dating-Apps versprechen Liebe – und erzeugen Einsamkeit.</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/5Sl_nAtFU6g" target="_blank" rel="noopener">Die Psychologie der Tinder-Falle: Warum du niemanden findest</a></li>
</ul>
<h2 class="western">Drei Studien zeigen konkrete Hinweise auf psychische Belastungen durch Dating-Apps</h2>
<p>Die Studien, die ich nun darstelle, kennzeichnen sich dadurch, dass wir aus ihnen deutlich konkreter entnehmen können, wie Dating-Apps Nutzer:innen möglicherweise tatsächlich beeinflussen.</p>
<ul>
<li><em>Liesel L. Sharabi und Kolleg:innen</em> untersuchten in einer Längsschnittstudie mit 493 aktiven Dating-App-Nutzer:innen über zwölf Wochen hinweg die Entwicklung emotionaler Belastungen durch Dating-Apps. Die Studie erschien im Journal <em>New Media &amp; Society</em> unter dem Titel <em>Burnt out and still single: Susceptibility to dating app burnout over time</em> („Ausgebrannt und weiterhin Single: Anfälligkeit für Dating-App-Burnout im Zeitverlauf“).</li>
</ul>
<p>Das waren die Ergebnisse:</p>
<p>Die Autor:innen beobachteten zunehmende emotionale Erschöpfung sowie wachsende Gefühle mangelnder Selbstwirksamkeit. Besonders betroffen waren Personen mit bereits zuvor erhöhten Werten für Einsamkeit, Angst und Depressivität. Problematische Nutzungsmuster verstärkten die emotionale Belastung zusätzlich.</p>
<ul>
<li><em>Christopher Bonilla-Zorita und Kolleg:innen</em> analysierten in einer appbasierten Echtzeitstudie kurzfristige Auswirkungen der Dating-App-Nutzung auf Stimmung und Selbstwert. Die Studie erschien im <em>International Journal of Environmental Research and Public Health</em> unter dem Titel <em>Dating App Use and Wellbeing: An Application-Based Pilot Study Employing Ecological Momentary Assessment and Objective Measures of Use</em> („Dating-App-Nutzung und Wohlbefinden: Eine appbasierte Pilotstudie unter Verwendung ökologischer Momentaufnahmen und objektiver Nutzungsmaße“).</li>
</ul>
<p>Wiederum waren negative Auswirkungen auf die Nutzer:innen erkennbar:</p>
<p>Längere Nutzungszeiten gingen mit zunehmendem Craving, also einem schwer kontrollierbaren inneren Verlangen nach weiterer Nutzung, einher. Das kurzfristige Selbstwertgefühl und die aktuelle Stimmungslage wurden abhängig von Matches und Benachrichtigungen. Sie wirkten also wirklich als kurzfristige Belohnungen. Das ist hochproblematisch, weil genau solche kurzfristigen Belohnungen mit raschem erneutem Abfall der Stimmungslage zu den klassischen Mechanismen von Suchtprozessen gehören.</p>
<ul>
<li><em>McGregor und Kolleg:innen</em> untersuchten in einer weiteren Längsschnittstudie den Zusammenhang zwischen objektiv gemessener Dating-App-Nutzung und psychischer Gesundheit bei Jugendlichen. Die Studie erschien im <em>Journal of Psychopathology and Clinical Science</em> unter dem Titel <em>A Longitudinal Study of Objective Dating App Usage and Its Relation to Mental Health in Adolescents</em> („Eine Längsschnittstudie zur objektiv gemessenen Dating-App-Nutzung und ihrem Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit von Jugendlichen“).</li>
</ul>
<p>Leider waren auch hier die Beobachtungen negativ:</p>
<p>Intensivere Kommunikationsaktivität innerhalb der Dating-Apps ging mit anhaltenden depressiven Symptomen einher. Besonders Phasen mit verstärktem Nachrichtenverhalten waren mit erhöhter depressiver Belastung assoziiert.</p>
<p>Zusammengenommen zeigen diese Studien relativ konsistent, dass die modernen Dating-Systeme tatsächlich mit emotionaler Erschöpfung, depressiver Belastung, suchtähnlichen Nutzungsprozessen und Selbstwertproblemen verbunden sind.</p>
<p>Die Studien sind zwar auch nicht sicher kausal einzuordnen, ihr längsschnittlicher Charakter stellt aber eine deutlich höhere Evidenz dar als reine Momentaufnahmen.</p>
<p>Es wäre für Dating-Apps ein Leichtes, umfassendere experimentelle Studien mit längsschnittlichem Design zu finanzieren, die uns noch definitivere Antworten darauf geben würden, was eigentlich mit Nutzer:innen von Dating-Apps im Vergleich zu Nichtnutzer:innen geschieht. Sie haben dies jedoch bisher nicht getan und haben vermutlich einen guten Grund dafür.</p>
<h2 class="western">Die eigentliche Effektivität von Dating-Apps für die Partnerfindung ist unbekannt</h2>
<p>Die Befunde deuten darauf hin, dass besonders die intensive Nutzung moderner Dating-Systeme die seelische Gesundheit ihrer Nutzer:innen schädigen kann. Vieles bleibt aber unbekannt, da aussagekräftige Studien fehlen, für deren Durchführung hohe finanzielle Mittel erforderlich wären, die niemand für solche Studien zur Verfügung stellt.</p>
<p>Was bedeuten diese Befunde nun für die eigentliche Partnerfindung?</p>
<p>Erstaunlicherweise wissen wir auch hier bis heute nicht, wie effektiv Dating-Apps tatsächlich für die Entstehung stabiler Beziehungen sind.</p>
<p>Natürlich kennen wir alle Menschen, die über Dating-Apps Beziehungen fanden. Dies allein sagt jedoch wenig aus:</p>
<ul>
<li>Würden wir uns ausschließlich im Wald bewegen, würden auch alle Beziehungen im Wald entstehen. Daraus würde jedoch keineswegs folgen, dass der Wald ein besonders effektiver Ort der Partnervermittlung wäre.</li>
</ul>
<p>Da Dating-Apps jedoch zunehmend zum Standard des Kennenlernens werden und gleichzeitig die Offenheit für spontane Begegnungen außerhalb des Internets sinkt, ähneln Dating-Apps immer stärker genau diesem Bild des Waldes.</p>
<p>Die milliardenschweren Dating-Konzerne haben bis heute keine unabhängigen repräsentativen Langzeitstudien finanziert, die systematisch untersuchen würden, wie häufig aus der Nutzung tatsächlich stabile und glückliche Beziehungen entstehen.</p>
<p>Die tatsächliche Effektivität moderner Dating-Apps bleibt deshalb weitgehend unbekannt.</p>
<p>Eine <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/die-wahrheit-ueber-online-dating-wie-sie-wirklich-erfolg-haben/"><strong>belgische Studie</strong></a> mit Studierenden zeigte immerhin, dass im Rahmen der bisherigen teils langjährigen Nutzung von Dating-Apps durch diese Stichprobe lediglich in knapp 13 % der Fälle jemals eine Beziehung entstanden war. Ob diese Beziehungen anschließend stabil oder glücklich verliefen, wurde jedoch nicht untersucht.</p>
<p>Berücksichtigen wir hier aber zusätzlich soziologische Daten von <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/mit-mehr-inhalt-zur-partnerfindung/"><strong>Michael Rosenfeld</strong></a>, wonach ungefähr 70 % aller neu entstehenden Beziehungen bereits innerhalb des ersten Jahres scheitern, ließe sich daraus theoretisch eine langfristige Erfolgswahrscheinlichkeit von ungefähr 5 % ableiten. Diese Schätzung bleibt freilich methodisch unsicher.</p>
<p>Auffällig ist aber, dass die Single-Raten in vielen westlichen Ländern genau in jener Zeit deutlich stiegen und weiter steigen, in der die Kontaktmöglichkeiten durch das moderne Online-Dating explodierten:</p>
<p><strong>Wachsende Nutzung von Dating-Apps</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19288" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/online_dating_nutzer_statista_final.png" alt="Grafik, die zeigt, dass immer mehr Menschen Dating-Apps nutzen. " width="1600" height="1000" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/online_dating_nutzer_statista_final.png 1600w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/online_dating_nutzer_statista_final-300x188.png 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/online_dating_nutzer_statista_final-1024x640.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></p>
<p><strong>Steigende Anzahl von Single-Raten</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19289" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/single_raten_mikrozensus_final.png" alt="Grafik, die zeigt, dass die Single-Raten steigen." width="1600" height="1000" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/single_raten_mikrozensus_final.png 1600w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/single_raten_mikrozensus_final-300x188.png 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/single_raten_mikrozensus_final-1024x640.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></p>
<h2 class="western">Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass die Partnersuche selbst aus dem Blick gerät</h2>
<p>Damit komme ich abschließend zu der Frage, was wir aus all diesen Befunden folgern können:</p>
<ul>
<li>Grundsätzlich hilft es bereits, sich mögliche Risiken bewusst zu machen. Dies gilt für alle Lebensbereiche. Zu verstehen, dass modernes Online-Dating depressive Entwicklungen, emotionale Erschöpfung oder suchtähnliche Prozesse fördern kann, ist bereits ein wichtiger erster Schritt zum Schutz vor möglichen negativen Folgen.</li>
</ul>
<p>Die Gamifizierung moderner Dating-Systeme funktioniert über kurzfristige Belohnungen wie Matches, neue Vorschläge oder Benachrichtigungen. Diese Mechanismen verlieren jedoch erheblich an Macht, wenn wir sie bewusst reflektieren und uns ihnen nicht vollständig ausliefern.</p>
<p>Entscheidend erscheint deshalb, den Fokus wieder stärker auf die eigentliche Begegnung zu richten:</p>
<ul>
<li>Beziehungen entstehen nicht durch möglichst viele Optionen, sondern durch die Begegnung zweier Menschen, die gemeinsam ausloten, ob eine tiefere Resonanz entstehen kann. Mehrgleisigkeit beeinträchtigt die Chancen, weil der eigentliche Fokus auf Begegnung und Resonanz verloren geht.</li>
</ul>
<p>Ebenso sinnvoll erscheint es, kritisch zu prüfen, ob die Struktur eines Dating-Systems, einschließlich der Monetarisierung, überhaupt zu den eigenen Werten, Bedürfnissen und Grundüberzeugungen passt. Wenn dies nicht der Fall ist, ist es sinnvoll, sich von entsprechenden Plattformen bewusst zu distanzieren.</p>
<h2 class="western">Wie Gleichklang gegen die typische Dating-Logik arbeitet</h2>
<p>Wir haben uns bei Gleichklang in vielerlei Hinsicht bewusst als eine Art Anti-Dating-Dating-Seite positioniert.</p>
<p>Dadurch greifen die beschriebenen Risiken nach unserer Einschätzung zumindest teilweise weniger stark. Gleichzeitig wird dies jedoch erkauft durch längere Wartezeiten, weniger kurzfristige positive Belohnungen sowie gelegentliche Gefühle von Leere oder Frustration, weil die Erwartungen, die unsere Mitglieder durch das moderne Online-Dating internalisiert haben, bei Gleichklang nicht erfüllt werden.</p>
<p>Auch solche Erfahrungen können selbstverständlich wiederum psychisch belastend wirken. Auch für Gleichklang würde ich insofern nicht vollständig „die Hand ins Feuer legen“.</p>
<p>Umso wichtiger erscheint uns eine realistische Erwartungshaltung gegenüber dem, was Partnersuche tatsächlich bedeutet.</p>
<h2 class="western">Partnerfindung ist kein kumulativer Prozess – sondern ein seltenes singuläres Ereignis</h2>
<p>Die Partnerfindung ist ein seltenes und einzigartiges Ereignis. Dies ist die zentrale Philosophie der Vermittlungslogik und des Plattformaufbaus von Gleichklang:</p>
<ul>
<li>Die meisten Menschen finden nicht ständig neue Partner:innen, sondern typischerweise nur einige wenige Male im gesamten Leben.</li>
</ul>
<p>Moderne Dating-Systeme suggerieren uns jedoch, dass wir durch tägliche Aktivitäten, ständige Vorschläge und permanente Mehrgleisigkeit quasi kumulativ unsere Partnerfindung voranbringen. Als ob wir dadurch also eine Basis aufbauen würden, die uns zur Partnerfindung bringt.</p>
<p>Tatsächlich verschiebt sich jedoch häufig lediglich das Ziel. An die Stelle der eigentlichen Partnerfindung treten Matches, Likes, Chats und kurzfristige Belohnungen.</p>
<p>Die entscheidende Frage lautet nämlich in Wirklichkeit nicht, ob viele oder wenige Vorschläge erfolgen, ob Wartezeiten kurz oder lang sind oder ob vergangene Kontakte günstig oder ungünstig verliefen.</p>
<p>Die entscheidende Frage lautet ausschließlich, ob irgendwann und eines Tages eine Person in unser Blickfeld tritt, mit der eine so starke Resonanz entsteht, dass eine partnerschaftliche Beziehung beginnt.</p>
<p>Solche Ereignisse sind nicht planbar. Sie ergeben sich nicht linear aus der Anzahl der Vorschläge oder Nachrichten. Sie hängen auch nicht direkt davon ab, ob wir die Nutzung einer Plattform gerade als interessant oder langweilig erleben.</p>
<p>Indirekt beeinflusst unser Erleben die Wahrscheinlichkeit allerdings doch:</p>
<ul>
<li>Denn Menschen, die eine Plattform als sinnlos oder leer erleben, haben die Plattform oft schon verlassen, zu dem Zeitpunkt, zu dem das seltene Ereignis der Partnerfindung eingetreten wäre.</li>
</ul>
<p>Gerade deshalb ist es für uns bei Gleichklang so entscheidend, zielführende Erwartungen zu vermitteln und nur genau die Menschen anzusprechen, die sich mit den Grundprinzipien unserer Plattform identifizieren können.</p>
<p>Letztlich sind es drei Dinge, die uns trotz aller Defizite des modernen Online-Datings zur Partnerfindung bringen können:</p>
<ul>
<li>Kritische Auseinandersetzung mit den Strukturen des modernen Online-Datings und Erwerb eines Grundverständnisses mit den richtigen Erwartungen, was Partnerfindung tatsächlich ermöglicht.</li>
<li>Sich Strukturen und Monetarisierungsprinzipien von Dating-Seiten anschauen und nur solche nutzen, die den eigenen Wertvorstellungen entsprechen. Ansonsten werden die Monetarisierungsprinzipien nämlich dazu führen, dass Personen angezogen werden und Ergebnisse eintreten, die nicht gewünscht sind.</li>
<li>Den Fokus auf die Möglichkeit echter Begegnung zu dem Zeitpunkt richten, zu dem ein Mensch ins Blickfeld tritt.</li>
</ul>
<p>Mit diesem Ansatz haben Sie gute Chancen, negative psychische Auswirkungen des Online-Datings auf Ihre eigene seelische Gesundheit zu verhindern und eine wertvolle Liebesbeziehung zu finden.</p>
<p>In diesem Sinne begleiten wir Sie bei Gleichklang gerne weiterhin bei der Beziehungsfindung:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Singlesein und seinen Gründen? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
<ul>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;.</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
</ul>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19283" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebevolles-paar.jpg" alt="Ein liebevolles Paar im mittleren Alter" width="1516" height="848" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebevolles-paar.jpg 1516w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebevolles-paar-300x168.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/liebevolles-paar-1024x573.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1516px) 100vw, 1516px" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn Online-Kontakte abbbrechen und Beziehungsmöglichkeiten versanden</title>
		<link>https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/wenn-online-kontakte-abbrechen-und-beziehungsmoeglichkeiten-versanden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 13:06:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umfragen & Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichklang informiert]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum Online-Kontakte abbrechen – und weshalb eingeschlafene Kommunikationen oft der Schlüssel zu einer Partnerschaft sein können Mein heutiger Blogartikel ist vorwiegend praktischer Art, ohne viele theoretische Bezüge und Studienreferenzen. Gerade auf diesen Artikel setze ich jedoch eine besonders große Hoffnung, dass er womöglich für manche Lesende zu einem Wendepunkt bei ihrer Beziehungsfindung werden kann. Denn <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/umfragen-studien/wenn-online-kontakte-abbrechen-und-beziehungsmoeglichkeiten-versanden/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Wenn Online-Kontakte abbbrechen und Beziehungsmöglichkeiten versanden</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Warum Online-Kontakte abbrechen – und weshalb eingeschlafene Kommunikationen oft der Schlüssel zu einer Partnerschaft sein können</h2>
<p data-start="0" data-end="284">Mein heutiger Blogartikel ist vorwiegend praktischer Art, ohne viele theoretische Bezüge und Studienreferenzen. Gerade auf diesen Artikel setze ich jedoch eine besonders große Hoffnung, dass er womöglich für manche Lesende zu einem Wendepunkt bei ihrer Beziehungsfindung werden kann.</p>
<p data-start="286" data-end="471" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Denn wenn Online-Kontakte abbrechen, verbirgt sich dahinter oft ein Phänomen, das ich seit Jahren beobachte und das auch viele eigentlich aussichtsreiche Kontakte zum Ende bringen kann:</p>
<ul>
<li>Die Online-Kommunikation versinkt im Alltag, wird dadurch oberflächlich, schleppend, gezwungener Small Talk. Interessen oder Tagesaktivitäten stehen im Vordergrund. Die eigentliche Frage „Können wir uns lieben?“ findet keine Antwort.</li>
</ul>
<p>Irgendwann wird solch eine Kommunikation meistens abgebrochen:</p>
<ul>
<li>Manchmal sind beide erleichtert, haben jedenfalls kein Interesse, so weiterzumachen. Oder eine Seite ist enttäuscht, irritiert und ratlos. In diesem Fall sprechen wir von <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/alles-ueber-ghosting-warum-ghosting-und-was-sind-die-konsequenzen/"><strong>Ghosting</strong></a>. Schauen Sie hierzu gerne auch mein <a href="https://youtu.be/5Sl_nAtFU6g" target="_blank" rel="noopener"><b>Video ü</b><b>ber Ghosting</b></a>.</li>
</ul>
<p>Wenn Online-Kontakte abbrechen, gibt es dafür natürlich viele Gründe. Heute gehe ich jedoch auf den einen entscheidenden Hauptgrund ein, den Sie selbst in der Hand haben.</p>
<h2 class="western">Wenn die Kommunikation zur reinen Alltagsabfrage wird</h2>
<p>Eine erstaunlich große Anzahl an Menschen beim Online-Dating spricht in ihren Nachrichten miteinander über vieles, nicht aber über die Möglichkeit, dass zwischen ihnen eine Partnerschaft entstehen könnte:</p>
<p>• Beide kennen die Antwort noch nicht. Aber der ganze Zweck der Online-Kommunikation ist im Grunde folgender: herauszufinden, ob beide einen Schritt weitergehen möchten.</p>
<p>Es interessiert nicht wirklich, ob die eine Person am Sonntag Rad gefahren ist und die andere im Garten werkelt.</p>
<p>Nebenbei können wir uns dies selbstverständlich auch berichten. Aber niemals sollte dadurch in den Hintergrund treten, dass wir vorwiegend gemeinsam die Beziehungsfrage beantworten möchten.</p>
<p>Geht aber dieses eigentliche Thema verloren, sind wir bereits auf dem besten Weg, demnächst keine Antwort mehr zu erhalten oder selbst im Grunde nicht mehr schreiben zu wollen.</p>
<p>Schüchternheit, Hemmungen, Vorsicht, Angst vor Belästigung, Angst, zu bedrängen – all dies bildet einen Teil der Antwort darauf, warum Menschen bei der Partnersuche das eigentliche Thema verfehlen. Aber wenn wir es uns zur Gewohnheit machen, uns am Thema zu orientieren, beginnen sich gleichzeitig solche Hemmungen aufzulösen, und wir bewegen uns in Richtung der Partnerfindung.</p>
<h2 class="western">Beziehung von Anfang an thematisieren</h2>
<p>Schon in der ersten Nachricht, die Sie schreiben, sollte deutlich werden, dass Sie herausfinden möchten, ob eine Partnerschaft zwischen Ihnen entstehen kann. So können Sie etwa bei der Erstnachricht darlegen, dass die Sichtung des Profils Sie neugierig, hoffnungsvoll und motiviert gemacht hat, in Kontakt zu treten, um gemeinsam herauszufinden, ob mehr möglich ist.</p>
<p>Gerne können Sie dabei auch ein wenig über Ihre eigenen Gedanken zu Partnerschaft und Beziehung schreiben. Ebenso wichtig ist es, deutlich zu machen, dass Sie neugierig sind, von der anderen Person mehr über ihre Gedanken hierzu zu erfahren.</p>
<p>Die Nachricht braucht nicht lang zu sein, aber der Ausdruck des Beziehungsinteresses ist essenziell.</p>
<ul>
<li>Interessanterweise <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/02654075251367137" target="_blank" rel="noopener"><b>ergab sich in einer Studie</b></a>, dass auch eine textbasierte Kommunikation zu einem stärkeren Erleben sozialer Verbundenheit führt, wenn über tiefergehende und die beteiligten Personen tatsächlich betreffende Themen gesprochen wird. Die Studie passt zu meiner Beobachtung, dass oftmals gerade diejenigen Kontakte abbrechen, die sich auf Small Talk und Alltagsgespräche beschränken.</li>
</ul>
<h2 class="western">Der nächste Schritt: Vom Schreiben ins echte Kennenlernen</h2>
<p>Wir raten, nach einem ersten und bisweilen werthaltigen Online-Kontakt möglichst zu weiteren Ebenen überzugehen:</p>
<ul>
<li>Werden Sie selbst aktiv, schlagen Sie ein gemeinsames Telefonat, ein Videogespräch oder ein direktes Treffen vor.</li>
</ul>
<p>Sollte die andere Person deutlich machen, dass sie erst einmal auf der Online-Ebene bleiben wollen, bleiben Sie dabei, aber kommen Sie eines Tages erneut auf die weitere Ebene zurück.</p>
<p>Beziehung ist für diejenigen, die online suchen, ein wichtiges Thema, oft ein großer Wunsch und eine Sehnsucht:</p>
<ul>
<li>Machen Sie sich die Priorität von Beziehung bewusst und schaufeln Sie sich auch Zeiten frei. Dadurch erzeugen wir gleichzeitig Vertrauen bei der anderen Person, dass wir es ernst meinen.</li>
</ul>
<p>Gerade wenn Sie womöglich selbst merken, dass Sie gar nicht mehr wissen, was Sie schreiben sollen, oder gar das Interesse verlieren, ist es höchste Zeit, sich auf einer anderen Ebene kennenzulernen.</p>
<p>Die <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/02654075251367137" target="_blank" rel="noopener"><b>oben zitierte Studie </b></a>unterstützt ebenso den Ansatz, möglichst bald in die reale Begegnung überzugehen:</p>
<ul>
<li>Insgesamt erreichten direkte Begegnungen ein höheres Maß erlebter sozialer Resonanz und Verbundenheit als der textbasierte Austausch.</li>
</ul>
<p>Indem wir in unserer Kommunikation keinen Zweifel daran lassen, dass unser Ziel in der Beziehungsfindung liegt, und indem wir uns bald auf anderen Ebenen (<em>Telefon, Videogespräch oder Offline-Treffen</em>) begegnen, verhindern wir das schleichende Ende und geben uns die Chance, mit einem Menschen Resonanz zu erleben und den Beziehungsbeginn zu starten.</p>
<p>Lassen Sie es daher nicht zu, dass sich Ihr Online-Austausch auf reine Alltagsangelegenheiten verlagert.</p>
<h2 class="western">Die Tinder-Falle: Warum Mehrgleisigkeit Beziehungen verhindert</h2>
<p>Der Begriff Tinder-Falle ist kein Bashing der Konkurrenz, wie manche meinen:</p>
<ul>
<li>Tinder ist ein Synonym für eine Form des Online-Dating, die weltweit einen Siegeszug angetreten hat. Der Siegeszug ist so global, dass er unsere Erwartungen und Haltungen zur Partnersuche viel mehr prägt, als wir wissen. Auch wenn wir noch nie bei Tinder waren!</li>
</ul>
<p>Das Prinzip, um das es geht, ist das permanente Vergleichen, die Mehrgleisigkeit, die ständig neuen Profile:</p>
<ul>
<li>Menschen lieben es, eine Auswahl zu haben. Aber in der Realität werden so unsere Entscheidungen oberflächlicher, unsere Bindungsbereitschaft sinkt und eine Ablehnungshaltung entsteht, aufgrund derer wir ständig Möglichkeiten ablehnen oder anderweitig sabotieren, ohne dies wirklich zu merken.</li>
</ul>
<p>Mehrgleisigkeit ist dabei also einer der weiteren Gründe, warum Kontakte einschlafen:</p>
<ul>
<li>Allein dadurch, dass ich jetzt mehrere Kontakte habe, lasse ich manche oder sogar alle schleifen. Weil die andere Person mehrere Kontakte hat, antwortet sie nicht mehr.</li>
</ul>
<p>Wir können nicht kontrollieren, was die anderen tun, aber über uns selbst haben wir Kontrolle oder können sie erlangen:</p>
<ul>
<li>Sobald es einen Austausch gibt, gilt daher, sich keine neuen Vorschläge anzuschauen und niemanden mehr anzuschreiben. Im besten Fall entsteht so bereits eine Beziehung ohne jedes weitere Dating. Wenn nicht, können wir erneut unser Augenmerk auf jemanden anderen richten.</li>
</ul>
<p>Die „<em>Tinder-Falle</em>“ ist die Falle in uns selbst, die durch<em> Tinder und Co.</em> nur noch weiter verbreitet wird. In meinem neuesten <a href="https://youtu.be/5Sl_nAtFU6g" target="_blank" rel="noopener"><b>Video „Die Tinder-Falle – wissenschaftlich erklärt“</b></a> werden diese Zusammenhänge in aller Kürze dargelegt.</p>
<p>In meinem deutlich längeren <a href="https://youtu.be/-f2toE28j40" target="_blank" rel="noopener"><b>Video über die drei Monate der Partnerfindung</b></a> stelle ich ein Schema vor, mit dessen Hilfe viele ihre Partnerfindung zum Erfolg bringen werden. Wenn Sie das Video noch nicht gesehen haben und Schwierigkeiten bei der Partnerfindung erleben, sollten Sie sich die Zeit dafür nehmen – auch wenn die Tonqualität in diesem Video leider nicht optimal geraten ist.</p>
<h2 class="western">Es gibt kein Alt und Neu beim Online-Dating</h2>
<p>Beim Online-Dating gibt es weder alte Vorschläge noch alte Nachrichten:</p>
<ul>
<li>Immer dann, wenn ein Kontakt nicht aufgrund eines klaren, dauerhaften und nicht veränderbaren Ausschlussgrundes beendet wurde, macht es Sinn, noch einmal einen zweiten Versuch zu unternehmen. Unklarheit gibt Anlass zu einem Klärungsversuch.</li>
</ul>
<p>Besteht also derzeit kein anderer Kontakt, ergibt es Sinn, sich noch einmal in den Gleichklang-Bereich einzuloggen – oder auch bei einer anderen Plattform, wenn Sie dort sind – und zu den Kommunikationen zurückzugehen, die abgebrochen wurden.</p>
<p>Schreiben Sie eine kurze, freundlich zugewandte Nachricht, in der Sie die Wiederaufnahme des Kontaktes vorschlagen, etwa nach dem Motto:</p>
<ul>
<li>„Gerade dachte ich an dich. Wollen wir vielleicht einmal miteinander telefonieren, ein Videogespräch führen oder uns auch direkt treffen? Womöglich stellen wir fest, dass es mit einer Beziehung zwischen uns doch etwas werden kann. Was denkst du?“</li>
</ul>
<p>Über die Jahre habe ich immer wieder, manchmal verblüfft, festgestellt, wie solche kurzen Nachrichten manchmal bei bereits beendeten Kontakten Wunder bewirken können.</p>
<p>Nicht wenige Beziehungen bei Gleichklang entstehen aus genau solchen Reaktivierungsprozessen:</p>
<p>• Alte Vorschläge werden noch einmal angeschaut. Eingeschlafene Kommunikationen werden wiederbelebt und Verabredungen finden statt.</p>
<p>Das gilt übrigens auch für Erstnachrichten, auf die die andere Person nicht antwortete:</p>
<ul>
<li>„Noch habe ich von dir nichts gehört, aber vielleicht ändert sich dies noch. Es würde mich freuen. Herzliche Grüße.“</li>
</ul>
<h2 class="western">Nutzen Sie den heutigen Tag</h2>
<p>Sind auch bei Ihnen Kontakte eingeschlafen? Oder gibt es ältere Vorschläge, die Sie liegen gelassen haben? Gab es Erstnachrichten, die nicht beantwortet wurden, oder waren Sie es selbst, die keine Antwort schrieben?</p>
<p>Womöglich steht Ihr Beziehungsglück vor der Tür, weil Sie diesen Artikel zum Anlass nehmen, jetzt noch einmal einen Schritt zurückzugehen, um voranzukommen.</p>
<p>In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei der Partnersuche alles Gute und viel Erfolg. Bei Gleichklang begleiten wir Sie gerne auf diesem Weg:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Singlesein und seinen Gründen? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;.</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-19252" src="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/LiebespaarSingles.jpg" alt="Liebespaar" width="1481" height="831" srcset="https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/LiebespaarSingles.jpg 1481w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/LiebespaarSingles-300x168.jpg 300w, https://www.psychologie-partnersuche.de/wp-content/uploads/2026/05/LiebespaarSingles-1024x575.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1481px) 100vw, 1481px" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum bin ich Single – und wie kann eine Beziehung dennoch entstehen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Guido F. Gebauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 May 2026 18:13:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[300 freie Texte von Gleichklang-Mitgliedern zeigen, welche Erfahrungen, Ängste, Lebensbedingungen und Beziehungsmuster aus Sicht der Betroffenen selbst ihr Singlesein prägen – und welche Wege dennoch in eine Beziehung führen können. Warum sind Menschen Single, warum bleiben manche Single, andere nicht? Ein Grund liegt in den modernen Dating-Systemen, was ich in meinem neuen Video in 9 <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/warum-bin-ich-single-und-wie-beziehungen-dennoch-entstehen-koennen/" class="more-link">...<span class="screen-reader-text">  Warum bin ich Single – und wie kann eine Beziehung dennoch entstehen?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>300 freie Texte von Gleichklang-Mitgliedern zeigen, welche Erfahrungen, Ängste, Lebensbedingungen und Beziehungsmuster aus Sicht der Betroffenen selbst ihr Singlesein prägen – und welche Wege dennoch in eine Beziehung führen können.</h1>
<p>Warum sind Menschen Single, warum bleiben manche Single, andere nicht?</p>
<ul>
<li>Ein Grund liegt in den modernen Dating-Systemen, was ich in meinem <a href="https://youtu.be/5Sl_nAtFU6g" target="_blank" rel="noopener"><strong>neuen Video</strong></a> in 9 Minuten noch einmal komprimiert und zusammenfassend erläutere.</li>
</ul>
<p>Aber heute geht es nicht um die Dating-Systeme, sondern um uns selbst – wobei dies natürlich auch nicht ganz voneinander trennbar ist.</p>
<p>Wir haben dazu bereits unseren <a href="https://gleichklang-studien.de/?task=test_question&amp;tid=14" target="_blank" rel="noopener"><b>Text „Warum bin ich Single?“</b></a> veröffentlicht, der auf einer reinen statistischen Datenauswertung beruhte, bei der zahlreiche mögliche Ursachen angekreuzt werden konnten.</p>
<p>Im Ergebnis können Sie dort sehen, welches Ursachenkonglomerat aus diesen 11 möglichen Ursachen vorliegt:</p>
<ul>
<li><i>Zufriedenheit mit dem Single-Dasein</i></li>
<li><i>Ungünstige Haltungen zum Online-Dating</i></li>
<li><i>Hohe Ansprüche</i></li>
<li><i>Andere Prioritäten</i></li>
<li><i>Hemmungen und Selbstzweifel</i></li>
<li><i>Negative Erfahrungen/Befürchtungen</i></li>
<li><i>Barrieren und Hindernisse</i></li>
<li><i>Polygame Tendenz</i></li>
<li><i>Zufall</i></li>
<li><i>Sexuelle Schwierigkeiten</i></li>
<li><i>Mangel an romantischen Gefühlen</i></li>
</ul>
<p>Ursachen für Partnerlosigkeit sind also vielgestaltig. Neulich haben wir darüber hinaus rund 300 freie Texte von Mitgliedern qualitativ ausgewertet, in denen sie beschrieben, warum sie ihrer eigenen Einschätzung nach Single sind.</p>
<p>In diesen Schilderungen lässt sich das meiste aus dem Test wiederfinden, aber es kommen noch einmal viele spezifischere Erkenntnisse und Einsichten hinzu, die ich gerne mit in diesem Artikel mit allen Leser:innen teilen möchte.</p>
<p>Der Artikel will nicht nur Wissen vermitteln, sondern möchte Anregungen geben, sich selbst besser zu verstehen oder auch etwas zu ändern, sofern dies der eigene Wunsch ist.</p>
<p>Sobald Sie einen oder mehrere Gründe bei sich selbst erkennen, kann dies Anlass sein, darüber nachzudenken, ob Sie diesen Grund außer Kraft setzen wollen und wenn ja, wie. Dazu gebe ich jeweils einige Anregungen dort, und zwar direkt dort, wo die Gründen benannt werden.</p>
<p>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen? Erkennen Sie sich in dem Artikel wieder? Bitte schreiben Sie dies unten in die Kommentare!</p>
<h2 class="western">Was sagten also die 300 befragten Mitglieder?</h2>
<h3 class="western">Frühe Belastungen in Kindheit und Herkunftsfamilie</h3>
<p>Recht häufig beschrieben die Befragten frühe Belastungen in Kindheit und Herkunftsfamilie:</p>
<ul>
<li>Sie schilderten Ablösungsprobleme von den Eltern, Ablehnung durch Eltern, emotionale Distanz der Mutter, fehlende Liebe in der Kindheit, Probleme mit dem Vater, fehlende oder schlechte Elternvorbilder oder die Scheidung der Eltern. Andere berichteten von belastenden Herkunftsfamilien, unsicheren Bindungen zu den Eltern oder Ablehnung in der Schule.</li>
</ul>
<p>Das, was mir plastisch beim Lesen deutlich wurde, ist, wie stark manche dann, wenn sie über ihr Single-Dasein nachdenken, an ihre Kindheit denken. Das ist bemerkenswert. Und übrigens werde ich demnächst auch Auswertungen aus unserer großen Gleichklang-Umfrage 2026 vorlegen zu der verwandten Frage, wie die Beziehungsstile unserer Eltern womöglich unsere eigenen Beziehungen prägen oder nicht – vermutlich nächste Woche bereits.</p>
<p>Auf jeden Fall zeigte die Analyse der 300 Texte überdeutlich, dass bei einer Reihe von Partnersuchenden der Eindruck besteht, dass ihre frühen Erfahrungen aus der Kindheit mit Eltern und Schule es ihnen heute noch erschweren, eine Partnerschaft zu finden.</p>
<p>Was lässt sich aber tun?</p>
<p>Wir können Erfahrungen aus der Kindheit nicht ungeschehen machen. Wir können auch nicht ändern, dass sie uns weiterhin oft implizit mitprägen und steuern werden.</p>
<p>Wir können aber das Ausmaß der Steuerung durch Muster, die wir vielleicht überwinden wollen, korrigieren.</p>
<p>Wir können uns mit unseren Erfahrungen aus der Kindheit auseinandersetzen, sie verarbeiten, Verständnis für uns selbst als Kind entwickeln und dies sodann zur Ausgangsbasis nehmen, um an einer reifen, selbstfürsorglichen und gleichzeitig sozialverträglichen sowie liebevollen Erwachsenenidentität zu arbeiten.</p>
<p>Die Kindheit lässt uns nie ganz los, aber sie hält uns auch nicht gefangen:</p>
<ul>
<li>Egal, wie die Kindheit war, wir können Beziehungen finden. Und stellen wir in unserer eigenen Beziehungsgestaltung ungünstige oder toxische Muster fest, können wir ebenso daran arbeiten, diese zu verändern.</li>
</ul>
<p>Wichtig ist dabei auch, dass wir nicht in eine Opferhaltung gehen, in der uns alles schicksalhaft durch Kindheit oder andere Ereignisse vorbestimmt erscheint. Noch weniger hilfreich ist Verbitterung.</p>
<p>Vielmehr sagt uns eine schwere Kindheit, dass es nun an der Zeit ist, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen.</p>
<p>Es gibt dabei aber etwas, was uns oft schwerfällt:</p>
<p>Zu unterscheiden zwischen der Bedeutung früherer Ereignisse damals und scheinbar ähnlicher Ereignisse heute.</p>
<ul>
<li>Reaktionen anderer Personen aus der Vergangenheit, z. B. der Eltern, mögen eine bestimmte Bedeutung oder Konsequenz gehabt haben. Ähnliche oder äußerlich ähnlich scheinende Reaktionsweisen komplett unbeteiligter Personen viele Jahre später müssen jedoch gar nicht dieselbe Bedeutung haben.</li>
</ul>
<p>Sagte mir also beispielsweise mein Vater etwas vor 40 Jahren und sagt dies nun ein Partner oder eine Partnerin, bedeutet dies nicht, dass es sich um einen ähnlichen Prozess handelt. Motive, Bedeutung und Schlussfolgerungen können komplett anders sein.</p>
<p>Entscheidend ist also, zu lernen, zwischen den belastenden oder gar traumatischen Ereignissen der Vergangenheit und den aktuellen Ereignissen zu unterscheiden, damit wir nicht womöglich Selbstschutz- oder Überlebensregeln anwenden, obwohl diese auf die aktuelle Situation gar nicht passen.</p>
<h3 class="western">Bindungsmuster</h3>
<p>Oft aus den Erfahrungen der Kindheit, aber auch aus späteren Erfahrungen entwickeln sich nach den Darstellungen in den freien Texten bestimmte Bindungsmuster, die uns eine Partnerfindung erschweren können:</p>
<ul>
<li>So benannten zahlreiche Befragte ausdrücklich ein ängstliches Bindungsmuster. Sie schilderten allgemeine Angst, Angst vor Scheitern, Angst vor Fehlern oder vor der falschen Wahl, Verlassenheits- und Verlustängste, starke Anerkennungssuche, Klammern, emotionale Abhängigkeit, Bedürftigkeits-Scham, Eifersucht oder ein starkes Nähebedürfnis.</li>
<li>Andere beschrieben dagegen Beziehungsvermeidung. Diese Mitglieder berichteten über Bindungsangst, Nähevermeidung, Rückzug bei entstehender Bindung, Angst vor Abhängigkeit, Angst vor Gefühlen oder starken Gefühlen, Einlassungs- und Öffnungsprobleme, Distanziertheit, Rückzugstendenzen, Vermeidungsverhalten oder das Gefühl von Einengung in Beziehungen.</li>
</ul>
<p>Wieder andere schilderten spezifische Bindungsaufbauprobleme, also Bindungsprobleme, die gerade im Kennenlernprozess sich zeigen.:</p>
<ul>
<li>Die Betreffenden gaben z. B. an, im Kennenlernprozess schnell ungeduldig zu werden, bei ersten Turbulenzen aufzugeben oder auch zu schnell involviert zu werden, sich sofort zu verlieben, Verlustängste und Eifersucht zu entwickeln. Im Ergebnis sei es ihr Hauptproblem, dass Beziehungen gar nicht erst entstünden, weil sie aufgrund ihrer Muster den Beziehungsprozess abbrechen oder weil andere, z. B. aufgrund von Klammern und Eifersucht, den Kontakt beenden.</li>
</ul>
<p>In meinem vorherigen <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/sichere-bindung-vermeidende-bindung-aengstliche-bindung-und-partnersuche/"><b>Blog-Artikel </b><i><b>„Sichere Bindung, vermeidende Bindung, ängstliche Bindung und Partnersuche“</b></i></a> bin ich bereits auf ängstliche und vermeidende Bindungsmuster eingegangen und habe aus der Literatur Hinweise gesammelt, wie wir diese Bindungsmuster hin zu einer sicheren Bindung ändern können.</p>
<p>Damit Sie nicht zum älteren Artikel wechseln müssen, hier eine kurz komprimierte Zusammenfassung der wichtigsten Möglichkeiten:</p>
<ul>
<li>Eigene Bindungsmuster erkennen und ehrlich reflektieren, statt sie einfach als unveränderlich hinzunehmen. Wer Verlustangst, Rückzug, Vermeidungsverhalten oder starke Unsicherheit bemerkt, kann beginnen, diese Muster bewusster wahrzunehmen.</li>
<li>Sich trotz Angst auf reale Begegnungen und Beziehungen einlassen. Bindungssicherheit entsteht nicht durch Rückzug, sondern durch Erfahrungen mit Beziehungen, Kommunikation, Nähe und Verlässlichkeit.</li>
<li>Bedürfnisse offen kommunizieren. Ängstlich gebundene Personen profitieren davon, Wünsche nach Rückversicherung auszusprechen. Vermeidend gebundene Personen profitieren davon, Bedürfnisse nach Freiraum und Distanz verständlich mitzuteilen, statt sich einfach zurückzuziehen.</li>
<li>Nicht nur Sicherheit suchen, sondern auch persönliche Entwicklung zulassen. Langfristige Veränderung entsteht nicht allein durch Beruhigung, sondern auch dadurch, dass Menschen sich Herausforderungen stellen, Selbstständigkeit entwickeln und neue Erfahrungen zulassen.</li>
<li>Aktiv Beziehungen gestalten, statt passiv zu bleiben. Gerade bei vermeidender Bindung nimmt Unsicherheit ab, wenn Menschen selbst Verbindlichkeit eingehen, andere anschreiben, Treffen zulassen und sich aktiv einbringen.</li>
<li>Erneut: Lernen, Reaktionen aktueller Partner:innen nicht automatisch mit Erfahrungen aus der Vergangenheit gleichzusetzen. Alte Schutz- und Überlebensmuster passen oft nicht mehr auf neue Situationen und können heutige Beziehungen unnötig belasten.</li>
<li>Wechselseitiges Verstehen, Akzeptanz und achtsame Kommunikation fördern. Bindungssicherheit wächst besonders dann, wenn Menschen sich verstanden fühlen, gleichzeitig Nähe und Eigenständigkeit zulassen und gemeinsam an der Beziehung arbeiten.</li>
</ul>
<h3 class="western">Selbstwert, Identität und (innere) Unsicherheit</h3>
<p>Auf der aktuellen Erlebensebene – ganz egal, wie sie entstand – schilderten viele Befragte einen geringen Selbstwert oder allgemeinere Selbstwertprobleme:</p>
<ul>
<li>Sie berichteten beispielsweise Körperunzufriedenheit, Körperscham, das Gefühl, unattraktiv oder nicht liebenswert zu sein, oder davon, sich grundsätzlich andersartig zu erleben.</li>
<li>Einige berichteten über Neigung zur Selbstaufgabe oder das Gefühl des Andersseins.</li>
<li>Daneben nannten die Betreffenden auch explizit verschiedene psychische und emotionale Probleme. Sie berichteten über Depressionen, soziale Phobie, Angst, sexuelle Probleme, das Gefühl, das eigene Leben nicht im Griff zu haben.</li>
<li>Andere benannten ausdrücklich Misstrauen beziehungsweise Vertrauensprobleme und beschrieben Schwierigkeiten, anderen Menschen ehrliche Absichten zuzutrauen.</li>
<li>Wieder andere schilderten Grenzsetzungsprobleme oder Orientierungslosigkeit und das Gefühl, keinen klaren Lebensentwurf zu besitzen.</li>
<li>Im Bereich der Neurodiversität wurden benannt: Asperger- oder Autismusmerkmale, ADHS oder auch Hochsensibilität.</li>
<li>Auch aus körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen resultierende Verunsicherungen und Erschwernisse wurden zum Ausdruck gebracht.</li>
</ul>
<p>Es handelt sich hier um einen sehr breiten Bereich. Zwar ist das Erleben von Selbstwertdefiziten oder Verunsicherung die geteilte Folge, aber die Ursachen hierfür oder auch die konkreten Ausdrucksweisen unterscheiden sich erheblich.</p>
<p>Wir müssen hier für eine Verbesserung unterscheiden zwischen der Arbeit an uns selbst und dem, was wir konkret für die Partnerfindung tun können.</p>
<ul>
<li><i><b>Arbeit an uns selbst: </b></i>Probleme lösen sich nicht auf, weil wir Beziehungen finden. Es kann sein, bei vielen ist es aber nicht der Fall. Und auch eine vorherige erste Auswertung unserer großen Gleichklang-Umfrage zeigte, dass Beziehungsmuster, die auf Errettung setzen, meistens wenig funktional sind. Zudem gibt es in der Regel ein Muster – was aber kein Automatismus ist –, schmerzvolle Beziehungserfahrungen zu wiederholen. Das eine ist also erneut die Arbeit an uns selbst, wofür bereits bei den Bindungsstilen viele Hinweise gegeben wurden. Dabei geht es aber nicht nur um Veränderung, sondern auch um Akzeptanz. Denn viele der Probleme, die die Betreffenden konkret nennen, müssen nicht zwangsläufig die Partnersuche erschweren, auch wenn sie ihr Singlesein darauf zurückführen. Was wir ändern können und wollen, sollten wir ändern. Vieles andere können wir aber nicht ändern (z. B. eine körperliche Erkrankung), aber wir möchten es nicht ändern, was ebenso legitim ist. Typischerweise ist es natürlich immer ein überlappender Bereich von Veränderung und Akzeptanz, wo wir manches akzeptieren, anderes aber ändern oder kompensieren.</li>
<li><i><b>Förderung der Partnerfindung: </b></i>Bei Gleichklang haben wir dies zu unserem Schwerpunkt gemacht, bei all diesen Schwierigkeiten im Rahmen des Matchings Lösungen zu finden. Mithilfe unseres Akzeptanz-Matchings schlagen wir etwa Menschen mit körperlichen oder seelischen Erkrankungen oder Behinderungen oder Neurodiversität solche anderen Menschen vor, die hierfür Akzeptanz haben.</li>
</ul>
<p>Positiv können wir feststellen, dass jedenfalls in <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/alles-zu-erfolgsraten-und-suchdauer-bei-gleichklang/#Beeintraechtigungen_Behinderungen_koerperliche_Erkrankungen_seelische_Erkrankungen_sexuelle_Funktionsstoerungen_und_HIV-Infektion"><b>unseren Auswertungen</b></a> etwa Mitglieder mit und ohne körperliche Erkrankung, Behinderungen oder seelische Erkrankungen gute Chancen für eine Partnerfindung haben.</p>
<p>Die korrekte Einstellung der Schwierigkeiten ist dabei auch ein wichtiger Aspekt. Die beste Grundregel lautet:</p>
<ul>
<li>Bei allem großzügig sein, was nicht wirklich im Zentrum der inneren Begegnung zwischen Menschen steht, aber bei dem konsequent eine Einstellung eingegeben wird, wo etwas berührt wird, was für Sie zentral ist.</li>
</ul>
<p>Schließlich ist es ebenso entscheidend, bei der Partnerfindung offen und authentisch zu sein, sich nicht zu verbergen und zu verzerren, sondern die eigene Person so in die Waagschale zu werfen, wie sie ist.</p>
<p>Übrigens kann auch die folgende stimmige Einstellung zur Partnerfindung manche Selbstwertprobleme, Hemmungen und Ängste reduzieren:</p>
<ul>
<li>Beim Kennenlernen ist jedes Ereignis ein gutes Ereignis. Wir wollen einfach nur ergebnisoffen feststellen, ob wir gemeinsam durchs Leben gehen können. Ist das so, wunderbar, ist es nicht so, auch eine gute Information. Wir wollen uns nichts vormachen, uns nicht erobern, bestechen, täuschen, sondern begegnen.</li>
</ul>
<h3 class="western">Ansprüche und Persönlichkeitsmuster</h3>
<p>Häufig benannten die Befragten Aspekte, die aus ihrem eigenen Denken, ihren Anforderungen an die Partnersuche und manchmal auch ihren Persönlichkeitsmustern in Bezug auf Themen der Partnerfindung stammten:</p>
<ul>
<li>Nicht wenige beschrieben starre Ansprüche und eine geringe eigene Toleranz. Sie berichteten von Perfektionismus, sehr hohen Ansprüchen an Alter, Aussehen, Schlankheit, Status, Intellekt oder Fotos potenzieller Partner.</li>
<li>Andere beschrieben sich als wählerisch oder erklärten, niemand passe. Manche schilderten, es seien ihnen keine Kompromisse möglich. Sie beschrieben eine Verweigerung, sich in einem gewissen Sinne aufeinander einzustellen, oder berichteten, Menschen bereits wegen kleinster Irritationen im Sinne des Herausfallens aus ihrem Schema abzuweisen.</li>
</ul>
<p>Handelt es sich hier einfach nur um sinnvolle Erwartungen, die nicht erfüllt werden, sodass notwendigerweise Partnerlosigkeit folgt?</p>
<p>Oder sind die Erwartungen dysfunktional, weil sie mögliche und auch mögliche glückliche Beziehungen verhindern?</p>
<p>Dies ist der entscheidende Aspekt, der zu prüfen ist, wobei in ihren Texten die Betreffenden oftmals ihre Ansprüche bereits selbst als deutlich dysfunktional, und schädigend, sie letztlich auf dem Weg zur Partnerfindung blockierend, beschrieben.</p>
<p>In der Welt erschien einmal ein <a href="https://www.welt.de/vermischtes/plus205429685/Online-Dating-Gleichklang-Ein-Paar-findet-die-Liebe-ohne-Kompromisse.html" target="_blank" rel="noopener"><b>Artikel über ein Gleichklang-Paar</b></a> mit der Überschrift <i>„Liebe ohne Kompromisse“</i>. Aber als ich den Artikel las, war die eigentliche Bedeutung eine andere:</p>
<ul>
<li>Beide suchten bei Gleichklang einen Menschen, mit dem sie ihre Lebensphilosophie und ihre Grundüberzeugungen teilen und leben konnten. All die vielen anderen kleineren Dinge spielten keine Rolle und waren daher auch nicht blockierend. So wohnten sie nicht am gleichen Ort, und holten sich jeweils ab Bahnhof ab.</li>
</ul>
<p>Für diejenigen, die stark auf selektive Merkmale fixiert sind, deren Kombination dann womöglich zu einem Nullsummenspiel wird, ist es ratsam, sich den klaren Forschungsstand vor Augen zu führen:</p>
<ul>
<li>Die Zufriedenheit in Beziehungen entwickelt sich vorrangig danach, wie wir gemeinsam im Beziehungsmiteinander umgehen. So erreichen selbst arrangierte Ehen (hiermit sind keine gewalttätigen Zwangsehen gemeint) nach Studien letztlich die gleiche Zufriedenheit wie selbst gesuchte Partnerschaften.</li>
</ul>
<p>Das gilt selbst für die körperliche Anziehung:</p>
<ul>
<li>Wir mögen nicht nur die, die wir attraktiv finden, wir beginnen auch, die attraktiv zu finden, die wir mögen. Unser <a href="https://youtu.be/tuBl4YpEqZs" target="_blank" rel="noopener"><b>Attraktivitätsschema verändert sich fortwährend</b></a> und hängt von den Erfahrungen ab, die wir machen.</li>
</ul>
<p>Oder sind unsere Ansprüche nur ein Panzer, hinter dem wir unsere eigentlichen Gründe, z. B. Bindungsangst, verstecken?</p>
<p>Auch dies kann der Fall sein.</p>
<p>Für die Beziehungsfindung hilft uns diese Daumenregel:</p>
<ul>
<li>Öffnen wir uns für das Kennenlernen und den Prozess des gemeinsamen Auslotens und nehmen wir von all den Vorerwartungen Abstand, die im Grunde eher oberflächlich sind und eben nicht zum Kern unseres Wesens und unserer Beziehungsvorstellungen gehören.</li>
</ul>
<h3 class="western">Soziale Schwierigkeiten und Kontaktprobleme</h3>
<p>Dieser Bereich überlappt mit den Selbstwertproblemen und Verunsicherungen, aber er ist nicht identisch.</p>
<ul>
<li>Hier schilderten die Betreffenden insbesondere soziale Isolation, Einsamkeit, wenige soziale Kontakte und Ausgrenzung, die es ihnen erschwere, einen anderen Menschen für eine Beziehung kennenzulernen.</li>
<li>Damit einher gingen oft auch geschilderte Defizite in der sozialen Kommunikation, die ihrerseits dann Unsicherheit, Schüchternheit etc. verstärken.</li>
<li>Einige beschrieben hier auch ausdrücklich Unerfahrenheit und mangelnde Beziehungserfahrung.</li>
<li>Andere berichteten über schlechte Datingerfahrungen, die ihnen den Eindruck gäben, nicht in der Lage zu sein, die richtigen Schritte für eine Partnerfindung zu unternehmen.</li>
<li>Im Ergebnis resultieren bei manchen eine passive Haltung und geringe Bemühungen für die Partnerfindung bis zum Verzicht auf Partnersuche, obgleich eigentlich eine Beziehung gewollt war oder Selbstzurücknahme.</li>
</ul>
<p>Tatsächlich bietet das Online-Dating – das ist einer seiner Vorteile – einen Weg heraus aus sozialer Isolation und Einsamkeit im direkten Umfeld. Der Kennenlernraum erweitert sich und die Blockade, die im direkten Umfeld besteht, braucht sich nicht auch online zu zeigen.</p>
<p>Allerdings entwickeln wir manchmal negative selbsterfüllende Prophezeiungen, die sich von dem einen Bereich – durch unser Verhalten – auf den anderen Bereich übertragen.</p>
<p>Soziale Fertigkeiten verbessern sich nicht dadurch, dass wir uns zurückhalten. Sie nehmen durch Übung zu. Das Online-Dating bietet insofern einen für den Einstieg niedrigschwelligeren Übungsraum als das Kennenlernen im Café, in dem wir unsere sozialen Fertigkeiten verbessern, unsere Ängste überwinden und von der Passivität in die aktive Handlungsorientierung wechseln können.</p>
<p>So verständlich Passivität und Rückzug auch sind, so sind es gerade die Faktoren, die die Erfolglosigkeit verfestigen.</p>
<p>Das sehen wir auch in den Auswertungen bei Gleichklang:</p>
<ul>
<li>Die eigenen Erstnachrichtenraten gehören zu den stärksten Vorhersagefaktoren der Partnerfindung überhaupt.</li>
</ul>
<h3 class="western">Partnerwahl und Beziehungsdynamiken</h3>
<p>Recht viele Mitglieder beschrieben falsche oder ungünstige Partnerwahlmuster als Grund dafür, dass sie nun Single seien:</p>
<ul>
<li>Sie liebten die, die sie nicht zurückliebten, erlebten Anziehungen zu unerreichbaren Personen, beispielsweise zu Bindungsunwilligen.</li>
<li>Manche gaben an, ein Helfersyndrom zu haben und nach Menschen zu suchen, um die sie sich kümmern könnten, dabei aber nicht auf eigene Bedürfnisse zu achten.</li>
<li>Im Hintergrund standen meistens enttäuschende Beziehungserfahrungen aus der Vergangenheit, ohne dass aber die ungünstigen Muster der eigenen Suche bereits korrigiert wurden.</li>
</ul>
<p>Für die Partnerwahl ist der entscheidende Aspekt, zwischen roten Flaggen und Turbulenzen zu unterscheiden.</p>
<ul>
<li>Eine rote Flagge liegt vor, wenn sich ein Muster beim Kennenlernen zeigt, das auch nicht korrigiert und aufgeklärt werden kann und welches fundamental einer wechselseitigen Umsetzung von Bedürfnissen entgegensteht.</li>
<li>Eine Turbulenz sind Irritationen, die sehr oft bei der Beziehungsfindung auftreten, die aber miteinander erklärbar sind und woraus sogar eine wachsende Verbundenheit entstehen kann.</li>
</ul>
<p>Zwei fundamentale Fehler können unsere Partnersuche erschweren:</p>
<ul>
<li>Manche fürchten sich wegen negativer Vorerfahrungen nun so sehr, dass sie aus jeder Turbulenz eine rote Flagge machen. So bleiben sie Single. Für sie ist es wichtig, innezuhalten, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und zudem der Beziehungsentstehung die Chance einer resonanten Klärung zu geben.</li>
<li>Andere blenden die roten Flaggen aus und lassen sich rein illusionär leiten, aber die entsprechenden Kontakte zerbrechen meistens bald und Enttäuschung bleibt übrig. Reflektieren wir unsere eigenen Muster in Beziehungen, kann es uns gelingen, die echten roten Flaggen zu erkennen und uns an ihnen zu orientieren.</li>
</ul>
<h3 class="western">Eigene Elternschaft und Kinder/Kinderwünsche</h3>
<p>Befragte mit minderjährigen Kindern schilderten, dass die Situation als Alleinerziehende ihnen die Partnersuche erschwere:</p>
<ul>
<li>Dabei berichteten sie auch über Angst um das Kind, Angst, dass Kinder einen Partner oder eine Partnerin nicht akzeptieren würden, Angst vor Missbrauch des Kindes.</li>
<li>Aber auch zeitliche Ressourcen für die Partnersuche wurden benannt.</li>
<li>Ebenso spielten erwachsene Kinder eine Rolle: Wenn ein enger Kontakt zur Kernfamilie mit Kindern und Enkelkindern besteht und nun befürchtet wird, eine Partnerschaft passe dort nicht hinein.</li>
<li>Wieder andere schilderten den fehlenden Kinderwunsch ihrerseits, der für potenzielle Partner:innen abschreckend sei.</li>
</ul>
<p>Vieles hiervon sind Matching-Probleme, denen wir bei Gleichklang gerecht werden:</p>
<ul>
<li>Wir machen die Akzeptanz für einen Alleinerziehendenstatus, erlauben aber nicht die gezielte Suche nach alleinerziehenden Eltern, um Missbrauchsprobleme zu minimieren.</li>
<li>Wir erfassen die Akzeptanz für erwachsene Kinder.</li>
<li>Der Kinderwunsch wird ebenso erfasst und gematcht.</li>
<li>Auch erheben wir, wie viel Zeit die Betreffenden mit Partner:innen verbringen möchten, ob sie gemeinsam oder getrennt leben wollen etc.</li>
</ul>
<p>All diese Faktoren können viel der hier geäußerten Befürchtungen abmildern. Die Befürchtungen sind oft eher subjektiv als objektiv, beruhen mehr auf Befürchtungen als auf echten Hindernissen.</p>
<ul>
<li>Aber natürlich geht es auch darum, die eigenen Beziehungsbedürfnisse zu ergründen und sich klar darüber zu sein, wie wichtig eine Beziehung ist:</li>
<li>Ist sie nicht wichtig, ergibt es wenig Sinn, an zeitlichen Umschichtungen und Lösungen zu arbeiten, wenn ich minderjährige Kinder habe.</li>
<li>Ist die Sehnsucht jedoch deutlich, finden wir Wege.</li>
</ul>
<p>Wir sehen übrigens in <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/alles-zu-erfolgsraten-und-suchdauer-bei-gleichklang/#Kinder_und_Alleinerziehenden-Status"><b>unseren Daten</b></a> entsprechend auch keine geringeren Vermittlungsraten für Alleinerziehende.</p>
<h3 class="western">Lebensbedingungen, Lebensstile und diverse strukturelle Faktoren</h3>
<p>Dies ist ein breites und heterogenes Feld:</p>
<ul>
<li>Die Befragten berichteten über Schichtarbeit, Erwerbslosigkeit, hohe Arbeitsbelastung, finanzielle Sorgen, instabile Lebensumstände, ländliche Wohnorte, Ortsgebundenheit, weite Entfernungen.</li>
<li>Manche beschrieben einen eingefahrenen Alltag mit festen Routinen und Lebensstrukturen, aus denen sie kaum noch herausfänden.</li>
<li>Andere nannten ausdrücklich besondere Lebensentwürfe. Hierzu gehörten Veganismus oder andere starke Werteorientierungen und weltanschauliche Besonderheiten.</li>
<li>Manche beschrieben ihr Alter als strukturelles Hindernis, einige Frauen ihre hohe Bildung.</li>
</ul>
<p>Bezüglich derjenigen Aspekte, die wir unter der Überschrift „prekär“ führen können, also von den Betreffenden als belastend erlebt (z. B. Arbeitslosigkeit), ist vielleicht das beste Argument für Hoffnung, dass letztlich auch Menschen in prekären Lebenslagen sehr oft Beziehungen finden.</p>
<p>Auf Wunsch insbesondere von Männern in schwierigen finanziellen Situationen haben wir für diesen spezifischen Bereich bei Gleichklang daher auch für längere Zeit eine Akzeptanzabfrage eingeführt, die wir im Matching zugrunde legen.</p>
<p>Weite Entfernungen sind natürlich mit Anstrengungen verbunden. Trotzdem wiederhole ich noch einmal – was ich so oft schreibe –, dass die <a href="https://youtu.be/ayibW-6Oz_U" target="_blank" rel="noopener"><b>vorliegende wissenschaftliche Studienlage</b></a> wie auch unsere eigenen Daten bei Gleichklang eindeutig belegen, dass das Beziehungsglück nicht von der initialen Entfernung abhängt.</p>
<p>Liebe kann auch aus der Entfernung entstehen und wenn sie wächst, finden die Betreffenden Wege, die ein Liebesglück ermöglichen. Manche denken, es sei quasi ein Naturgesetz, dass Partner:innen nicht weiter als XY Kilometer entfernt leben dürften.</p>
<p>Tatsächlich ist dies kein Naturgesetz, sondern eine kulturelle Gepflogenheit:</p>
<ul>
<li>Durch das Online-Dating wird diese einerseits bei manchen verstärkt (durch die praktische Geodaten-Vermittlung bei den Dating-Apps), andererseits aber auch aufgeweicht durch internationale Kontaktmöglichkeiten hinweg über alle Nationen, Sprachen, Kontinente und Kulturen.</li>
</ul>
<p>Ich selbst bin bezüglich der Thematik in der Situation, dass ich kulturelle Einflüsse quasi geradezu direkt sehen kann:</p>
<ul>
<li>Bei nicht wenigen unserer Mitglieder aus Deutschland wäre eine Beziehungsentstehung zu jemandem kaum denkbar, wenn ein paar hundert Kilometer zwischen ihnen liegen. In Kambodscha, wo ich seit 2015 lebe, habe ich demgegenüber noch nicht eine einzige Person getroffen, die solche Distanzen jemals als ein Problem erleben würde, und dies, obgleich die Reisezeiten für gleiche Distanzen hier typischerweise bei weitem höher und beschwerlicher sind als in Deutschland.</li>
</ul>
<p>Dass besondere Lebensprinzipien und Überzeugungssysteme wie vegane Lebensweise oder auch religiöse Überzeugungen etc. ein Hindernis sein können, ist dann der Fall, wenn sie selten sind.:</p>
<ul>
<li>Als v<a href="https://www.gleichklang.de/besonderheiten/ueberzeugungen-lebensstile/veganer/" target="_blank" rel="noopener"><b>egan lebende Person</b></a> habe ich es also schon erheblich schwerer, wenn es mir wichtig ist, mit Partner:innen vegan zu leben und mich womöglich gemeinsam für die vegane Lebensweise einzusetzen.</li>
<li>Auch als <i>Bahai </i>wird mir eine Partnerfindung z. B. in Deutschland nicht unbedingt einfach fallen.</li>
</ul>
<p>Aber auch seltene Merkmale stehen der Partnerfindung glücklicherweise nicht entgegen, wenn wir verstehen, dass <a href="https://youtu.be/-f2toE28j40" target="_blank" rel="noopener"><b>Partnerfindung keine Auswahl aus vielen Optionen ist</b></a>, sondern die Bereitschaft und das Vermögen, sich auf einen Menschen einzulassen, den Moment zu erkennen, in dem die passende Person in mein Blickfeld tritt, und ihn zu nutzen.</p>
<p>Durch unser Matching schaffen wir diese Möglichkeit bei Gleichklang in besonders hohem Maße, und Veganer:innen, aber auch Bahais (um nur zwei Beispiele zu nennen), haben hier ebenso gute Chancen für Partnerfindung wie jede andere Person auch.</p>
<p>Und so stieß ich auf einen <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/das-glueck-in-der-nische-a-ee0c3506-0002-0001-0000-000146252552" target="_blank" rel="noopener"><b>Artikel im Spiegel mit dem Titel „</b><i><b>Glück in der Nische</b></i></a>“, aus dem wir erfuhren, wie die Suche nach <i>„Bahai“</i> (eines unserer Suchkriterien) zwei Gleichklang-Mitgliedern zu einer Liebesbeziehung verhalf. Wirkt wie ein Sechser im Lotto, aber es hat System:</p>
<ul>
<li>Wenn wir bereit sind, unser Augenmerk auf dieses singuläre Ereignis zu richten, tritt es irgendwann vermutlich auch ein. Glauben wir aber, Partnerfindung entstehe aus Massenvergleichen, werden wir vermutlich längst abgezogen sein, wenn das Ereignis eingetreten wäre.</li>
</ul>
<h3 class="western">Bewusst Single und geringes Beziehungsinteresse</h3>
<p>Schließlich gab es ebenfalls Befragte, die ihr Singlesein ausdrücklich als bewusste Entscheidung beschrieben:</p>
<ul>
<li>Sie berichteten über eine hohe Freiheitsorientierung oder fehlendes Interesse an Beziehung. Sie benannten einen hohen Wert für Eigenständigkeit.</li>
<li>Manche beschrieben, dass sie das Singlesein genießen oder derzeit keine Beziehung möchten. Andere berichteten über aktuelle Lebensstiländerungen oder persönliche Weiterentwicklungen, die für das Singleleben sprächen.</li>
<li>Oder sie gaben das Bedürfnis an, allein zu sein.</li>
<li>Auch das Fehlen romantischer Gefühle wurde von wenigen geschildert.</li>
<li>Deutlich häufiger wurden andere Prioritäten benannt. Irgendwie wollen sie nicht so ganz Single sein, aber vieles andere ist ihnen dann doch wichtiger.</li>
</ul>
<p>Ich glaube, dass es in dieser Kategorie eigentlich kein Problem gibt. Wir können als Singles glücklich leben. Singles sind im Durchschnitt <a href="https://www.psychologie-partnersuche.de/allgemein/machen-beziehungen-wirklich-gluecklich/"><b>glücklicher als Personen in unglücklichen Beziehungen</b></a>.</p>
<p>Es gibt keinen Zwang für Beziehungen und wir können auch vieles tun, um im Alter nicht einsam zu sein, auch als Singles.</p>
<p>Ich hatte eine <a href="https://www.gfgebauer.de/#termin" target="_blank" rel="noopener"><b>Coaching-</b><b>Klientin</b></a> aus einer Gemeinschaft, die schilderte, dass durch die Verfügbarkeit der Gemeinschaft, dadurch, dass jederzeit jemand zum Sprechen da sei, wenn sie wolle, die Dringlichkeit einer Partnerschaft nachgelassen habe.</p>
<p>Das wird nicht selten von Mitgliedern von Gemeinschaften beschrieben und macht noch einmal plastisch deutlich, dass wir soziale Bedürfnisse nicht nur auf einem Weg erfüllen können und Partnerschaften nicht zwingend sind.</p>
<p>Übrigens können Gleichklang-Mitglieder über die <a href="https://www.gleichklang.de/gemeinschaften-gemeinschaft-suchen-gemeinschaft-finden-und-gemeinschaft-gruenden/" target="_blank" rel="noopener"><b>Kontaktliste „Gemeinschaften und Projekte“</b></a> auch nach solchen Gemeinschaften suchen.</p>
<p>Allerdings sollten wir auch, wenn wir Single sein wollen oder unser Beziehungsinteresse gering ist, uns die Chance geben, noch einmal in uns zu gehen und unsere Wahrnehmung zu überprüfen, damit wir keine Sehnsüchte verdecken, von denen es besser wäre, wenn sie zum Vorschein kommen.</p>
<h3 class="western">Pech und Zufall</h3>
<p>Schließlich nannten einige Mitglieder schlicht Pech oder Zufall. Es sei ihnen nicht die richtige Person begegnet, andere hätten sie abgelehnt oder sie seien nun mal zur falschen Zeit den falschen Menschen begegnet.</p>
<p>Im Grunde ist dies eine gute Erklärung für unser Singlesein, da wir so nicht in Selbstzweifel verfallen. Andererseits hilft uns diese Erklärung aber nicht, etwas gegen unser Single-Dasein zu tun.</p>
<p>Der Ratschlag ist daher, eine gelassene Grundhaltung, wie sie aus dieser Erklärung stammt, zu kombinieren mit einer aktiven Suchhaltung, sodass wir früher oder später nicht mehr von Pech, sondern von Glück sprechen können.</p>
<h2 class="western">Resümee: Was schließen wir nun aus alledem?</h2>
<p>Wir lernen aus den 300 Texten, dass insbesondere frühe Belastungen in Kindheit und Herkunftsfamilie, ängstliche oder vermeidende Bindungsmuster, Selbstwertprobleme und innere Unsicherheit, starre Ansprüche und dysfunktionale Persönlichkeitsmuster, soziale Isolation und Kommunikationsprobleme, ungünstige Partnerwahlmuster, belastende Erfahrungen aus früheren Beziehungen, die Thematik eigene Elternschaft und Kinder, belastende Lebensbedingungen, aber auch besondere Überzeugungen und Lebensstile sowie auch bewusste Freiheitsorientierung oder geringes Beziehungsinteresse aus Sichtweise der Befragten selbst dazu beitragen können, ihr Single-Dasein zu verursachen oder zu konservieren.</p>
<p>Natürlich können all diese Gründe sich mehr oder weniger kombinieren und tun es auch oft.</p>
<p>Der erste Schritt ist, zu verstehen, der zweite ist, sich Ziele für Veränderung zu setzen, und der dritte, diese umzusetzen:</p>
<ul>
<li>Wer frühe Belastungen aus Kindheit oder Herkunftsfamilie erlebt hat, kann lernen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, alte Selbstschutz- und Überlebensmuster bewusster wahrzunehmen und sie nicht automatisch auf neue Beziehungen zu übertragen. Ebenso bleibt entscheidend, nicht in Opferhaltung, Verbitterung oder Rückzug zu verharren, sondern trotz schwieriger Erfahrungen wieder offen für neue Begegnungen zu werden.</li>
<li>Bei ängstlichen oder vermeidenden Bindungsmustern lohnt es sich, eigene Muster bewusster wahrzunehmen, sich trotz Ängsten auf reale Begegnungen einzulassen, Bedürfnisse offener zu kommunizieren und Beziehungen nicht vorschnell aus Verlustangst, Rückzug oder Bindungsangst abzubrechen. Ebenso kann mehr Geduld im Kennenlernprozess verhindern, dass erste Turbulenzen sofort zum Kontaktabbruch führen.</li>
<li>Selbstwertprobleme, psychische Belastungen, körperliche Erkrankungen, Neurodiversität oder Behinderungen müssen Partnerfindung nicht verhindern. Entscheidend ist oft weniger das Vorliegen solcher Schwierigkeiten als die Frage, wie offen und authentisch Menschen damit umgehen und ob sie anderen begegnen, die hierfür Akzeptanz besitzen. Ebenso entlastend kann die Unterscheidung sein zwischen dem, was verändert werden kann, und dem, was eher Akzeptanz benötigt.</li>
<li>Bei sehr hohen oder rigiden Ansprüchen bleibt zentral, zwischen wirklich bedeutsamen und eher oberflächlichen Merkmalen zu unterscheiden. Grundlegende Werte, Lebensprinzipien oder Lebensziele dürfen ernst genommen werden. Gleichzeitig ist es sinnvoll, starre Festlegungen bei äußerlichen oder weniger bedeutsamen Merkmalen zu hinterfragen und Begegnungen stärker eine reale Entwicklungsmöglichkeit zu geben.</li>
<li>Soziale Isolation, Einsamkeit, Kommunikationsprobleme oder schlechte Dating-Erfahrungen verstärken häufig Rückzug und Passivität. Gerade hier entstehen Veränderungen meist nicht durch weiteren Rückzug, sondern durch Kontakt, Übung, aktive Begegnung und die Bereitschaft, weiterhin soziale Erfahrungen zuzulassen. Soziale Sicherheit entwickelt sich meistens durch Erfahrung.</li>
<li>Bei ungünstigen Partnerwahlmustern oder belastenden Beziehungserfahrungen bleibt wesentlich, zwischen roten Flaggen und normalen Turbulenzen des Kennenlernens zu unterscheiden. Nicht jede Irritation bedeutet Unvereinbarkeit. Ebenso wichtig ist es, die eigenen Muster bewusster wahrzunehmen, damit nicht immer wieder dieselben belastenden Dynamiken entstehen.</li>
<li>Auch Schwierigkeiten rund um Elternschaft und Kinder schließen Beziehungen nicht aus. Befürchtungen bezüglich Alleinerziehendenstatus, Zeitmangel oder möglicher Ablehnung durch Kinder werden subjektiv oft stärker erlebt, als sie objektiv tatsächlich sind. Gleichzeitig kann eine passgenaue Vermittlung, bei der Kinderwunsch, Akzeptanz für Kinder oder gewünschte Lebensmodelle berücksichtigt werden, vieles erleichtern.</li>
<li>Belastende Lebensbedingungen, weite Entfernungen, besondere Lebensstile oder seltene weltanschauliche Überzeugungen erschweren Partnerfindung zwar oft, machen sie aber keineswegs unmöglich. Gerade bei besonderen Lebensprinzipien oder Lebensstilen ist weniger entscheidend, möglichst viele Optionen zu haben, sondern vielmehr, Menschen zu begegnen, die diese Lebensweise teilen oder mittragen können. Auch weite Entfernungen erweisen sich oft als deutlich weniger problematisch, als zunächst angenommen wird.</li>
<li>Wer bewusst Single lebt oder nur ein geringes Beziehungsinteresse verspürt, muss dies nicht zwangsläufig als Problem betrachten. Gleichzeitig kann es sinnvoll bleiben, die eigenen Bedürfnisse ehrlich zu reflektieren und zu prüfen, ob vielleicht doch verdeckte Sehnsüchte bestehen. Ebenso können Freundschaften, Gemeinschaften oder andere soziale Bindungen eine tragende Rolle übernehmen.</li>
<li>Und selbst dort schließlich, wo Menschen ihr Singlesein vor allem als Pech oder Zufall erleben, bleibt meist die sinnvollste Haltung, Gelassenheit mit Offenheit für neue Begegnungen zu verbinden, statt sich vollständig aus der Partnersuche zurückzuziehen.</li>
</ul>
<p>Wir sind also nicht in den Gründen gefangen, die uns womöglich heute Single sein lassen. Wir können aus ihnen ausbrechen in unser morgiges Beziehungsglück.</p>
<p>Als Kennenlernplattform leisten wir hierfür Hilfestellung und freuen uns, wenn wir auch Sie weiterhin auf diesem Weg begleiten dürfen:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><a href="https://www.gleichklang.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #800000;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span> Zur Beziehungssuche bei <em>Gleichklang</em></strong></a></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Singlesein und seinen Gründen? Bitte teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren – herzlichen Dank!</em></p>
<p data-start="5695" data-end="5989" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong>Weitere Links:</strong></p>
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<li><a href="https://buch-partnersuche.de/" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;<em>A Perfect <em>Match</em>? Online-<em>Partnersuche</em> aus psychologischer Sicht?</em>&#8222;.</a> Das Buch steht auch als <a href="https://www.gleichklang.de/buch-psychologie-partnersuche/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Wissensressource bei Gleichklang</a> zur Verfügung.</li>
<li><a href="https://www.gfgebauer.de/" target="_blank" rel="noopener">Meine Coaching-Seite</a></li>
<li><a href="https://youtu.be/kVbVq9C8B3M" target="_blank" rel="noopener">Video zu den Erfolgsfaktoren der <em>Partnersuche</em></a></li>
<li><a href="https://www.vegan.eu/" target="_blank" rel="noopener">Vegan.eu: Unser veganes Informations-Portal</a></li>
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